Makarionissi oder Die Insel der Seligen

von Vea Kaiser 
4,4 Sterne bei75 Bewertungen
Makarionissi oder Die Insel der Seligen
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Positiv (65):
Rotkäppchens avatar

Wie bereits ihr Erstling ist auch dieses hier grandios!

Kritisch (4):
schokoloko29s avatar

Oberflächliche Beschreibung von Personen, die mir relativ egal sind.

Alle 75 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Makarionissi oder Die Insel der Seligen"

'Ein hinreißender Familienroman von überschäumender Komik' Denis Scheck
In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird. In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462049282
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:11.08.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.05.2015 bei Argon erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: In den Bergen Griechenlands beginnt die Familiengeschichte, die sich über Kontinente sowie Generationen erstreckt und Lesern ans Herz geht.
    Griechischer Familienroman mit viel Temperament

    In einem griechischen Bergdorf deutet Yiaya Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ins Unglück. Es beginnt mit der Hochzeit von Cousin und Cousine. Die beiden unterschiedlichen Charaktere Lefti und Eleni leben und lieben sich schnell auseinander. Doch für beide ist es nur der Auftakt einer berührend, lustigen Heldenodysee.


    Der Roman nach dem Debüt

    Bereits mit ihrem ersten Roman "Blasmusikpop" tingelte Autorin Vea Kaiser durch zahlreiche deutschsprachige Talkshows und wurde von den Kritikern für ihr lustig-skuriles und herzwarmes Erzählen gefeiert. Auf dem internationalen Festival du Premier wurde der Roman 2013 als bestes deutschsprachiges Debüt vorgestellt. Und nun ihr zweites Werk. Kann das mit dem Debüt mithalten?

    Auf jeden Fall! Von der Stiftung Ravensburger Verlage erhielt er bereits die Auszeichnung "Bester Familienroman".

    Kaiser setzt den widerborstogem Charakter von Eleni in Kontrast zum besonnenen Lefti. Die Spannungen sind vorprogrammiert. Letztlich trennen sich ihre Wege für viele Jahre und erst  Generationen und Destinationen später sehen sie sich wieder.

    Eine Geschichte über Generationen hinweg

    Dabei erlebt der Leser mit, wie sie sich gegenseitig noch im Kopf spuken und Kinder wie auch Enkelkinder Eigenheiten und Eigenschaften des jeweils Anderen durch die Zeit mit sich tragen.
    Was passiert in der Handlung? Die Deutsch-Lehrerin hinterlässt nicht nur sprachlich Eindruck, der Singer/Songwriter wird doch noch Schlagerstar, in der Schweiz wird mit Ameisen gekocht und statt Chicago wählt man die kleine Insel Makarionissi als Lebensziel aus.

    Glückssuche und Herzensbrecher

    Die Suche nach Glück erzählt Kaiser mit fliegenden Worten und einer genauen Charakterzeichnung von Protagonisten, die der Leser zu lieben lernt. Das gemixt mit griechischen Sagengeschichten - die perfekte Sommerlektür!

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    Miamous avatar
    Miamouvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Hat mich begeistert....ein Buch mit Wohlfühlfaktor!
    EIne Familiensaga....

    Mitte der 1970er wandern Eleni und ihr Cousin Lefti von Griechenland nach Deutschland aus. Da sie arrangiert, durch den Einfluss ihrer Großmutter, geheiratet haben, trennen sich ihre Wege dort bald. Während Lefti der angepasste griechische Arbeiter in Deutschland wird und sich in seine Deutschlehrerin verliebt, bleibt Eleni die Rebellin, die auch von Deutschland aus gegen die Junta in Griechenland aufbegehrt. Sie verliebt sich in Otto und als sie von ihm schwanger wird und er damit vollkommen überfordert ist, reist sie alleine nach Amerika weiter.

    Der Roman „Makarionissi“ erzählt die Geschichte einer griechischen Familie, die sich insgesamt über vier Generationen hinwegzieht und jeder Protagonist hinterlässt seine Spuren nahezu auf jeden Kontinent. Der Leser begleitet sie und lacht, weint, leidet und liebt mit ihnen. Vea Kaiser macht diese mit einem leicht ironischen und sarkastischen Unterton, sodass sich das Buch wirklich schön lesen lässt.

