Valerie Jakob Hôtel Atlantique

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 7 Rezensionen
(3)
(3)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hôtel Atlantique“ von Valerie Jakob

Nach ihrem Abschied von der Pariser Polizei ist Delphine Gueron zurückgekehrt in ihren Heimatort bei Biarritz. Hier züchtet sie Tomaten und trifft sich mit ihrer betagten Freundin Aurélie im Hôtel Atlantique zum Tee. Doch dann ist Aurélie plötzlich tot. Ein Unfall? Delphine beginnt zu ermitteln. Unterstützung bekommt sie von dem fünfzehnjährigen Karim, der so dumm war, bei der Ex-Commissaire einzubrechen. Sie stoßen auf ein düsteres Kapitel deutsch-französischer Geschichte. Denn das Schicksal der Wehrmachtskinder aus dem Zweiten Weltkrieg wirft seinen Schatten auch auf Aurélies Familie …

Düster, spannend.

— Wortverzauberte

Stöbern in Romane

Miss Gladys und ihr Astronaut

Ganz nett aber mehr auch nicht.

Kristall86

Leinsee

Beeindruckende Geschichte über Eltern und Kinder, Egoismus und Sehnsucht.

leserattebremen

Der zauberhafte Trödelladen

Ein Wohlfühlroman! Wer einmal in diese Reihe hineingelesen hat, der möchte auch weiter die Bewohnerinnen besuchen.

sommerlese

Kleine Feuer überall

Gelunener Roman mit toll ausgearbeiteten Charakteren

isabellepf

Der Fremde am Strand

Durchweg spannend

Judiko

Das Finkenmädchen

Schwieriges und wichtiges Thema sensibel und einfühlend umgesetzt...

Svanvithe

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das idyllische französische Biskaya wird zur Todesfalle

    Hôtel Atlantique

    Wortverzauberte

    26. April 2018 um 14:44

    InhaltDelphine Gueron hat ihren Abschied von der Pariser Polizei genommen. Sie ist nun für ihren Ruhestand zurück in ihre Heimat gekehrt. Dort trifft sie sich regelmäßig mit ihrer betagten Freundin Aurélie zum Tee im Hôtel Atlantique. Doch bald darauf ist Aurélie tot. Jetzt ist Delphine´s Spürsinn gefragt. Sie ermittelt. Bei den Untersuchungen bekommt sie auch Hilfe vom 15-jährigen Karim, der bei ihr ins Haus gebrochen war. Während den Ermittlungen stoßen die beiden auf ein dunkles Kapitel deutsch-französischer Geschichte, was lieber im Neble geblieben wäre...Mein EindruckIch fand die Geschichte hatte Charme. Die idyllische Darstellung der französischen Küste, an der sich das Hôtel befand, war amüsant und so geschrieben, als wäre man selber vor Ort und würde von der Terrasse aus direkt aufs Meer sehen. Doch die Aufklärung des Mordes selber hat mich nicht in den Bann gezogen. Mir fehlte ab und an die Dramatik. Nur das eine Mal konnte ich diese Dramatik beim Lesen wahrnehmen, nämlich als Karim bei Delphine einbrach und zwischen den beiden ein heftiger Dialog ausbrach. Ansonsten war die Geschichte ein genüsslicher Zeitvertreib für einen regnerischen Tag.  FazitValerie Jakob ist es gelungen, die Idylle sowie die französischen Küste dem Leser bildlich klar vor Augen zu führen. Auch schaffte sie es, das Thema von den ungewollten Kinder aus der düsteren deutsch-französischen Geschichte näher zu bringen. Doch sie kann dieses Thema nur schwer in Einklang mit dem Kriminalaspekt bringen. Trotz alledem kommt mit der Zeit Spannung auf und Liebhaber von Nervenkitzel können sich warm anziehen. Am Ende bleibt mir nur noch eins zu sagen: Ich geben dem Buch 3/5 Sternen.

