Vea Kaiser Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam

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Inhaltsangabe zu „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ von Vea Kaiser

'Ein großer Literaturspaß, ein sehr gelungenes Debüt' Denis Scheck Ein 14,8 Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, ein fallender Engel, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordic-walkende Mütterrunde, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum unvergesslichen Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Hingabe an leuchtende Details und skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser entfaltet mit Verve, Esprit und unwiderstehlichem Witz die große Geschichte eines kleinen Dorfes und erzählt von einer Familie, die über drei Generationen hinweg auf kuriose Weise der Wissenschaft verfallen ist. Ein wagemutiges, herausragendes Debüt, das Kritik und Leser gleichermaßen verzaubert hat.

Großartig!

— Rotkäppchen
Rotkäppchen

sehr unterhaltsam und gar nicht unrealistisch

— lisalercher
lisalercher

Skurill und ungewöhnlich, aber ich habe mich sehr gut amüsiert!

— LotteKinskofer
LotteKinskofer

Witzig, skurril, liebenswert. Vea Kaiser zeigt in ihrem Debüt ihr großes Erzähltalent.

— leselea
leselea

sensationell,...beste Unterhaltung,

— GIARDINO
GIARDINO

War leider extrem langatmig und konnte mich erst ab dem letzten Drittel begeistern

— Gwenfly
Gwenfly

3 Sterne für den Einfallsreichtum und Humor der Autorin. Die Geschichte konnte mich aber leider nicht mitnehmen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein wunderbarer Familienroman, in dem viele überraschende Situationen auf die liebenswerten Bewohner eines kleinen Bergdorfes zukommen.

— unfabulous
unfabulous

So mag ich auch bayrische Bergbarbaren.

— ioreth
ioreth

Erfrischend, skuril und absolut liebenswert. Das Buch vermittelt Lebensfreude und schärft den Blick für vermeintlich unwesentliche Dinge.

— KathAlb
KathAlb

Stöbern in Romane

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Kling schafft es mal wieder uns die unschönen Wahrheiten über unsere Gesellschaft in einer tollen Satire vor Augen zu führen!

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  • Die Hälfte hätte auch gereicht

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Federfee

    Federfee

    21. March 2017 um 11:46

    Die Idee ist gut: ein Junge, der in einem einsamen Bergdorf aufwächst und sich so gar nicht zugehörig fühlt, ja, die Dorfbewohner fast sogar verachtet, bekommt die Gelegenheit zu einer fundierten Schulbildung. Als er die Matura (das Abitur) nicht bekommt und er weiter in seinem Dorf zurechtkommen muss, versucht er, seinem großen Vorbild, dem 'alten Griechen' Herodot nachzueifern und die Dorfbewohner wie einen fremden Stamm zu erforschen. Ohne dass er es zuerst merkt oder will, fängt er an, sich wohl zu fühlen, die Vorteile einer eingeschworenen Gemeinschaft zu sehen und ein geachtetes Mitglied zu werden.Das alles ist in epischer Breite erzählt und doch kommen mir die Figuren merkwürdig blass und manchmal sehr unglaubwürdig vor, wie z.B. den Holzschnitzer Gerlitzen, der seine Frau mit dem Neugeborenen verlässt, weil er glaubt, dass es von seinem Nachbarn ist. Nicht nur dass, er schlägt sich in die Hauptstadt durch und kehrt später als Arzt in sein Heimatdorf zurück. Das ist der Großvater der Hauptperson Johannes.Zu diesem all zu ausführlichen passt, dass jeweils Seiten in kursiv eingefügt sind, die die Geschichte des Dorfes von Anfang an berichten, eine Chronik also. Ich habe sie erst versucht zu lesen, aber nachher nur noch überflogen.Es gibt durchaus humorvolle oder interessante Passagen im dicken Buch, aber im Großen und Ganzen fand ich es langweilig. Es hat mir nichts gegeben und es wird in meinem Büchergedächtnis sicher schnell verblassen.

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    • 3
  • Ein Baum, auf dem Ideen wachsen

