Das Schweigen der Bienen

von Valerie Geary 
3,8 Sterne bei11 Bewertungen
Das Schweigen der Bienen
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verruecktnachbuecherns avatar

Ein spannendes und tiefgehendes Buch über zwei Schwestern die dabei sind alles zu verlieren.

_Maggis avatar

Traurig, packend, poetisch - ein wunderbares Buch, dass einen nicht mehr loslässt!

Alle 11 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Schweigen der Bienen"

"Ein Tag war alles, was mir noch blieb.
Um nach den Bienen zu sehen.
Um Bears Unschuld zu beweisen.
Um die Scherben unserer Familie zusammenzukitten."

Oregon im Sommer 1988:
Nach dem Tod ihrer Mutter ziehen die fünfzehnjährige Sam und ihre kleine Schwester zu ihrem Vater Bear, einem exzentrischen Bienenzüchter. Aber schon kurz nach ihrer Ankunft gerät der fragile Neuanfang in Gefahr: Im Crooked River wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt und Bear als Mörder verhaftet. Sam ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Niemals könnte er jemandem Gewalt antun. Verzweifelt und allein auf sich gestellt macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter, hilflos beobachtet von ihrer jüngeren Schwester. Seit dem Tod der Mutter kann sie kein Wort mehr sprechen - dabei hätte sie so viel zu sagen: Nicht nur zu der Toten im Fluß sondern auch zu Sams erster großer Liebe Travis ...

"Ein dichtes, dunkles Spiel um die Geheimnisse des Erwachsenwerdens."
Library Journal

"Ein Buch wie ein mysteriöser Sommerabend, voller Gefühle, Geräusche und eindringlicher Empfindungen. Die Leser werden es nicht mehr aus der Hand legen wollen."
Booklist

"Ein literarischer Thriller und eine psychologische Studie darüber, wie Verlust die Menschen beeinflusst. Gratulation zu "Das Schweigen der Bienen"!
Huffington Post

"Gearys Charaktere sind realitätsnah und das Setting dynamisch. Der beängstigend mysteriöse Mordfall, die Geister der Vergangenheit … Sie weiß, wie man eine fesselnde Geschichte erzählt, die einem im Kopf bleibt."
Mystery Tribune

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959671279
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:HarperCollins
Erscheinungsdatum:01.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    NataschaSuennens avatar
    NataschaSuennenvor 2 Monaten
    Bezaubernd...

    Sam und Ollie haben nur diesen einen Sommer, um zu beweisen, dass ihr Vater auf sie aufpassen kann; dass sie auch in einem kleinen Zelt mitten auf einer Wiese eine Familie sein können. Doch dann wird Bear wegen Mordes angeklagt und nicht nur ihr Zuhause steht auf dem Spiel.

    Sam macht sich auf die Suche nach Beweisen, die ihren Vater entlasten, doch je tiefer sie gräbt, desto größer werden ihre Zweifel… Dabei muss sie einfach nur den Bienen folgen…

    Ollie hingegen weiß mehr als ihr lieb ist und die Geister, die sie verfolgen, jagen ihr immer mehr Angst ein. Doch wie soll sie Sam auf die richtige Spur bringen und Bear beschützen, wenn die Geister ihr ihre Stimme gestohlen haben?

    Einen Thriller wie oben angekündigt, findet man hier nicht vor, dafür eine zauberhafte Geschichte über die Familie und das Leben. Es wird abwechselnd aus Sams und Ollies Sicht erzählt, was ich interessant fand, denn sie sind nicht nur durch den Altersunterschied sehr verschieden. Richtige Spannung kommt erst auf den letzten Seiten auf, hat mir hier aber auch nicht gefehlt. Die Handlung kommt sehr langsam voran, es wurde sehr viel Wert auf Details geachtet. Valerie Geary hat sich die Zeit genommen, uns die Gedanken und Gefühlslagen von Sam und Ollie ausführlich näherzubringen, was aber nie langweilig oder zäh wurde.

