Vea Kaiser Makarionissi oder Die Insel der Seligen

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Inhaltsangabe zu „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“ von Vea Kaiser

'Ein hinreißender Familienroman von überschäumender Komik' Denis Scheck
In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird. In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären.

Ein wunderschöner Schreibstil mit viel Blick fürs Detail. Tolle Geschichte. Gerne mehr davon!

— Nimmer_Satt

Ein schönes Buch, das sich sehr flüssig liest. Die Charaktere treten einem nahe und man lernt etwas über die griechische Geschichte.

— Schmiesen

hinreißend leichte Lektüre, sehr schön

— Valerie_Springer

Bestens erzählte Familiengeschichte - über drei Generationen von Griechenland bis nach Österreich.

— dani_eb

Kurzweilige tragisch-komische Familiengeschichte

— Karin_Kehrer

Gut und flüssig zu lesen. Durchaus mit Tiefgang ohne anstrengend zu sein.

— BiancaBerlin

Ganz nett, aber oft etwas langweilig und zu oberflächlich.... Hab mehr erwartet.

— naninka

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Tolles Weihnachtsbuch! Die Geschichte ist romantisch und verzaubert schön.

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  • Ein modernes Heldenepos, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Nimmer_Satt

    04. August 2017 um 13:44
  • Die krummen Wege des Schicksals

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Karin_Kehrer

    30. August 2016 um 22:38

    In einem griechischen Bergdorf bringt die Vision von Großmutter Maria zwei jungen Menschen Unglück. Denn obwohl sie sich nicht lieben, heiraten sie und ziehen nach Deutschland. Während der stille, pedantische Lefti sich mit der deutschen Mentalität anfreunden kann, fühlt sich die temperamentvolle Eleni als Fremdkörper. Kein Wunder, dass sich beide anderweitig verlieben. Lefti zieht mit seiner neuen österreichischen Frau nach St. Pölten. Eleni glaubt, mit dem Hippie Otto ihr Glück zu finden, wandert nach Chicago aus und heiratet einen griechischen Auswanderer, kehrt mit ihm auf seine Heimatinsel Makarionissi zurück und betreibt dort ein Hotel.Ihre Tochter bekommt Zwillinge, deren Vater nicht bekannt ist und am Ende wird beinahe alles gut.Die Vision einer alten Frau in einem griechischen Bergdorf im Jahr neunzehnhundertsechsundfünfzig bestimmt das Schicksal gleich mehrerer Generationen. Und ja, die Jahreszahlen sind tatsächlich ausgeschrieben, was mitunter ein wenig mühsam zu lesen ist. Es ist ein ziemlich weiter Bogen, der da gespannt wird: Vom Griechenland der Militärdiktatur und den damit verbundenen Repressalien (Eleni landet als überzeugte Kommunistin im Gefängnis und wird gefoltert) bis in das Jahr 2014. Da ist es wohl kein Wunder, dass das eine oder andere eigentlich bedeutsame geschichtliche Ereignis ausgespart wird (z.B. Vietnamkrieg, Fall der Mauer etc.) Einige meiner Meinung nach wichtigen Aspekte werden allerdings ein wenig zu oberflächlich abgehandelt (vor allem Elenis Gefängnisaufenthalt). Es schleicht sich auch ab und an ein wenig Langatmigkeit ein, wenn manche Gefühlsverwirrung gar zu ausführlich geschildert wird.Der feine Humor, der aber immer wieder aufblitzt, entschädigt allerdings dafür.Die Charaktere sind facettenreich, lebendig und mit Gespür gezeichnet, die Mentalitäts- und Temperamentsunterschiede treffend geschildert. Der am Beginn des Buches beigefügte Stammbaum illustriert die Verwandtschaftsverhältnisse sehr gut, obwohl sie an und für sich nicht allzu kompliziert sind. Einiges wird natürlich dadurch vorweggenommen, doch es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Fazit: Familiengeschichte mit tragisch-komischen Elementen.

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  • Toller Familienroman

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    BiancaBerlin

    22. August 2016 um 22:35

    Das Buch lebt von seinen sehr unterschiedlichen und immer spannenden Figuren. Als großes Oberthema könnten die Begriffe „Selbstfindung und Identität“ über dem Roman stehen. Es geht aber auch um Krieg, Heimatlosigkeit, Migration und natürlich um Liebe. Auch die Schauplätze sind weit gestreut: von Griechenland bis Niedersachsen, von Chicago bis Zürich. Das klingt jetzt alles reichlich verwickelt, ist es aber dank des tollen Stils der Autorin gar nicht. Sie erzählt flüssig, schlüssig, humorvoll und immer mit dem richtigen Timing. Hat mir richtig gut gefallen! 

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  • Eine zauberhafte Geschichte ...

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    engineerwife

    15. May 2016 um 10:08

    Dieses wunderschöne Buch hat mir eine schlaflose Nacht beschert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Abgeschreckt vom Lesen hatte mich eigentlich das Cover, das für meinen Geschmack gar nicht zu der Geschichte passt, nun bin ich froh, es dennoch in die Hand genommen zu haben. Vielleicht ist die Story ein bisschen überzogen, vielleicht auch nicht, ich fand es jedenfalls sehr interessant, den Werdegang dieser griechischen Familie zu verfolgen. Die Entscheidungen, die in den 60/70er Jahren gefällt werden mussten, weil das kleine Bergdorf Varitsi einfach nicht mehr genug zum Leben hergab um die Familien überleben zu lassen. So konnte ich z. B. mal wieder auf fiktive Weise einen Abschnitt der Geschichte verfolgen, die mir so gänzlich unbekannt war. Was wusste ich schon über die Militärdiktatur, die Ende der 60er Jahre die Regierung an sich gerissen hatte? Diese verrückte Familie nahm mich mit auf die Reise von Griechenland über Hildesheim nach Österreich und die Schweiz und wieder zurück nach Griechenland. Sie bekriegten sich, sie liebten sich, sie trennten sich und vereinten sich wieder. Am Ende schließt sich der Kreis nicht wirklich zu einem Happy End aber mich hat die Story mit einem befriedigten Gefühl zurück gelassen. Wer mal eine etwas andere Liebes- und Lebensgeschichte lesen möchte, dem sei dieses Buch unbedingt ans Herz gelegt.

