Valerio Varesi

 3.3 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Der Nebelfluss, Die Pension in der Via Saffi und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Valerio Varesi

Sortieren:
Buchformat:
Der Nebelfluss

Der Nebelfluss

 (14)
Erschienen am 01.07.2006
Die Pension in der Via Saffi

Die Pension in der Via Saffi

 (9)
Erschienen am 02.01.2008
Die Schatten von Montelupo

Die Schatten von Montelupo

 (7)
Erschienen am 01.12.2008
Lichtspiele

Lichtspiele

 (3)
Erschienen am 02.06.2008
Mit leeren Händen

Mit leeren Händen

 (0)
Erschienen am 23.06.2009
River of Shadows

River of Shadows

 (0)
Erschienen am 01.09.2011

Neue Rezensionen zu Valerio Varesi

Neu

Rezension zu "Der Nebelfluss" von Valerio Varesi

Ein Fluss macht einem Kommissar die Hauptrolle streitig
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Commissario Soneri wird zu einem Selbstmord gerufen. Ein alter Mann ist aus einem Fenster im Krankenhaus gestürzt. Erst vor Ort wird Soneri misstrauisch: Die Spuren lassen eher auf einen Kampf schließen, auch, wenn niemand vom Personal oder den Patienten entsprechende Hinweise beobachtet hat. Kurz darauf erfährt der Commissario von der seltsamen Geisterfahrt des Schiffers Tonna. An einen Zufall mag er nicht glauben und setzt beim Staatsanwalt eine Zusammenlegung der beiden Fälle durch. Nun steht er zwar unter hartnäckiger Beobachtung des misstrauischen Staatsanwalts und ein Fehler würde zu seinen Lasten gehen, doch Soneri kann sich dem rätselhaften Schiffer am Po widmen, bei dem er viel eher die Lösung zu finden glaubt.

Mit Commissario Soneri spielt ein Ermittler aus jener Liga mit, die ihren Instinkten folgt und sich dabei im Notfall auch gegen die Kollegen oder den roten Faden in den Ermittlungen stellen würde. Dabei wirkt Commissario Soneri nicht unbedingt unsympathisch, auch, wenn er Gespräche so weit auf die Fakten reduziert, dass oft nicht einmal ein 'Guten Tag' für den Gesprächspartner drin ist. Das liegt sicher auch an den Kollegen, von denen Varesi ihm genug zur Seite gestellt hat, die ihn schlicht zu nehmen wissen und die ihm das nicht krumm nehmen.

Und doch macht Soneri in diesem Fall einer die Hauptrolle streitig: Der Fluss Po. Mit ihm, seinem Hochwasser und dem häufigen Nebel steht und fällt die Ermittlung. Eine Landkarte im Buchumschlag zeigt, warum der Po so eigen ist: Viele Windungen und Altarme sowie ein flache Ebene leben mit dem Fluss. Jedes Hochwasser betrifft weite Landstriche und die vielen Arme machen die Poebene zu einer Region, in der sich zahlreiche Arten von Geschäften tätigen lassen, ohne dass jemand viel mitbekommen würde. Und selbst wenn, die Einwohner lassen einander gewähren. Das muss auch Soneri erfahren, dem just über den Po viel erzählt wird, über Tonna und seinen Bruder aber kaum etwas. Dabei haben die Brüder eine für den Fall interessante Vergangenheit, über die jedoch Tipps von den Kollegen kommen müssen, bevor Soneri die richtigen Schlüsse ziehen kann.

Soneris Fall zählt zu den Vertretern der ruhigen, aber spannenden und interessanten Geschichten, bei denen in der Vergangenheit gebuddelt wird. Geschichtsstunden sind jedoch keine zu erwarten; Varesi baut nur so viel Geschehen aus den Jahren um 1944 ein, damit die Schrecken verständlich werden und die Bezüge zu Heute nachvollziehbar. Ein atmosphärischer Kriminalroman, der -wie ich über Tobias Gohlis herausgefunden habe- auf einem wahren Fall beruht.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Die Schatten von Montelupo" von Valerio Varesi