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Ulenflucht

    Ulenflucht

    16. March 2017 um 20:31

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wissenschaft der Vea Kaiser etwas Botanisches in die Alpen gebracht hat. Es muss ein Baum gezüchtet worden sein, der Ideen hervorbringt und zwar ohne Unterlass. Meine Befürchtung ist, dass das Ding in den nächsten Jahren nicht nur Österreich zugewuchert hat, sondern den ganzen Planeten. Das ist aus dem Grund zu befürchten und nicht zu hoffen, weil dieses Buch dann nicht einzigartig bleiben wird, wenn erst jeder vom Baum der Ideen süße Früchte naschen kann und der Stift dann nur so übers Papier fliegt in jedem Häuschen von Reykjavík bis Rajasthan. Wir ertränken in Geschichten.Bis das aber so weit ist, bleibt Blasmusikpop quasi Patient Null und das ist gut so. Das Beeindruckende an diesem Roman ist nicht die Geschichte, die für sich eher unspektakulär ist, sondern eben die Art, wie sie erzählt wird. Man liest die haarsträubenden Einfälle gerne und kann sich lebhaft vorstellen, welchen Spaß die Autorin da in ihrer Ideenbaumwelt gehabt haben muss. Welch ein Fest der Fantasie!Dieses Buch fertig zu lesen hat mich jedoch mehrere Monate gedauert. So sehr man sich auch an den Absurditäten und der Eloquenz erfreut, so sehr zieht sich manchmal die Handlung hin und an manchen Stellen langweilt sie gar. Auch das Ende hat einige Schwächen und kann nicht mit den tollen Ideen des Restes mithalten. Hin und wieder gerät auch der Dialekt der Bergbarbaren zu einem anstrengend zu lesendem Unterfangen. Kleine Schwächen tun der Tatsache aber keinen Abbruch, dass dieses Buch eine wahre Entdeckung ist.

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  • Über die Bergbarbaren

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    leselea

    leselea

    Jene Bergbarbaren aus St. Peter haben im Laufe der Jahrhunderte Sitten und Gebräuche entwickelt, die der zivilisierte Leser erfahren soll, und vor allem möchte ich skizzieren, wieso sie so sind, wie sie sind, woher sie stammen und wie es kam, daß sie gegen die Zivilisierten Krieg führten. (S. 11) In St. Peter am Anger ticken die Uhren noch wie in früheren Zeiten: Man heiratet die Jugendliebe, übernimmt das Geschäft des Vaters, frönt die Mitgliedschaft in diverseren Vereinen, übertrumpft sich im Wettrinken (Männer) bzw. Kuchenbacken (Frauen), adaptiert mit Verzögerung und Vorsicht technische, modische sowie politische Neuerungen und bleibt generell einfach gerne unter sich. Außenstehende (auch in den eigenen Reihen) haben es schwer – eine Erfahrung, die auch Johannes A. Irrwein machen muss. Anders als die anderen Dorfkinder interessiert er sich nicht für Fußball oder Blasmusik und will auch nicht in die Fußstapfen seines Vaters, einen Zimmermann, treten. Stattdessen will Johannes Latein lernen, Wissenschaftler wie sein Großvater werden und die große, weite Welt jenseits der Alpen entdecken. Als er unerwartet durch die Matura-Prüfung fällt, ist er gezwungen, noch länger im Dorf auszuharren. Doch Johannes wäre kein Wissenschaftler, wenn nicht schnell ein neues Studienthema zu Hand wäre: die Erforschung der Bergbaren von St. Peter, in der Tradition seines großen Vorbildes Herodot. Johannes mischt sich unters Volk – und wird letztendlich nicht nur doch ein Teil der eingeschworenen Gemeinschaft, sondern ist auch verantwortlich für das größte Ereignis, das die Chronik von St. Peter je verzeichnet hat… Mit großer Begeisterung habe ich Vea Kaisers zweiten Roman Makarionissi verschlungen und war nach der Lektüre fest entschlossen, auch ihr Debüt Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam zu lesen, mit dem sie – zurecht, wie ich nach dem Beenden des fast 500 Seiten starken Buches sagen kann – Kritiker wie Leser 2012 gleichermaßen überzeugt hat. Die positiven Stimmen, denen ich mich anschließe, werden meiner Meinung nach primär durch Kaisers nichts zu leugnendes Erzähltalent hervorgerufen: Sie schreibt mit Witz, Charme und Esprit, führt einen mit einer Leichtigkeit durch ihre kleine Dorfwelt und schreckt dabei nicht vor Skurrilität und Stereotypen zurück, behält dabei aber das Maß und dosiert geschickt. Ihre zahlreichen Figuren sind zwar überzogen dargestellt und mit kuriosen Interessen und Eigenschaften ausgestattet und sollen – nicht zuletzt durch ihren Dialekt, der sich im Buch immer wieder ausgeschrieben findet – zum Lachen und Schmunzeln animieren; Kaiser gibt sie dabei aber nie der Lächerlichkeit preis, sondern porträtiert Land und Leute liebe- und respektvoll – ein schöner Zug, der mir auch schon in Makarionissi positiv aufgefallen ist. Am Ende der Lektüre ist einem eine ganze schrullige Dorfgemeinschaft, in der jede Figur, ob Protagonist oder Nebendarstellerin, einen wichtigen Platz hat, ans Herz gewachsen. Inhaltlich ist die Geschichte in ihren Grundzügen sicherlich weniger originell, handelt es sich doch zum Großteil um einen klassischen „Bildungs-, Familien- und Coming-of-Age-Roman“ (Klappentext), doch Vea Kaiser schafft es, ihre eigene Note zu setzen, sei es durch die alpine Ortswahl, die wissenschaftliche Liebe zu Bandwürmern oder der immer wiederkehrende Bezug zu den alten Griechen, der sich auch in der Struktur des Romans wiederfindet (jedem Kapitel ist ein Auszug aus der Dorfchronik vorangestellt, zum Schluss findet es sich ein als „Volkszählung“ tituliertes Personenregister). Für mich war Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam ein großer literarischer Spaß, der mich zum Schmunzeln und zum Lachen gebracht hat, der mir aber nie banal oder seicht vorkam. Im direkten Vergleich mit Makarionissi konnte Vea Kaiser vielleicht nicht die ganze Zeit konstant Leichtigkeit und Spritzigkeit aufrechthalten, für ein Debüt bleibt ihre Leistung aber mehr als beeindruckend. Daher gibt es 4,5 Sterne von mir und ich freue mich auf weitere Romane der Jung-Autorin.