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  • Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    littleowl

    Worum geht’s? Griechenland 1948: Im kleinen Bergdorf Varitsi an der griechisch-albanischen Grenze fasst Yiayia Maria, Großmutter und erfahrene Kupplerin, einen folgenschweren Entschluss. Um den Fortbestand der Familie Kouzis sichern, soll ihr Enkelsohn Lefti seine Cousine heiraten. Als die kleine Eleni auf die Welt kommt, steht ihre Zukunft scheinbar schon fest, doch Yiayia Maria hat die Rechnung ohne die Sturheit und das Selbstbewusstsein ihrer Enkeltochter gemacht. Als sie ihren Fehler erkennt, ist es bereits zu spät. Widerwillig geben sich Lefti und Eleni als junge Erwachsene das Ja-Wort, aber nur, um endlich der dörflichen Enge entkommen zu können. In Deutschland entwickeln sie sich in völlig unterschiedliche Richtungen, finden beide ihre große Liebe und läuten damit das endgültige Auseinanderbrechen der Familie ein. Meine Meinung Es ist mir wirklich schwergefallen, eine Rezension zu schreiben, die diesem großartigen Buch gerecht wird. Vea Kaiser wagt sich an die ganz großen Themen wie Schicksal, Liebe, Schuld und Verantwortung heran, trotzdem behält der Roman immer seinen leichten, humorvollen Grundton bei. Warmherzig und mit viel Lebensklugheit erzählt die Autorin eine komplexe, weitverzweigte Familiensaga. Trotz zahlreicher überraschender Wendungen wirkt die Geschichte nie konstruiert, ein Ereignis scheint sich ganz natürlich und logisch aus dem vorangegangenen zu entwickeln. Tatsächlich liegt eine gewisse Tragik darin, dass sich manche Fehler über Jahrzehnte hinweg in jeder Generation wiederholen. Bei Romanen mit sehr vielen Figuren habe ich oft Probleme damit, mich auf die einzelnen Schicksale wirklich einzulassen. Hier hatte ich damit jedoch keine Schwierigkeiten, weil wir die Charaktere über einen langen Zeitraum hinweg begleiten und ihre Entwicklung mitverfolgen. Eleni und Lefti habe ich ganz besonders ins Herz geschlossen, schließlich stehen sie im Mittelpunkt des ganzen Dramas, aber alle anderen Figuren sind ebenfalls liebevoll ausgearbeitet und interessant. Für Vea Kaisers Schreibstil gilt Ähnliches wie für die von ihr ersonnene Geschichte: Leichtfüßig und oft poetisch, dabei aber nie bemüht wirkend. Ihre Sprache ist an sich sehr schlicht und klar und gerade dadurch sehr ausdrucksstark. Mit feinsinnigem Humor beschreibt sie die Irrwege ihrer Figuren und schafft es, in jeder Szene gekonnt den richtigen Ton zu treffen. Der Roman hat zahlreiche Schauplätze, vom Bergdorf Varitsi über St. Pölten und Chicago bis hin zur titelgebenden (fiktiven) Insel Makarionissi. Die Autorin macht dabei aber nicht den Fehler, sich in ausschweifenden Beschreibungen zu verlieren, ihr gelingt es, mit nur wenigen Absätzen das Lebensgefühl an einem Ort einzufangen. Mit kleinen, aussagekräftigen Details statt epischen Schilderungen hat sie nicht nur Orte, sondern auch vergangene Jahrzehnte vor meinem inneren Auge lebendig gemacht. Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Roman nur sehr wenig über die griechische Geschichte im 20. Jahrhundert wusste. Wenn man in der Schule beispielsweise über den 2. Weltkrieg spricht, liegt der Fokus ja meist auf anderen Ländern. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, so viel Neues über den historischen Hintergrund, zum Beispiel den Griechischen Bürgerkrieg in den 1950er Jahren, die Militärdiktatur und den Studentenaufstand, zu erfahren. Besonders gut gefallen hat mir, dass das politische Geschehen nicht nur Kulisse ist, sondern wirklich den Lauf der Handlung beeinflusst. Fazit Ein zauberhafter, unterhaltsamer und sehr intelligenter Roman über eine griechische Familie, die infolge einer schweren Fehlentscheidung auseinandergerissen wird, um Jahrzehnte später wieder zusammenzufinden. Ich freue mich schon darauf, mehr von dieser vielversprechenden jungen Autorin zu lesen!

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    • 3
  • unbedingt lesen!

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    wallners

    16. February 2016 um 17:21

    Das große Leben im kleinen, das kleine Leben im großen, Liebe, Familie, Macht, Geschichte, das Spiel von Zufall, Schicksal und Wahl - schwerwiegende Themen leichtfüßig, liebevoll, lebensklug, unsentimental, emphatisch, genau und bilderreich erzählt - eine Insel der Seligen für Leser/innen, dieses Makarionissi. Schade,  am Ende abreisen zu müssen. Ich freue mich auf mehr von dieser ambitionierten Autorin.  