Rezension zu "Die Schatten von Montelupo" von Valerio Varesi
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Soneri macht Urlaub. Das hat er sich verdient, wenn auch Freundin Angela sich wundert, dass der Commissario sich ausgerechnet in ein Bergdorf kurz vor dem Schneeeinbruch zurückzieht. Dass es sein Heimatdorf ist, spielt dabei keine Rolle, denn immerhin lebt schon lange keiner seiner Familie mehr dort. Doch die Leute erinnern sich an ihn und seinen Beruf und beziehen ihn sofort in ihre Unruhe mit ein: Der Sohn des Wurstfabrikanten ist verschwunden, der Fabrikant selbst ist ebenfalls kurzzeitig unauffindbar. Die Aushänge im Dorf, die die Situation eigentlich beruhigen sollen, lösen bei den misstrauischen Bergbewohnern genau das Gegenteil aus. Soneri wird widerwillig selbst neugierig, zumal ihm bei seinen Streifzügen zum Pilze suchen Gewehrkugeln um die Ohren fliegen. Kurz darauf findet man den ersten Toten und Soneri wird von den Carabinieri und vom Militär um Rat gebeten.
Wie der Krimi "Der Nebelfluss" lebt auch dieser Band stark von seiner Atmosphäre. In den nebligen Hängen oberhalb des Dorfes spielen sich gespenstische Szenen ab und kurz vor dem Wintereinbruch sind nicht mehr viele Leute dort unterwegs. Wilderer vielleicht, Schmuggler aus dem In- und Ausland, einige Einheimische. Soneri findet nur so genannte Totentrompeten, eine Pilzsorte, die ihm zwar gut schmeckt, die ihm von den abergläubischen Einwohnern niemand zubereiten würde. Kaum bringt er die ersten Pilze ins Dorf, wird die erste Leiche gefunden. Hilfe von den Dorfbewohnern bekommt er nur spärlich, weil die zum einen nicht wissen, was an den nebligen Berghängen wirklich los ist und weil sie zum anderen seit Jahren Geschäfte mit der Wurstfabrik machen. Die Abhängigkeit lässt sie schweigen.
In diesem Fall kann Soneri nicht nur ermitteln wie er will, er darf es sogar. Er gehört nicht zur lokalen Polizeitruppe und treibt sich jeden Tag rund um den Montelupo herum. Das ist nicht ungefährlich, denn bald beginnen die Militärs, den alten Macchiaiolo am Berg zu jagen. Der ist für sie der wahrscheinlichste Verdächtige. Viele Szenen spielen am Berg, wo Macchiaiolo eine ganze Truppe von Soldaten kreuz und quer und in die Irre führt und sich tagelang der Verhaftung entzieht. Soneri und einige Dorfbewohner verfolgen die Jagd, aber die Frage, ob der Macchiaiolo tatsächlich einen Mord begangen hat, ist damit noch lange nicht beantwortet.
Ein bisschen klingt auch hier die Vergangenheit an. Partisanen und Faschisten standen sich in Soneris Heimatdorf gegenüber und Soneri will, wenn er schon mal da ist und Gerüchte gehört hat, auch über seine eigenen Familiengeschichte etwas mehr wissen. Dieser Erzählstrang spielt jedoch eine Nebenrolle, gerade auch, weil die Gründe für die Tat nicht so weit zurück reichen. Varesi hat es für mich zum zweiten Mal geschafft, neben Soneri eine Art "zweite Hautrolle" zu installieren; was in Band 3 der Fluss Po geleistet hat, übernimmt hier das Bergmassiv des Montelupo, welches das Geschick der Aufklärung bestimmt.

Kommentieren0
4
Teilen

Rezension zu "Der Nebelfluss" von Valerio Varesi

Rezension zu "Der Nebelfluss" von Valerio Varesi
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Commissario Soneri wird zu einem Selbstmord gerufen. Ein alter Mann ist aus einem Fenster im Krankenhaus gestürzt. Erst vor Ort wird Soneri misstrauisch: Die Spuren lassen eher auf einen Kampf schließen, auch, wenn niemand vom Personal oder den Patienten entsprechende Hinweise beobachtet hat. Kurz darauf erfährt der Commissario von der seltsamen Geisterfahrt des Schiffers Tonna. An einen Zufall mag er nicht glauben und setzt beim Staatsanwalt eine Zusammenlegung der beiden Fälle durch. Nun steht er zwar unter hartnäckiger Beobachtung des misstrauischen Staatsanwalts und ein Fehler würde zu seinen Lasten gehen, doch Soneri kann sich dem rätselhaften Schiffer am Po widmen, bei dem er viel eher die Lösung zu finden glaubt.
Mit Commissario Soneri spielt ein Ermittler aus jener Liga mit, die ihren Instinkten folgt und sich dabei im Notfall auch gegen die Kollegen oder den roten Faden in den Ermittlungen stellen würde. Dabei wirkt Commissario Soneri nicht unbedingt unsympathisch, auch, wenn er Gespräche so weit auf die Fakten reduziert, dass oft nicht einmal ein 'Guten Tag' für den Gesprächspartner drin ist. Das liegt sicher auch an den Kollegen, von denen Varesi ihm genug zur Seite gestellt hat, die ihn schlicht zu nehmen wissen und die ihm das nicht krumm nehmen.
Und doch macht Soneri in diesem Fall einer die Hauptrolle streitig: Der Fluss Po. Mit ihm, seinem Hochwasser und dem häufigen Nebel steht und fällt die Ermittlung. Eine Landkarte im Buchumschlag zeigt, warum der Po so eigen ist: Viele Windungen und Altarme sowie ein flache Ebene leben mit dem Fluss. Jedes Hochwasser betrifft weite Landstriche und die vielen Arme machen die Poebene zu einer Region, in der sich zahlreiche Arten von Geschäften tätigen lassen, ohne dass jemand viel mitbekommen würde. Und selbst wenn, die Einwohner lassen einander gewähren. Das muss auch Soneri erfahren, dem just über den Po viel erzählt wird, über Tonna und seinen Bruder aber kaum etwas. Dabei haben die Brüder eine für den Fall interessante Vergangenheit, über die jedoch Tipps von den Kollegen kommen müssen, bevor Soneri die richtigen Schlüsse ziehen kann.
Soneris Fall zählt zu den Vertretern der ruhigen, aber spannenden und interessanten Geschichten, bei denen in der Vergangenheit gebuddelt wird. Geschichtsstunden sind jedoch keine zu erwarten; Varesi baut nur so viel Geschehen aus den Jahren um 1944 ein, damit die Schrecken verständlich werden und die Bezüge zu Heute nachvollziehbar. Ein atmosphärischer Kriminalroman, der -wie ich über Tobias Gohlis herausgefunden habe- auf einem wahren Fall beruht.

Kommentieren0
5
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 43 Bibliotheken

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks