"Verlorenes Herz"... oder eher die Frage, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, bevor aus Angst irgendwann Wut wird... Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen. Wirklich. Nur mal schauen, ob mich die Geschichte gerade abholen kann... Tja. Und plötzlich sitze ich Stunden später da und starre emotional leicht zerstört gegen die Wand, weil dieses Buch mich komplett eingesogen hat. Schon die ersten Seiten haben bei mir diese typische "ich lese nur noch ein Kapitel"-Sogwirkung ausgelöst. Diese düstere Atmosphäre, die Mischung aus Magie, Medizin, Gewalt, Intrigen und unterschwelliger Romance... Bitte WAS war das denn bitte für eine Kombination??? Doch worum geht's überhaupt? Nhika gehört zu einem Volk, das fast vollständig ausgelöscht wurde. Durch ihre Gabe kann sie mit bloßen Berührungen Körper manipulieren und heilen... oder töten. Im Stadtstaat Theumas gelten Menschen wie sie allerdings nicht als Heiler, sondern als Monster. Als Nhika entdeckt wird, landet sie unfreiwillig mitten in einer Mordermittlung rund um eine mächtige Adelsfamilie und begegnet dort dem mysteriösen Ven, bei dem ich wirklich durchgehend nicht wusste, ob ich ihm vertrauen oder ihn anschreien soll. Was mich hier aber am meisten begeistert hat, war diese komplette Stimmung des Buches. Alles wirkt bedrückend, gefährlich und irgendwie hoffnungslos... und genau deshalb haben kleine Momente von Nähe oder Vertrauen plötzlich so unglaublich viel Gewicht. Dieses Buch lebt nicht nur von seiner Handlung, sondern vor allem von diesem permanenten Gefühl, dass jederzeit alles eskalieren könnte. Ich mochte außerdem unglaublich gerne, dass Nhika keine perfekte Heldin ist. Sie trägt Angst, Einsamkeit und Schuld mit sich herum und genau das hat sie für mich so greifbar gemacht. Dieses Gefühl nirgendwo wirklich hinzugehören... ständig vorsichtig sein zu müssen... immer überlegen zu müssen, wem man vertrauen darf... Das war stellenweise fast greifbarer als die eigentliche Fantasy Handlung. Und dann VEN. Ich sags euch wie es ist... Ich habe diesem Mann ungefähr alle drei Kapitel abwechselnd vertraut, misstraut, ihn verdächtigt und dann doch wieder gefeiert. Diese Dynamik zwischen den beiden war einfach SO gut geschrieben, weil sie sich eben nicht sofort perfekt oder kitschig anfühlt. Außerdem liebe ich Bücher, die Fantasy mit etwas Düsterem und fast schon Thriller-artigem verbinden. Die Mordermittlungen, die Geheimnisse und dieses ständige Rätseln darüber, wer hier eigentlich welches Spiel spielt, haben mich komplett an die Seiten gefesselt. Und können wir bitte kurz über dieses Worldbuilding reden? Diese Mischung aus technologischem Fortschritt, düsterer Fantasy und dieser fast schon neblig-kalten Atmosphäre war einfach unglaublich bildhaft. Teilweise hatte ich wirklich das Gefühl selbst durch diese Straßen zu laufen oder direkt neben den Figuren in diesen bedrückenden Räumen zu stehen. Für mich war "Verlorenes Herz" definitiv keine 08/15 Fantasy. Es ist düster, emotional, stellenweise brutal und gleichzeitig voller leiser Momente, die einem plötzlich das Herz weich machen. Die Art von Buch, bei der man nach dem Zuschlagen erst mal die Zimmerdecke anstarrt und kurz verarbeiten muss, was man da eigentlich gerade gefühlt hat. Wenn ihr morally grey Charaktere liebt, düstere Fantasy mit Atmosphäre sucht und Geschichten mögt, die gleichzeitig spannend, melancholisch und emotional sind... Dann solltet ihr dieses Buch definitiv im Auge behalten.
Vanessa Le
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Vanessa Le
Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
Tödliche Gabe (The Last Bloodcarver, Band 2)
Neue Rezensionen zu Vanessa Le
Das Cover finde ich interessant, es macht neugierig.
Nach einer Leseprobe wolle ich sehr gerne wissen wie es weiter geht mit Nhika.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht.
Ich bin gut und schnell in die Geschichte rein gekommen. Der Anfang war auch spannend und interessant, dann wurde es leider eher langatmig und zum Ende hin nochmals spannend.
Die Magie fand ich recht interessant. Die Erklärungen zur Magie und zum medizinischen waren ausführlich, ich hatte damit jetzt keine Probleme, allerdings habe ich auch diverse medizinische Kenntnisse. Die Vorgehensweise von Nhika hat mir gut gefallen. Vieles war vorhersehbar gewesen, hat mich jetzt aber nicht gestört. Manches war für mich auch nicht ganz logisch nachvollziehbar gewesen.
Die Welt ist gut beschrieben und die Karte fand ich auch praktisch.
Ich hatte nur meine Probleme mit manchen Begriffe wie z.B bei meißeln.
Leider konnte ich auch nichts von Liebe zwischen Kochen und Nhika spüren, mir kam es eher nur freundschaftlich vor und wegen ihrer gemeinsamen Begabung.
Was ich von dem Ende halten soll weiß ich auch nicht so recht.
Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte mit starkem Anfang und spannendem Ende mit Schwächen.
Das Ende von Band 1 war ja richtig richtig fies und lies einen heartbroken zurück. 🥹💔 Deshalb war es klar, dass ich unbedingt Band 2 lesen musste um zu wissen wie es weitergeht.
Wir haben wechselnde Perspektiven, wobei dieses Mal der Fokus auf Kochin gesetzt wurde. Man erlebt hautnah seine Gefühlswelt, seinen Kampf, seine Verzweiflung seinen Schmerz. Die Perspektiven sind in zwei verschiedenen Zeitebenen geschrieben und bewegen sich aufeinander zu. Man fiebert also bei jedem Kapitel mit, wann sie sich endlich treffen und ob wirklich alle am Leben sind wenn es soweit ist. 🥺
Das Setting ist dieses Mal noch eine Spur düsterer. Theumas befindet sich im Krieg. Weitere Trauma entstehen und doch bleibt die Hoffnung, dass danach alles gut sein wird.
Mir hat allgemein die Entwicklung der Charaktere wieder sehr gefallen, egal ob Protagonisten oder Nebencharaktere. Die Liebesgeschichte spielt sich tatsächlich aber eher im Hintergrund ab, weil Kochin und Nihka erst sehr spät aufeinander treffen.
Zum Schluss ist der Spannungsbogen wirklich extrem hoch und ich kam wirklich total ins schwitzen ob es ein Happy End geben wird oder nicht!! 🥵 Wie es ausgeht müsst ihr aber selbst lesen.
Mein Fazit:
Das Buch nimmt uns auf eine emotionale Reise mit, mit ganz viel Schmerz und Angst. Aber immer ist da dieser kleine Hoffnungsschimmer dabei, dass alles gut werden wird und Kochin und Nikha ihre Freiheit und Liebe finden werden. Richtig toller Abschluss der mich begeistert und mitgerissen hat. 4 von 5 Sternen ⭐
Gespräche aus der Community
Ein mysteriöser Arztgehilfe, ein tödliches Geheimnis. Wir suchen 25 Leser:innen für diesen packenden Fantasy-Roman "Verlorenes Herz" von Vanessa Le, über eine Berührung, die töten kann!
Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!
Ja das stimmt aber diese Spur von Mitleid hatte ich beim Lesen tatsächlich auch 🙈
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