    Natürlich könnte man jetzt sagen, dass besonders die Geschichten der einzelnen Figuren oft schablonenhaft und klischeehaft vorgezeichnet wirken. Andererseits muss ich persönlich sagen, dass es nicht immer die herausragenden Figuren in einem Buch braucht, manches Mal ist doch auch das „normale“ angenehm, weil es dann realitätsnaher wirkt. Was mich da ein wenig mehr „gestört“ hat, war, dass Eleni mehr in den Fokus geraten war, als Lefti, der sich das mindestens genau so verdient hätte. Die Autorin erzählt ihre Geschichte eher episodenhaft und auch die Kapitel bekommen eine Überschrift, die schon im Vorhinein eine gewisse Neugier erzeugen. Trotz dieser Erzählweise gibt es aber das Große Ganze. Besonders zu Beginn wird man als Leser doch in hohem Maß mit den Gepflogenheiten der Griechen „konfrontiert“, je weiter die Geschichte jedoch voranschreitet und je mehr die Charaktere sich auch in anderen Ländern aufhalten (Österreich, Schweiz, Amerika) merkt man, dass sie an der Globalisierung auch nicht vorbeikommen und dieser Lokalkolorit verschwindet zusehends. Andererseits zeigt sich besonders am Ende der typisch griechische Familienzusammenhalt und dieser wird im großen Stil demonstriert.

    Eine sehr große Stärke des Romans ist, dass einem die Protagonisten sehr schnell ans Herz wachsen, genauso wie sie sind. Man wünscht sie sich eigentlich gar nicht anders. Vielleicht sind sie nicht immer besonders tiefgründig beschrieben, aber man kann sich sehr schnell ein Bild von ihnen machen und am Ende tut man sich schwer, sich von ihnen zu verabschieden.

    Auch wenn das Buch die ein oder andere Schwäche hatte, so hat bei mir persönlich eindeutig die Freude am Lesen überwogen. Ich muss ehrlich gestehen, dass „Makarionissi“ für mich ein Roman der besonderen Art war…ich habe immer höchstens zwei bis drei Kapitel auf einmal gelesen, weil ich das Buch gar nicht in einem Zug auslesen wollte, da es dann eben zu Ende gewesen wäre. Meine Rauszögertaktik hat sich in diesem Fall wirklich bezahlt gemacht. Der Roman konnte mich sehr überzeugen und es gab auch diesen gewissen Wohlfühlfaktor. Ich empfehle ihn daher sehr gerne weiter.

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    Nimmer_Satts avatar
    Nimmer_Sattvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderschöner Schreibstil mit viel Blick fürs Detail. Tolle Geschichte. Gerne mehr davon!
    Ein modernes Heldenepos, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen


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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kurzweilige tragisch-komische Familiengeschichte
    Die krummen Wege des Schicksals


    In einem griechischen Bergdorf bringt die Vision von Großmutter Maria zwei jungen Menschen Unglück. Denn obwohl sie sich nicht lieben, heiraten sie und ziehen nach Deutschland. Während der stille, pedantische Lefti sich mit der deutschen Mentalität anfreunden kann, fühlt sich die temperamentvolle Eleni als Fremdkörper. Kein Wunder, dass sich beide anderweitig verlieben. Lefti zieht mit seiner neuen österreichischen Frau nach St. Pölten. Eleni glaubt, mit dem Hippie Otto ihr Glück zu finden, wandert nach Chicago aus und heiratet einen griechischen Auswanderer, kehrt mit ihm auf seine Heimatinsel Makarionissi zurück und betreibt dort ein Hotel.
    Ihre Tochter bekommt Zwillinge, deren Vater nicht bekannt ist und am Ende wird beinahe alles gut.

