Valerie Springer Ein paar Tage in einer fremden Stadt

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Inhaltsangabe zu „Ein paar Tage in einer fremden Stadt“ von Valerie Springer

„Während er saß und die Zitate mehrmals las, empfand er eine Ahnung, als hätte er einen gut getarnten Hinweis bekommen. Ein Rätsel, bestehend aus handschriftlichen Buchstaben, zerknittertem Papier und Kalliopes Geruchschaos, der den Zettelchen anhaftete. Ein Orakel jenseits von Wissenschaft und Forschung, jenseits von Quanten und Pheromonen, jenseits der geographischen Koordinaten von Florenz oder Wien.“

Hubertus, 40 Jahre alt, ein erfolgreicher Geruchsforscher, wird von einer Frage verfolgt, die er nicht ignorieren kann. Kann etwas Verlorenes wieder zurück gebracht werden? Gibt es den Kreislauf, die unendliche Wiederholungsbewegung, oder ist verloren, was nicht mehr ist? Er lernt die junge Kalliope kennen, die nach einem Asteroiden benannt ist und nach seiner verstorbenen Frau duftet. Er wird von seiner Vergangenheit eingeholt, von Erinnerungen, die er nicht vergessen kann. Um sich selbst zu öffnen, zu erneuern, muss zuerst das Kapitel geschlossen werden, in dem sein ganzes bisheriges Leben steht.

Lädt zum nachdenken ein

— MissSweety86

***Berührend***

— romi89

Wirklich ein sehr berührendes Buch

— Melli274

schwere Lektüre, hatte es mir anders vorgestellt

— Anneja

Für mich war der Roman mit zu vielen wissenschaftlichen Themen und Beschreibungen ausgestattet.

— rewareni

Wunderbar philosophisch und anrührend.

— Dion

Tragische, schöne und interessante Geschichte, die den Leser mitnimmt. So soll es sein.

— Tauchmaske

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  • Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    MissSweety86

    09. October 2017 um 11:50

    Inhalt„Während er saß und die Zitate mehrmals las, empfand er eine Ahnung, als hätte er einen gut getarnten Hinweis bekommen. Ein Rätsel, bestehend aus handschriftlichen Buchstaben, zerknittertem Papier und Kalliopes Geruchschaos, der den Zettelchen anhaftete. Ein Orakel jenseits von Wissenschaft und Forschung, jenseits von Quanten und Pheromonen, jenseits der geographischen Koordinaten von Florenz oder Wien.“ Hubertus, 40 Jahre alt, ein erfolgreicher Geruchsforscher, wird von einer Frage verfolgt, die er nicht ignorieren kann. Kann etwas Verlorenes wieder zurück gebracht werden? Gibt es den Kreislauf, die unendliche Wiederholungsbewegung, oder ist verloren, was nicht mehr ist? Er lernt die junge Kalliope kennen, die nach einem Asteroiden benannt ist und nach seiner verstorbenen Frau duftet. Er wird von seiner Vergangenheit eingeholt, von Erinnerungen, die er nicht vergessen kann. Um sich selbst zu öffnen, zu erneuern, muss zuerst das Kapitel geschlossen werden, in dem sein ganzes bisheriges Leben steht.MeinungMir hat das Buch ganz gut gefallen. Es ist sehr tiefgründig und lässt die Frage auf kommen ob wirklich alles Zufall sein kann.Auch Hubertus Lebensgeschichte lädt zum nachdenken ein. Was alles in einer Familie schief laufen kann sieht man da am besten. Das Buch ist flüssig geschrieben und man kommt sehr gut rein.FazitEin Roman der zum Nachdenken einlädt "Ein paar Tage in einer fremden Stadt " von Valerie Springer ist im Wortreich Verlag erschienen und hat 224 Seiten.Als gebundene Ausgabe kostet es 19,90€ und als ebook 9,99€

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  • ***Berührend und hochinteressant***

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    romi89

    08. December 2016 um 18:38

    "Ein paar Tage in einer fremden Stadt" erzählt warmherzig und in berührender Art und Weise von Hubertus, einem sehr feinfühligen und sinnhaft orientierten Mann mit sehr empfindlichem Gespür für Düfte - seinem Leben, seiner persönlichen Geschichte mit all ihren Hochs und Tiefs.Das Geschriebene wirkt sehr lebensnah und hat viele tragische Elemente, jedoch stecken auch viele sehr interessante Informationen darin, was die Wissenschaft und Quantenphysik betrifft. Intelektuell also auch durchaus herausfordernd und lehrreich für den Leser.Hubertus und seine Schwester, von der auch viel gesprochen wird, sind sehr sympathische Charaktere, mit denen man stets mitfiebert.Der Roman springt immer hin und her zwischen Gegenwart und Vergangenheit bzw. enthält viele Rückblenden, die dem Leser Hubertus´Weg aufzeigen und erklären wieso er so geworden ist wie er ist.Wunderbar verflochten und rührend alles noch einmal mit ihm zu erleben!Die Sprache ist sehr bildhaft und lebendig sowie flüssig zu lesen. Die Geschichte lässt an vielen Stellen Raum zum Nach- und Weiterdenken.Besonders gefallen haben mir die philosophischen Zitate zu Beginn eines jeden Kapitels.Ein tolles Buch - auch und insbesondere für Leser mit hohem literarischen Anspruch!

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  • Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Melli274

    26. November 2016 um 13:32

    Es geht um Hubertus, der eine schwierige Kindheit hat und er interessiert an Tränen und möchte diese erforschen. Im Buch sind immer wieder Zeitsprünge von seiner Kindheit und in seine Erwachsenzeit dargestellt. Das Thema häusliche Gewalt wird angesprochen und vertieft. Und auch die Rolle seiner Mutter, die sich nicht traut ihre Kinder zu beschützen. Der Schreibstil ist nicht gerade leicht, manche Stellen musste ich öfter lesen und wusste auch nicht immer was einzelne Abschnitte bedeuten. Es geht sehr auch in die physikalische Richtung, hierfür verwendet die Autorin oft Zitate, was wirklich schön ist und die ganze Sache abrundet. Das Buch ist keine leichte Kost und nichts für abends vor dem schlafengehen, es erfordert einen wachen Geist. Ich kann es jedem empfehlen der etwas anspruchsvolles sucht und sich mit dem Thema Gewalt auseinander setzen kann und möchte.

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  • Leserunde zu "Ein paar Tage in einer fremden Stadt" von Valerie Springer

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Valerie_Springer

    Einladung zu einer neuen Leserunde! Hiermit möchte ich euch gemeinsam mit dem Verlag Wortreich zu einer Leserunde meines neuen Romans „Ein paar Tage in einer fremden Stadt“ herzlich einladen. 10 Printexemplare werden dazu vom Verlag zur Verfügung gestellt. Wenn ihr bei meiner Leserunde mitmachen wollt, dann schreibt mir doch bitte, warum ihr an dem Buch interessiert seid. Ich freu mich schon sehr auf eure Fragen, Meinungen und Eindrücke! Und darum geht es: Es ist ein 16. November zwischen zwei und drei Uhr in der Früh. Der Wiener Geruchsforscher Hubertus Rotten befindet sich in einem Schlafwagenabteil auf dem Weg nach Florenz, um dort einen Vortrag über den "Geruch von Tränen - über den verlorenen Sinn der Nase" zu hören. Der Entschluss zur Reise ist sehr spontan erfolgt, nicht unbedingt dem wohlgeordneten Alltag des 40-jährigen entsprechend. Und prompt überfallen Hubertus im zeitlichen und räumlichen Irgendwo – mitten in der Nacht und im Zug zwischen Österreich und Italien – massive Zweifel an seiner bisherigen Existenz. Seine aufkommende Midlife-Crisis wird gefördert durch die Begegnung mit einer jungen Frau, die ihn gehörig durcheinander bringt. Hubertus ist hin- und hergerissen zwischen väterlicher Zuneigung zu Kalliope, die seine Tochter sein könnte, und erotischer Anziehung zu einer attraktiven, jüngeren Frau, der er freilich wissenschaftlich-rational zu begegnen sucht: "Er war als Mann in einem Alter, in dem ihn sein Testosteron nicht mehr so bedingungslos benebelte, wie das in jungen Jahren der Fall gewesen war. Zudem war er zu sehr Wissenschaftler, um sich nicht wegen der gelegentlichen Anschwellungen seines Gemächts beim Anblick eines schönes Frauenhinterns unpassend und lächerlich vorzukommen." Neben den Hormonen bringt Kalliope aber auch die Geruchsnerven von Hubertus wieder in Schwung. Wie Patrick Süskinds Grenouille mit der Gabe des "absoluten Geruchs" ausgestattet (als Kleinkind war er in der Lage die verschiedenfarbigen Gummibärchen an ihrem Duft zu erkennen, als Teenager spielte er mit seinem besten Freund "Mädchen-Schnüffeln"), hat Hubertus sein Talent zwar erfolgreich in den Dienst seiner beruflichen Karriere am Institut für Geruchsforschung gestellt, dieses jedoch seit vielen Jahren nicht mehr genützt. Seitdem vor zwanzig Jahren seine Frau Lucy und seine ungeborene Tochter bei einem Autounfall tödlich verunglückt sind, hat er das Vertrauen zu seinem Geruchssinn, der eigentlich vor dem Unglück hätte warnen müssen, verloren. Die zwanzigjährige Kalliope riecht nun für ihn außergewöhnlich vertraut, ihr Duft reaktiviert bei Hubertus nicht nur seine hochsensible Geruchswahrnehmung, sondern auch einen Erinnerungsstrom längst vergangener und vergessen geglaubter Ereignisse. Dieser bricht in Form zahlreicher Rückblenden in die Erzählgegenwart ein und offenbart Stück für Stück das Beziehungsgeflecht scheinbarer Zufälle, Übereinstimmungen und Doppeldeutigkeiten. Dieses führt tief in die Abgründe der österreichischen Provinz, in der die dörfliche Gemeinschaft gegenüber häuslicher Gewalt, inzestuösem Kindesmissbrauch und Selbstmord schweigend und tatenlos verharrt. (Diese Inhaltsangabe habe ich vom Literaturhaus Wien übernommen.) Bitte habt Verständnis dafür, dass die Bücher an die Gewinner nur innerhalb von Europa verschickt werden. Ich freue mich auf einen regen Austausch mit euch, spannende Diskussionen und auf interessante Impulse! Danke und liebe Grüße, Valerie Den vollständigen Text vom Literaturhaus findet ihr hier: http://www.literaturhaus.at/index.php?id=11276 Und mehr Infos über mich gibt's hier: http://www.valerie-springer.at

