Als ich "Eine Handvoll Küstenglück" von Vanessa Sommer gelesen habe, wusste ich sofort: Das ist genau die Art von Wohlfühlroman, die ich liebe. Eine Geschichte voller Herzklopfen, einer zauberhaften Kulisse und Charakteren, die einem ans Herz wachsen.
Finny, die Hauptfigur, steckt zu Beginn der Geschichte in einer echten Krise. Erst die Trennung von ihrem Freund Jens, dann die Kündigung – und das alles durch ein und dieselbe Person. Ein echter Albtraum! Doch anstatt in Selbstmitleid zu versinken, nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand. Als sie auf eine gut bezahlte, wenn auch befristete Stelle an der Ostsee stößt, zögert sie nicht lange. Das Ferienhaus ihrer Großeltern bietet sich als perfekte Unterkunft an, doch vor Ort angekommen, erwartet sie eine unangenehme Überraschung: Das Haus ist in einem schlechten Zustand.
Und dann ist da Malte. Der charmante, hilfsbereite Nachbar, der ihr nicht nur tatkräftig unter die Arme greift, sondern auch langsam, aber sicher ihr Herz erobert. Die Chemie zwischen den beiden ist sofort spürbar, und es ist einfach schön mitzuerleben, wie sich ihre Beziehung entwickelt – unaufgeregt, aber mit einer Tiefe, die mich sehr berührt hat. Besonders mochte ich, wie realistisch und natürlich ihre Dynamik beschrieben wurde. Kein übertriebenes Drama, sondern zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen, sich annähern und gemeinsam über sich hinauswachsen.
Neben der Liebesgeschichte hat mich aber auch das Setting begeistert. Die Ostsee mit ihren Stränden, dem Meeresrauschen und dem kleinen, verschlafenen Ort ist so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Ich konnte die salzige Luft förmlich riechen und die Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüren. Es ist die perfekte Kulisse für eine Geschichte über Neuanfänge, über das Loslassen der Vergangenheit und das Ankommen an einem Ort – und bei einem Menschen –, der sich wie Zuhause anfühlt.
Natürlich läuft nicht alles reibungslos. Neben dem herausfordernden Job hat Finny auch mit den Renovierungsarbeiten zu kämpfen, und einige Hindernisse stehen ihrer Beziehung zu Malte im Weg. Besonders das Angebot ihres Ex-Freundes, zurückzukehren, hat mich kurz den Kopf schütteln lassen – das hätte für mich nicht unbedingt sein müssen. Aber gut, manchmal brauchen Charaktere vielleicht genau solche Momente, um endgültig zu erkennen, wo ihr Herz wirklich hingehört.
Der Schreibstil von Vanessa Sommer ist angenehm flüssig, leicht, aber trotzdem mit einer schönen Tiefe. Ich habe die Seiten regelrecht verschlungen und mich in der Geschichte verloren. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, und besonders Malte hat mir mit seiner bodenständigen, einfühlsamen Art unglaublich gut gefallen. Auch die Nebenfiguren tragen dazu bei, dass die Atmosphäre authentisch und lebendig wirkt. Der schrullige alte Nachbar, die Dorfbewohner – all das macht die Geschichte rund und sorgt dafür, dass man sich als Leser*in einfach wohlfühlt.
Mein Fazit: "Eine Handvoll Küstenglück" ist ein wunderschöner Roman zum Abschalten, Träumen und Genießen. Perfekt für alle, die romantische Geschichten mit Wohlfühlcharakter und einer traumhaften Kulisse lieben. Und eine Frage bleibt: Was ist eigentlich aus dem Loch im Dach geworden? Vielleicht ein kleines Detail, aber es hat mich am Ende doch ein wenig gewundert. Dennoch, von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!