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Helden von heute...

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Gwenliest

    Es war einmal ein kleines Dorf an der griechisch-albanischen Grenze, Varitsi. In diesem Dorf beginnt die Geschichte zweier Helden einem Leisen namens Lefti und einer lauten Heldin namens Eleni. Die beiden sind Cousin und Cousine und füreinander bestimmt, um das Familienerbe zusammenzuhalten, wenn man ihrer Großmutter Yiayia Maria glaubt, die gerne die Zeichen deutet, um die Fäden der Familiengeschichte zu spannen. Die beiden entwickeln sich völlig gegensätzlich und auch wenn man sagt Gegensätze ziehen sich an, muss das nicht immer der Fall sein. In Makarionissi wird die Geschichte einer griechischen Familie über 5 Generationen (Mitte der 50er Jahre bis in die Gegenwart) erzählt in deren Mittelpunkt die erwähnten Helden, Eleni und Lefti stehen. Neben den beiden und ihrer Großmutter gibt es natürlich auch noch viele andere Charaktere, wie z.B. einen charismatischen Schlagersänger, einen liebenswerten griechischen Gastronom der in die USA ausgewandert ist und das Fräuleinwunder Trudi und viele mehr. Es vergehen Jahrzehnte voller Lachen, Freude und Leidenschaft aber eben auch Leid, Wut und Enttäuschung. Auf der Suche nach dem persönlichen Glück treibt es die Helden und deren Familie auseinender und der Leser begleitet die Charaktere nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und sogar bis in die USA… letztendlich muss jeder für sich selbst die Insel der Seligen finden… Vea Kaiser hat sie gefunden und sie heißt Makarionissi. Es fällt mir schwer etwas über dieses Buch zu schreiben, denn nichts kommt auch nur ansatzweise dem nahe was das Buch ist, nämlich schlicht und ergreifend wundervoll. Vea Kaiser hat eine unglaublich komplexe (aber nicht überladene), herzliche (aber nicht schnulzige), humorvolle (aber nicht platte) Familiengeschichte niedergeschrieben und mit großartigen und liebevoll skizzierten Charakteren besetzt, sogar die „Nebenrollen“. Direkt am Anfang findet man einen Stammbaum der einem natürlich bereits einiges vorwegnimmt, was mich persönlich überhaupt nicht gestört hat sondern vielmehr wachsam gemacht hat und die Spannung geseigert hat mitzuerleben wie die Charaktere dahin kommen. Auch die Struktur des Buches, die Einteilung in Gesänge statt in Kapitel mit jeweils einem kleinen Absatz zu Beginn mit einer Andeutung was darin passiert fand ich super. Im Laufe der Geschichte stößt man auch auf sehr viel Zeit- & Lokalkolorit und Anspielungen auf kulturelle Gepflogenheiten. Auch sprachlich ist dieser Roman ein Genuss, durchzogen von einem feinen, lakonischen Humor, der Makarionissi, auch in traurigen Momenten, eine Leichtigkeit verleiht, die ich so noch bei keinem anderen Buch empfunden habe. Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die Heldensagen und Mythen die hier - genauso wie in Ansätzen die Geschichte Griechenlands während dieser Zeit - sehr harmonisch nebenbei in den Handlungsverlauf eingeflochten werden und die Geschehnisse spiegeln, ohne den Lesefluss zu durchbrechen oder zu stören. Fazit: ein Roman, der den Leser von Anfang bis Ende mitnimmt sowohl was Handlung als auch Sprache anbelangt. Das Buch hat mich zum Lachen gebracht und ich hab mit den Charakteren mitgefühlt wie schon lange nicht mehr. Ein Wohlfühlbuch - was will man mehr? Mehr von Vea Kaiser!

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    • 5
  • ein Heldenepos in neuen Gesängen