    Die Vision einer alten Frau in einem griechischen Bergdorf im Jahr neunzehnhundertsechsundfünfzig bestimmt das Schicksal gleich mehrerer Generationen. Und ja, die Jahreszahlen sind tatsächlich ausgeschrieben, was mitunter ein wenig mühsam zu lesen ist. 
    Es ist ein ziemlich weiter Bogen, der da gespannt wird: Vom Griechenland der Militärdiktatur und den damit verbundenen Repressalien (Eleni landet als überzeugte Kommunistin im Gefängnis und wird gefoltert) bis in das Jahr 2014. Da ist es wohl kein Wunder, dass das eine oder andere eigentlich bedeutsame geschichtliche Ereignis ausgespart wird (z.B. Vietnamkrieg, Fall der Mauer etc.) Einige meiner Meinung nach wichtigen Aspekte werden allerdings ein wenig zu oberflächlich abgehandelt (vor allem Elenis Gefängnisaufenthalt). 
    Es schleicht sich auch ab und an ein wenig Langatmigkeit ein, wenn manche Gefühlsverwirrung gar zu ausführlich geschildert wird.
    Der feine Humor, der aber immer wieder aufblitzt, entschädigt allerdings dafür.
    Die Charaktere sind facettenreich, lebendig und mit Gespür gezeichnet, die Mentalitäts- und Temperamentsunterschiede treffend geschildert. 
    Der am Beginn des Buches beigefügte Stammbaum illustriert die Verwandtschaftsverhältnisse sehr gut, obwohl sie an und für sich nicht allzu kompliziert sind. Einiges wird natürlich dadurch vorweggenommen, doch es gibt immer wieder überraschende Wendungen. 

    Fazit: Familiengeschichte mit tragisch-komischen Elementen.



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    B
    BiancaBerlinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gut und flüssig zu lesen. Durchaus mit Tiefgang ohne anstrengend zu sein.
    Toller Familienroman

    Das Buch lebt von seinen sehr unterschiedlichen und immer spannenden Figuren. Als großes Oberthema könnten die Begriffe „Selbstfindung und Identität“ über dem Roman stehen. Es geht aber auch um Krieg, Heimatlosigkeit, Migration und natürlich um Liebe. Auch die Schauplätze sind weit gestreut: von Griechenland bis Niedersachsen, von Chicago bis Zürich. Das klingt jetzt alles reichlich verwickelt, ist es aber dank des tollen Stils der Autorin gar nicht. Sie erzählt flüssig, schlüssig, humorvoll und immer mit dem richtigen Timing. Hat mir richtig gut gefallen! 

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 2 Jahren
    Eine zauberhafte Geschichte ...

    Dieses wunderschöne Buch hat mir eine schlaflose Nacht beschert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Abgeschreckt vom Lesen hatte mich eigentlich das Cover, das für meinen Geschmack gar nicht zu der Geschichte passt, nun bin ich froh, es dennoch in die Hand genommen zu haben.

    Vielleicht ist die Story ein bisschen überzogen, vielleicht auch nicht, ich fand es jedenfalls sehr interessant, den Werdegang dieser griechischen Familie zu verfolgen. Die Entscheidungen, die in den 60/70er Jahren gefällt werden mussten, weil das kleine Bergdorf Varitsi einfach nicht mehr genug zum Leben hergab um die Familien überleben zu lassen. So konnte ich z. B. mal wieder auf fiktive Weise einen Abschnitt der Geschichte verfolgen, die mir so gänzlich unbekannt war. Was wusste ich schon über die Militärdiktatur, die Ende der 60er Jahre die Regierung an sich gerissen hatte? Diese verrückte Familie nahm mich mit auf die Reise von Griechenland über Hildesheim nach Österreich und die Schweiz und wieder zurück nach Griechenland. Sie bekriegten sich, sie liebten sich, sie trennten sich und vereinten sich wieder.

    Am Ende schließt sich der Kreis nicht wirklich zu einem Happy End aber mich hat die Story mit einem befriedigten Gefühl zurück gelassen. Wer mal eine etwas andere Liebes- und Lebensgeschichte lesen möchte, dem sei dieses Buch unbedingt ans Herz gelegt.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbar warmherzige, humorvolle und kluge Familiensaga!
    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Worum geht’s?

    Griechenland 1948: Im kleinen Bergdorf Varitsi an der griechisch-albanischen Grenze fasst Yiayia Maria, Großmutter und erfahrene Kupplerin, einen folgenschweren Entschluss. Um den Fortbestand der Familie Kouzis sichern, soll ihr Enkelsohn Lefti seine Cousine heiraten. Als die kleine Eleni auf die Welt kommt, steht ihre Zukunft scheinbar schon fest, doch Yiayia Maria hat die Rechnung ohne die Sturheit und das Selbstbewusstsein ihrer Enkeltochter gemacht. Als sie ihren Fehler erkennt, ist es bereits zu spät. Widerwillig geben sich Lefti und Eleni als junge Erwachsene das Ja-Wort, aber nur, um endlich der dörflichen Enge entkommen zu können. In Deutschland entwickeln sie sich in völlig unterschiedliche Richtungen, finden beide ihre große Liebe und läuten damit das endgültige Auseinanderbrechen der Familie ein.

