Frankreich 1498: Anne de Bretagne, Herzogin der Bretagne und Königin von Frankreich, hat bereits zwei Ehen hinter sich:
König Maximilian I. hat sie nie kennengelernt, da die Ehe per procurationem geschlossen wurde. Ihr zweiter Mann König Karl VIII. kam unter mysteriösen Umständen ums Leben, all ihre sechs Kinder sind ebenfalls tot.
Als sie die Hoffnung auf die wahre Liebe bereits aufgegeben hat, lernt sie Jean de Thyberon kennen, einen Ritter des Michaelsordens - und sieht sich plötzlich ihrem Seelenpartner gegenüberstehen. Nach einigen wunderschönen Monaten mit diesem gebildeten und humorvollen Mann müssen sich ihre Wege wieder trennen, denn das Protokoll befiehlt, dass Anne König Ludwig XII. zu heiraten hat.
Da ich bereits Bücher der Autorin Valeska Réon kenne, war ich neugierig auf dieses, welches sie zusammen mit Charlotte H. Schwarz schrieb und im Pinguletta Verlag erschien.
Und ich muss leider sagen, dass es mir schwerfiel, in die Geschichte hineinzukommen. Am Anfang waren es mir zu viele Informationen, wer wen kennt, wer mit wem verwandt ist und wer welchen gesellschaftlichen Stand hat.
Das war mir einfach zu trocken und las sich eher sachlich.
Das alles mag vielleicht detailgetreu recherchiert sein, aber wirkte auf mich zu überladen und wenig emotional.
Daher dauerte es, bis ich mich auf die eigentliche Geschichte einstellen konnte.
Erzählt wird aus zwei Sichten. Da haben wir einmal Anne und zum Zweiten Jean. Die Figur von Jean mochte ich sehr. Seine Emotionen waren greifbar, seine Gedanken nachzuvollziehen. Wohingegen Anne mir zu blass blieb und für meinen Geschmack nicht genug Tiefe besaß.
Bei ihr hatte ich das Gefühl, dass das berühmte „Show, don’t tell“ zu wenig Beachtung fand. Da war sie z.B. aufgeregt. Aber ihr mögliches Herzklopfen oder die verschwitzen Finger bzw. eiskalten, je nach Situation kamen nicht bei mir an.
Auch wenn die Gegebenheiten bildhaft dargestellt sind. Konnte ich mich dann doch nicht so ganz in die damalige Zeit hineinversetzen.
Ich hatte eine schöne Lesezeit, aber mehr auch nicht. Für absolute Liebhaber historischer Geschichten mag das Buch besser geeignet sein. Ich fühlte mich unterhalten, mal mehr, mal weniger gut.
Von mir gibt es drei Sterne.