Valerie le Fiery Jacques: Erinnerungen eines Callboys

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Inhaltsangabe zu „Jacques: Erinnerungen eines Callboys“ von Valerie le Fiery

Ein Tag, wie er langweiliger und öder kaum sein kann. Statt Sonne gibt es nur Regen, der unaufhörlich - fast sintflutartig - gegen die Scheiben prasselt. Man kann kaum etwas tun und genau das verleitet dazu, Rückschau zu halten und das bisherige Leben noch einmal an sich vorbeiziehen zu lassen. So ergeht es auch Jacques - einem Mann im besten Alter. Immer wieder taucht er in die Vergangenheit ein und erinnert sich dabei an gute und schlechte Tage, an den Verlust einiger Menschen und - an Paul, mit dem er seine Homosexualität entdeckte und den er bis heute nicht vergessen kann. Doch warum ist er seit damals allein geblieben? Weshalb sitzt er an diesem Tag in seiner Luxuswohnung, schaut auf die Straße hinab, die vor lauter Wasser kaum noch zu sehen ist, und hat statt lebendiger Personen nur Andenken an Verstorbene oder aus seinem Leben Verschwundene um sich herum? Ihm fallen seine ersten Gehversuche als Stricher ein - und die Menschen, die ihm damals geholfen haben. Ohne sie wäre er sicher immer noch auf der Straße und nicht das, was er heute ist - ein schwuler, teurer und sehr begehrter Callboy der Upperclass.

Easy read. Unterhaltsam, mir aber zu eindimensional. Widerspricht all meinen persönlichen Erfahrungen zum Thema Coming out.

— ElyseoDaSilva
ElyseoDaSilva

Eine gefühlvolle Geschichte, die mich sehr berührt hat.

— ginnykatze
ginnykatze
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  • „Nur mal so, für alle Fälle, stelle ich dir hiermit heute die Frage: Willst du mich heiraten?“

    Jacques: Erinnerungen eines Callboys
    ginnykatze

    ginnykatze

    17. July 2016 um 14:48

    „Nur mal so, für alle Fälle, stelle ich dir hiermit heute die Frage: Willst du mich heiraten?“ Zum Inhalt: Hannes Neubert, ist ein guter Schüler. Schnell merkt er, dass er, so wie seine Klassenkameraden, nicht wirklich von den weiblichen Mitschülerinnen angezogen wird. Ihm erscheint das normal, ist er ja gerade erst 12 Jahre alt. Auch in den darauffolgenden Jahren ändert sich das nicht. Als dann zum Schuljahresanfang ein neuer Schüler in die Klasse kommt, ist sein Empfinden ein ganz anderes. Was ist das nur? Es kribbelt gewaltig in seinem Inneren. Paul und Hannes kommen ins Gespräch und auf dem gemeinsamen Heimweg verstärkt sich das Gefühl, dass das Kribbeln einen bestimmten Grund hat. Beim ersten Treffen der Beiden macht Paul den ersten Schritt und gesteht Hannes seine Gefühle. Völlig überwältigt von der Situation und der Erkenntnis, dass er selbst die gleichen Gefühle hat, entwickelt sich eine sehr gefühlvolle Liebe zwischen den beiden Jungen. Sie halten ihr Verhältnis geheim, bis ein Mitschüler ihnen folgt und auf grausamste Weise ihre Beziehung bloßstellt. Von dieser Stunde an ändert sich alles. Paul verlässt die Schule und Hannes soll geheilt werden. Er beschließt, die Schule zu Ende zu bringen und mit einem guten Realschulabschluss aus seinem kleinen Örtchen zu verschwinden. Als er nun völlig begeistert diesen beschlossenen Weg geht, stellt er dann schnell fest, dass das Geld, was er angespart hat, schneller aufgebraucht ist, als er es sich vorgestellt hatte. Sein neues Leben und den Weg, den er geht ist unglaublich steinig und schwer. Aber nach einigen schlechten Jahren kommt die Belohnung und aus Hannes Neubert wird Jacques Lerón, ein sehr begehrter Callboy. Viele tolle und auch schlimme Menschen haben sein Leben begleitet, aber einen hat er nie vergessen und liebt ihn immer noch. Paul...aber er weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Dann passiert ein Unfall und Hannes überdenkt sein Leben und weiß, was er nun tun soll. Fazit: Die Autorin Valerie le Fiery schreibt hier einen Roman, der mich in das Leben von Hannes Neubert mitnimmt. Das gelingt ihr perfekt. Sehr gefühlvoll und mit ganz viel Liebe erzählt sie hier die Geschichte, die mir teilweise Tränen in die Augen treibt. Ja so ist die Welt, grausam mit den Menschen, die der angeblichen Norm eben nicht entsprechen. Es gibt sie immer noch, diejenigen, die meinen, Homosexualität ist eine Krankheit, die man heilen muss. Das schockt mich immer wieder aufs Neue, denn es ist doch wirklich nur wichtig, dass man liebt und geliebt wird. Nichts Anderes zählt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig lesbar. Sie schreibt mit sehr viel Gefühl und einer sehr klaren Aussprache. Das gefällt mir sehr gut. Die Charaktere beschreibt sie mit einer Genauigkeit und ganz viel Herz, so dass ich jeden einzelnen direkt vor meinen Augen habe. Hannes mag ich sehr, aber auch Sven habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Die Geschichte ist in zwei Erzählsträngen geschrieben. In der Gegenwart erfahren wir, wie Jacques inzwischen lebt und dann aus seiner Kindheit und der Vergangenheit, die für ihn fast nur traurige Erinnerungen hat. Ganz geschickt verbindet die Autorin diese beiden Stränge miteinander, so dass wir immer wieder erfahren, was gerade geschieht und wie es damals war. Sofort bin ich bei ihr und versinke in der Geschichte, ich fühle, lache, leide, ja ich hasse sogar mit den Charakteren mit. Im Nachwort schreibt die Autorin noch sehr ergreifende Worte, eine Botschaft, die ich zu 100 % teile. Danke Valerie le Fiery für diese tolle Geschichte, die ich wirklich aus vollster Überzeugung weiterempfehle. Hier vergebe ich super gerne die volle Punktzahl und eine ganz klare Leseempfehlung.

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