Vanessa F. Fogel Hertzmann's Coffee

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Inhaltsangabe zu „Hertzmann's Coffee“ von Vanessa F. Fogel

Glückliche Familien haben keine Vergangenheit.

Ein altes jüdisches Ehepaar in New York: Hertzmann hat mit Kaffee gehandelt und ein Imperium aufgebaut. Jetzt ist es an der Zeit, die Firma an die Kinder zu übergeben. Es kommt zum Eklat, zum Streit um das Erbe. Plötzlich tun sich Brüche und Abgründe in der Familie auf. Über die Vergangenheit wurde nie gesprochen. 'Happy families don’t have a history' – das ist Doras und Yankeles Credo, daran haben sie sich zeit ihres langen Lebens gehalten, so hat es auch immer gut funktioniert, dieses Leben. Doch der Bruch mit den Kindern setzt etwas frei in Hertzmann. Er hat von youtube gehört. Von persönlichen Filmen im Internet. Er fasst einen Entschluss. Nachts setzt er sich, allein in seinem Studio, vor eine Videokamera – und erzählt.

Eine große Familiegeschichte, die sich auf die kleinen Begebenheiten konzentriert und das Kaffeetrinken zelebriert.

— Marina_Nordbreze

Generationenübergreifende Geschichte einer Judenfamilie - berührend erzählt

— Sandra_Halbe

Jüdisches Familienleben über mehrere Genrationen beobachtet.

— Clari

Kommt auf meine Liste "Lieblingsbücher"! Ich liebe es <3

— _lavenderlara_

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  • Eine berührende Geschichte

    Hertzmann's Coffee

    Sandra_Halbe

    16. September 2016 um 14:45

    Die Geschichte von "Hertzmann's Coffee" spielt abwechselnd in New York, Caracas und Berlin und wird dort von je einem Mitglied der Hertzmann-Familie erzählt. Yankele ist Mitte 80 und hat nach dem Krieg ein Kaffee-Imperium aufgebaut. Als er nun die Leitung der Firma an eines seiner 4 Kinder übergeben will, bricht zwischen diesen ein Streit aus. Als niemand ihm zuhören will, setzt Yankele sich nachts vor eine Kamera und erzählt dort seine Geschichte. Es ist die Geschichte aus der Nachkriegszeit. Die Geschichte von ihm und seiner Frau Dora. Und die Geschichte seiner Schwester Leah.José-Rafael pflegt in Caracas seine kranke Mutter, die durch eine unerledigte Aufgabe, die mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt, am Leben festhält. Bei der Durchsicht ihrer Sachen findet er einen Brief.Marc ist Teenager in Berlin, der sich nichts Schöneres vorstellen kann als an einem Puzzle-Wettbewerb in den USA teilzunehmen. Doch Probleme mit seinen Eltern und seinem Bruder Robin machen ihm das Leben nicht leicht.Ich fand das Buch wunderbar erzählt. Dass die Autorin für jeden der Erzähler aus einer anderen Generation seine eigene Sprache findet, ist absolut gelungen. Oft gibt es Passagen, die so gut geschrieben sind, dass man sie sich gern abschreiben würde. Schade fand ich, dass auf ein paar Handlungsstränge nicht näher eingegangen wird. So geht die Geschichte um Alejandro leider völlig unter. Auch wird nicht wirklich klar, warum das Verhältnis zwischen Marc und Robin sich geändert hat. Trotzdem: Eine tolle, warmherzig erzählte Geschichte mit einem Ende, das ich ein wenig sacken lassen musste.

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  • Jüdisches Familienleben über mehrere Genrationen beobachtet.