    Das Cover finde ich passend und viel schöner, als das, was man jetzt auf der Verlagsseite vorfindet. Die Aufmachung ist recht gut, aber ich finde, dass schon sehr viel Text auf einer Seite ist. Eine Schriftgröße mehr wäre manchmal etwas angenehmer zu lesen gewesen.

    Wer Lust auf eine ruhige Geschichte, die nur ab und zu Fahrt aufnimmt, hat ist bei „Das Schweigen der Bienen“ richtig.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 6 Monaten
    Erwachsenwerden am Crooked River

    | MEINE MEINUNG |

    Ich schreibe diese Rezension, während draußen der April ein frühsommerliches Ende nimmt – und vom Schweigen der Bienen zumindest in unserem Garten keine Rede sein kann.

    Ein wenig früh vielleicht, um zum Klang von Vogelgezwitscher über die Liste meiner Jahreshighlights nachzudenken, die ich Ende Dezember zusammenstellen werde – dennoch bin ich mir fast sicher, dass sich “Das Schweigen der Bienen” darauf wiederfinden wird.

    Es ist eines dieser Bücher, die sich von Genregrenzen nicht einschränken lassen: ist es Gegenwartsliteratur, Krimi, magischer Realismus oder Drama? Auf jeden Fall ist es “Coming of Age”, also ein Buch über das Erwachsenwerden, und das passiert hier unter mehr als widrigen Umständen.

    Die beiden Schwestern Sam und Ollie müssen sich nicht nur mit dem frühen Tod ihrer Mutter auseinandersetzen, sondern auch das Zusammenlernen mit Vater ‘Bear’ neu erlernen, der als bienenzüchtender Aussteiger in einem Tipi lebt und seinen Töchtern wenig von dem zu bieten hat, was man als stabile familiäre Situation bezeichnen könnte.  .

    Valerie Geary beschreibt dieses Erwachsenwerden tiefgründig, spannend und mit einer unglaublich dichten Atmosphäre.

    Der Leser wird von Anfang an hineingezogen in einen intensiv geschilderten Sommer, der von großer Trauer geprägt ist, aber auch vom Kampf um einen Neuanfang. Bevor die Mädchen in irgendeiner Weise Fuß fassen können, finden sie an ihrer liebsten Badestelle am Fluss die Leiche einer Frau – und die sieht nicht so aus, als wäre sie einfach ‘nur’ bei einem Badeunfall ertrunken.

    Für die Menschen in der nächsten Stadt ist der eigenwillige, schroffe Bear der offensichtliche Verdächtige. Und je mehr Sam und Ollie erfahren, desto beklommener müssen sie sich fragen, ob sie ihren Vater überhaupt wirklich kennen.

    Valerie Geary zeichnet mit leichter Hand und doch emotionaler Wucht die zwischenmenschlichen Bande.

    Die Beziehungen innerhalb dieser kleinen Familie, die auf vielfältige Art zerbrochen ist, aber möglicherweise wieder zusammengesetzt werden kann. Die Beziehungen zu anderen Menschen, die Vater Bear mit Misstrauen und Vorurteilen begegnen. Und natürlich die Beziehung, in der die tote Frau möglicherweise zu ihm stand.

    Am bestechendsten gezeichnet und dadurch auch am bewegendsten ist die Beziehung zwischen den beiden Schwestern Sam und Ollie, die abwechselnd als Erzählerinnen zu Wort kommen. Man spürt, dass zwischen ihnen eine tiefe Liebe herrscht, die aber manchmal verzweifelt an Ollies Schweigen, denn das kleine Mädchen hat seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr gesprochen.

    Als Leser weiß man von Anfang an, warum das so ist.

    Sam hingegen kann nur raten und reagiert oft zornig und ratlos, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) ihre kleine Schwester alles für sie ist. Interessanterweise spricht Sam in der Vergangenheitsform, Ollie dagegen in der Gegenwartsform, was gut zu ihren Persönlichkeiten und ihrem jeweiligen Alter passt und es dem Leser auch einfacher macht, die ‘Stimmen’ der beiden zu unterscheiden.