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  • Der Duft der Tränen

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Anneja

    23. November 2016 um 18:33

    Der Geruch, das Aroma oder der Duft, alles 3 kann unterschiedlichste Empfindungen bei uns auslösen. Denn jeder ist einmalig, genau wie jeder Mensch einmalig ist. Doch was sagt der Geruch unserer Tränen über uns?Für viele sind es einfach nur Tränen, aber anscheinend ist ein richtiges Fachgebiet, in dem noch viele Fragen offen sind.Wie schon oben beschrieben geht es um Hubert, welcher seinen Namen von der Gaststätte die die Eltern führen hat. Wäre das nicht schon schlimm genug, so hat er ein zerrüttetes Elternhaus, welchem erst viel zu spät entkommt.Was Hubert aber interessiert sind Tränen. Denn Träne ist nicht gleich Träne und deren Erforschung möchte er als Geruchsforcher nachgehen, da eine Laufbahn als Tränenforscher ihn nur Hohn einbringen würde. Hubert selbst ist dabei sehr eigen und richtig vorstellen kann ich ihn mir auch nicht. Ich bekam einfach kein Gefühl für ihn. Ich denke aber auch das Hubert´s Äußeres nicht schlag gebend für den Roman war.  Seine Empfindungen rücken dafür um so mehr ins Licht.Während des Lesens wechseln wir zwischen dem Hubert der noch ein Kind ist und zwischen dem Erwachsenen. Und gerade seine Kindheit ist doch sehr traurig. Natürlich erfahren wir nicht nur Einzelheiten über Hubert sondern auch von seiner Mutter, die ihrem Mann unterwürfig ist und sich nicht einmal traut die eigenen Kinder zu beschützen, seinem Vater der im Dorf auf Grund seiner Taten bekannt ist, jene aber nie ausgesprochen werden und von Lucy, dem Lehrling im Wirtshaus. Auch Lucy hat ein schwieriges Leben wie Hubert, welches auch mit dem Elternhaus zusammen hängt. Kalliope dagegen blieb mir ein Geheimnis, auch wenn sie Lucy sehr ähnlich zu scheinen schien. Die Schreibweise fiel mir am schwersten da er sehr philosophisch und wissenschaftlich war. Ich musste oftmals Passagen doppelt lesen und hatte große Probleme, das was in den Zeilen erzählt wurde, zu deuten. Wer Physik oder ähnliches studiert hat, dem sollte das Lesen des Buches keinerlei Probleme bereiten, doch mir als Physikniete blieb der Sinn einiger Zeilen verborgen.Das Buch war nicht wirklich schlecht, aber für mich eine richtige Denknuss. Ich habe nicht alles im Buch verstanden und merkte wieder einmal das ich sowohl in Physik als auch im philosophischen Teil große Probleme hatte zu folgen. Eine schon anspruchsvolle Lektüre.