    Hertzmann's Coffee

    Clari

    28. April 2016 um 14:53

    Yankele und Dora sind ein altes Ehepaar. Sie leben in New York, wohin es sie durch die Kriegs- und Nachkriegszeit verschlagen hat.Yankele Hertzmann hat sich ein großes Kaffeeimperium erarbeitet.Ihre vier Kinder sind aus dem Haus. Sehr zum Kummer ihres Vaters und ihrer Mutter herrscht Zwietracht und Unfrieden zwischen den erwachsenen Kindern.Yankele beschließt, die Familiengeschichte öffentlich und auf Umwegen den Kindern zugänglich zu machen. Er benutzt dazu die modernen Medien des Videos und des Internets.Durch seine Erinnerungsform werden im Wechsel alte und neue Passagen der Familiengeschichte in den Fokus genommen.Herausgekommen ist eine lange Familiengeschichte voller Höhen und Tiefen.Sie führt von Polen über Deutschland nach Venezuela und New York. Einmal geht es um den Zweig von Doras Familie. Dann wieder ist Yankeles Familie im Mittelpunkt des Geschehens. Durch alle Beziehungen zieht sich die Liebe, der Streit, die Versöhnung, Schicksalsschläge und die Unauflöslichkeit von Familienbanden. Man bekommt einen unmittelbaren Eindruck vom Lieben und Streiten auch aber von Yankeles Sehnsucht nach Versöhnung.Yankele wurde während des Krieges von seiner Familie aus Deutschland beizeiten ins Ausland geschickt. Die ganze übrige Familie ist während Shoah umgekommen.Er sucht und findet seine jüngste Schwester Leah, die durch die Vermittlung eines guten Familienfreundes in einem Nonnenkloster in Deutschland der Judenverfolgung während der Nazizeit entkommen konnte. Sie lebt in Venezuela. Doch Leah will oder kann sich nicht erinnern, und Yankeles Bemühungen führen nur mühsam zum Ziel.Und Dora? Sie sagt ihren Kindern die Meinung in einer drastischen Weise, die mit dem Vergleich beginnt:“ Leben ist genau das: Leben! Es ist vieles, aber keiner hat es bisher verstanden“ und „das Leben ist nicht wie ein Puzzle. Man kann Teile nicht einfach wieder zusammensetzen, wenn man sie auseinandergerissen hat.“Das Buch ist mit viel Wärme und Empathie geschrieben, so dass man sich vor allem den beiden Hauptprotagonisten nahe fühlt. Die Geschichte geht zu Herzen und zeigt einmal mehr, wie Familien in Streit und Versöhnung verbunden sein können, und wie viel Weisheit, Klugheit, Gelassenheit und Geduld dazu gehören, Verbindungen gelingen zu lassen. Vanessa F. Fogel ist den Spuren ihres Großvaters beim Abfassen zu diesem Roman gefolgt.Analogien und Vergleiche, poetische Abhandlungen und Empfindungen wechseln ab mit Erzählungen aus dem wahren Leben. Der Extrakt von Weisheit und Erkenntnis zweier alter Menschen, die sich in Kraft, Freundschaft und Liebe verbunden sind, werden hier aufgezeigt. Hertzmann’s Coffee ist ein wunderbarer Roman über die Kraft der Liebe und Versöhnung. Jüdische Familiengeschichten enthalten immer den besonderen Ton von Zusammengehörigkeit. Dieser Zusammenhalt und ihre Lebensformen sind überlebenswichtig in einer ihnen häufig nicht wohlgesonnenen Umwelt. In diesem Roman kann man diese Lebensformen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und sich ein Bild von jüdischen Leben machen.     

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  • Berlin, Caracas, New York...