    Meine Meinung

    Es ist mir wirklich schwergefallen, eine Rezension zu schreiben, die diesem großartigen Buch gerecht wird. Vea Kaiser wagt sich an die ganz großen Themen wie Schicksal, Liebe, Schuld und Verantwortung heran, trotzdem behält der Roman immer seinen leichten, humorvollen Grundton bei. Warmherzig und mit viel Lebensklugheit erzählt die Autorin eine komplexe, weitverzweigte Familiensaga. Trotz zahlreicher überraschender Wendungen wirkt die Geschichte nie konstruiert, ein Ereignis scheint sich ganz natürlich und logisch aus dem vorangegangenen zu entwickeln. Tatsächlich liegt eine gewisse Tragik darin, dass sich manche Fehler über Jahrzehnte hinweg in jeder Generation wiederholen.

    Bei Romanen mit sehr vielen Figuren habe ich oft Probleme damit, mich auf die einzelnen Schicksale wirklich einzulassen. Hier hatte ich damit jedoch keine Schwierigkeiten, weil wir die Charaktere über einen langen Zeitraum hinweg begleiten und ihre Entwicklung mitverfolgen. Eleni und Lefti habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen, schließlich stehen sie im Mittelpunkt des ganzen Dramas, aber alle anderen Figuren sind ebenfalls liebevoll ausgearbeitet und interessant.

    Für Vea Kaisers Schreibstil gilt Ähnliches wie für die von ihr ersonnene Geschichte: Leichtfüßig und oft poetisch, dabei aber nie bemüht wirkend. Ihre Sprache ist an sich sehr schlicht und klar und gerade dadurch sehr ausdrucksstark. Mit feinsinnigem Humor beschreibt sie die Irrwege ihrer Figuren und schafft es, in jeder Szene gekonnt den richtigen Ton zu treffen. Der Roman hat zahlreiche Schauplätze, vom Bergdorf Varitsi über St. Pölten und Chicago bis hin zur titelgebenden (fiktiven) Insel Makarionissi. Die Autorin macht dabei aber nicht den Fehler, sich in ausschweifenden Beschreibungen zu verlieren, ihr gelingt es, mit nur wenigen Absätzen das Lebensgefühl an einem Ort einzufangen. Mit kleinen, aussagekräftigen Details statt epischen Schilderungen hat sie nicht nur Orte, sondern auch vergangene Jahrzehnte vor meinem inneren Auge lebendig gemacht.

    Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Roman nur sehr wenig über die griechische Geschichte im 20. Jahrhundert wusste. Wenn man in der Schule beispielsweise über den 2. Weltkrieg spricht, liegt der Fokus ja meist auf anderen Ländern. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, so viel Neues über den historischen Hintergrund, zum Beispiel den Griechischen Bürgerkrieg in den 1950er Jahren, die Militärdiktatur und den Studentenaufstand, zu erfahren. Besonders gut gefallen hat mir, dass das politische Geschehen nicht nur Kulisse ist, sondern wirklich den Lauf der Handlung beeinflusst.

    Fazit

    Ein zauberhafter, unterhaltsamer und sehr intelligenter Roman über eine griechische Familie, die infolge einer schweren Fehlentscheidung auseinandergerissen wird, um Jahrzehnte später wieder zusammenzufinden. Ich freue mich schon darauf, mehr von dieser vielversprechenden jungen Autorin zu lesen!

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    W
    wallnersvor 3 Jahren
    unbedingt lesen!

    Das große Leben im kleinen, das kleine Leben im großen, Liebe, Familie, Macht, Geschichte, das Spiel von Zufall, Schicksal und Wahl - schwerwiegende Themen leichtfüßig, liebevoll, lebensklug, unsentimental, emphatisch, genau und bilderreich erzählt - eine Insel der Seligen für Leser/innen, dieses Makarionissi. Schade,  am Ende abreisen zu müssen. Ich freue mich auf mehr von dieser ambitionierten Autorin.

