Vanessa Montfort

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Vanessa MontfortFrauen, die Blumen kaufen
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Frauen, die Blumen kaufen
Frauen, die Blumen kaufen
 (7)
Erschienen am 01.02.2018
Vanessa MontfortMujeres que compran flores
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Mujeres que compran flores
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 (1)
Erschienen am 13.10.2016

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Caillean79s avatar

Rezension zu "Frauen, die Blumen kaufen" von Vanessa Montfort

„Das Leben ist eine dringliche Angelegenheit“
Caillean79vor 5 Monaten

Es gibt Bücher, bei denen ich es unheimlich schade finde, dass sie so wenig bekannt sind und mir wünschen würde, dass sie viel mehr Aufmerksamkeit erhalten würden. Dieses hier ist eins davon. „Frauen, die Blumen kaufen“ ist ein unheimlich kluges, feinfühliges und doch modernes Buch, das von einer wunderbar poetischen Sprache lebt. So viele Sätze sind mir aufgefallen – um sie sich alle zu merken, hätte ich jede dritte Seite des Romans abfotografieren müssen.

Ich bin wirklich begeistert von dieser Geschichte, die so ganz anders war als ich es erwartet hatte und doch voll und ganz alle Lese-Erwartungen erfüllt hat. Da geht es zunächst um Marina, die neu im Viertel ist und auf einen wunderschönen Garten samt Blumenladen stößt. Die Besitzerin stellt Marina kurzerhand als Aushilfe ein und öffnet ihr damit einen neuen Lebensweg. Denn Marina hatte sich nach dem Tod ihres Mannes fast aufgegeben. Die Stammkundinnen, die bald zu Freundinnen werden, haben alle ihre ganz eigenen Gründe Blumen zu kaufen – aber nach drei Monaten sind aus allen andere Menschen geworden. Eigentlich klingt diese Story wie ein x-beliebiger Frauenroman, den man mal an einem Wochenende durchliest. Dass aus dieser Geschichte eine solche Perle entstehen kann, hat mich schwer beeindruckt. Denn Vanessa Montfort beschreibt die Entwicklung ihrer „Frauen, die Blumen kaufen“ manchmal einfühlsam, manchmal sehr direkt. Aber irgendwie immer auf dem Punkt.

Einen kleines i-Tüpfelchen birgt das Buch in einer Szene, als die Schriftstellerin selbst im Roman den Blumenladen betritt und ihre Figuren kennenlernt. Das habe ich in dieser Form noch in keinem Buch gelesen und fand es sehr reizvoll.

Ich kann diesen Roman einfach nur jedem ans Herz legen und inständig hoffen, dass er eine große Leserschaft findet. Es wäre sonst unheimlich schade, denn ich finde wirklich, dass er eine kleine Kostbarkeit ist.

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BeautyBookss avatar

Rezension zu "Frauen, die Blumen kaufen" von Vanessa Montfort

Wunderbar und angenehm zu lesen!
BeautyBooksvor 7 Monaten

Die Melancholie ist jener Schmerz, dem wir Erwachsene nicht entfliehen können. - Seite 147

Im Barrio de Las Letras, einem Bohème-Viertel in Mad­rid, zwischen belebten Straßen und schattigen Plätzen, genau dort, wo Cervantes und Lope de Vega gelebt haben sollen, gibt es einen kleinen Blumenladen, der in einem zauberhaften Garten liegt und von der scheinbar alterslosen und rätselhaften Olivia geführt wird: Il Jardin del Àngel, der »Garten des Engels«. Hier begegnen sich fünf Frauen, die Blumen kaufen. Victoria kauft sie für ih­ren heimlichen Geliebten, Casandra lässt sie sich ins Büro schicken, weil sie ihren Chef eifersüchtig machen will. Die erfolglose Künstlerin Aurora kauft Blumen, um sie zu malen, die von der Liebe enttäuschte Gala nur noch für die Kunden ihres Show­Rooms und Marina, die letzte, für einen Menschen, der nicht mehr lebt. Nach dem Tod ihres Mannes ist Marina hoffnungslos ver­loren. Zu lange hat sie das Steuer des Lebens ihrem Mann überlassen. Und seinem Wunsch, allein über das Meer zu segeln und seine Asche vor der Küste Afrikas zu verstreu­en, wird sie aus Angst niemals nachkommen können. An einem Tag tiefster Verzweiflung begegnet sie Olivia, die ihr eine Arbeit in ihrem Blumenladen anbietet. Dort lernt sie die vier anderen Frauen kennen, die so unterschiedlich sind und doch etwas gemeinsam haben: Sie alle stehen vor einem alles entscheidenden Moment ihres Lebens.