    Ollies Schweigen und dessen Grund sind das Element, wegen dem sich das Buch dem Genre “magischer Realismus” zuordnen ließe: sie kann die “Schimmernden” sehen: die Geister von Menschen, die aus irgendeinem Grund nach ihrem Tod nicht loslassen können. Und sie ist nicht bereit dazu, deren Sprachrohr zu sein.

    Aber das tut dem Gefühl von Wirklichkeit und Wahrheit keinen Abbruch.

    Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, Fantasy zu lesen – die Geschichte ist in sich schlüssig und realistisch. Auch die Charaktere sind ungemein lebensecht und glaubhaft. Ich habe mit Sam und Ollie mitgefühlt auf ihrem schweren Weg hinaus aus der Trauer und hin zu einem Neuanfang, ich habe mitgefiebert bei der Suche nach dem Mörder der unbekannten Frau im Wasser.

    Es passt alles zusammen.

    Die verschiedenen Aspekte der Geschichte ergänzen sich, statt sich gegenseitig zu behindern, wie man es vielleicht erwarten könnte.

    Das Schweigen der Bienen ist nicht das Schweigen  der Lämmer. Und dennoch kann es in meinen Augen als Kriminalroman überzeugen – aber eben auch als Gegenwartsliteratur, Drama oder magischer Realismus.

    | FAZIT |
    “Das Schweigen der Bienen” ist eines dieser Bücher, an die man nicht mit fixen Erwartungen herangehen sollte.

    Es ist die Geschichte der Schwestern Sam und Ollie, die nach dem Tod ihrer Mutter lernen müssen, mit ihrem einsiedlerischen Vater ‘Bear’ zu leben – in einem Tipi ohne jeden Komfort, mitten im Nirgendwo. Es ist die Geschichte eines Mordfalls, bei dem Bear der offensichtliche Verdächtige zu sein scheint.

    Und vor allem ist “Das Schweigen der Bienen” eine Geschichte von Liebe und Trauer, Schuld und Vergebung, Familienbanden und Erwachsenwerden.
    Die Geschichte hat übernatürlich Elemente, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn diese fügen sich subtil ins Gesamtbild.

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor 7 Monaten
    Das Schweigen der Bienen

    Das Cover hat mich neugierig gemacht, der Klappentext lässt dann an einen Krimi denken – doch auch wenn es um die Suche nach einem Mörder geht, ist die Geschichte doch eher eine ruhige, die leise und eindringlich erzählt wird und erst am Ende richtig an Fahrt aufnimmt.

    Sam und Olli haben ihre Mutter verloren und ziehen nun zu ihrem Vater Bear, der in einem Zelt lebt und sein Geld mit der Bienenzucht verdient. Als eine junge Frau ermordet aus dem Fluss gezogen wird, denken alle, der exzentrische Bear ist der Mörder – und alles scheint auch auf ihn als Täter hinzuweisen. Nur die fünfzehnjährige Sam glaubt an seine Unschuld.

    Auch wenn die Geschichte erst auf den letzten 50 Seiten richtig spannend wird und ich das Buch da dann auch kaum aus der Hand legen konnte, haben mir auch die Seiten davor gut gefallen, die sehr eindringlich sind und mich in diese ganz andere Welt entführt haben. Intensiv, aber dennoch ruhig erzählt die Autorin von der Vergangenheit der Mädchen, von ihrem neuen Leben auf der Weide und von den neuen Nachbarn und Freunden. Die Beziehung zwischen den beiden Geschwistern Sam und Ollie ist dabei eine ganz besondere. Während Sam eher robust und selbstbewusst auftritt und gerne mal nach vorne pirscht, ist die zehnjährige Olli ganz zurückhaltend – was auch daran liegt, dass sie seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht. Den Mystery-Anteil habe ich jetzt nicht so gemocht, richtig störend fand ich ihn aber auch nicht, zumal er zwar eine Rolle spielt, die Geschichte aber auch ohne ihn glaubhaft erscheint. Olli ist sehr sensibel und feinsinnig und steht so in großem Gegensatz zu Sam.