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    • 5
    leselea

    leselea

    05. June 2016 um 21:02
  • Witziges alpines Durcheinander

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Farbwirbel

    Farbwirbel

    29. March 2016 um 23:43

    Dieses Buch hat mich wirklich mal zum Lachen gebracht und dafür bin ich dankbar.Es geht in dem Roman um drei Generationen der Familie Gerlitzen, die in einem hochalpinen Dorf wohnen, das gegen jede Veränderung gewappnet ist. Johann Gerlitzen lebt als Holzschnitzer ein behütetes Leben, doch dann bekommt er ein Kind (Ilse) untergejubelt und einen Bandwurm. Dieser Bandwurm fasziniert ihn ungemein, so dass er den Plan fasst, Arzt zu werden, was er innerhalb einiger Jahre auch schafft. Ilse ist derweil zu einem frechen Mädchen herangewachsen und kümmert sich um ihre kranke Mutter. Bereits früh entwickelt sie eine Beziehung zu Alois Irrwein, den sie später heiraten wird. Johannes Gerlitzen kehrt nach St. Peter zurück, richtet sich seine Praxis ein und kümmert sich um Ilse. Zwar ist ihm die Verbindung zwischen Alois und Ilse ein Dorn im Auge, doch kann er sie auch nicht verhindern. Ilse Gerlitzen wird zu Ilse Irrwein und Johannes Gerlitzen wir zu Doktor Opa, denn er bekommt einen Enkel namens Johannes A. Irrwein geschenkt. Dieser kleine Johannes schlägt nun ganz aus der Art, ist kein Vergleich zu der Dorfjugend und kommt - nach langem Kampf - auf ein Klostergymnasium, um seine Matura machen zu können. Sein Opa verstirbt derweil.Der junge Irrwein setzt sich lieber mit den Griechen und vor allem Herodot auseinander, als Fußball in St. Peter zu spielen. Doch als er wider Erwarten durch die Matura fällt, beginnt er sich, gegenüber St. Peter zu öffnen. Irre Wege führen dazu, dass Johannes zum Organisator eines Fußballspiels zwischen dem FC St. Peter und dem FC St. Pauli wird und dabei erkennen darf, dass die St. Petrianer vielleicht lange allen Veränderungen getrotzt haben, dass sie aber durchaus aufgeschlossen sind und fähig sind, Veränderungen anzunehmen und auch anzufeuern. Der Roman ist in schmale Kapitel unterteilt, denen wiederum ein Historieneintrag vorangestellt ist, der ganz in der Tradition altgriechischer Chroniken steht. Dadurch erfährt man, dass das Dorf bereits lange vor der einsetzenden Geschichte Neuem gegenüber skeptisch war. Alles ging und geht in St. Peter seinen Lauf. Aus vier Familien kommen in jeder Generation vier Ältestenräte hervor. Die Kinder gehen immer zur Volksschule und erlernen dann das Familienhandwerk. Die Kinder werden nach den Eltern oder Großeltern benannt... usw. usf. Der Leser begleitet also die Familie, die sich nicht unbedingt an die Gepflogenheiten des Dorfes hält. Durch die tradierte Geradlinigkeit der Geschehnisse in St. Peter tut sich das Dorf schwer, die Familie Gerlitzen/Irrwein einfach machen zu lassen. Jeder gibt seinen Senf dazu und weiß es besser und am Ende geht es nur darum, die gewohnten Mechanismen weiterlaufen zu lassen. Der Clue des Buches liegt wohl darin, dass der komplette Roman erst einmal sehr ironisch daherkommt und eine vorgefertigte Meinung zum Dorf aufzeigt. Doch durch die sich wiederholenden Verweise auf Herodot, der bekannt für seine eingefärbte Geschichtsschreibung ist, wird dem Leser, aber auch Johannes A. Irrwein langsam bewusst, dass die Vorurteile selbst gemacht sind. Denn als die St. Petrianer der absoluten Herausforderung gegenüber stehen, dem FC St. Pauli ein super Fußballspiel bieten zu können, sind alle Bewohner dabei (außer der Ältestenrat) und freuen sich über die neuen Erfahrungen und Menschen. Johannes konnte eine hochnäsige Einstellung gegenüber den Dorfbewohnern haben, weil er immer nur von außen betrachtete. Erst durch die Innenperspektive kann er wirklich beurteilen. Trotz aller Moral ist das Debüt von Vea Kaiser an erster Stelle eine urwitzige Geschichte, die Spaß macht. Die wörtliche Rede der Dorfbewohner ist im Dialekt geschrieben, was das Lesevergnügen noch steigert. Mein Kritikpunkt: In dem Moment als Johannes anfängt, seine erste Chronik zu schreiben, werden einige Kapitel zu sehr mit diesen Versuchen vollgeladen. Der Lesegenuss leidet darunter. Das legt sich dann aber wieder.