     

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Vea Kaiser schreibt in einem hinreißenden Stil mit einem subtilen Humor, der sogar einer tragischen Situation etwas Heiteres verleiht.
    Makarionissi oder Die Insel der Seligen - Vea Kaiser

    Inhalt

    Von Griechenland bis Niedersachsen, von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart: In ihrem neuen Roman erzählt Vea Kaiser in ihrem einzigartigen Ton von der Glückssuche einer Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Möchtegern-Helden und Herzensbrechern. Und von der großen Liebe, die man mehrmals trifft. In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach einer Frau, die er vor 40 Jahren verlor. In einer Schweizer Metropole macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Ameisen Karriere. Und auf einer griechischen Insel sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Doch alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen, streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden umso stärker als Erwachsene. Und kommen doch nie voneinander los.

    Meine Meinung

    Die liebe Nina @hauptsachtbunt hat so von diesem Buch geschwärmt, da habe ich es natürlich kaufen müssen, und war schon sehr gespannt auf diese Geschichte!

    Die Geschichte fängt in einem kleinen Bergdorf nahe der albanisch-griechischen Grenze im Jahr 1956 an. Maria Kouzis lebt hier mit ihrer Familie. Ihr Ehemann ist bereits verstorben, ihre Zwillingstöchter Despina und Pagona sind verheiratet und haben selbst Kinder. Ihr Enkelsohn Lefti, der Sohn von Despina, ist der einzige männliche Erbe, doch weit und breit ist kein heiratsfähiges Mädchen für ihn in Sicht. Maria beklagte lautstark, dass der Knabe das Dorf früh verlassen müsste, um eine Braut zu finden. Yiayia Maria, also Großmutter Maria, glaubt an Zeichen und als ihr eines Nachts die heilige Paraskevi im Traum erscheint weiß sie, dass ihre Heiratspläne für ihren Enkelsohn rechtens sind. Pagona soll noch einmal schwanger werden, damit Lefti seine Cousine heiraten kann. Und so wird Eleni geboren und zusammen wachsen sie in dem kleinen griechischen Bergdorf Varitsi auf, das bereits im Sterben liegt.

    Obwohl die Geschichte fünf Generationen dieser Familie umfasst, sind Lefti und Eleni die Hauptcharaktere. Mit Yiayia Maria als ihre Großmutter fängt die Geschichte an und am Ende ist Eleni selbst die Großmutter. Lefti ist ein liebenswerter, sanftmütiger, freundlicher Charakter. Er wächst einem sehr ans Herz. Was er auf keinen Fall mag, ist Politik, da will er sich raushalten. Eleni ist das genaue Gegenteil von Lefti, sie will eine Heldin sein, ist so wild und unbändig wie ihr lockiges Haar. Als Kind bekommt sie eine Geschichte von den Amazonenfrauen erzählt und genauso will sie auch sein. Sie interessiert sich später sehr stark für Politik und was sie auf gar keinen Fall will, ist Lefti heiraten. Sie will nämlich gar nicht heiraten. Ich mochte diese wilde, unabhängige, starke junge Frau, bis sie später etwas tat, dass ich als sehr ungerecht und feige empfand. Da ist meine Sympathie für sie sehr gesunken. Das Ende hat mich aber doch wieder mit ihr versöhnt. Die Figuren sind alle bunt, lebendig, liebenswürdig und lebensnah. Mein Lieblingscharakter ist Ianni und wer wissen möchte, wer das ist, muss das Buch lesen!

    Die Schauplätze reichen von einem Bergdorf in Griechenland, über Hildesheim in Niedersachsen, St. Pölten in Niederösterreich, Chicago, Zürich und schlussendlich geht’s zurück nach Griechenland und die »Insel der Seligen«. Ich war noch nie in Griechenland, was ich aber sehr bedauere. Es sind die Teile der Geschichte, die in Griechenland spielen, die mir atmosphärisch am meisten gefallen haben. Die beiden Kinder wachsen mitten in den »Putsch der Obristen« vom 21. April 1967 hinein. Ich habe mich nie mit der jüngsten Geschichte Griechenlands befasst und es ist erschreckend, dass so ein Militärregime mit seinen Massenverhaftungen, Folter und Bespitzelungen gar nicht so lange zurückliegt in einem europäischen Land! Während dieser Zeit geht diese Geschichte in Deutschland weiter.