    Aber auch die anderen Figuren sind gut gezeichnet, einfach Menschen mit Ecken und Kanten. Ich konnte sie mir alle gut vorstellen und fand sie sehr authentisch.

    Der Schreibstil ist toll – nicht nur angenehm zu lesen, sondern voller Kraft und Atmosphäre, eindringlich und oft auch voller Poesie. Gerade die Beschreibungen der Landschaft oder auch der Handlungen verschiedener Leute habe ich sehr genossen.

    Während es die ersten dreiviertel des Buches eher ruhig und leise zugeht, dabei aber nie langweilig ist, steigt die Spannung am Ende rasant an. Ich fand, das Finale hat nicht zur restlichen Geschichte gepasst, auch wenn es wirklich gefesselt hat und ich das Buch hier kaum mehr aus der Hand legen konnte. Mir erschien die Auflösung eher konstruiert und leider nicht nachvollziehbar – zu sehr hat es die Autorin hier für mich auf „Schockmomente“ angelegt. Trotzdem hat mir die Lektüre insgesamt gut gefallen, deshalb gebe ich gerne 4 von 5 Sternen.

    Mein Fazit
    Eine leise, dafür aber eindringlich Geschichte, die eine subtile Hintergrundspannung enthält und erst im letzten Viertel richtig an Fahrt aufnimmt. Tolle Charaktere und ein beeindruckender Schreibstil haben mir viel Lesefreude geschenkt. Nur das Ende und die Auflösung waren mir zu konstruiert – trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und gebe 4 von 5 Sternen.

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    verruecktnachbuecherns avatar
    verruecktnachbuechernvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannendes und tiefgehendes Buch über zwei Schwestern die dabei sind alles zu verlieren.
    Tolles Buch

    Sam und ihre kleine Schwester Ollie ziehen, nachdem plötzlichen Tod ihrer Mutter, zu ihrem Vater. Dieser ist ein Einsiedeler und wohnt auf einem Feld in einem Tipi, seine einzige Gesellschaft besteht aus mehrerern Bienenstöcken.
    Während die Mädchen noch den Tod der Mutter verarbeitet, verändert sich wieder alles für sie. Im Fluss wird die Leiche einer jungen Frau gefunden und ihr Vater Bear wird verdächtigt und letztendlich verhaftet.
    Die beiden Geschwister sind überzeugt von Bears Unschuld und begeben sich auf die Suche nach dem wahren Täter.

    Das Cover gefällt mir sehr. Die kleine Biene passt zum Titel und zum Inhalt. Der Hintergrund it der Fluss aus welche die Leiche gezogen wird. Es ist alles sehr stimmig und lädt zur genauerer Betrachtung ein.

    Die Geschichte startet gleich sehr spannend und interessant. Man lernt die Charaktere und ihre Geschichte im laufe des Buches kennen.
    Die Kapitel werden entweder von Sam oder von der jüngeren Ollie erzählt, wobei die Kapitel von Ollie meistens viel kürzer sind. Beide Ansichten werden aus der Ich-Perspektive erzählt. So gelangt man schnell Einsichten in die Gedanken der beide Mädchen und versteht sie und ihr Handeln besser. Sam ist die Haupterzählerin dieses Romans.

    Die Sprache ist flüssig und leicht zu verstehen. Ich habe sogar einiges über die Imkerei und den Umgang mit Bienen gelernt.
    Als Leser fühlte ich mich genauso machtlos, wie die beiden Mädchen. Ihr Vater wird verhaftet und sie können ihm nicht helfen. Die Verzweiflung der beiden ging mir unter die Haut und ich konnte und wollte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen, bis ich weiß, wie es ausgegangen ist.