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  • Zwischen Dorfsatire und Alpenkitsch

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    winter-chill

    winter-chill

    05. February 2016 um 19:18

    In dem kleinen österreichischen Dörfchen St. Peter am Anger – hoch oben in den Alpen – läuft alles ein bisschen anders als im Rest der Welt: Hier hat noch alles eine Kontinuität. Die Kinder übernehmen irgendwann den Familienbetrieb der Eltern, Tradition ist immens wichtig und die große weite Welt muss man gar nicht kennenlernen. „Hochgschissene“ braucht es im Dorf nicht. Johannes Gerlitzen widersetzt sich diesem Naturgesetz: Ein Bandwurm führt dazu, dass er sich für Würmer im Speziellen und die Wissenschaft im Allgemeinen zu interessieren beginnt. Eines Tages verlässt er sein Dorf, um in der Stadt ein Doktor zu werden. Das ist im Jahr 1960. Beinahe zehn Jahre später kehrt er in seine Heimat zurück. Als Johannes Großvater wird, nimmt er seinen Enkel unter die Fittiche, um auch aus ihm einen Wissenschaftler zu machen. Und in der Tat: auch den kleinen Johannes drängt es zu mehr als das, was sein Dorf zu bieten hat. Zunächst einmal: Vea Kaiser hat in ihrem Debütroman bewiesen, dass sie erzählen kann. Sie schreibt sehr flüssig und geschliffen, stellenweise mit viel Sprachwitz. Man gleitet beim Lesen geradezu über die Geschichte hinweg. Allerdings kommt es aber nicht nur darauf an, wie man erzählt, sondern vor allem auch was man erzählt und da liegt der große Knackpunkt. Anfänglich ist der Roman tatsächlich eine ganz nette Satire auf das Dorfleben und Kaiser nimmt mit einem Augenzwinkern die Eigenheiten der Dorfbewohner, deren Angst vor Neuem und die dörfliche Engstirnigkeit aufs Korn. Gerade wenn man selbst auf dem Land aufgewachsen ist, kommt einem einiges doch bekannt vor und lässt einen schmunzeln. Doch irgendwann lässt die Geschichte sehr nach, sie plätschert episodenweise vor sich hin, hat keine Höhen, keine Tiefen. Vor allem ab dem Teil, wenn der junge Johannes im Mittelpunkt steht, wird das Ganze zu einer seltsamen Mischung aus kitschiger Alpensaga und Pennälerroman. Die ständigen Stadt- / Land-Stereotypen und Dorf-Klischees beginnen zu nerven und das geschmierte Ende des Romans will so gar nicht mehr zum Anfang passen. Netter Ansatz, so richtig überzeugt hat mich der Roman letztendlich nicht.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Zwischen Berg und tiefem tiefem Tal