    Mehr
  • Dieser Freund führt dich auf dem richtigen Weg

    Hôtel Atlantique

    los_lesen

    12. November 2017 um 20:02

    Delphine, la commissaire, ist pensioniert und kehrt zurück in ihr früheres Elternhaus in das kleine Dorf St. Julien de la mer. Dort vertreibt sie sich nun ihre Zeit mit Gärtnern, besucht ab und zu Freunde und trifft sich regelmäßig mit ihrer guten Freundin Aurélie zum Tee. Die Idylle wird gestört, als Aurélie plötzlich nicht zum Tee erscheint. Delphine macht sich auf dem Weg zu ihrem Hotelzimmer, dass ihre Freundin vorrübergehend bewohnt und plötzlich ist auf der Terrasse, einen Stock tiefer, ein Aufprall zu hören. Aurélie ist von ihrem Balkon gestürzt und ist tot. Zufall? Daran glaubt die ehemalige commissaire nicht. Auch wenn es kein Fremdeinwirken zu geben schien. Gemeinsam mit Karim, ihrem 15jährigen Bekannten und Flaubert, einem Bewohner aus dem Dorf nimmt Delphine wieder die „Ermittlungen“ auf.  Der Krimi beginnt recht „gemütlich“. Dem Leser werden zuerst einmal alle Beteiligten vorgestellt, Verbindungen zwischen ihnen sowie die Landschaft drum herum ausführlich dargestellt bzw. anschaulich beschrieben. Ich konnte mich gut in die Szenerie „einleben“. In St. Julien herrscht eben eine ganz eigene Stimmung, die mir gut gefiel. Kaum hat man es sich allerdings so richtig schön gemütlich gemacht, wird man jäh wieder herausgerissen. Aber auch kurz nach dem Vorfall, dauert es ein bisschen, bis der Verlauf der Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Doch dann gibt es kein Halten mehr. Ab diesem Zeitpunkt, habe ich das Buch nicht mehr weggelegt. Aufhören konnte ich erst, als das Buch zu Ende war.Fazit: Ein spannender Krimi mit französischem Küstenflair.

    Mehr
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 80 PunkteSandkuchen                              ---   300 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   209 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   361 Punkte SomeBody                                ---   207,5 Punkte Sommerleser                           ---   244 Punkte StefanieFreigericht                  ---   263,5 Punkte tlow                                            ---   178 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   147 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   202 Punkte Yolande                                       --   233 Punkte

    Mehr
    • 2656
  • "Nennt mich Ismael..."

    Hôtel Atlantique

    lesemaedel

    13. August 2017 um 20:11

    Pensionierte Kommissarin ermittelt beim tödlichen Unglück ihrer Freundin. War es tatsächlich ein Unfall, oder steckt der geldgierge Neffe dahinter? Ungewollte Hilfe erhält sie von ihrem "Schützling" und jugendlichen Straftäter Karim. Das klingt nach einem 08/15 Urlaubskrimi, aber nette örtliche Beschreibungen bringen südfrz. Atlantik-Flair der 60er mit. Ausserdem hat die Autorin eine bewegende Geschichte mit historischen Hintergrund - vom Ende des 2,Weltkrieges - eingebaut. Definitiv ein besonderes Geschenk für Frankreich Liebhaber.