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    miro76

    Die Geschichte einer griechischen Familie und ihrer Reise aus einem kleinen Bergdorf an der griechisch-albanischen Grenze über Europa und Amerika, um schließlich auf der Insel der Seligen wieder zueinander zu finden. „Als Maria Kouzis jedoch im Frühling neunzehnhundertsechsundfünfzig aufschreckte und sich an der Wand ihrer Schlafkammer abstütze, auf dass die jahrhundertealten Steine ihr wild pochendes Herz etwas beruhigten, war sie sicher, noch nie eine solch finstere Nacht erlebt zu haben. (…) Maria Kouzis fragte sich: War sie in ihren Gedanken verloren gegangen, hatte sie sich in Wachträumen verirrt oder war sie einfach eingenickt? Die alte Frau traute dem Schlaf nicht, denn wer zu tief schläft, verpasst, was um ihn herum geschieht. In jedem Falle war sie jedoch überzeugt, soeben ein Zeichen erhalten zu haben. Denn Zeichen in all ihren Gestalten hatte Maria Kouzis im Laufe ihres Lebens zu trauen gelernt.“                              (S. 15) So lernen wir Yiayia Maria, das Oberhaupt der Familie kennen und Zeichen und Vorahnungen sind es, die seit je her und auch in Zukunft die Handlungen der Frauen dieser Familie beeinflussen sollen. Dieses Zeichen brachte Yiayia Maria dazu ihren Neffen Lefti mit seiner Cousine Eleni zu verheiraten, damit das Erbe in der Familie bleibt. Lefti fügt sich bereits als kleiner Junge in sein Schicksal. Er liebt seine Cousine Eleni, doch Eleni beginnt früh dagegen zu rebellieren. Trotzdem kommt es zu dieser unglückseligen Ehe und ihr gemeinsamer Weg führt die beiden nach Deutschland. Lefti fühlt sich hier zu Hause. Er liebt die deutsche Pünktlichkeit und Genauigkeit. Das kommt seinem Wesen einfach näher. Er ist äußert zuverlässig und kümmert sich immer um die Menschen in seinem Umfeld. Die wilde und rebellische Eleni kann sich nicht einfinden. Ihr ist alles zu strikt und geradlinig. Immer weiter entfernen sich die beiden, die einstmals wie Geschwister miteinander aufgewachsen sind. Doch irgendwie finden beide ihr Glück. Eleni lernt den Musiker Otto kennen und die Freuden an Yoga und indischen Ashrams.  Lefti wird sesshaft und gründet eine Familie, während Elenis Reise weitergeht. Schwanger verlässt sie Otto und kehrt in ihr Bergdorf zurück. Sie hat große Ambitionen, möchte sich nach der Militärjunta politisch engagieren, wird aber eines besseren belehrt. So einfach ist es nicht als alleinerziehende Mutter ohne Geld und Schulbildung. Schweren Herzens lässt sie ihre Tochter Aspasia bei ihren Eltern und macht sich auf nach Amerika, um Geld zu verdienen. Mittlerweile ist die Familie über die ganze Welt zerstreut, zum Teil zerstritten und wurzellos. Glücklicherweise musste Yiayia Maria das nicht mehr miterleben. Schließlich dürfen wir noch eine weitere Generation kennenlernen. Aspasias Zwillinge Jannis und Manolis und Leftis Söhne Hubert-Spiros und Josef-Stavros. Alle versuchen sie das Beste aus ihren Leben zu machen, hadern mal mehr und mal weniger mit ihrem Schicksal und immer wieder greifen scheinbar zufällige Ereignisse in ihre gewohnten Handlungsmuster ein und verändern so den Lauf ihrer Lebenswege. „ ‚Ich weiß ja nicht, woran du glaubst, Gottes Fügung, Wille der Götter Zufall oder einfach Schicksal, aber ich bin mir sicher, nichts geschieht ohne Grund.‘“                           (S. 386) Lefti gelingt es gut sich mit seinem Schicksal auszusöhnen und ist so in der Lage neue Wege zu beschreiten, seinen Kinder etwas anderes vorzuleben und weiterzugeben. Eleni schaffen es nicht so leicht auszubrechen. Einstmals so rebellisch, muss sie im Alter erkennen, dass sie die selben Fehler gemacht wie ihre Yiayia Maria und die Geschichten wiederholen sich. Doch eine späte Erkenntnis ist besser als keine und für eine Versöhnung ist es nicht zu spät. Ein Roman  „in dem manche Geschichten gut ausgehen und andere nicht. Wie es nun mal passiert, sobald man von Helden erzählt.“                                (S. 429) Vea Kaiser hat hier einen großartigen zweiten Roman vorgelegt. Sehr einfühlsam und doch mit schonungsloser Härte gewährt sie uns Einblicke in ein, von Armut gezeichnetes, griechisches Bergdorf ohne Chance auf eine Zukunft. Die Leute ziehen oder sterben weg. Doch für die einzelnen Personen tun sich immer wieder Möglichkeiten auf. Die Familie macht eine spannende Reise um die Welt und wir können die Entwicklung der einzelnen miterleben. Manch einer scheint richtiggehend determiniert in seiner Kindheit, andere wiederum können sich immer wieder der neuen Situation anpassen und entwickeln sich weiter. Auch die grichische Küche ist ein wesentliches Thema in diesem Roman. Essen ist immer auch Ausdruck großer Gefühle. Wie bereits in ihrem ersten Roman „Blasmusikpop“ versteht es Vea Kaiser ein liebevolles Bild ihrer Protagonisten zu zeichnen. Doch was ihren Stil ausmacht, ist der subtile Humor, der sich unter der Oberfläche versteckt. Vieles darf mit einem „Augenzwickern“ verstanden werden. Ganz besonders gefällt mir auch, wie Vea Kaiser scheinbar nebensächlichen Personen und Situationen so viel Leben einhaucht. Auch wenn jemand nur kurz auf der Bildfläche erscheint, ist er es Wert eine Geschichte zu bekommen. Das ist für mich Erzählkunst vom Feinsten!

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    • 3
  • Makarionissi oder Die Insel der Seligen - Vea Kaiser