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Marapaya

    Marapaya

    04. November 2015 um 23:06

    Zugegeben eine ganze Weile habe ich mich um dieses Debüt herumgedrückt, es in die Hand genommen, angelesen, wieder zurück ins Regal gestellt, auf später verschoben, was anderes gelesen und nun folgte bereits der zweite Roman der jungen Autorin – ein Anlass, sich doch endlich mal dem hochgelobten Debüt zu widmen. Zudem scheint es mir in letzter Zeit so, als würden ganz klar die Bücher meine Lesegeschwindigkeit bestimmen. Blasmusikpop scherte sich nicht um meinen hohen Stapel ungelesener Bücher, es forderte meine ungeteilte Aufmerksamkeit und bremste mich jedesmal aus, wenn ich Fahrt aufnehmen wollte. Ich sollte mir Zeit nehmen, dieses Dorf in den Alpen genau kennenzulernen, um es zu verstehen. Und um die Allegorie auf das Leben zu verstehen. Ja, ich fühle mich angesprochen und erwischt. Mit all meinen überheblichen Vorurteilen, meinem Stolz auf die akademische Ausbildung und meinem Leben in der Stadt, weit genug weg vom täglichen Kuhstall und Hühnermist. Vea Kaiser hält mir geschickt den Spiegel vor, wenn ich auch nicht Johannes heiße und sich meine Griechisch-Kenntnisse maximal auf die ersten 4 Buchstaben des griechischen Alphabetes beschränken. Aber ich fühle mit den unverstandenen Bewohnern, die sich von der Dorfgemeinschaft unterscheiden, aus der Konformität heraustreten, anders sind, dadurch vom Dorf unverstanden und zwangsläufig einsam. Wie gut kann ich mich in Johannes hinein versetzen, der schon wie sein Großvater lieber die Nase in die Bücher steckt, als sich beim Fußball die Hacksen brechen zu lassen. Der lieber mit den Kaninchen kuschelt, als sie mit Rosmarinkartoffeln auf dem Teller als Sonntagsbraten zu finden. Der sich selbst genügt und Angst vor den anderen, einfach gestrickten Kindern von St. Peter am Anger hat, die sich darüber lustig machen, dass er hochdeutsch redet, sich gegen den hiesigen Dialekt sperrt und Allergien entwickelt, die im Dorf unbekannt sind. Johannes will weg in die gebildete Welt, in die Stadt, zu den Wissenschaften und mir erscheint dies nur natürlich, ich drücke ihm die Daumen. Doch Widerstände gibt es eben auf der ganzen Welt und so verzögert sich der Abschied von St. Peter doch um mindestens einen ganzen Sommer. Und der hat es in sich. Wie dicke kräftige Watschn knallt mir Vea Kaiser meine Vorurteile und Abwertungen über die St. Petrianer um die Ohren und zeigt mir die eigene Borniertheit auf. Ich bin ein bisschen eingeschnappt, schließlich hat sie damit angefangen, ich habe ihr doch lediglich zugestimmt und muss mir nun auf den letzten Seiten diese Abkanzelung gefallen lassen? Aber Recht hat sie. Die Watschn ziepen, das Herz hüpft und ich lese als nächstes das zweite Buch von Vea Kaiser, vielleicht mache ich mich da dann schon etwas besser.

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  • „Wo der Herrgott z´haus is…“

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Ginevra

    Ginevra

    Im kleinen Dörfchen St. Peter, hoch oben in den österreichischen Alpen, ticken die Uhren anders: ja, sie scheinen sogar rückwärts zu gehen.  Das Leben verläuft in geordneten Bahnen, jeder hat seinen festen Platz in der Gemeinschaft, und der Lauf der Geschichte zieht seit dem Mittelalter an den St. Petrianern vorbei – bis im Jahre 1959 die Geschichte ins Rollen kommt.  Genauer gesagt, es gerät ein Baumstamm ins Rollen, der den jungen Johannes an der Schulter trifft, der daraufhin nicht mehr zum Holzfällen gehen kann. Johannes beginnt, die wenigen verstaubten, wissenschaftlichen Bücher aus der Dorfbibliothek zu lesen. Als er auch noch einen Bandwurm bekommt und seine neugeborene Tochter dem ungehobelten Nachbarn verdächtig ähnlich sieht, steht für Johannes fest: er will weg aus St. Peter, um Medizin zu studieren und Arzt werden. Jahre später kehrt er zurück und eröffnet eine Praxis, bleibt jedoch als kritischer Geist ein Außenseiter. Er beginnt, eine ausführliche Dorfchronik zu schreiben. Seine inzwischen erwachsene und verheiratete Tochter Ilse dagegen wünscht sich nichts mehr, als in der dörflichen Gemeinschaft ihren Platz zu finden. Doch ihr kleiner Sohn – ebenfalls Johannes genannt – ist ganz anders als die anderen Dorfjungs. Anstatt sich auf dem Fußballfeld zu behaupten, interessiert er sich nur für eins: Bücher!! --- Ilse ist verzweifelt: was soll aus dem seltsamen Bub nur werden?? Viele leidvolle und amüsante Episoden führen dazu, dass Johannes seinen eigenen Weg findet – und dem Dorf einen gehörigen Schubs in die Moderne gibt… Vea Kaiser ist eine junge Autorin aus Österreich, die für ihren Roman „Blasmusikpop“ lange die österreichischen Bestsellerlisten anführte und einen Wiener Literaturpreis erhielt. Sie studiert u.a. Altgriechisch und interessiert sich für alle möglichen Wissenschaften. Mich hat diese außergewöhnliche Dorf- und Familiengeschichte von Anfang bis Ende ganz wunderbar unterhalten! Die Geschichte des kleinen Johannes, der mich ein bisschen an Hanno Buddenbrook erinnerte, hat mich richtig berührt, besonders als die Dorfbewohner mit allen Mitteln versuchen, ihn in ihre Gemeinschaft zu „integrieren“. Aber er lässt sich nicht unterkriegen – und bringt die Ordnung im Dorf ganz schön durcheinander. Am Ende stellt sich heraus, dass in (fast) jedem St. Petrianer ein neugieriger Geist steckt, der geweckt werden will. Durch diese positive Botschaft hat mit das Lesen sehr viel Spaß gemacht, besonders gegen Ende hin. Die (fiktive) Dorfchronik, die jedem Kapitel vorangeht, steckt voller witziger Details, z.B. floriert unter den ehrenwerten Dorfbewohnern und der verpönten Außenwelt der Schwarzhandel mit den seltenen Adlitzbeeren, die Pest und der Zweite Weltkrieg ziehen unbemerkt am Dörfchen vorbei, usw... usf…. Fazit: ein witziges, scharfsinnig beobachtetes Buch, das mit sehr viel Liebe zu Details und zu seinen Figuren geschrieben wurde. Ich freue mich schon auf mehr von dieser talentierten jungen Autorin und vergebe gerne 5 von 5 Sternen!