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  • Ein neues Leben

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    rewareni

    15. November 2016 um 17:05

    Hubertus und seine Schwester Sophia wachsen in einem kleinen Dorf in Österreich auf, wo sie unter der Herrschsucht und Brutalität des Vaters leiden. Ihre Mutter ist ihrem Mann in jeder Hinsicht ergeben und wagt es nie aufzubegehren. Nach außen hin hat jeder zu funktionieren und vor den Gästen ihres Wildspezialitätenrestaurants muss jeder die ihm auferlegte Rolle spielen. Was aber hinter verschlossenen Türen passiert, weiß kaum jemand. Seine besondere Gabe Gerüche von Menschen und Dingen zu erkennen, begleitet ihn von Kindheit an. Stets auf der Suche nach dem Sinn des Lebens muss Hubertus schon früh erkennen, wie schwer es ist alle Puzzlesteine zu finden, die man letztendlich zu einem Ganzen zusammen fügen kann. Nachdem Hubertus seine Frau und deren ungeborenes Kind verloren hat, lebt er einsam und ohne Pläne für die Zukunft weiter als angesehener Geruchsforscher  in Wien. Bis er eines Tages die junge und unkomplizierte Kalliope kennenlernt, deren Geruch ihn an eine Zeit erinnert, die er längst verdrängt hat. Mit ihr beginnt er wieder zu Leben und ihre gemeinsamen Gespräche helfen ihm, wieder Freude am Leben zu haben. Der Roman hat einen angenehmen und ruhigen Schreibstil. Obwohl ich normaler Weise Geschichten mag, die auf zwei Zeitebenen spielen, habe ich aber bei diesem es als etwas störend empfunden. Wenn es chronologisch weiter geht macht es mir nichts aus, aber da es in der Vergangenheit immer wieder Zeitsprünge gegeben hat, ist mir die Geschichte zu oft hin und her gewechselt. Ich habe mir von dem Roman etwas anderes erwartet als unzählige wissenschaftliche Erklärungen und Themen wie Lockstoff Fallen zur Bekämpfung von Borkenkäfer oder die Wirkung von Pheromonen auf das menschliche Sexualverhalten. Wer sich für Quanten Teilchen oder eine chemoelektrische Transduktion interessiert, wird mit dem Roman sicher seine Freude haben.

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  • Philosophischer Roman über zwei ganz unterschiedliche Charakter

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Dion

    15. November 2016 um 15:15

    Hubertus trifft Kalliope, die seine Tochter sein könnte. Der Geruchsforscher sieht sich aufgrund des Geruches der jungen Frau mit seiner Vergangenheit konfrontiert.Er lässt uns teilhaben an seiner schwierigen Kindheit, an seiner Trauer über den Verlust geliebter Menschen und seiner Welt der Gerüche.Distanziert und doch warmherzig erzählt Valerie Springer die Geschichte zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Protagonisten bestechen durch hervorragend ausgearbeitete Charaktere und nehmen uns mit in eine ganz andere Welt. Kleinigkeiten werden durchdacht und nehmen in unseren Köpfen Konturen an, die größer nicht sein könnten.Fünf verdiente Sterne für ausgezeichnete Literatur!!!

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  • Gerne wieder !

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    Tauchmaske

    11. November 2016 um 18:47

    Ich bekam das Buch und freute mich da ich selber am Sprung zu einer Reise in eine mir fremde Stadt war. So nahm ich es mit. Passt ja gut, dachte ich mir. Ich flog also nach Valetta auf Malta und begann neugierig wie ich war, schon im Flugzeug zu lesen. Ankommen, ins Hotel, Koffer aufs Bett und weitergelesen. Leider war ich dann auch schon fertig, und dass ist wirklich der einzige Kritikpunkt, wenn man es so nennen will, der mir einfällt. Zur Story: Für mich eine schöne Familiengeschichte, die sich um den Hauptprotagonisten Hubertus dreht. Seines Zeichens Gastwirtsohn, mit einem ausgeprägten Geruchsinn. Eine sehr tragische da leider sehr realistische Familiengeschichte entzweit Hubertus langsam aber sicher von seiner Familie. Super beschrieben und konstruiert, leider sehr Realitätsnah. Seine wunderschön beschriebene Partnerschaft und Ehe wärt nur kurz und Hubertus verkriecht sich in die Wiener  wissenschaftliche Fakultät. Seine spontane Reise in eine fremde Stadt, einen Impuls folgend, bringt ihn zu einer Bekanntschaft mit einer geheimnisvollen jungen Dame, die wie er vermutet seine ungeborene Tochter sein könnte. (mehr verrate ich an dieser Stelle nicht) Die Sprache: Unglaublich schön und flüssig lesbar. Tolle Satzspielereien und zusätzlich vor den Kapiteln immer philosophische Sprüche und Gedankennotizen von Quantenphysikern. Gute Idee ! Das Buch werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Eine tolle Geschichte, die Lust auf mehr macht. Alles (ist) Liebe Tauchmaske   PS : Ich beschreibe in meiner Rezension nicht ausschließlich die Geschichte, sondern meine Meinung zur Geschichte. Es soll ja keine Nacherzählung werden, denn die kann man sowieso nachlesen.

