Vanna Vinci

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen

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Frida - Ein Leben zwischen Kunst und Liebe

Frida - Ein Leben zwischen Kunst und Liebe

 (4)
Erschienen am 28.08.2017

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Rezension zu "Frida - Ein Leben zwischen Kunst und Liebe" von Vanna Vinci

Ästhetische Hommage an eine starke Frau
katzenminzevor 10 Monaten

Ästhetische Hommage an eine starke Frau
Dieses Buch ist einfach eine Augenweide: Tolle Zeichnungen, satte, leuchtende Farben und eine kreative Umsetzung, die weitab von jedem „normalen“ Comic liegt. Das passt natürlich wunderbar zu der eigenen und kreativen Künstlerin Frida Kahlo, um die es hier geht. Da sie selbst mit ihrer mexikanischen Tracht, dem schönen markanten Gesicht und den blumengeschmückten Flechtfrisuren schon ein Hingucker ist, hat Vanna Vinci hier auch besonders viele Zeichnungen der Künstlerin selbst untergebracht. Da Frida meist auch Selbstportraits malte, passt das alles perfekt!

Die wichtigsten Ereignisse aus Fridas Leben werden hier geschildert, wobei sich Vinci auf ihre Männer und auf ihre Leiden in Verbindung mit ihrer Malerei konzentriert. Schmerz und Malerei lassen sich ja hier kaum trennen – das zumindest ist aus der Schule noch hängen geblieben.

Natürlich finden sich viele Anspielungen auf Bilder die Frida Kahlo malte. Leider ist nicht immer ganz klar, wann auf eines ihrer Werke angespielt wird und wann nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass jedes Bild, das eine Referenz auf eines von Kahlos Werken darstellt, als solches markiert ist – als kleine Fußnote beispielsweise – und zumindest Titel und Erscheinungsjahr irgendwo vermerkt sind. Ja, manchmal sind die Titel der zugehörigen Bilder im Text untergebracht, aber eben nicht immer. Um jede Anspielung zu verstehen, muss man sich ansonsten schon sehr gut mir Frida Kahlos Euvre auskennen.

Das bringt mich direkt zu einem weiteren Kritikpunkt: Die Geschichte ist aus der „Ich“-Perspektive erzählt. Frida resümiert im Gespräch mit dem Tod ihr Leben. Dabei werden ihr naturgemäß viele Dinge in den Mund gelegt. „Ich war schon immer selbstreflexiv“ beispielsweise. Oder „Ich hatte immer eine weibliche Seite und eine männliche“. Ich habe mich gefragt, woher nun all diese Informationen kommen. Hat sie das tatsächlich so gesagt? Oder entspringt das der Fantasie der Autorin? Es sind aber nirgendwo Quellen angegeben. Das hat mich schon gestört. Einzig eine Anmerkung gibt es, dass die dargestellten Briefe nicht originalgetreu wiedergegeben sind, sondern eine Zusammenfassung darstellen. Interessieren würde mich auch, ob Frida Kahlo ihre Leiden immer mit den Worten „Ich litt wie ein Hund“ beschrieben hat. Anders würde sich mir nämlich nicht erklären, warum diese abgedroschene Phrase ganze sechs oder sieben mal in der relativ kurzen Geschichte vorkam...

Natürlich kann man in der Kürze einer Graphic Novel nicht alles Aspekte eines bewegten Lebens schildern. Den Fokus auf Fridas Männer zu legen und darauf, wie ihr das Malen durch ein Leben voller Schmerzen halft, fand ich in diesem Falle gut. Es macht auf jeden Fall Lust, sich noch näher mit Frida Kahlo zu beschäftigen. Auch wenn meiner Meinung nach Frida in der Darstellung Vincis nicht immer sehr sympathisch rüberkommt. Hin und wieder wirkt sie zu hart oder sehr selbstbezogen. Aber wahrscheinlich ist das sogar authentisch.

Auch wenn sich leider ein paar Kritikpunkte gesammelt haben, überzeugt die Graphic Novel mit ihren tollen Zeichnungen, der innovativen Gestaltung und den wunderschönen Farben. Für Frida Kahlo-Fans ist das Buch ein absolutes Muss und ich glaube, es macht sogar noch mehr Spaß, wenn man sich etwas besser mit Kahlos Leben und ihren Werken auskennt. Sprachlich und gerade was die Quellenangabe angeht, hätte man einiges besser machen können. Aber insgesamt ist es eine großartige Hommage an eine sehr besondere und bewundernswerte Frau.

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ilkamiilkas avatar

Rezension zu "Frida - Ein Leben zwischen Kunst und Liebe" von Vanna Vinci

Spannendes Leben, spannende Umsetzung
ilkamiilkavor einem Jahr

Frida Kahlo dürften die meisten schonmal gehört haben. Dass es sich um eine Künstlerin handelt, ist ebenfalls noch recht bekannt, doch dann hört es bei den meisten auf. Inklusive mir - bis vor ein paar Tagen. Doch irgendwie hat mich diese Frau mit den markanten Zügen stets fasziniert. Außerdem wollte ich schon länger mal in den Bereich Graphic Novel hineinschnuppern, da ich früher begeistert Comics und Mangas gelesen habe.