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    • 2
  • Bahöö und die Liebe zu Herodot.

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    tinderness

    tinderness

    Schon am Beginn des Buches lernen wir die Topographie des Dorfes St. Peter am Anger kennen, in dem uns eine naive Zeichnung den Dorfplan näherbringt. Den werden wir brauchen, denn auf rund 500 Seiten entführt uns die Autorin Vea Kaiser in einen Kosmos des Allermenschlichsten, und das über drei Generationen hinweg. Damit wir uns aber auch ganz sicher zurechtfinden, gibt es am Ende des Buches eine Kurzbeschreibung der für den Roman relevantesten Bewohner des 500 Seelen Dorfes, an seiner Spitze die Antihelden und Geistesmenschen Johannes Gerlitzen und sein Enkel Johannes A. Irrwein. Und dann beginnt sie die turbulente Handlung und die Autorin lässt uns teilhaben an einem Lesevergnügen der besonderen Art, dem schrulligsten, unterhaltsamsten und witzigsten Buch, das ich seit langem gelesen habe. Vea Kaiser erzählt mit viel Hingabe, einem scharfen Blick, einer spitzen Feder und immer treffsicherem Humor die Begebenheiten in einem Dorf in unserer Alpenrepublik. Die energischen Versuche ihrer Protagonisten, sich der Geisteswelt der Zivilisation zu öffnen, scheitern meist: entweder an der feindlichen Außenwelt, dem Starrsinn seiner Bewohner oder an der eigenen Unzulänglichkeit. Unversöhnlich stehen sie einander gegenüber: die barbarischen Bergbewohner und die Zivilisierten, die sich an den Geistes- und Naturwissenschaften ergötzen. Es wird geherzt, gesportelt, gekämpft, geforscht, geschnackselt, gesoffen, erfunden und geheiratet an diesem fiktiven Ort, dass es eine Lust und eine Freude ist. Und ernsthaft wird dies alles aufgezeichnet, doppelt sogar: von unserer Erzählerin und einem selbsterkorenen Chronisten im Stile Herodots. Es liegt nahe, mit Spott und Hohn die lächerlichen Freuden eines derart selbstverliebten Lebens durch eine scharfsinnige Erzählung zu desavoyieren, die Romanfiguren als Idioten hinzustellen und über ein Witzfigurenkabinett epischen Ausmaßes zu berichten, sehr zur Gaudi der LeserInnen. Das tut aber Vea Kaiser nicht, denn sie ist, so scheint es fast, selbst ein Kind dieser Welt. Liebevoll nimmt sie sich der skurrilen Welt des Dorfes an, teilt mit uns das Lachen darüber, führt uns ein in die großen und kleinen Leiden von Gottes großem Zoo. "Angesichts des Todes wird alles lächerlich", hat Thomas Bernhard einmal gesagt, und gerne teilen wir das Lachen über die Belanglosigkeiten und kleinen Katastrophen in St. Peter am Angern. Letztendlich geht es ja auch um uns, um unsere Selbstverliebtheiten, Obsessionen und Blödheiten, die wir so gerne hinter Ernsthaftigkeit und Seriosität verstecken. Nein, wir schmunzeln beim Lesen dieses Buches nicht leise, wir lachen laut auf und klatschen uns vielleicht dabei auch auf die Schenkel - wenigstens erging es mir so in regelmäßigen Abständen bei der Lektüre. Ein Vergnügen vom Feinsten also, was uns das Debüt dieser blutjungen Autorin hier beschert: respektlos, achtsam und stilsicher. Ein schräges Buch für schräge Zeiten von einem jungen Menschen mit großer Menschenkenntnis. Schlagen Sie deshalb an diesem Ort für die nächsten Tage und Wochen ihr Quartier auf und lachen Sie sich die Seele frei. Die vollen zehn Minuten der Lesung von Vea Kaiser finden sie auf den Zehnseiten Literaturvideos.