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    • 2
  • Zufall oder Das Wissen der Dinge

    Ein paar Tage in einer fremden Stadt

    UdineMoll

    10. November 2016 um 12:21

    „Seine Aufnahme der Bestellungen von den Kunden, das Tippen auf dem Touch-Screen, seine Körperbewegungen, seine Handgriffe automatisierten sich und während er arbeitete, hing er seinen Gedanken nach. Hinterfragte, zerpflückte, zergliederte. Analysierte, wertete aus, rationalisierte.“ Ich legte das Buch zur Seite, auf das Nachttischen neben meinem Bett in einem Hotelzimmer in Faliraki. Ein ungehaltener Windhauch brach durch die offene Balkontür. Es vibrierte. Das Nachttischen. Darauf mein Handy. Es vibrierte. Eine SMS. Der Nobelpreis für Literatur 2016 geht an…tatatam…Bob Dylan. Überrascht und verwundert verstand ich, was geschehen war…Something was happening but you don’t know what is/Do you, Mister Jones?...Bobo’s hämisches Schmählied an den Prototyp des Kritikers. Mister Jones. Ein Gewohnheitstier. Gewöhnt im Hinterfragen, Zerpflücken, Zergliedern, Analysieren, Auswerten und Rationalisieren. Ich legte das Handy zurück auf das Nachttischen, neben das Buch. Dachte daran, den Fernseher vor dem Bett nach den sich nun wohl überschlagenden, in Unverständnis und Ratlosigkeit badenden Kommentaren sämtlicher Mister Jones‘ zu jener fatalen akademischen Entscheidung aus Schweden zu durchforsten. Stattdessen nahm ich wiederum das Buch zur Hand, schlug die Seite mit den zuvor gelesenen Zeilen auf, unterstrich diese. Am Rand fügte ich einen Kommentar…eine Frage hinzu: Hubertus = Mister Jones? All die Seiten hindurch hatte ich mich bereits gefragt, was ich von diesem Kind, Jugendlichen, jungen Mann und, will man die gegenwärtige Perspektive der Geschichte bestimmen, vierzigjährigen Herren namens Hubertus Rotten, die Hauptfigur des Romanes „ Ein paar Tage in einer fremden Stadt“ von Valerie Springer, halten soll, auch er ein Akademiker wie all die Mister Jones‘, äußerst gebildet, zweifellos talentiert, doch bohrt sich der Pfeil seiner Erkenntnis allein in von Pfeilspitzen, gleich Fahnen auf Gipfeln, übersäten Nestern von einzelnen Resultaten, bar des Zusammenhangs mit dem Großen Ganzen…Bob Dylan-Mister Jones…Valerie Springer-Mister Jones? Hatte diese Dame mit ihrem am Klappenumschlag offenbarten Lächeln einen Mister Jones geschaffen…Hubertus Jones? Sie hatte leicht grinsen, wusste sie doch Bescheid, ironisch strahlte sie einen an, Susanna ähnlich, Susanna, die trocken-lockere Vertraute und Sexgelegenheit Hubertus‘…ich ließ das Buch fallen, mir war nach Frischluft zumute, trotz des immer aufbrausender in meine Behausung einziehenden Windes, ich nahm Notizbuch, Stift, Zigaretten und Feuerzeug, trat auf den Balkon, den mich angeifernden Sturm ignorierend, Platz nehmend, an meinem Notizbuch riechend, Hubertus gleich, der auch ein solches führt, darin die ihn umgebenden Gerüche festhaltend, es Geruchsnotizbuch nennend, das meine roch vermodert, abseits der Spuren, die Springer raffiniert sähte, quer durch Raum und Zeit, durch „Beschwörung das wieder zum Leben erweckte, was verschlafen, verstaubt – aber noch nicht vermodert – partout nicht der Vergessenheit anheimfallen wollte“…ich beendete abrupt meinen Geruchsgang durch vermoderte Gefilde meiner Ratlosigkeit, wieder fiel mir dieser rätselhafte Hubertus ein und ich entzündete eine Zigarette, inhalierte tief, um meine Zweifel zu verscheuchen, wie es auch jener Protagonist pflegt, immer dann, wenn seine „Superhundenase“ zur Qual mutiert…ich notierte, freihändig und blindlinks: Dieser Hubertus, teilweise sympathisch, teilweise ein, in seinem Ordnungsdrang anal fixierter Klugscheißer und phantasieloser Langweiler, sucht das wieder zum Leben zu erwecken, „was verschlafen, verstaubt – aber noch nicht vermodert – partout nicht der Vergessenheit anheimfallen wollte“, daher teilweise sympathisch, kein typischer Mister Jones ohne Geschichte, ohne Drang dem Kern der Dinge auf den Grund zu gehen, Hubertus hat eine Geschichte, der ich nachspüren muss, egal, wie sehr ich ihn, kreuz und quer durch Raum, Zeit und Ort, sympathisch oder analfixiert empfinde, ich muss meine eigene Analfixiertheit hinsichtlich seines Anus‘ hintanstellen, seine