    Wer die Frau umgebracht hat, ist auch nicht sofort ersichtlich und ich hatte Spaß dabei mit den Beiden den Fall zu untersuchen und das Rätsel zu lösen
    Am Ende wird es noch einmal richtig spannend und die dunkeln Geheimnisse der Charaktere werden ausgebreitet. Ich möchte nicht zu viel verraten.

    Das Buch hat mir sehr gefallen und ich kann es empfehlen.

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    _Maggis avatar
    _Maggivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Traurig, packend, poetisch - ein wunderbares Buch, dass einen nicht mehr loslässt!
    Traurig, packend, poetisch - ein wunderbares Buch, dass einen nicht mehr loslässt!

    Gleich vom ersten Satz an hat "Das Schweigen der Bienen" mich gepackt. Es beginnt nämlich damit, dass zwei kleine Mädchen eine Leiche finden. Ihr Vater Bear wird dann verdächtigt, der Mörder zu sein und Sam, die ältere der beiden, versucht, den Mord aufzuklären und ihn zu retten.
    Eine unglaublich bewegende, spannende Geschichte. Die poetische, bildhafte Sprache tut ihr übriges: Man sieht Bears Bienen quasi vor sich schwirren, hört die Bäume rauschen und das Glucksen des Crooked River. Toll sind auch die Perspektivwechsel: Abwechselnd erfahren wir die Geschichte aus Sicht der kleinen Mädchen, Sam und Ollie. Da Ollie seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht, ist das besonders dramatisch. Denn eigentlich weiß sie viel mehr als Sam, die sich blind in die Ermittlungen stürzt, kann es ihr aber nicht mitteilen.
    Natürlich ist das Buch auch wahnsinnig traurig: Die zwei kleinen Mädchen haben gerade erst ihre Mutter verloren und jetzt sollen sie auch noch von ihrem Vater, wo sie gerade ein neues Zuhause gefunden haben, getrennt werden.
    Ich hoffe, dass es bald neuen Lesestoff von Valerie Geary gibt, diese junge Autorin hat echt Talent!

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    Sommerregens avatar
    Sommerregenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr eindrucksvoll!
    Sehr eindrucksvoll!

    Kurz nachdem ihre Mutter gestorben ist, leben die fünfzehnjährige Sam und ihre elfjährige Schwester Ollie bei ihrem Vater Bear, einem auf einer Weide im ländlichen Oregon lebenden Eigenbrötler, der Bienen züchtet und sich weitestgehend selbstzuversorgen versucht. Daher gibt es bei ihm nicht den Luxus eines Hauses, wie es Verwandte für die Mädchen vorsehen, sodass ihr Vater vorerst nur eine Art Probezeit bekommt, in der er sich als verantwortungsvolles Elternteil beweisen soll. Doch für die beiden Mädchen ist die Weide der schönste erdenkbare Ort auf der gesamten Welt, ihr kleines Paradies. Jedoch beginnt dieses zu bröckeln, als sie kurz nach ihrer Ankunft die Leiche einer Frau im an die Weide angrenzenden Fluss, dem Crooked River, entdecken.
    Bald schon wird Bear verdächtigt, da dieser doch so anders lebt als alle anderen in der Gegend. Der Aussteiger war sowieso jedem suspekt. Als dann noch Indizien auf Bear als Täter schließen lassen, ist der Mörder scheinbar für die Polizei bereits gefunden. Selbst Zeb und Franny, die Bears einzigen Freunde zu sein scheinen, beginnen an seiner Unschuld zu zweifeln. Trotzdem können seine Töchter nicht glauben, dass der mit den Bienen Sprechende und ihren Liedern Lauschende Bear, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte, mit dem Mord an der jungen Frau in Verbindung gebracht werden könnte. Also bleibt der praktisch veranlagten und stets anpackenden Sam nur übrig, selbst die Initiative zu ergreifen und den tatsächlichen Täter zu entlarven. Das ist die einzige Möglichkeit, um ihren bereits festgenommenen Vater zu befreien, das, was nach dem Tod ihrer Mutter noch von der Familie übrig geblieben ist, zu retten und nicht zu ihren Großeltern geschickt werden zu müssen. Aber leider bleibt ihr dafür nur wenig Zeit.
    Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten, sodass sie sich jedes Mal wieder aufraffen muss, um nicht die Hoffnung zu verlieren. Denn wenn sie nicht auf ihren Vater aufpasst, wer soll es dann tun?
    So gerne Ollie ihrer großen Schwester auch helfen möchte - sie kann es nicht. Denn seit dem Tod ihrer Mutter ist sie verstummt. Das gleiche ist ihr zuvor bereits als ihre Tante verstorben war passiert. Doch ist es nun etwas anderes: Jetzt muss sie schließlich auch auf ihre Schwester aufpassen, sie müssen sich gegenseitig beschützen! Denn wenn Bear nicht der Mörder ist muss dieser noch irgendwo dort draußen umherstreifen - und er wird keineswegs davon begeistert sein, wenn man ihm auf die Schliche zu kommen droht.
    Auch sieht Ollie "Schimmernde"; Tote, die ihren Frieden noch nicht gefunden haben, weswegen sie noch umherwandeln. So auch die tote Frau aus dem Crooked River, von der Ollie um Hilfe angefleht wird und die dem Mädchen seine Stimme stiehlt. Aber Ollie kann nichts von alledem, nichts von dem was sie weiß, erzählen. Und so muss sie mit ansehen, wie der Albtraum seinen Lauf nimmt...