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    • 9
  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. 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    • 2083
  • Eine wundervolle Kulturstudie!

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Lissy

    Lissy

    03. September 2013 um 20:20

    St.Peter am Anger ist ein kleines Dorf in den Alpen und man lebt dort in einer eigenen Welt. Das wird in Blasmusikpop über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren erzählt. Der Leser erlebt also mehrere Genrationen, die natürlich anderen Problemen und Herausforderungen begegnen, da das stehenbleibende St. Peter am Anger immer ein Stück weit mit den Entwicklungen der Neuzeit konfrontiert wird. Zum Ende hin treibt Vea Kaiser dieses auf eine herrliche Art auf die Spitze und provoziert das Zusammentreffen zweier Welten, die dann doch gar nicht so verschieden sind. Blasmusikpop war für mich ein echter Lesespaß und ich kann dieses Buch allen empfehlen, die etwas Leichtes lesen möchten, das trotzdem geistreich ist.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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    • 37
  • Bezauberndes Debüt

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    AnnaChi

    AnnaChi

    18. July 2013 um 17:33

    In St. Peter am Anger, einem kleinen Dorf in den Alpen, ticken die Uhren anders als im Rest der Republik. Alle Neuerungen kommen erst jahrzehntelang später dort an, jeder hat seine festgelegte Rolle und die vier Dorfältesten bestimmen die (politischen) Geschicke. Johannes A. Irrwein, Enkel des ehemaligen Arztes und Wurmforschers, der als erster für Jahre der Enge entflohen war, distanziert sich von allen und allem. Nachdem er seine Liebe zur Geschichtswissenschaft entdeckt hat und durch die Matura gefallen ist, versucht er, als selbsternannter Dorfchronist, die Sitten und Gebräuche der "Bergbarbaren" zu studieren und aufzuzeichnen. Dabei muss er mehr und mehr feststellen, dass er sich nicht einfach entziehen kann. Und als auch noch die Liebe ihre Fäden spinnt, wird Johannes mehr oder weniger wider Willen zum Teil der Gemeinschaft ... Bei der amüsierten Lektüre des Buches habe ich mich oft gefragt, wie eine so unglaublich junge Autorin wie Vea Kaiser (Jahrgang '88!) derartig fulminant schreiben kann, mit so viel Geist und Witz. Die Lust am Fabulieren merkt man jeder Zeile des Textes und den liebevoll und detailreich gestalteten Personen an. Die Geschichte ist originell, ohne an irgendeiner Stelle gewollt zu wirken. Mein persönliches Highlight - ohne dem zukünftigen Leser zu viel verraten zu wollen -  ist die Schilderung des Freundschaftsspiels zwischen dem FC St. Peter am Anger und dem FC St. Pauli. Alle diejenigen, die sich über frischen Wind in der deutschsprachigen Literatur freuen, sollten dieses Buch lesen! Ein Debüt zum Niederknien!  

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  • Weil's halt so ist....