    Wir verfolgen den Lebensweg und das Schicksal von Eleni und Lefti über die Jahrzehnte. Wie und wo sie leben, lieben, arbeiten, heiraten, Eltern werden, Großeltern werden. Vea Kaiser schreibt in einem hinreißenden Stil mit einem subtilen Humor, der sogar einer tragischen Situation etwas Heiteres verleiht. Die Geschichte lebt nicht von Spannung oder Tempo, sondern von den wunderbaren Charakteren, die so voll Leben und Leidenschaft sind. Es wird nie langweilig, es gibt keine Längen, die einem überflüssig erscheinen, die Geschichte reißt einen einfach mit und man ist hautnah dabei. Durch die liebevollen Details der jeweiligen Schauplätze kann man noch dazu alles so wunderbar visualisieren. Voll gepackt mit Sehnsucht, Leidenschaft, Liebe, Glück, Enttäuschungen, Einsamkeit und Trauer führt die Geschichte zu einem Ende der einem doch noch Tränen entlockt. Der Epilog zaubert dazu noch ein breites Lächeln ins Gesicht. Das Leben selbst ist ein Lehrmeister. Manche müssen lernen loszulassen, andere müssen lernen die Hand zu reichen und um Verzeihung zu bitten. Das Leben kann so schön sein, egal was es einem bringt, egal ob man an Zeichen, Zufälle oder Schicksal glaubt, oder auch nicht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine multikulturelle Wundertüte mit großem Aufmerksamkeitsbedürfnis - anstrengend, aber mit genügend Konzentration eine Wucht!
    In 464 Seiten um die Welt

    In einem kleinen fiktiven griechischen Dorf nahe der albanischen Grenze hält Yiayia Maria die Zügel fest in der Hand: Schon seit Jahrzehnten zieht sie heimlich die Fäden, um das kostbare Familienerbe zu schützen und ihrer Sippe ein festes Fundament zu schaffen – und was bietet sich da besser an, als eine Heirat zwischen ihrem Enkel Lefti und seiner Cousine Eleni als gemeinsame Stammhalter? Doch schon von Anfang an steht dieses Arrangement unter keinem guten Stern, denn Liebe kann man nicht erzwingen – und so kommt es, dass sich die beiden in völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln, und mehr als Freundschaft scheint unmöglich. Als Yiayia Maria ihren fatalen Fehler erkennt, ist es schon zu spät – und nun droht der Familie ein völliges Auseinanderbrechen. Getrieben von Liebe, Eifersucht, Politik und dem Wunsch nach Glück verstreuen sich die Personen quer über die Welt - wo ist die Grenze zwischen Sicherheit und Gefangenschaft? Zwischen Planung und Zwang? Kann man sich von seinen Wurzeln lossagen - und kann man ohne sie überhaupt leben?

    Vea Kaiser erschafft mit ihrem Roman „Makarionissi – oder Die Insel der Seligen“ einen Familienepos der besonderen Sorte. Es braucht Geduld, wenn man auch wirklich alle Details und Zwischentöne mitnehmen möchte, Geduld und eine Menge Aufmerksamkeit. Aber wenn man sich wirklich darauf einlässt, dann wird man merken mit wie viel Geschick hier die Handlungsstränge geführt werden, wie viele kleine Anspielungen in scheinbar nebensächlichen Aussagen versteckt sind, und wie intelligent sich die griechische Mythologie in das Leben der Charaktere einfügt und den Fortgang der Geschichte bestimmt. Makarionissi muss man langsam konsumieren, damit es Zeit zur vollen Entfaltung hat, man muss pausieren und nachdenken und vielleicht auch Seiten wiederholen. Es ist kein kurzlebiger Badewannenroman, der Spannungsbogen ist sehr subtil und zäh und es kommt selten „Fahrt“ auf – kein schnelles Vergnügen, aber perfekt für den ehrgeizigen Leser, der sich auch gerne länger mit einem Werk beschäftigt.

    Die Charaktere sind realistisch und mehrdimensional, niemand ist perfekt. Die Entscheidungen, die im Laufe des Buches getroffen werden, finden vielleicht nicht immer Billigung, sind aber trotzdem nie abgehoben oder unvorstellbar – im Gegenteil, sie fügen sich stets passend in die Persönlichkeit der Handelnden ein. Manchmal wirken Szenen und Nebengeschichten vielleicht etwas abgerissen, aber das hat mich nur bedingt gestört; hätte die Autorin jede Möglichkeit des Buches verfolgt, so würden wir noch in Jahrzehnten daran sitzen.