    Mehr
  • Brisantes Thema der französischen Geschichte geschickt verpackt

    Hôtel Atlantique

    Girdie

    26. June 2017 um 19:22

    Das „Hotel Atlantique“ im gleichnamigen Debütroman von Valerie Jakob steht an der französischen Atlantikküste in St. Julien de la mer, einem fiktiven Ort in der Nähe von Biarritz. Eine entsprechende Karte zur Lokalisierung findet sich auf den Vorsatzblättern. Das Hotel Atlantique liegt wie auf dem Titelbild zu sehen, direkt am Meer und ist der wöchentliche Treffpunkt der Protagonistin Delphine mit ihrer älteren Freundin Aurélie.Delphine Gueron hat lange Jahre als Kommissarin in Paris gearbeitet. Seit sie in Rente gegangen ist, lebt sie wieder in ihrer Heimat St. Julien de la mer. Jeden Dienstagnachmittag trifft sie sich mit der kürzlich verwitweten Aurélie de Montvignon im angesehenen Hotel Atlantique. Aurélie ist seit langer Zeit Dauermieterin einer der Suiten im Hotel. Eines Tages fällt sie kurz vor dem Treffen mit Delphine vom Balkon ihres Zimmers ohne erkennbaren Grund. Delphine glaubt an Fremdeinwirkung, ein Nachweis gestaltet sich schwierig. Der fünfzehnjährige Karim, der erst vor kurzem versucht hat, bei ihr zu Hause einzubrechen und dem sie angeboten hat, sie bei einigen Tätigkeiten zu unterstützen statt ein Anzeige zu erstatten, trägt mit seinem Wissen zu den Nachforschungen bei. Über einen langjährigen Freund der Familie, der Wohnrecht im Haus der Montvignons besitzt, führen die Ermittlungen zu einem dunklen Kapitel der französischen Geschichte.Obwohl der Roman äußerst raffiniert konstruiert ist konnte mich die Erzählung nicht mitreißen. Zwischen den Zeilen liest man die Begeisterung der Autorin für die Gegend an der französischen Küste in der Nähe zur spanischen Grenze. In den Beschreibungen der Landschaft kann man sich verlieren, mir persönlich gefielen die ausschweifenden Beschreibungen der Umgebung nicht so gut, weil ich mehr Romantik erwartet hatte. Die durchaus interessant gestalteten Charaktere blieben für mich auf Distanz, was im Fall von Delphine wohl auch dem höflichen Umgangston mit ihrer Freundin bei dem beide sich Siezen geschuldet ist und im Fall der Figur des Richard, dem alten Freund des Hauses, daran liegt, dass er als fragwürdige Person aufgebaut ist.Der Roman führte mich zu dem mir unbekannten und gerne verschwiegenen Thema der horizontalen Kollaboration in der Vergangenheit der Franzosen. Einen Bogen von den damaligen Ereignissen zur heuten Zeit schafft Valerie Jakob durch den Charakter des Karims, so dass deutlich wird, dass es auch heute noch Vorbehalte gegen Personen gibt, bei denen mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft ist. Mein Lesefluss wurde leider immer wieder durch französische Floskeln und kurze Sätze unterbrochen. Es erfolgt nicht immer eine Übersetzung und so waren meine Grundkenntnisse der Sprache gefordert.„Hotel Atlantique“ fasst in einem unterhaltsamen Roman, der wenige Längen verzeichnet, brisante Themen der französischen Geschichte aus Vergangenheit und Gegenwart auf. Ein Spannungselement ergibt sich aus dem Tod von Aurélie. Die Aufklärung der Umstände gestaltet sich jedoch eher schwierig. Wer sich gerne an die Küste des Atlantiks, umgeben von französischem Lebensstil versetzen lassen möchte und ein in der französischen Öffentlichkeit verschwiegenes Kapitel entdecken will ist bei diesem Buch richtig.