    Abwechselnd wird das Geschehen aus der Sicht von Sam und Ollie beschrieben, sodass man zu beiden Mädchen sehr schnell eine Bindung aufbauen kann. Beide möchten aufeinander Acht geben und halten sich aneinander fest. Man merkt wie schwer sie es haben und es ist beeindruckend wie sie dennoch nicht die Hoffnung aufgeben. Außerdem sind sie von ihren Charakteren her sehr angenehm: Ollie zum Beispiel hat eine auf der einen Seite kindliche Sicht auf die Welt, ist auf der anderen Seite aber immer wieder sehr erwachsen für ihr Alter. Ich habe ihre Art zu beschreiben, was sie sieht, denkt und fühlt sehr genossen, da ihre verträumte, poetische und außergewöhnlich bildhafte Sprache dafür sorgt, dass man sofort in die Geschichte gezogen wird und sie trotz ihrer Stärke am liebsten in den Arm nehmen und ihr Mut zusprechen möchte. Außerdem finde ich die Idee sehr süß, dass Ollie hin und wieder versucht auf ihre ganz eigene Art mit ihrer Schwester zu sprechen, indem sie Stellen in dem Alice im Wunderland-Buch, das sie mit ihrer Mutter nicht zu Ende zu lesen geschafft hat, unterstreicht. Aber auch die Passagen, welche aus Sams Sicht geschrieben wurden, lassen einen nicht los. Auch sie schafft es, den Leser mit ruhigen Tönen zu verzaubern, ihn die Bienen summen und den Crooked River fließen zu hören. Mich hat der bezaubernde Schreibstil der Autorin sehr beeindruckt.
    Wie ich bereits angesprochen habe, sind für mich die Charaktere auch sehr eindrucksvoll: Sie sind alle vielschichtig und man spürt beim Lesen von Seite zu Seite stärker, dass sich bei dem ein oder anderen Bewohner unter der Oberfläche etwas Düsteres verbirgt. Aber auch wenn ich mit jedem Kapitel misstrauischer - und neugieriger - wurde, kam ich nicht auf die Lösung des Falles. Und das obwohl doch gefühlt jeder schon auf meiner Verdächtigenliste stand. So gelingt es der Autorin, den Leser direkt mit auf die Mördersuche zu nehmen, ihn in die Irre zu führen, um das Ganze zu einem feuerwerksartigen, krönenden Abschluss zu bringen, der zwar sehr überraschend und eindrucksvoll, jedoch auch sehr nachvollziehbar und in sich schlüssig ist.
    Mich hat das Buch mit seiner wunderbar ruhigen sowie leisen Sprache und der subtilen Spannung bemerkenswerter Weise von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Nach und nach entwickelt sich die Handlung, Stück für Stück, was die Spannung immer aufrecht erhält. Sehr hat mir auch die Idee mit den schimmernden Geistern, die Ollie sieht, gefallen.