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    Code-between-lines

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    Ein kleines Dorf in einer unbenannten Alpenrepublik, gefühlt jedoch am Ende der Welt. Dorfbewohner, die so sind, wie sie sind, und für das Leben so ist, wie es ist. Solange sie ungestört und unter sich bleiben, ist die Welt in Ordnung und alle sind sich einig. Dazwischen: Drei Generationen von Gerlitzens bzw. Irrweins, von denen nicht alle so typische St. Peter-Bürger sind. Der Protagonist, Johannes A. Irrwein, erbt seinen Wissensdurst und Forscherdrang von seinem "Doktor-Opa". Er will lernen, wissen, und die Welt außerhalb von St. Peter kennenlernen. Kann das gut gehen? Die Charaktere, die Vea Kaise in ihrem Roman "Blasmusikpop" beschreibt, sind so gut gezeichnet, dass man sofort das Gefühl hat, sie zu kennen. Sie sind engstirning und anstrengend, die St. Petrianer, dennoch aber so liebevoll und herzlich geschildert, dass man sie trotz all ihrer Macken in sein Herz schließt. Diese Art, in der die unterschiedlichen Charaktere im Buch geschildert und miteinander verwoben werden, ist das, was das Buch für mich ausgemacht hat. Eine rundum amüsante und gut unterhaltende Geschichte, wenn ich auch in der zweiten Hälfte manche Passagen etwas langatmig bzw. von der Handlung her etwas flach empfunden habe. Trotz alledem gelingt Vea Kaiser eine runde Geschichte, an deren Ende man sich zurück lehnt und das Gefühl hat, ein ganzes Dorf als neue Freunde gewonnen zu haben.

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  • Rezension zu "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" von Vea Kaiser

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
    aba

    aba

    Bergbarbaren versus Alpenrepublik Mit der Zeit entwickelt ein erfahrener Leser ein gutes und zuverlässiges Gespür dafür, welches Buch "das richtige" ist. Cover, Klappentext, Autor können ein Hinweis dafür sein, aber oft erlebt man Enttäuschungen, wenn man sich immer nur darauf verlässt. Das Gespür aber lässt sich selten täuschen. Der erfahrene Leser weiß auch, ob ein Buch mit Liebe und Hingabe geschrieben wurde. Das sind Gefühle und Eigenschaften, die sich auf den Leser übertragen. "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" ist genau so ein Buch: Es ist das richtige für mich, und dass Vea Kaiser es mit viel Liebe geschrieben hat, habe ich deutlich gespürt. Vea Kaiser hat mit "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" ein Epos geschrieben, ein Alpen-Epos. Durch die Augen zweier außergewöhnlicher Männer sehen wir das Leben eines kleinen alpinen Dorfes in einer Alpenrepublik (der aufmerksame Leser wird sofort Ähnlichkeiten zu einem bestimmten europäischen Staat feststellen), das sich seit dem Mittelalter heldenhaft gegen die Wirkung und den Einfluss der Außenwelt wehrt. Das ist größtenteils durch die schwer erreichbare alpine Lage möglich. Aber auch die Charaktereigenschaften der Bewohner dieses Dorfes, das sehr stark dem einen berühmten "kleinen gallischen Dorf" ähnelt, tragen dazu bei, dass diese alpine Gemeinschaft eine Art Mini-Nation bildet, die das Schicksal und die Geschichte der Alpenrepublik nicht teilt, zu der es offiziell gehört. Das bringt große und kleine Vorteile mit sich, aber auch manche Nachteile. Und von diesen Vorteilen und Nachteilen lässt uns Vea Kaiser wissen, und meistens aus der Sicht ihrer Hauptfiguren. Vea Kaiser ist eine 24 Jahre alte österreichische Studentin, die mit ihrem Erstlingswerk "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" eine große schriftstellerische Begabung aufweist. Während der Lektüre habe ich diesem jungen Talent einen großen Respekt gezollt. Vea Kaiser beschreibt das Leben und die Bewohner in diesem kleinen Dorf und dabei zeigt sie besondere erzählerische Fähigkeiten und große Menschenkenntnis. Ihre Geschichten um diese alpinen "Barbaren" sind Geschichten zum Fühlen, zum Lachen, zum Nachdenken. Die Figuren sind sehr authentisch und fast alle liebenswert. Denen, die nicht so liebenswert sind, wünscht man sogar eine wohlverdiente Strafe, um danach gleich ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sie letztendlich auch irgendwie entzückend sind. Aber schließlich bekommt jeder, was er möchte (oder was er verdient) und wie am Ende jedes "kleinen-gallischen-Dorf"-Heftes gibt es eine große Party... Aber ich denke, ich verrate hier viel zu viel! "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" gehört zu dieser Art Bücher, die man nie vergisst. Das spüre ich. Genauso spüre ich die Liebe, mit der Vea Kaiser jede Szene gestaltet und jede einzelne ihrer Romanfiguren ins Leben gerufen hat. Und ein paar dieser Figuren haben eine deutliche Extraportion Liebe bekommen. Das waren wahrscheinlich meine Lieblingsfiguren. Als ich auf der letzten Seite dieses Buches angekommen bin, habe ich den Wunsch empfunden, mehr Blasmusikpop in meinem Leben zu haben, und seitdem beschäftigt mich dieser Gedanke. Ich bin sicher, ich würde dadurch fröhlicher und gelassener durch die Welt gehen.

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