    Mehr
  • Tod statt Tee im Hôtel Atlantique

    Hôtel Atlantique

    talisha

    02. June 2017 um 15:37

    Im äussersten Südwesten Frankfreichs, an der Grenze zum spanischen Baskenland, im fiktiven St. Julien de la mer, liegt das Hôtel Atlantique. Hier hat die rüstige 73jährige Aurélie ein Dauer-Appartement gemietet und trifft sich regelmässig mit ihrer Freundin Delphine. Ihr vertraut sie vieles an, einiges davon erweist sich im Nachhinein sehr wichtig - als nämlich Aurélie tot aufgefunden wird und ihr Neffe Damien sich sofort sein Erbe aneignen will. Als auch auf Aurélies Anwesen "Les Balaines" Unbekannte im Garten herumstreifen, wird die frühpensionierte Kommissarin Delphine misstrauisch. Nun macht Aurélies Bitte, nach ihrem Ableben auf dem Anwesen nach dem Rechten zu sehen, Sinn. Zusammen mit dem Teenager Karim, der den zwei Frauen viel zu verdanken hat, kommen Delphine dem Unheil auf die Spur. Dieses Debut von Valerie Jakob gefällt mir sehr gut. Gekonnt mixt sie verschiedene Thematiken und schreibt daraus einen spannenden Ermittlungskrimi. Zum einen geht es um Freundschaften. Verschiedene Varianten davon sind im Buch zu finden. Freundschaft Nr. 1: die schlagfertige, toughe Delphine und die elegante, ältere Aurélie - wie die zwei Frauen sich genau kennen gelernt haben wird erst gegen Ende des Buches erzählt. Freundschaft Nr. 2: Delphine und Karim - er wird von ihr bei einem Einbruch überrascht und selbst für ihre Verhältnisse überraschend bietet sie ihm anstatt einer Anzeige einen vierwöchigen Hilfsdienst bei ihr an. In diesem Monat entsteht eine feine Freundschaft zwischen ihnen. Freundschaft Nr. 3: Karim und Aurélie - weil auch Aurélie in die Hilfsdienst-Aufträge eingebunden wird, fühlt sich Karim mit der Zeit auch mit ihr stark verbunden. Freundschaft Nr. 4: Aurélie und Richard - der ruhige, introvertierte Richard Lebrun, der seine eigenen Räume auf Les Balaines hat und die fast adlig daherkommende Aurélie scheinen so gar nicht zusammen zu passen. Lange scheint Richard dem Leser aus unbekannten Gründen geduldet und geachtet zu sein, aber das fast geschwisterhafte Verhältnis zwischen Aurélie und Richard ist viel tiefgründiger und tragischer, als auf den ersten Seiten noch angenommen. Weitere Freund- und Bekanntschaften - St. Julien ist nicht so gross, man kennt sich - ergeben sich durch Delphines Schulfreundin Cécile. Deren Neffe ist Kommissar Lucien Benazet, der schon bald mit seinem Vorbild Delphine zusammenarbeitet. Irène, eine weitere Freundin von Cécile, ist die Cousine von Bernard, den Delphine bei einem Tanzabend kennenlernt. Sie alle tragen ihren Teil zur Lösung des Falles bei. In "Hôtel Atlantique" geht es aber auch um ein weniger freundliches Thema, ein Stück Zeitgeschichte, über das kaum je geschrieben wurde: Frauen, die sich während dem Krieg in Gegner verliebten, wurden nach Kriegsende aufs Schlimmste beschimpft und ausgestossen. Solch eine tragische Geschichte hat die Autorin bedacht auf die Buchseiten gebracht und sorgfältig umgesetzt. So ist dieser Krimi auch für Nichtkrimifans interessant. Er lebt ausserdem von humorvollen, ironischen und sarkastischen Wortwechseln. Besonders Delphine, Karim und Bernard müssen diesbezüglich erwähnt werden. Es machte richtig Spass, ihre Dialoge zu verfolgen. Die Beschreibung der Charaktere und ihre Handlungen fand ich gelungen, wie beispielsweise die feinsinnige Schilderung von Richard beim Parfumkauf.Auch die Landschaft und die Eigenheiten der Region und ihrer Bevölkerung hat die Autorin anschaulich beschrieben und viele französische Redewendungen eingeflochten. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Leser ein Verständnisproblem damit haben. Für uns Schweizer ist das kein Problem; und zur Beruhigung kann ich sagen, dass die Redewendungen sowie die baskischen Zitate immer übersetzt werden. Aber für sprachlich nicht interessierte Leser könnte der Lesefluss durch die fremdsprachlichen Einschübe beeinträchtigt werden. Mich hat vielmehr gestört, dass alles Französische klein geschrieben wurde. "Quartier" zum Beispiel. Es las sich jedesmal wie ein Rechtschreibfehler, bis ich merkte, dass es System hat. Doch das Wort "Quartier" ist kein französisches Wort (Latein lässt grüssen), also hätte man es, ebenso wie all die französischen Wörter, normal schreiben können. Die Kleinschreibung lenkt ab und ist unnötig. Aber bis auf die Sache mit der Kleinschreibung ist "Hôtel Atlantique" ein gelungener und anschaulich erzählter Kriminalroman. Ein Buch mit Protagonisten, an die man auch nach Abschluss der Lektüre öfters denkt und wissen möchte, wie es ihnen wohl gerade geht. Fazit: Ein tragisches Kapitel der Kriegsgeschichte in einem Kriminalroman aufgearbeitet. Empfehlenswerte und spannende Lektüre mit interessanten Protagonisten.4.5 Punkte. 