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Lesen_ist

    28. July 2015 um 17:46

    Inhalt Von Griechenland bis Niedersachsen, von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart: In ihrem neuen Roman erzählt Vea Kaiser in ihrem einzigartigen Ton von der Glückssuche einer Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Möchtegern-Helden und Herzensbrechern. Und von der großen Liebe, die man mehrmals trifft. In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach einer Frau, die er vor 40 Jahren verlor. In einer Schweizer Metropole macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Ameisen Karriere. Und auf einer griechischen Insel sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Doch alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen, streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden umso stärker als Erwachsene. Und kommen doch nie voneinander los. Meine Meinung Die liebe Nina @hauptsachtbunt hat so von diesem Buch geschwärmt, da habe ich es natürlich kaufen müssen, und war schon sehr gespannt auf diese Geschichte! Die Geschichte fängt in einem kleinen Bergdorf nahe der albanisch-griechischen Grenze im Jahr 1956 an. Maria Kouzis lebt hier mit ihrer Familie. Ihr Ehemann ist bereits verstorben, ihre Zwillingstöchter Despina und Pagona sind verheiratet und haben selbst Kinder. Ihr Enkelsohn Lefti, der Sohn von Despina, ist der einzige männliche Erbe, doch weit und breit ist kein heiratsfähiges Mädchen für ihn in Sicht. Maria beklagte lautstark, dass der Knabe das Dorf früh verlassen müsste, um eine Braut zu finden. Yiayia Maria, also Großmutter Maria, glaubt an Zeichen und als ihr eines Nachts die heilige Paraskevi im Traum erscheint weiß sie, dass ihre Heiratspläne für ihren Enkelsohn rechtens sind. Pagona soll noch einmal schwanger werden, damit Lefti seine Cousine heiraten kann. Und so wird Eleni geboren und zusammen wachsen sie in dem kleinen griechischen Bergdorf Varitsi auf, das bereits im Sterben liegt. Obwohl die Geschichte fünf Generationen dieser Familie umfasst, sind Lefti und Eleni die Hauptcharaktere. Mit Yiayia Maria als ihre Großmutter fängt die Geschichte an und am Ende ist Eleni selbst die Großmutter. Lefti ist ein liebenswerter, sanftmütiger, freundlicher Charakter. Er wächst einem sehr ans Herz. Was er auf keinen Fall mag, ist Politik, da will er sich raushalten. Eleni ist das genaue Gegenteil von Lefti, sie will eine Heldin sein, ist so wild und unbändig wie ihr lockiges Haar. Als Kind bekommt sie eine Geschichte von den Amazonenfrauen erzählt und genauso will sie auch sein. Sie interessiert sich später sehr stark für Politik und was sie auf gar keinen Fall will, ist Lefti heiraten. Sie will nämlich gar nicht heiraten. Ich mochte diese wilde, unabhängige, starke junge Frau, bis sie später etwas tat, dass ich als sehr ungerecht und feige empfand. Da ist meine Sympathie für sie sehr gesunken. Das Ende hat mich aber doch wieder mit ihr versöhnt. Die Figuren sind alle bunt, lebendig, liebenswürdig und lebensnah. Mein Lieblingscharakter ist Ianni und wer wissen möchte, wer das ist, muss das Buch lesen! Die Schauplätze reichen von einem Bergdorf in Griechenland, über Hildesheim in Niedersachsen, St. Pölten in Niederösterreich, Chicago, Zürich und schlussendlich geht’s zurück nach Griechenland und die »Insel der Seligen«. Ich war noch nie in Griechenland, was ich aber sehr bedauere. Es sind die Teile der Geschichte, die in Griechenland spielen, die mir atmosphärisch am meisten gefallen haben. Die beiden Kinder wachsen mitten in den »Putsch der Obristen« vom 21. April 1967 hinein. Ich habe mich nie mit der jüngsten Geschichte Griechenlands befasst und es ist erschreckend, dass so ein Militärregime mit seinen Massenverhaftungen, Folter und Bespitzelungen gar nicht so lange zurückliegt in einem europäischen Land! Während dieser Zeit geht diese Geschichte in Deutschland weiter. Wir verfolgen den Lebensweg und das Schicksal von Eleni und Lefti über die Jahrzehnte. Wie und wo sie leben, lieben, arbeiten, heiraten, Eltern werden, Großeltern werden. Vea Kaiser schreibt in einem hinreißenden Stil mit einem subtilen Humor, der sogar einer tragischen Situation etwas Heiteres verleiht. Die Geschichte lebt nicht von Spannung oder Tempo, sondern von den wunderbaren Charakteren, die so voll Leben und Leidenschaft sind. Es wird nie langweilig, es gibt keine Längen, die einem überflüssig erscheinen, die Geschichte reißt einen einfach mit und man ist hautnah dabei. Durch die liebevollen Details der jeweiligen Schauplätze kann man noch dazu alles so wunderbar visualisieren. Voll gepackt mit Sehnsucht, Leidenschaft, Liebe, Glück, Enttäuschungen, Einsamkeit und Trauer führt die Geschichte zu einem Ende der einem doch noch Tränen entlockt. Der Epilog zaubert dazu noch ein breites Lächeln ins Gesicht. Das Leben selbst ist ein Lehrmeister. Manche müssen lernen loszulassen, andere müssen lernen die Hand zu reichen und um Verzeihung zu bitten. Das Leben kann so schön sein, egal was es einem bringt, egal ob man an Zeichen, Zufälle oder Schicksal glaubt, oder auch nicht.

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  • Lese- und Hörrunde zu "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" von Vea Kaiser