    Hertzmann's Coffee

    parden

    BERLIN, CARACAS, NEW YORK... Ein altes jüdisches Ehepaar in New York. Yankele Hertzmann hat mit Kaffee gehandelt und ein Imperium errichtet, seine Frau Dora ist mit ihm lebenslang durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Jetzt ist es an der Zeit, die Firma an die Kinder zu übergeben. Doch es kommt zum Eklat, zum Streit um das Erbe. Plötzlich tun sich Brüche und Abgründe in der Familie auf. Über die Vergangenheit wurde nie gesprochen; »happy families don’t have a history« – das ist Doras und Yankeles Credo, daran haben sie sich zeit ihres langen Lebens gehalten, so hat es auch immer gut funktioniert, dieses Leben. Doch der Bruch mit den Kindern setzt etwas frei in Hertzmann. Er hat von youtube gehört. Von persönlichen Filmen im Internet. Er fasst einen Entschluss. Nachts setzt er sich, allein in seinem Studio, vor eine Videokamera – und erzählt. Dieser Roman spannt weite Bögen - geografische ebenso wie zeitliche und thematische. Zwischen Berlin, Caracas und New York erzählt Vanessa F. Fogel Geschehnisse aus der Zeit Hitlers bis heute und kreist dabei rund um das Thema 'Familie'. Das Überleben des Holocaust und danach ist dabei ebenso Gegenstand der Erzälung wie die Konflikte zwischen den Generationen und zwischen Geschwistern. Und die Familie ist dabei das Konstrukt, das alles zusammenhält, das allem eine Bedeutung verleiht. "Ich habe nie an Geister geglaubt", sagte sie, "bevor ich mit dir und deiner Mutter zusammen war." Damals wusste ich nicht, wie sie das meinte, aber heute weiß ich es. Mit uns zusammen zu sein hieß, mit den Geistern unserer Verstorbenen zusammen zu sein, mit den Geistern unseres vergangenen Selbst, jener Version von uns, die wir einzig und allein im Familienkreis sind. (S. 65) Die Geschichte beginnt in New York, an einem 1. April. Anlässlich der Geburtstagsfeier Doras kommt die Familie Hertzmann an diesem Tag zusammen - und wird von einer Mitteilung Yankeles überrollt. Er, der mittlerweile bereits über achzig Jahre alt die Geschäftsführung des Kaffeeimperiums schon vor Jahren aufgegeben und in die Hände seiner Kinder Jasmin und Leonard gelegt hat, bestimmt nun, dass künftig der jüngste seiner Söhne diese Aufgabe übernehmen wird. Ausgerechnet Eliot, der nie aufgehört hat, nach sich selbst zu suchen, und dabei nach und nach ein paar Coffeeshops in Amsterdam übernommen hat, soll nun die Geschäfte von 'Hertzmann's Coffee' leiten? Die Aufregung ist groß, man geht im Streit auseinander - und die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Firma, der Augapfel Yankeles, über diesen Streitigkeiten zerschlagen wird. Keine einfache Situation - und weil er jetzt nachts sowieso nicht mehr schlafen kann, verlegt sich Yankele in den schlaflosen Stunden aufs Filmen. Er hat etwas erfahren von einem Begriff namens "YouTube", wo er wohl in einer Art privatem Fenersehkanal sein eigenes Programm gestalten kann. Und er gestaltet. Und redet sich von der Seele, was seit Jahrzehnten ungesagt blieb. Ich sagte zuerst nichts, denn ich wollte das Versprechen, das wir einander gegeben hatten, nicht brechen. So heilig wie ein Ehegelübde war auch das Versprechen, die Vergangenheit nicht mehr zu erwähnen, zu atmen, zu leben. Wir wollten keine Opfer mehr sein. (S. 241) Die Vergangenheit gehört doch zum Leben dazu, das ist es, was Yankele spürt. Eine Familie sollte davon erfahren, denn sonst sind