Geschichte, denken wir nur an seine Kindheit, regt zum Mitfühlen an, damit muss ich beginnen – wenn es mich glücklich macht, kann ich ihn ja noch immer als Mister Jones im Seziermesser Onkel Freuds (v)erachten…knallte das Notizbuch auf das Tischchen, ließ alles Mitgebrachte, wo es nun einmal lag und schlenderte wieder zurück ins Innere, ließ mich aufs Bett fallen und schaltete den Fernsehapparat ein, die neuesten Nachrichten zum Amoklauf in Leipzig, der Läufer hatte sich in der U-Haft das Leben genommen, Experten wurden zur Biographie eines typischen Amoklaufers gefragt, Empirie, Wahrscheinlichkeiten und Statistiken knarrten an die Diele meines verhallten Verstandes…ich schaltete den Ton aus, schwankte ruhelos auf den Balkon, notierte: Ich will Umstände, Charakter und Handlungen Hubertus‘ begreifen, beschreiben und analysieren, alles Blödsinn: ich muss dem Wesen der Dinge nachspüren…Gähnend legte ich das Schreibzeug erneut beiseite, genug für heute, so viel war mir klar – es ging um die Dinge, die „paar Tage in einer fremden Stadt“, nun würde ich ins Bett fallen, ausschlafen, frühstücken, im Meer schwimmen, spazieren, den Urlaub geruchslos ausklingen lassen, erst Zuhause würde ich das Buch wieder aufschlagen, zu Ende lesen, erzählen, was ich zu begreifen vermochte, über diese traurige Geschichte, die Dinge, die über all dem schwebten… Hubertus, ein bewunderter, erfolgreicher Akademiker, genauer gesagt Geruchsforscher mit „Superhundenase“, eine außerordentliche Begabung in diesem Gebiet, doch legt er sich selbst zurückhaltende Bescheidenheit auf, aber: „Vielleicht hatte ihn auch eine ganz bestimmte Erinnerung davon abgehalten, die Rolle des bewunderten Bühnenstars zu übernehmen: die Erinnerung an den Vater, der das Hubertus, Wildspezialitätenrestaurant von Feinsten als Kulisse für sein vernichtendes Herrschen genutzt hatte“. Kein Jean-Baptiste Grenouille mit besinnungslosem, größenwahnsinnigen Übermut. Auch kein Akademikersohn. Sohn eines Gastwirts und Wildspezialitätenrestaurantbesitzers aus der niederösterreichischen Provinz. Der Vater: Familientyrann. Bürgerlich-traditionell ausgerichtet – „Jegliche Abweichung von Alltag und Tradition bedeutete Angst. Unverrückbare Werte zu ignorieren, bedeutete Angst“, so die Erfahrungswelt der Mutter Hubertus‘ und Sophias‘, Gattin des Tyrannenfürsten. Die Geschwister Hubertus und Sophia, dem Bruder in Geburt fünf Jahre vorausgegangen, lernen schnell den Vater zu fürchten, beim kleinsten Regelverstoß, bei der geringsten Auflehnung gegen Zucht und Ordnung den Gürtel zu spüren. Bereits als kleines Kind zeigt sich Hubertus feinster Geruchssinn. Seine ganze Umwelt nimmt er über Gerüche wahr. Hat die Künstlerfamilie Furtwängler, wie es Eberhard Straub, welcher Valerie Springer mit einem besonders „schönen Ouvertüre-Zitat“ eine große Freude bescherte („Auch wenn das Gedächtnis trügt und sämtliche Erinnerungen täuschen, muss es doch, trotz alledem, sogar in den Lügen einen Rest von Wahrheit geben, der den Irrenden und sich im Leben Verirrenden Halt gewährt), in einer biographischen Darstellung jener Dynastie, einem bildungsbürgerlichen Ideal folgend, die Musik als Universalsprache, in der der Mensch zu seiner wahren Natur im Einklang mit seinem Ursprung in der göttlichen Schöpfung findet, erkannt, so trifft dasselbe auf Hubertus und den Kosmos der Gerüche als die einzig wahre Wahrnehmungs-, Lebens- und Erkenntnisform zu, wenngleich mit der Einschränkung, dass dem kleinen Gasthausbub jener göttlich-menschliche Einklang aufgrund des Vaters verwehrt bleibt. Es sind die Tränen, die ihm die erste Ahnung seiner familiären Umgebung offenbaren: „Er stand auf, ging zu ihr, schmiegte sich an die Dirndlschürze der Mutter, roch ihre Tränen. Roch er richtig? Sie lächelte doch? Wie konnte er die wirren Botschaften, die einander widersprachen, deuten?