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    aba

    "Nur an eine Sache dachte sie in ihrer Erleichterung nicht: dass Sonnenblumen die Blumen der unglücklichen, hoffnungslosen Liebe waren." Vea Kaiser ist wieder da! Ihr Roman "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" war eins der erfolgreichsten Debüts im Jahr 2012. Wer an Zeichen und Vorahnungen glaubt, sollte diese Lese- und Hörrunde zu Vea Kaisers neuem Roman "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" nicht verpassen. Und wer nicht daran glaubt kann sich eines Besseren belehren lassen - entweder beim Lesen dieses wunderbaren Romans oder beim Hören der Stimme von Burghart Klaußner in der Hörbuchfassung. Zum Inhalt In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach einer Frau, die er vor 40 Jahren verlor. In einer Schweizer Metropole macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Ameisen Karriere. Und auf einer griechischen Insel sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Doch alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen, streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden umso stärker als Erwachsene. Und kommen doch nie voneinander los. Mit hinreißender Tragikomik, einem liebevollen Blick für Details und furioser Fabulierlust folgt Vea Kaiser der Geschichte einer unvergesslichen Familie, die auseinandergerissen werden musste, um zusammenzufinden. Ein Roman über das Aushalten von Sehnsucht und Einsamkeit, über Neuanfänge, Sandburgen für die Ewigkeit und die Schönheit des Lebens als Postkartenmotiv. Leseprobe Hörprobe Zur Autorin Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren Debütroman "Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam", der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische, Französische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in über 100 Städte und 10 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch. Vea Kaisers zweiter Roman "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" erscheint im Mai 2015. Zum Sprecher Burghart Klaußner, geboren 1949 in Berlin, ist neben diversen Bühnen-Engagements in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. 2009 spielte er in dem für den Oscar nominierten Kinofilm "Das weiße Band", der in Cannes mit der Goldenen Palme geehrt wurde. 2015 ist er im Kinofilm über den Hitler-Attentäter Georg Elser zu sehen. Für seine feinsinnigen Lesungen wurde er unter anderem mit dem Corine Buchpreis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Zusammen mit KiWi und Argon verlosen wir 15 Leseexemplare und 15 Hörbücher von "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" unter allen, die Lust haben, dieses Familienepos im Rahmen einer Lese- und Hörrunde zu lesen - oder hören -, sich darüber auszutauschen und am Ende eine Rezension darüber zu schreiben. Möchtet ihr mit Vea Kaiser von Griechenland bis nach Niedersachsen reisen? Dann bewerbt euch* bis zum 13.05., indem ihr auf folgende Frage antwortet und angebt, ob ihr lieber hören oder lesen möchtet: Glaubt ihr an göttliche und himmlische Zeichen? Oder seid ihr eher pragmatisch veranlagt? Auf eure Antworten freue ich mich jetzt schon und wünsche allen viel Glück! Übrigens: Vea Kaiser ist bei der Leserunde mit von der Partie und beantwortet eure Fragen gerne im entsprechenden Unterthema! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 1140
  • In 464 Seiten um die Welt

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. July 2015 um 17:41

    In einem kleinen fiktiven griechischen Dorf nahe der albanischen Grenze hält Yiayia Maria die Zügel fest in der Hand: Schon seit Jahrzehnten zieht sie heimlich die Fäden, um das kostbare Familienerbe zu schützen und ihrer Sippe ein festes Fundament zu schaffen – und was bietet sich da besser an, als eine Heirat zwischen ihrem Enkel Lefti und seiner Cousine Eleni als gemeinsame Stammhalter? Doch schon von Anfang an steht dieses Arrangement unter keinem guten Stern, denn Liebe kann man nicht erzwingen – und so kommt es, dass sich die beiden in völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln, und mehr als Freundschaft scheint unmöglich. Als Yiayia Maria ihren fatalen Fehler erkennt, ist es schon zu spät – und nun droht der Familie ein völliges Auseinanderbrechen. Getrieben von Liebe, Eifersucht, Politik und dem Wunsch nach Glück verstreuen sich die Personen quer über die Welt - wo ist die Grenze zwischen Sicherheit und Gefangenschaft? Zwischen Planung und Zwang? Kann man sich von seinen Wurzeln lossagen - und kann man ohne sie überhaupt leben? Vea Kaiser erschafft mit ihrem Roman „Makarionissi – oder Die Insel der Seligen“ einen Familienepos der besonderen Sorte. Es braucht Geduld, wenn man auch wirklich alle Details und Zwischentöne mitnehmen möchte, Geduld und eine Menge Aufmerksamkeit. Aber wenn man sich wirklich darauf einlässt, dann wird man merken mit wie viel Geschick hier die Handlungsstränge geführt werden, wie viele kleine Anspielungen in scheinbar nebensächlichen Aussagen versteckt sind, und wie intelligent sich die griechische Mythologie in das Leben der Charaktere einfügt und den Fortgang der Geschichte bestimmt. Makarionissi muss man langsam konsumieren, damit es Zeit zur vollen Entfaltung hat, man muss pausieren und nachdenken und vielleicht auch Seiten wiederholen. Es ist kein kurzlebiger Badewannenroman, der Spannungsbogen ist sehr subtil und zäh und es kommt selten „Fahrt“ auf – kein schnelles Vergnügen, aber perfekt für den ehrgeizigen Leser, der sich auch gerne länger mit einem Werk beschäftigt. Die Charaktere sind realistisch und mehrdimensional, niemand ist perfekt. Die Entscheidungen, die im Laufe des Buches getroffen werden, finden vielleicht nicht immer Billigung, sind aber trotzdem nie abgehoben oder unvorstellbar – im Gegenteil, sie fügen sich stets passend in die Persönlichkeit der Handelnden ein. Manchmal wirken Szenen und Nebengeschichten vielleicht etwas abgerissen, aber das hat mich nur bedingt gestört; hätte die Autorin jede Möglichkeit des Buches verfolgt, so würden wir noch in Jahrzehnten daran sitzen. Ich selbst habe hier auf LB das Hörbuch ergattert (Vielen Dank nochmal dafür!), gelesen von Burghart Klaußner – sehr angenehme Stimme, passende Betonung, ein bisschen wie der Großvater, der von seiner Vergangenheit erzählt. Aber so gerne ich auch gelauscht habe, ich muss deutlich sagen: Wenn ihr Interesse an diesem Buch habt, kauft es euch unbedingt – aber kauft euch den Roman, und nicht das Hörbuch. Das soll absolut keine Kritik an der Umsetzung sein, mit der war ich völlig zufrieden; aber der Inhalt der Geschichte ist doch etwas zu komplex um nur gehört zu werden. Man muss selbst lesen, sodass man die Möglichkeit hat zurückzublättern und Sachen nachzuschlagen, wichtige Stellen zu wiederholen, sonst kommt man aus dem Rhythmus und wird wenig Spaß an Frau Kaisers Werk haben. Und das wäre wirklich schade! 5/5 Sterne für das Buch, aber nur 3/5 für das Hörbuch - das war in diesem Fall einfach schwierig.