    Mehr
  • Die Sünden der Väter

    Hôtel Atlantique

    RosaEmma

    07. May 2017 um 15:44

    Valerie Jakobs Debütroman Hôtel Atlantique ist eine Klasse für sich. Die facettenreiche Geschichte lässt sich in kein Schema pressen, denn sie beinhaltet krimieske, geschichtliche und soziale Aspekte, die die Autorin geschickt miteinander verwoben hat. Obwohl man aufgrund des Klappentextes einen sommerleichten Krimi vermuten könnte, der an der französischen Atlantikküste spielt, hat das Buch einiges mehr zu bieten: Die gehaltvolle Story handelt zwar primär von einem mysteriösen Todesfall, thematisiert aber ebenso ein düsteres Kapitel der deutsch-französischen Vergangenheit auf sehr bewegende Weise und befasst sich darüber hinaus mit der derzeitigen brisanten gesellschaftspolitischen Situation Frankreichs. Diese außergewöhnliche Kombination hält, was sie verspricht und lanciert zugleich eine ganz besondere Protagonistin, die hoffentlich mit ihrem jungen pfiffigen Adlatus noch viele weitere Fälle lösen wird. Auf frischer Tat Die französische Ex-Kommissarin Delphine Gueron zieht nach ihrer Pensionierung von Paris zurück in ihren Heimatort, das idyllische St. Julien de la mer nahe des exklusiven Biarritz. Sie genießt die Ruhe und das Meer und ist froh, den Trubel der französischen Großstadt hinter sich gelassen zu haben. Sie beschließt, ihren Garten aufzuhübschen, doch noch bevor sie damit beginnen kann, erwischt sie des Nachts einen Einbrecher auf frischer Tat, der ihren Schuppen durchforstet: Der 15-jährige Karim Amandier ist mehr als schockiert, als er eine Waffe auf sich gerichtet sieht – und dies auch noch von einer älteren Dame, die in keiner Weise verängstigt, sondern entschlossen ist, sie auch zu benutzen. Delphine tut der zitternde Junge leid, und sie bietet ihm einen Deal an: Wenn er sich bereit erklärt, ihr für eine gewisse Zeit bei der Haus- und Gartenarbeit zu helfen, wird sie von einer Anzeige absehen. Karim stimmt widerwillig zu, aber er hat auch keine andere Wahl. Der Kleinkriminelle algerischer Abstammung hatte schon mehrfach Ärger mit der Polizei, was seine alleinerziehende Mutter schier zur Verzweiflung treibt. Ein mysteriöser Todesfall Nach dieser unerwarteten Aufregung kehrt wieder Ruhe in Delphines beschaulichen Alltag ein. Sie freut sich ganz besonders auf ihre allwöchentlichen Treffen mit ihrer besten Freundin Aurélie de Montvignon im mondänen Belle Époque Hôtel Atlantique. Beim gemeinsamen Tee und köstlichen Petits Fours tauschen sich die vermögende Witwe Aurélie, die in einem märchenhaften, über der Steilküste thronenden Anwesen residiert, und Single Delphine über alles und jeden aus. Als Aurélie eines Nachmittags nicht, wie üblich, zur vereinbarten Uhrzeit erscheint, ist Delphine sofort beunruhigt, denn ihre Freundin, die sich für ihr gemeinsames Treffen stets ein Zimmer im Hotel anmietet, ist gewöhnlich überpünktlich. Als sie draußen einen Menschenauflauf sieht, weiß sie, dass etwas Furchtbares passiert ist. Nach einem Sturz vom Balkon ihrer Suite liegt Aurélie tot im Innenhof des Hotels. Man vermutet einen tragischen Unfall oder gar Suizid, doch Delphine will von alledem nichts hören: Aurélie war weder gebrechlich noch selbstmordgefährdet, somit machen beide Theorien in ihren Augen keinen Sinn. Auf eigene Faust Der mit dem Fall beauftragte Kommissar Lucien Benazet, den Delphine bereits seit langem kennt, vertraut dem Instinkt der Ex-Kommissarin, doch ihm sind die Hände gebunden, denn die Obduktion ergibt nichts, woraus man schließen könnte, dass Aurélie Gewalt angetan wurde. Aber Delphine, die noch