“. Tränen und Lächeln – wie vermag dies für einen kleinen Jungen in Einklang zu bringen sein, vor allem, wenn er Tränen, als Zeichen von Traurigkeit, eindeutig zu erriechen vermag, doch gleichzeitig mit dem Lächeln der schauspielenden Mutter konfrontiert wird. Im Alter von zwanzig Jahren wird er seiner geliebten Lucy erklären: „Er erklärte ihr, dass ihre Tränen, die des Kummers, der Wut, der Freude, verschiedene Gerüche hätten, und sie bewirkten bei ihm, der der Welt der Gerüche verfallen war, jeweils andere Gefühlsreaktionen“. So jung und bereits in der Lage, verschiedenste Gefühlszustände anhand des jeweiligen Geruchs von Tränen zu erkennen, samt sinnlicher Erkenntnis seiner daraus resultierenden verschiedenen emotionalen Reaktionen. Hubertus kann gar nicht anders: Er verlässt das Elternhaus, zieht nach Wien und wird zu einem etablierten Geruchsforscher. Was Frauen betrifft, scheint er bindungsunfähig zu sein, sein Schicksal nach all dem in Kindheit und Jugend Erlebten. Ab dem Alter von dreißig Jahren gehört er dem Institut für Geruchsforschung an und lernt eine Kollegin namens Susanna kennen. Die beiden werden Vertraute. Trotz einmal in der Woche wiederkehrenden privaten Unternehmungen ins Theater oder in die Oper samt anschließenden Geschlechtsverkehrs entsteht keine fixe Bindung im Sinne einer aufrichtig geführten Liebesbeziehung. Obwohl sein Geruchstalent zur Voraussetzung und Basis seines Berufs wird, quält es ihn im Privaten derart, dass er es zu verdrängen sucht, gewissermaßen stilllegt, samt seinen ungeliebten Erinnerungen, die ihn aus seiner ‚Heimat‘ forttrugen – „In lange vergangenen Zeiten hatte er vollständig auf seinen Geruchssinn zählen können. Damals hatte er keinen Zweifel daran gehegt, mit dem, was ihm seine Nase sagte, richtig zu liegen. Bis er sich einmal, mit fatalem Ausgang, vertan hatte“. Etwas war geschehen. Seine „Superhundenase“ hatte sich geirrt, noch dazu „fatal“. Verdrängung setzt ein, er zwingt sich und seinen Geruchssinn in das Korsett eines „Überlebenssystems“. Bis zu jenem bedeutsamen 16. November, seinem „Gang nach Florenz“, eines Tränenvortrages wegen, demzuliebe er alles liegen und stehen lässt und sich in jene italienische Stadt fortstiehlt. Es ist die Erinnerung an die Tränen, die ihn wieder, abseits seiner Arbeit, riechen und nachspüren lassen. In Florenz lernt er Kalliope kennen. Sofort kommt ihm ihr Geruch vertraut vor, ein Geruch, der ihn in die Vergangenheit zurückwirft…es ist der Geruch Lucy’s, seiner toten Ehefrau, verstorben an einem 16. November, zwanzig Jahre zuvor, die alten Fragen drängen sich ihm wieder auf: „Warum hatte er gefragt, ob sie mit ihm einen Spaziergang in dieser selten warmen, mondfinsteren Novembernacht, in ihrer ersten Nacht als Ehepaar, machen wollte? (…) Warum war sie plötzlich auf dem Gehsteig der Hauptstraße stehen geblieben, hatte ihren Kopf in den Nacken gelegt, den Sternenhimmel betrachtet, die Augen geschlossen und sich mit ausgebreiteten Armen langsam im Kreis gedreht, wie ein Kind, das zur stillen Melodie der Nacht tanzt? Warum hatte er sich an die Hausmauer gelehnt, nur einen halben Meter von ihr entfernt, und ihr einfach nur zugesehen? Warum hatte er dem, was er gewittert hatte, nicht vertraut? Warum haben sie das Auto nicht gehört?“ Die Zufälligkeiten überhäufen sich, nicht zuletzt durch den Umstand, dass Kalliope am Tag, an dem sie sich kennen lernen, Geburtstag hat, geboren am 16. November, zwanzig Jahre zuvor, zur selben Zeit als Lucy stirbt und mit ihr die „ungeborene, namenlose Tochter“. Zufall? Umso mehr sich diese Zufälle häufen, umso mehr meint der Leser in einen Krimi geraten zu sein, glaubt an eine logische Aufklärung durch Kommissar Hubertus Rotten. Dies täuscht, wie so vieles der beschriebenen Wunderlichkeiten. Oder kann es gar sein, dass Kalliope…seine Tochter..? Ihm ist nur klar, dass sie etwas in ihm zum Auftauen gebracht hat, seinen alten Geruchssinn, seine Erinnerung…Springer springt von Kapitel zu Kapitel, von Vergangenem zu Gegenwart und wieder zurück und nach vor…einzig und allein die Zukunft hält sich noch bedeckt, beständig, bis über das Ende hinaus. Hubertus sieht sich konfrontiert mit ihm nun aufgezwungenen Erinnerungen an Kindheit und Jugend, Schwester, Vater und Mutter, Dorf, Gasthaus und Restaurant, unterbrochen und ergänzt von Treffen mit Kalliope – wer Sex and Crime liebt, ist mit Springer falsch gelandet, vor allem mit Hubertus, zwischen Kalliope und ihm entspinnt sich keine Liebesbeziehung, nicht einmal eine heiße, berauschte Nacht zwischen einer jungen Dame und einem alternden Herren, Anziehung ist da, Kalliope ist ihm dankbar für