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  • Heldinnen weinen nicht…

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Sikal

    15. July 2015 um 20:09

    Varitsi, ein kleines Dorf an der griechisch-albanischen Grenze ist der Ausgangspunkt einer Familiengeschichte, die letztendlich den halben Globus umspannt – so werden in weiterer Folge Deutschland, Österreich, die Schweiz und auch die USA zum Schauplatz diverser Familienszenerien. Doch zuerst zurück nach Varitsi: Die Großmutter Yiayia Maria zieht gerne die Fäden im Leben ihrer Lieben und „organisiert“ auch eine Frau für ihren Enkel Lefti. Immerhin soll er das Familienerbe mit einer arrangierten Ehe sichern. Dass sich Lefti und Eleni in ganz unterschiedliche Richtungen (auch politisch) entwickeln, konnte sie nicht abschätzen - oder wollte sie vielleicht nicht erkennen. In diesem Roman hat man als Leser nun Gelegenheit dieser Familie über fünf Generationen zu folgen, ihre Höhen und Tiefen mitzuerleben, Geschichtliches aufzufrischen, manches vielleicht zu verstehen und vor allem – zu genießen. Denn genau das ist dieses Buch: ein Genuss. Die Charaktere sind einzigartig, facettenreich gezeichnet, spiegeln die unterschiedlichsten Persönlichkeiten wieder und sind so authentisch, dass man gerne Seite um Seite verschlingt. Die Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten zieht sich wie ein roter Faden durch. So kann man selbst dem anfangs unbeliebten Loukas zu guter Letzt noch Sympathie entgegenbringen. Der Autorin Vea Kaiser gelingt es mit einer besonderen Erzählweise, dass man sich mitten unter Demonstranten, im Knast oder in St. Pölten wiederfindet. Sie beschreibt lebhaft und lässt die Bilder wie einen Film ablaufen, verknüpft immer wieder zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Zwischendurch mit einer Prise Humor und schon ist die perfekte Mischung gegeben. Die Einteilung der einzelnen Kapitel in Gesänge, sowie einige einleitende Sätze als Vorschau sind richtig toll und weichen von herkömmlichen Kapitelüberschriften ab. Das politische Netzwerk ist hier gut recherchiert und mit der Familiengeschichte verknüpft – noch dazu passend im Moment... Fazit: Ein Buch, das ich mit Genuss gelesen habe. Besonders freue ich mich auf unseren bevorstehenden Griechenlandurlaub und den Debütroman von Vea Kaiser (Blasmusikpop), den ich dort lesen werde.

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  • Atemlos durch die Zeit

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    rallus

    Beginnend mit den 50er Jahren in einem kleinen griechischen Dorf bis heute erzählt uns Vea Kaiser die Geschichte einer Familie. Eleni und ihr Cousin Lefti sind seit ihrer Jugend einander versprochen, doch lieben sie sich eigentlich nicht. Nach ihrer Heirat ziehen sie wegen fehlender beruflicher Erfolgsaussichten nach Hildesheim. Das griechische Dorf, einst der Schnittpunkt einer Handelsroute, vergreist nach und nach. In Hildesheim widmet sich Eleni, die schon in Griechenland politisch aktiv ist, der Bekämpfung der griechischen Militärjunta. Lefti wird deutscher als deutsch, lernt die Sprache, erscheint immer pünktlich zur Arbeit, steigt bald zum Vorarbeiter auf. Beide leben ihr eigenes Leben nebeneinander, und so verlieben sie sich bald in andere, und bauen eine neue Zukunft auf. Die 'Familiensaga' geht über mehrere Generationen weiter, bis endlich Eleni, jetzt verheiratet mit einem griechischen Emigranten, den sie in Chicago kennenlernte, auf Makarionissi auftaucht, die fiktive griechische Insel auf der ihr Mann aufwuchs. Von da an, wird diese Insel zum Mittelpunkt des Buches, auf dem die Familie ihre Heimat, ein großes Hotel, aufbaut. Vea Kaiser gibt sich nicht mit Details zufrieden, nein, ihr Roman umarmt Jahrzehnte und Kontinente. Die auftretenden Charaktere haben durchaus ihre verschiedenen Rollen inne - hier ist die streitsüchtige und hitzköpfige Eleni, dort der hart arbeitende, ruhige und besonnene Lefti. Doch nach einer Weile beschleicht mich als Leser ein ungutes Gefühl; es passiert einfach nichts Überraschendes mehr. Handlungen werden abgebrochen, gerade am Anfang als Lefti nach einem Besuch bei einer Hure merkt, dass er sich eine Krankheit eingefangen hat, möchte man zu gerne wissen, wie er aus dieser Klemme kommt. Doch im weiteren Verlauf wird überhaupt nicht darauf eingegangen. So geht es weiter im Buch, Vea Kaiser überspringt einfach die Jahre, die Orte, die Personen. Dies wirkt bald wie ein Roman aus einem Setzkasten gebastelt. Scheidung hier, verzweifelte Liebe dort, ein uneheliches Kind. Dabei entstehen auch unschöne Situationen, aber dies ist alles mit einer so naiven Beschaulichkeit erzählt, jegliches Böse wurde hier entfernt, ich kam mir teilweise vor wie im Haribobärenland. Süß, bunt und klebrig. Makarionissi rückt erst spät gegen Ende des Buches in den Fokus. Wichtiger, nach meiner Meinung, wäre gewesen das griechische Dorf zu beleuchten, ein Dorf das nur noch von Alten und Greisen bewohnt wird, da die Arbeitsmarktsituation sich dramatisch verschlechterte. Politische und interessante Weltthemen hätte Vea Kaiser viele gehabt an denen sich die Charaktere hätten reiben können, der Fall der Mauer wird komplett übersprungen, auch die darauffolgenden Unruhen in Europa. Die Finanzkrise wird auch nur kurz angeschnitten - auf der Insel der Seligen werden solche Themen nicht vertieft. Dabei schreibt Vea Kaiser sehr flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Doch bezweifle ich, dass mir in ein paar Monaten noch vieles davon im Gedächtnis geblieben sein wird. Die Geschichte wird dem Leser mit einer plappernden Nichtigkeit  dargeboten, kein Staubfussel trübt die glatte Fläche, kein Klumpen die Wörtersuppe, die ohne doppelten Boden und Rückstände verdaut und ausgeschieden wird. Sonst hatte ich des öfteren geklebte Post-it Zettel in Büchern, um mir wichtige Stellen zu merken, oder in die Rezension einzubauen, hier Fehlanzeige. Das Buch bewegt sich in Schlagzeilen durch die Welt, weitab von literarischen Höhenflügen oder vergleichbaren Familienepen, wofür es auch schlicht zu kurz geraten ist. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich Vea Kaiser zur neuen Helene Fischer der Literatur entwickeln würde. Ich wünsche ihr auf jeden Fall allen Erfolg dieser Welt in dem Haifischbecken der Literaturszene, in meinem Plattenregal steht jedenfalls keine Platte von Helene Fischer.  