immer unter Schock steht, will sich damit nicht zufriedengeben und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Bei ihren Recherchen ist ihr Karim, der ihr mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist, eine große Hilfe. Der Halbwüchsige, der über eine exzellente Beobachtungsgabe verfügt, liefert einen wichtigen Hinweis, dessen Tragweite er sich zunächst gar nicht bewusst ist. Doch auch hier führt die Spur – so scheint es zunächst – ins Nichts. Delphine ermittelt schließlich im nahen Umfeld von Aurélie und stößt hier gleich auf mehrere Personen, die ihr undurchsichtig erscheinen: Der mysteriöse, äußerst schweigsame Richard Lebrun, ein enger Freund der Famile, der in Aurélies Villa wohnt und dessen enge Verbindung zu ihr aus seiner tragisch-dunklen Vergangenheit nach Ende des 2. Weltkriegs resultiert, sowie Damien de Montvignon, Aurélies verhasster Neffe, ein abgezockter Banker, der mit seiner luxusverwöhnten Frau Antoinette nach Aurélies Tod auf eine große Erbschaft hofft. Sie alle geraten ins Visier von Delphines Ermittlungen, die auch dank Karim immer ein Stück weiter vorangehen. Sie ahnt jedoch nicht im geringsten, in welcher Gefahr sie – und Karim – schweben, denn der wahre Täter, der glaubt, das perfekte Verbrechen begangen zu haben, will um jeden Preis verhindern, dass Delphine ihn entlarvt und schreckt dabei vor nichts zurück, um sein tödliches Geheimnis zu bewahren… Facettenreicher Roman mit ungewöhnlichem Ermittlerduo Mit Hôtel Atlantique ist Valerie Jakob ein absolut überzeugendes literarisches Erstlingswerk gelungen, das Lust auf mehr macht. Der mysteriöse Kriminalfall, mit dessen Auflösung man am Ende in keiner Weise rechnet, ist klug erdacht und wird gekonnt in geschichtliche und gesellschaftspolitische Szenarien eingebettet. Insbesondere der geschichtliche Teil, der in die deutsch-französische Vergangenheit zurückführt und Fakten und Wahrheiten offenbart, die mir in diesem grausamen Ausmaß nicht bekannt waren, hat mich sehr schockiert und bewegt. Die Autorin hat äußerst detailliert recherchiert, wie man ihrer anschließenden Danksagung entnehmen kann. Das hier von Jakob aufgeführte, 2004 im Piper Verlag erschienene Buch Kinder der Schande werde ich demnächst vor diesem Hintergrund lesen. Darüber hinaus hat Jakob mit der eigenwilligen Ex-Kommissarin Delphine Gueron und dem aufgeweckten Karim ein eigentümliches, aber sehr bemerkenswertes Ermittlerduo erschaffen, das in keiner Weise klischeehaft ist. Ihre Kommissarin ist – zum Glück – keine Powerfrau im Laura Croft Stil, sondern gehört zur alten Garde ihrer Profession – jedoch keinesfalls zum alten Eisen. Sie muss sich nichts mehr beweisen, keine strikten Polizei-Regeln befolgen und kann sich bei ihren persönlichen Recherchen ganz auf ihren Instinkt verlassen, der sie nur selten trügt. Mit der Figur des kleinkriminellen Franko-Algeriers Karim und seinem spannungsgeladenen Umfeld rückt sie ein sozialpolitisches Pulverfass Frankreichs in den Vordergrund, das nicht zu unterschätzen ist. Karims Probleme, als Sohn eines Algeriers nicht auf die schiefe Bahn zu geraten und seinen Platz in der französischen Gesellschaft zu finden, zeigen deutlich, wie brisant dieses Thema gerade auch angesichts der derzeitigen Lage in unserem Nachbarland ist. Alles in allem ist der Roman eine äußerst beachtenswerte, spannende und berührende Mélange aus Krimi, geschichtlichem Hintergrund und Gesellschaftskritik – all dies vor der traumhaften Kulisse der französischen Atlantikküste, die ein ganz besonderes Flair hat. Daher mein Fazit: Sehr lesens- und empfehlenswert!