Ich begann zu verstehen, warum wir Beifahrerinnen so sind, wie wir sind. Wir wurden schon von ängstlichen Frauen großgezogen. Keine feigen, sondern schreckhafte Frauen, die eine unbegrenzte Leidensfähigkeit besaßen und all ihre Angst schon über die Nabelschnur an ihre Töchter weitergegeben hatten. Überempfindlich, leicht reizbar, introvertiert, instabil, unentschieden, eher pessimistisch, unsicher... so waren wir. So war meine Mutter, so war ich. Und mein Vater hatte uns alle überbehütet. - Seite 151

Meine persönliche Meinung:
In der Buchhandlung wurde mir sehr von diesem wunderhübschen Buch vorgeschwärmt. Ich muss gestehen, dass es mir ansonsten nicht wirklich in der Verlagsvorschau aufgefallen ist. Da ich aber neugierig war und ich die Bücher aus diesem Verlag immer wieder gerne lese, habe ich mich dazu entschlossen, es doch zu lesen. 

Du wusstest, dass ich dich nicht verlassen würde, weil ich dich brauchte. Ich wusste, dass du mich nicht verlassen würdest, weil du wusstest, dass ich dich brauchte. Waren wir in Liebe verbunden oder in unserem Bedürfnis nach Sicherheit? - Seite 216

Wir lernen in diesem Buch ganz unterschiedliche Frauen und Charaktere kennen und doch haben sie alle eines gemeinsam. Jeder der Frauen ist in ihrem Leben an einem Punkt angekommen, an dem sie merken, dass sie eigentlich nicht ganz glücklich sind und etwas ändern müssen. Fünf Frauen, die sich finden, eine Freundschaft bilden und dadurch gemeinsam wunderbare und schöne Dinge im Leben entdecken.Sie erzählen sich aus der Vergangenheit und was sie sich für die Zukunft wünschen würden. Wünsche hat man stets, diese jedoch umzusetzen ist oftmals nicht so einfach. 

Ich kann gar nicht sagen, welche ich der fünf Frauen lieber mochte. Alle fünf Frauen sind einzigartig und so besonders. Jede hat ihren eigenen wunderbaren Charakter, ihre eigene Lebensgeschichte und in jeder der Frauen konnte man sich stets immer ein wenig selbst sehen. Ich habe sie so gerne auf ihrem Weg begleitet und habe erst einmal laut geseufzt, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, weil es für mich eine ganz wunderbare Lektüre war.

Manchmal müssen wir aufhören, uns selbst zu bestrafen. Und vielleicht etwas viel Schmerzhafteres akzeptieren als die Tatsache, andere Menschen enttäuscht zu haben. Nämlich dass die anderen auch uns enttäuscht haben. - Seite 298

Der Schreibstil ist mir sofort positiv aufgefallen. Es lässt sich so wunderbar und schön lesen. Diese Geschichte lädt zum Träumen und Nachdenken ein, dank der wunderbaren und vielen Zitate, die einem während dem Lesen immer wieder auffallen. Diese Geschichte verbirgt so viele Weisheiten, in denen man sich immer wieder selbst wiedererkennt.

Ich möchte gar nicht allzu viel auf den Inhalt eingehen. Ich finde es immer etwas lästig, wenn ich Rezensionen lese, die schon alles von dem Buchinhalt verraten und ich dann das Gefühl habe, das Buch nicht mehr lesen zu müssen, da ich den größten Verlauf der Geschichte gefühlt nun schon kennengelernt habe. Diese Geschichte gefällt definitiv all jenen, die eine leichte und wunderschöne Lektüre fürs Herz suchen. Dieses Buch kommt ganz ohne Kitsch aus und doch ist es eine romantische und wirklich herzerwärmende Geschichte. Perfekt für einen lauen Sommerabend oder für den Urlaub. 

Wir Starken - sie sprach im Plural - waren nur stark, weil wir das Pech hatten, mehr Unglück ertragen zu können. Unsere Schmerztoleranzgrenze war höher als die anderer Leute. - Seite 404

Die Beschreibungen der Blumen und vor allem von diesem wunderbaren kleinen und schnuckeligen Blumenladen wurde so genau und detailgetreu niedergeschrieben, dass man sich als Leser fühlt, als wäre man soeben selbst dort gewesen um all die schönen Blumen riechen und bestaunen zu können. 

Hier handelt es sich definitiv um einen mitreißenden Roman, der uns näher bringen möchte, dass man auch mal mutig sein darf und auch kann, um sein Leben zu ändern und selbst in die Hand zu nehmen, aber auch, für sich selbst manchmal Blumen zu kaufen. Eine Frauenfreundschaft, die wunderbarer nicht sein könnte!

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