Vanna Vinci ist die Autorin und Illustratorin dieses Werks und kommt aus Italien. Ihre Art zu illustrieren passt meiner Meinung nach sehr gut zu dieser Biografie, da sie farbenfroh und lebendig ist. Das Graphic Novel ist so aufgebaut, dass Frida Kahlo in einem Dialog mit einer zunächst unbekannten Person ihr Leben Revue passieren lässt. Durch die graphische Darstellung wurde mir beim Lesen bewusst, wie besonders ihr Leben war. Wenn man einen Grad vergeben könnte wieviel ein Mensch erlebt hat, wäre dieser bei der Künstlerin ausgesprochen hoch, im positiven, wie im negativen Sinne. Sie musste viel erleiden, hat es aber dennoch geschafft den Lebensmut nicht zu verlieren. Ich war während der Lektüre ständig am Staunen und musste unwillkürlich darüber nachdenken, dass ich selbst wahrscheinlich nicht so stark gewesen wäre.
Mein Interesse in Frida Kahlo und Graphic Novels ist nun geweckt und wird garantiert weiter ausgebaut.

Fazit: Auch für Graphic Novel Neulinge ein großes Vergnügen. Durch die ausdrucksstarken Zeichnungen von Vanna Vinci breitet sich Frida Kahlos Leben vor einem aus wie ein Film. Spannendes Leben, spannende Umsetzung.

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bibliotaphs avatar

Rezension zu "Frida - Ein Leben zwischen Kunst und Liebe" von Vanna Vinci

Ein bewegtes Leben
bibliotaphvor einem Jahr

„ …und mir wurde eines klar…dass es in meinem Leben zwei große Unfälle gegeben hatte: Einmal, als ich von der Straßenbahn zerquetscht worden war…und ein zweites Mal, als ich Diego begegnet war.“

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907-1954) war zu Lebzeiten in der Öffentlichkeit vor allem als Ehefrau des berühmten Malers Diego Rivieras bekannt.

Im Jahr 1907 als Tochter eines deutschen Einwanderers und einer Mexikanerin geboren, ist sie schon als junge Frau sehr selbstbewusst, hat sie doch einen männlichen Kleidungsstil und treibt viel Schabernack mit ihren (hauptsächlich männlichen) Schulfreunden. Doch ein schwerer Unfall in einer Straßenbahn im September 1923 ändert alles: Viele Knochen in ihrem Körper sind gebrochen und sie muss eine sehr lange Zeit liegend verbringen.

Um sich von den schrecklichen Schmerzen abzulenken, beginnt sie zu malen. Einige Zeit später lernt sie den berühmten -und wegen seiner vielen Affären auch berüchtigten- Maler Diego Riviera kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Der wesentlich ältere, unattraktive und dickliche Künstler ist die Liebe ihres Lebens. Frida beginnt traditionelle Tehuana Bekleidung zu tragen und unterstützt ihren Mann in seinem künstlerischen Schaffen.

Doch Diego kann ihr nicht treu bleiben und verletzt sie immer wieder mit zahllosen Liebschaften. Auch hat Frida mehrere Fehlgeburten und ihre körperlichen Beschwerden machen ihr immer mehr zu schaffen. Letztendlich beschließt sie, sich ebenso zu Verhalten wie ihr Mann und beginnt nicht nur Affären, sondern beschäftigt sich auch immer mehr mit der Malerei, durch die sie die Möglichkeit hat, ihre Gefühle und ihren Schmerz zum Ausdruck zu bringen.

Ich habe vorher noch nie ein Graphic Novel gelesen, aber da ich mich für Frida Kahlo und ihre Werke schon seit einigen Jahren interessiere, musste ich es einfach lesen. Ich wurde auch nicht enttäuscht, denn obwohl ich schon einige sehr interessante Biografien über sie gelesen habe, wurde ihre Geschichte durch die Bilder noch einmal anders erzählt.

So ging mir die Darstellung des Unfalls, der so viel Einfluss auf ihr Leben und Schaffen haben sollte, sehr nahe, da ihre Hilflosigkeit und Verwirrung angesichts der unübersichtlichen Situation und der Schmerzen mithilfe der Bilder ganz anders dargestellt werden, als „nur“ Worte es können.

Des Weiteren fand ich es sehr gut, dass durch die Einbettung ihrer Malereien noch einmal genau herausgestellt wird, wie eng ihr Leben mit der Kunst verbunden ist.

„Ich habe immer meine Realität und mich selbst gemalt…denn ich war das Einzige, was ich wirklich kannte…und ich war das einzige Territorium, das ich erkunden wollte.“

Frida Kahlo ist in diesem Graphic Novel selber die Erzählerin ihrer Lebensgeschichte, das komplette Buch ist ein Dialog zwischen ihr und jemand anderem (wer das ist, möchte ich hier nicht verraten). Vinci orientiert sich bei ihren Zeichnungen an dem Stil Frida Kahlos: Die Zeichnungen sind bunt und dadurch wirken sie auf den ersten flüchtigen Blick fröhlich, die Tragik offenbart sich nicht sofort. Die vielen Farben drücken vielleicht auch die Lebensfreude aus, die diese Frau trotz all der körperlichen Beschwerden, die sie hatte, nicht verloren hat. Trotz ihrer  körperlichen und seelischen Not scheint sie immer lebensbejahend zu sein und sich nicht aufzugeben. Wenn die Malerin über ihre Vergangenheit spricht, sind die Farben etwas gedeckter gehalten.

Da dieses Buch nicht nur unterhaltend ist, sondern auch einige wichtige Informationen zum Leben und Schaffen der Malerin vermittelt, ist es auch für Kahlo „Neulinge“ interessant. Allerdings werden auch Menschen, die sich mit Kahlo schon etwas ausführlicher auseinander gesetzt haben, ihre Freude beim Lesen dieses sehr schön gestalteten Graphic Novels haben.

 

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