    Ich selbst habe hier auf LB das Hörbuch ergattert (Vielen Dank nochmal dafür!), gelesen von Burghart Klaußner – sehr angenehme Stimme, passende Betonung, ein bisschen wie der Großvater, der von seiner Vergangenheit erzählt. Aber so gerne ich auch gelauscht habe, ich muss deutlich sagen: Wenn ihr Interesse an diesem Buch habt, kauft es euch unbedingt – aber kauft euch den Roman, und nicht das Hörbuch. Das soll absolut keine Kritik an der Umsetzung sein, mit der war ich völlig zufrieden; aber der Inhalt der Geschichte ist doch etwas zu komplex um nur gehört zu werden. Man muss selbst lesen, sodass man die Möglichkeit hat zurückzublättern und Sachen nachzuschlagen, wichtige Stellen zu wiederholen, sonst kommt man aus dem Rhythmus und wird wenig Spaß an Frau Kaisers Werk haben. Und das wäre wirklich schade!


    5/5 Sterne für das Buch, aber nur 3/5 für das Hörbuch - das war in diesem Fall einfach schwierig.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    "Nur an eine Sache dachte sie in ihrer Erleichterung nicht: dass Sonnenblumen die Blumen der unglücklichen, hoffnungslosen Liebe waren."

    Vea Kaiser ist wieder da!
    Ihr Roman "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" war eins der erfolgreichsten Debüts im Jahr 2012.
    Wer an Zeichen und Vorahnungen glaubt, sollte diese Lese- und Hörrunde zu Vea Kaisers neuem Roman "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" nicht verpassen. Und wer nicht daran glaubt kann sich eines Besseren belehren lassen - entweder beim Lesen dieses wunderbaren Romans oder beim Hören der Stimme von Burghart Klaußner in der Hörbuchfassung.

    Zum Inhalt
    In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach einer Frau, die er vor 40 Jahren verlor. In einer Schweizer Metropole macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Ameisen Karriere. Und auf einer griechischen Insel sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Doch alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen, streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden umso stärker als Erwachsene. Und kommen doch nie voneinander los.
    Mit hinreißender Tragikomik, einem liebevollen Blick für Details und furioser Fabulierlust folgt Vea Kaiser der Geschichte einer unvergesslichen Familie, die auseinandergerissen werden musste, um zusammenzufinden. Ein Roman über das Aushalten von Sehnsucht und Einsamkeit, über Neuanfänge, Sandburgen für die Ewigkeit und die Schönheit des Lebens als Postkartenmotiv.


    Leseprobe

    Hörprobe

    Zur Autorin
    Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren Debütroman "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam", der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische, Französische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in über 100 Städte und 10 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch. Vea Kaisers zweiter Roman "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" erscheint im Mai 2015.

    Zum Sprecher
    Burghart Klaußner, geboren 1949 in Berlin, ist neben diversen Bühnen-Engagements in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. 2009 spielte er in dem für den Oscar nominierten Kinofilm "Das weiße Band", der in Cannes mit der Goldenen Palme geehrt wurde. 2015 ist er im Kinofilm über den Hitler-Attentäter Georg Elser zu sehen. Für seine feinsinnigen Lesungen wurde er unter anderem mit dem Corine Buchpreis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

    Zusammen mit KiWi und Argon verlosen wir 15 Leseexemplare und 15 Hörbücher von "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" unter allen, die Lust haben, dieses Familienepos im Rahmen einer Lese- und Hörrunde zu lesen - oder hören -, sich darüber auszutauschen und am Ende eine Rezension darüber zu schreiben. Möchtet ihr mit Vea Kaiser von Griechenland bis nach Niedersachsen reisen? Dann bewerbt euch* bis zum 13.05., indem ihr auf folgende Frage antwortet und angebt, ob ihr lieber hören oder lesen möchtet:

    Glaubt ihr an göttliche und himmlische Zeichen? Oder seid ihr eher pragmatisch veranlagt?

    Auf eure Antworten freue ich mich jetzt schon und wünsche allen viel Glück!

    Übrigens: Vea Kaiser ist bei der Leserunde mit von der Partie und beantwortet eure Fragen gerne im entsprechenden Unterthema!

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
    Daphne1962s avatar
    Letzter Beitrag von  Daphne1962vor 3 Jahren
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