    Alles in allem ist "Das Schweigen der Bienen" ein sehr sanftes und leises Buch mit subtiler Spannung, ganz liebenswerten und authentischen Charakteren - und auch solchen vor denen man am liebsten davonrennen würde. Der Schreibstil ist wirklich herausragend, da einem beim Lesen sofort Bilder in den Kopf gepflanzt werden und man so beispielsweise Bear an seinen Langstroth-Beuten herumwerkeln sehen, die Bienen summen hören, die Sonne über und das Gras unter einem spüren sowie den süßen Duft von frisch abgefülltem Honig riechen kann.
    Ich bin von diesem facettenreichen Buch ganz begeistert und hoffe, dass ich schon bald ein weiteres wunderbares Werk der Autorin werde lesen können.

    Von mir gibt es daher 5/5 honiggelbe und -süße Sterne und eine klare Leseempfehlung!

    Kommentare: 6
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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 3 Jahren
    Bei den Bienen auf der Weide

    wohnen die Schwestern Sam und  Ollie nun nach dem Tod ihrer Mutter: bei ihrem Aussteigervater, der allen nur als Bear bekannt ist. Die beiden 15- und 10jährigen Mädchen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, haben Schreckliches durchgemacht, doch leider bleibt ihnen mehr nicht erspart: im Fluss finden sie die Leiche einer Frau, wie es sich herausstellt, einer Journalistin, und alle Indizien deuten auf Bear als Täter, der denn auch in Untersuchungshaft genommen wird.

    Sam, die ältere der beiden, beginnt selbst zu ermitteln - auf ganz besondere Art unterstützt von der kleinen Ollie, die seit dem Tod ihrer Mutter verstummt ist. Kann sie helfen? Und begreift Sam das?
    Was für eine Rolle spielen die anderen Leute um sie herum, sind sie Hilfe oder Bedrohung?

    Ein leiser, ein subtiler Roman mit vielen Spannungs- ja, Thrillerelementen, der sich behutsam entwickelt. Man sollte einen Sinn für die Natur und die parallele Entwicklung der Dynamik zwischen den Figuren haben - beides spielt hier eine wichtige Rolle. Warum hat Bear eigentlich nicht mehr bei Sam, Ollie und ihrer Mutter gewohnt. Was genau wollte die Journalistin? Diese und viele weitere Fragen mehr verfolgen den Leser die ganze Lektüre hindurch und lassen ihn das Ende einer teils zwar voraussehbaren, teils aber auch sehr überraschenden Geschichte einerseits herbeisehnen, andererseits aber auch scheuen, weil er ja dann auf die eigenartige, seltsame, dabei wunderbare Sprache der Autorin Valerie Geary, auf ihre Bilder, die sie mit Worten malt, verzichten muss.

     Man könnte dem Buch vorwerfen, zu wenig Überraschendes zu beinhalten, unspektakular zu sein, aber das wäre ufair, gibt es doch am Ende einen gewaltigen Knall, der in Kontrast zu den bis dahin eher stillen Entwickungen steht. Dennoch kein lautes oder schnelles Buch: Wer offen ist für Leises und Sanftes, der kann darin schwelgen und wird sich schon jetzt auf das nächste Buch dieser ungewöhnlichen Autorin freuen.

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    K
    kroatin79vor 4 Monaten
    ja_ba212s avatar
    ja_ba212vor 8 Monaten
    Hideyous avatar
    Hideyouvor 2 Jahren

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