sein väterlich-freundschaftliches Verhalten ihr gegenüber, er benutzt sie schlicht und weg als Vehikel zur Vergangenheitsreflexion, ihre Beziehung hat nur so lange Gegenwart bis die Zweifel der Vergangenheit überwunden sind, Kalliope weiß, was sie mit ihrem gerade gestarteten Leben anfangen will und Hubertus, trotz fortgeschrittener Jahre, einen Sinn findet…durch Kalliope beginnt Hubertus sich mit der Quantenverschränkung auseinanderzusetzen, wittert in ihr das Myterium des Auseinandergleitens altbewährter Ordnungskonzepte wie Raum, Zeit und Ort, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ein Mittel, das ihn zur längst überfälligen Reflexion nötigt. Seine Heilung erfährt er nicht zuletzt durch die Rückreise in das Dorf seiner Kindheit, welches er seit dem Begräbnis Lucy’s nicht mehr betreten hat. Erst danach kann er sich endlich von seinen Schuldgefühlen lösen: „Eine Zeit, die nicht nachholbar, nicht verbesserbar, nicht korrigierbar war. Dass er das akzeptiert hatte. Dass es nichts zu korrigieren gab“. Ende Gut, alles Gut, aber: Eingangs sprachen wir von Mister Jones…was wird aus dem sturen Rationalisten Hubertus? Erfährt er nun einen Wandel in seinem analytischen Denken. Wir lassen ihn selbst sprechen: „Während seiner wissenschaftlichen Arbeit im Institut war der Zufall Hubertus‘ erklärter Feind. Eine Voraussage über zukünftige Ereignisse konnte sich nicht auf zufällige Resultate gründen, um ernst genommen zu werden“ – so viel wussten wir schon…doch nun: „Vielleicht, so sinnierte Hubertus, handelte es sich dabei um von den Dingen erlebtes Wissen, das aus der Vergangenheit an nachkommende zukünftige Ereignisse weitergegeben wurde, um den Menschen nicht zu enttäuschen“ – nicht die Ausmerzung des Zufälligen in Form der stetigen Verifizierung-Falsifizierung à la Popper dünkt ihn nun gewissenhaft, das ersehnte Wissen liegt bereits in den Dingen selbst, sie allein sorgen für unsere Ordnung, auf sie allein sollten wir hören, vielleicht bedeutet diese auch Verdrängung oder Lüge, doch, frei nach dem Ouvertüren-Meister Erhard Straub: vielleicht gereicht uns auch die Lüge als Wahrheit, um in unseren Irrungen und Verwirrungen ein Ziel anvisieren zu können. Worin sich Hubertus‘ neu auserkorenes Ziel manifestiert, lassen wir ihn auch noch selbst, munter und frohen Mutes, ausrufen: „Susanne verkörperte die Quintessenz eines reinen Geruchs, so wie ein virtuos gespielter, unendlich lang anhaltender einziger Ton auf einer Stradivari“…und nun?...muss ich wohl selbst schließen: Valerie Springer erschafft eine Partitur sämtlicher Klangwelten, oder sollte ich besser sagen Geruchswelten…es handelt sich nicht um die Partitur des Träumers, auch nicht des Ausgestoßenen, des Outlaw, ja selbst nicht des modernen Menschen, modern ist an Hubertus und seinem Figurenkabinett rein gar nichts, Hubertus, ein Überlebensmensch, erkennt, wie wir alle, früher oder später, die Wiederholbarkeit der Dinge, ja, alles holt uns einst ein, doch lässt er es nicht darauf beruhen, er zeigt vor, wie Reflexion zu gelingen vermag, sich darin noch einmal dem schieren Horror zu stellen, inmitten des unbeirrbaren Fortlenkens zu dem, was ist und schlussendlich sein kann. Dabei verzichtet die Autorin auf jegliches Pathos, kühl und sachlich und gerade darin kühn führt sie in das scheinbar undurchdringliche Chaos des Verborgenen und seinen quer durch das All schlagenden Ausschweiffungen, versteht es, dennoch Ordnung zu schaffen und uns so alles, scheint es durch die verlorengegangene Reihenfolge doch noch so aussichtslos zu meckern, Schritt für Schritt auseinanderzusetzen. Natürlich löst sie nicht den Mythos der Quantenverschränkung, stellt sich jedoch eindeutig auf die Seite jener, die diese für möglich halten, doch mit einer bestechenden Logik in der Konsequenz, diese scheinbar in Raum, Zeit und Ort ziellos miteinander verbundenen identischen Teilchen auf das „Eigenleben der Dinge“ zurückzuführen – Hubertus findet einen Lebenssinn abseits seines bisherigen „Überlebenssystems“, indem er dieses Eigenleben billigt: auf diesem Wege gelangt Valerie Springer zu einem ‚Happy End‘, ohne dem „Eigenleben der Dinge“ deren poetisches Mysterium zu rauben.

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