es nur halbe Wurzeln, auf denen sich ein Leben errichtet. Und auch wenn Dora und er sich nach dem Krieg geschworen haben, niemandem von ihren Erlebnissen als Juden im Nazideutschland zu erzählen - nun weiß Yankele, dass er dies nachholen muss. Und so beginnt er, dem blinkenden Kameraauge seine Vergangenheit zu offenbaren. Für sich. Für seine Kinder. Und für seine kleine Schwester. Der einzig anderen Überlebenden seiner Familie. Die sich aber nicht erinnert, nicht erinnern will - und seit Jahrzehnten jeden Kontakt mit ihrem Bruder meidet. Doch nun, am Ende seines Lebens, startet Yankele einen letzten Versuch, seine Schwester und seine Kinder zu erreichen... Verwirrend sind die Sprünge in der Erzählung, wenn zwischen Berlin, Caracas und New York gependelt wird. Da alles aus einer Ich-Perspektive heraus erzählt wird, weiß der Leser vor allem im ersten Drittel des Buches oftmals nicht, wer da gerade im Zentrum des Geschehens steht. Erst allmählich ist zu erkennen, dass alle Erzählstränge zur Geschichte der Familie Hertzmann gehören und sich allmählich einander annähern. In New York lebt Yankele mit seiner Frau, mit der ihn immer noch eine große Liebe verbindet, und neben den Geschichten um seine Familie in Gegenwart und Vergangenheit erfährt der Leser auch einiges über das Geschäft mit dem Kaffee, und manchesmal vermeint man den Duft einer ganz besonderen Kaffeeröstung wahrzunehmen. In Berlin lebt der älteste Sohn Yankeles - er war seinerzeit nicht mit nach New York gegangen, sondern blieb in der Stadt seiner Kindheit und gründete dort schließlich eine eigene Familie. Hier erfährt man einiges über Yankeles Enkel Marc, der sich gerade in einer schwierigen Pubertät befindet und verzweifelt nach Anerkennung sucht. Und in Caracas trifft der Leser auf José-Rafael, den Sohn von Yankeles kleiner Schwester - auch er mit einer eigenen Geschichte, letztlich verbunden mit einer Vergangenheit, von der er nichts ahnt. So überlebte ich am Anfang. Aber nach einer Weile wollte ich mehr. Ich dachte an die Zukunft und wünschte mir, meinen Kindern eines Tages alles geben zu können, was sie brauchten und sich erhofften. Und auch das, wovon sie nicht einmal träumten, auch das wollte ich ihnen geben. Ich erinnere mich, wie ich dachte, dass mit Wohlstand auch Freiheit kommt, Unabhängigkeit, weniger Leid und bessere Überlebenschancen. Dass mit ihm Leben kommt. Leben. (S. 129) Während in dieser Familiengeschichte die Hauptpersonen allmählich ein klareres Gesicht erhalten, sich aus dem Nichts herausschälen und dem Leser immer deutlicher vor Augen treten, bleiben die Nebenfiguren wie Yankeles Kinder erstaunlich blass. Oftmals klischeebehaftet, war es nicht sonderlich spannend, ihnen zu begegnen, sie spielten im Grunde auch keine wesentliche Rolle - was angesichts der großen Bedeutung der Familie für Yankele etwas schade ist. Und eine so überaus liebevolle Ehe wie die zwischen Yankele und Dora auch noch nach Jahrzehnten ist zwar wünschenswert, wirkt aber doch manchmal zu sehr wie mit Zuckerguss überzogen. Meist flüssig zu lesen, an manchen Stellen etwas holperig, wartet das Buch auch mit durchaus poetisch anmutenden Passagen auf. Insgesamt hätte ich mir die Geschichte noch ein wenig mehr ausgeführt gewünscht, das Potential hätte sie gehabt. Aber letztlich war es auch so eine lesenswerte Familiengeschichte mit einem Plädoyer für die Familie und gegen das Vergessen. © Parden