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    • 4
  • Makarionissi oder Die Insel der Seligen <3

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. June 2015 um 09:43

    Ein modernes Heldenepos mit griechischem Einschlag, das aus meiner Sicht locker mit den "alten" mithalten kann, hat Vea Kaiser verfasst. Die Autorin ist eine moderne junge Frau und hat folglich zeithistorische Themen aufgenommen, die beiden hier in neun Gesängen besungenen Helden haben sich somit eher modernen Herausforderungen - solchen den 20. und 21. Jahrhunderts zu stellen, nicht den klassischen, mit denen es einst Homers Ilias zu tun bekam. Und es geht um Helden mit Macken - mit Schwächen und Fehlern, aber gerade das macht sie so glaubhaft und so verehrungswürdig. Es ist eine Familiensaga mit allem drum und dran, die Vea Kaiser hier vorlegt, eine mit einem Helden und einer Heldin, einem liebenswerten Lebenskünstler der besonderen Art und einer ganz speziellen Furie: Lefti und Eleni, so heißen die beiden, Cousin und Cousine sind sie, die gegen Ende des 2. Weltkriegs das Licht der Welt erblicken und für kurze Zeit auch Mann und Frau, aber nur, weil ihre Großmutter das so wollte. Nach ihrer Hochzeit verschlägt es sie nach Hildesheim und da trennen sich ihre Wege schon recht bald. Für Lefti geht es nach St. Pölten in Österreich, Furie Eleni landet erst nach einer langen, mehrjährigen Tour durch verschiedene Länder auf der griechischen Insel Varissi. Die Familiengeschichte dieses so ungleichen - zeitweiligen - Paares wird hier ganz wunderbar aufgerollt und so lernt der Leser eine Reihe weiterer faszinierender Charaktere, meist aus der näheren und weiteren Verwandtschaft unserer beiden Helden kennen. Köstlich, absolut köstlich und leckerer als die delikatesten Makkaroni (mit denen der Titel aber nichts zu tun hat) ist dieses wunderbar kluge, unterhaltsame, empathische, originelle witzige und absolut authentische Buch über diese zwei Menschen aus dem fiktiven nordgriechischen Örtchen Varitsi, ihren Wünschen, Hoffnungen, Zwängen, Ideen, Lösungen - und das Altern. Vea Kaiser schreibt nicht wie die alten Griechen, sondern wie eine junge, quicklebendige Österreicherin und so gerät ihr Heldenepos nicht pompös und nahezu beängstigend bombastisch, sondern vielmehr warmherzig, witzig, spritzig und sehr stimulierend. Ich habe eine solche Autorin in der deutschsprachigen Literatur bislang noch nicht erlebt, für mich steht sie eher in der Tradition von John Irving, was Originalität, Stil. Leichtigkeit und eine ganz besondere, sehr angewandte Art von Weisheit anbelangt. Viel kluges Wissen, aber noch mehr Herz ist in dieses wunderbare Buch, das ich jedem empfehle, der noch zwei Hände zum Halten bzw. zwei Ohren zum Hören (es liegt auch als Hörbuch vor) hat - man erschließt sich definitiv neue Welten! Es ist unglaublich, dass ein so junger Mensch wie Vea Kaiser so anrührend über das Alter und das Älterwerden schreiben, Verständnis für unterschiedliche Generationen entwickeln kann. Dies ist aus meiner Sicht ein ganz besonderes, inhaltlich gesehen durchaus globales Kleinod der deutschsprachigen Literatur, das man hegen und pflegen und mit Literaturpreisen nur so bombardieren sollte!

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