    Mehr
  • Frankreichs ungewollte Kinder

    Hôtel Atlantique

    hasirasi2

    02. May 2017 um 20:35

    Delphine Gueron war bis zu ihrer Pensionierung bei der Pariser Polizei. Jetzt lebt sie wieder in ihrem Heimatort, in der Nähe von Biarritz. Als sie eines Tages den 15jährigen Karim beim Einbruch in ihren Schuppen überrascht, handelt sie Wiedergutmachung aus – als „Strafarbeit“ soll er ihr im Garten und Haushalt helfen. Karim hat es so schon schwer genug. Sein Vater, ein Algerier, hat sich vor Jahren abgesetzt. Wegen ihm wird Karim ständig von seinen Mitschülern drangsaliert. Durch Delphine lernt er auch die betagte Aurélie de Montvignon kennen. Delphine und Aurélie kennen sich schon ewig. Sie treffen sich jeden Dienstag im Hôtel Atlantique zum Tee. Die beiden Frauen wollen Karim neben der Gartenarbeit auch eine ordentliche Bildung angedeihen lassen. Sie führen ihn in Museen, lassen ihn Weltliteratur lesen, werden Freunde. Eines Diensttags erscheint Aurélie allerdings nicht pünktlich zum Tee. Sie ist vom Balkon gestürzt. Ein Unfall – vielleicht ein Schwächeanfall – meint die Polizei. Doch Delphine sieht es anders, denn ihre Freundin hat sie kurz zuvor gebeten, im Falle ihres Ablebens regelmäßig nach ihrem Anwesen zu sehen und sie war nicht krank ... Auch Richard Lebrun, eine Art jüngerer Zieh-Bruder von Aurélie, scheint nicht an einen natürlichen Tod zu glauben. Aber er ist ein sehr introvertierter Mensch und will sich nicht gegen die Einschätzung der Polizei wehren. Außerdem scheint er etwas zu wissen, was er unbedingt verheimlichen möchte – warum?!   „Hôtel Atlantique“ hat mich sehr erschüttert. Was als beschaulicher Roman über die Freundschaft zweier älterer Damen mit viel französischem Flair beginnt, wird zu einem Krimi vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Vergangenheit. Neben den Ermittlungen zu Aurélies Tod geht es um die Schicksale der Kinder, die französische Frauen im 2. WK von Nazis bekamen bzw. in der heutigen Zeit von algerischen Einwanderern. Obwohl so viele Jahre zwischen diesen Schicksalen liegen, verbindet sie das „Ausgestoßensein“, die Verachtung der Nachbarn, Mitschüler oder Einheimischen. Valerie Jakob setzt sich damit auseinander, wie die Kinder diese Erfahrungen (später) verarbeiten. Kommen sie überhaupt je darüber hinweg? Letztendlich können sie als Produkte der Liebe ja am wenigsten für ihre Situation. „Es ist echt eine Tragödie. Auf allen Seiten nur Opfer.“ (S. 473)   Delphine ist eine sehr taffe Frau. Sie und Aurélie verband eine lebenslange Freundschaft, deshalb kann sie sich mit dem angeblichen Unfall nicht abfinden. Ihre gute Menschenkenntnis bringt sie dazu, Karim nach seinem Einbruchsversuch nicht anzuzeigen, sonst landet er nur endgültig auf der schiefen Bahn. Sie setzt es sich zur Aufgabe, wenigstens diesen einen Jugendlichen vor seinem scheinbar vorgezeichneten Leben als Kleinkriminellem zu retten. Karim lebt schon lange hier, aber er ist immer noch der Fremde. Er wird von seinen Mitschülern regelmäßig verhöhnt und verprügelt . Wenn er seine Ruhe haben will, flüchtet er sich an seinen geheimen Platz, eine Höhle in der Steilküste „Es war, wie auf einem anderen Planeten zu sein, weit weg von allen Problemen und Blödmännern ...“ (S. 89)   Das Buch ist trotz der sich eher gemächlich entwickelnden Krimihandlung sehr spannend. Bei der Aufklärung des Mordes kommen viele weitere dramatische Geheimnisse und Verdächtige ans Licht. In tollen Bildern beschreibt die Autorin die örtlichen Gegebenheiten und setzt dabei auch die Personen anschaulich in Szene.   Ein bewegendes Buch mit echtem Gänsehautfaktor! Wer kriminell-dramatische Geschichten mag, wird von „Hôtel Atlantique“ begeistert sein.

    Mehr
    • 7
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks

    Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.