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    • 8

    Igelmanu66

    03. July 2015 um 17:25
  • Eine Familien- und Unternehmsgeschichte

    Hertzmann's Coffee

    lenar

    03. January 2015 um 18:21

    Meine Meinung:Ich habe vorher von diesem Buch noch nie etwas gehört und war daher umso neugieriger als mich der Verlag gefragt hat, ob ich das Buch lesen möchte. Dennoch waren meine Erwartungen nicht allzu groß, aber ich wurde positiv überrascht. Das Buch erzählt die Geschichte eines Mannes, Yankele, der Mitte 80 ist und eine Frau und vier Kinder hat. Yankele ist Besitzer eines Kaffeeunternehmens und möchte das Unternehmen eines seiner Kinder übergeben. Daraufhin kommt ein Streit zustande. Die Geschichte ist mit viel Humor und Charme geschrieben und erzählt die Geschichte von Yankele und seiner Frau Dora und die Liebe zwischen den Beiden.Man erfährt die viel über die Geschichte des Unternehmens und viel über die Familie. Alle haben ihre Macken und Eigenarten, aber alle sind auch sympatisch.Yankele mochte ich besonders. Er ist ein Charakter mit viel Tiefe, man erfährt über ihn welche Erinnerung er hat und was ihn beschäftigt.Der Schreibstil der Autorin ist klasse. Sie schreibt mit viel Gefühl und mit viel Humor. Fazit:"Hertzmann´s Coffee" ist ein Roman der viel Humor, aber auch Gefühle bietet. Das Buch erzählt die Unternehmens- und Familiengeschichte von Yankele. Leider gab es für mich an der ein oder anderen Stelle längen.

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  • Kann Kaffee gebrochene Herzen kitten?

    Hertzmann's Coffee

    Babscha

    Nicht oft stößt man auf ein Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nimmt, das einen an sich fesselt, still und nachdenklich werden lässt. Bei dem das Kopfkino in höchster Intensität und Brillanz seine Bilder produziert. Dessen wunderbare Sprache unter die Haut geht wie eine subkutane Injektion. Dies ist so eins! Es ist die Geschichte von Yankele Hertzmann. Ein Mann Mitte achtzig, Senior eines großen Kaffeehandelsunternehmens, der mit seiner Frau Dora an der Upper East Side in New York City wohnt. Sie führen eine intensive, außergewöhnliche Beziehung, "er das Herz und sie der Verstand", die in den Wirren des Nachkriegsdeutschlands vor langer Zeit begann. Überschattet wird ihr Leben von ihren vier Kindern, seit dem Ausscheiden des Vaters aus der Firma heillos zerstritten und sich bis aufs Blut bekämpfend, jeder ein ausgemachter Egoist und mit allen Mitteln die Leitung der Firma für sich einfordernd. Als Yankele eines Tages verkündet, dass er den jüngsten Sohn, einen aus Sicht seiner Geschwister nichtsnutzigen Tagträumer, zum neuen Geschäftsführer ernennt, bricht die Familie vollends auseinander. Und da  niemand dem Vater zuhören will und sich alle seine nicht gesagten Worte wie Magma im Vulkan seiner Seele aufstauen, trifft Yankele irgendwann eine einsame Entscheidung: Er besorgt sich eine Kamera, setzt sich Nacht für Nacht davor und teilt mit dieser seine innersten Gedanken und die bewegende Geschichte seines Lebens. Und lässt die Filme ins Netz stellen. So erfährt nicht nur der Leser nach und nach, welche Erlebnisse und Erinnerungen diesen alten Mann wirklich quälen und nicht zur Ruhe kommen lassen. Das Buch ist unterteilt in drei zeitversetzte Erzählebenen verschiedener Akteure, die zunächst für sich allein stehen, sich dann zum Ende hin erklären und schließlich ein großes Ganzes ergeben. Die plastische, mit viel Wortwitz und Humor erzählte Liebesgeschichte der beiden alten Leute bildet hierbei den roten Faden und das Fundament für den Kern des Buches, nämlich die Gedanken und Gefühle eines sensiblen und empathischen Mannes, der sein ganzes Leben lang an einer ungeklärten, schicksalhaften Fügung in seiner eigenen Familienbiographie zu beißen hat. Ein unbedingt lesenswertes, beeindruckendes Stück Literatur über Liebe, Weisheit und die wahren Werte im Leben.

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