Mörderinnen

von Veikko Bartel 
4,7 Sterne bei11 Bewertungen
Mörderinnen
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Chrissey22s avatar

Authentischer, außergewöhnlicher "Erfahrungsbericht, der dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen führt.

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Interessante, spannend und schockierend!

Alle 11 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mörderinnen"

Warum töten Menschen? Was lässt sie diese letzte Grenze überschreiten? In über 30 Tötungsdelikten hat Veikko Bartel schon vor Gericht verteidigt, in »Mörderinnen« erzählt er die vier spektakulärsten, anrührendsten, grausamsten Fälle: die Kindsmörderin, die Sadistin, die Gattenmörderin, die Giftmörderin. Eindrücklich schildert er die Hintergründe, die hasserfüllten Reaktionen der Öffentlichkeit und die biographischen Tragödien, die sich hinter den Taten verbergen. Seine Erzählungen stellen die Frage nach Gerechtigkeit und zeigen mit jedem Fall: Die Realität ist spannender als jeder Krimi.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442393367
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:220 Seiten
Verlag:Mosaik
Erscheinungsdatum:20.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    G_As avatar
    G_Avor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Interessante, spannend und schockierend!
    Devinitiv nichts für schwache Nerven!

    Veikko Bertel erzählt über seine gesammelten Erfahrungen als Verteidiger. In diesem Buch geht es Spezial um Frauen die wegen Mord angeklagt wurden. Jede Mörderin bekommt einen eigenen Kapitel und jeder Kapitel hat eine etwas andere erzähl Perspektive was dieses Buch besonders macht. 4 Frauen, 4 verschiede Morde. Jede einzelne davon jagt einem einen Schauder ein, schockiert und doch ist es interessant zu wissen wie es zu diesem Punkt kommen konnte. Welche Motive die Täterinnen hatten. Man bekommt einen Einblick in deren Leben und ihrer Vergangenheit. Ich fand dieses Buch sehr interessant und schockierend. Veikko Bertel fängt mit einem Vorwort an das interessant war, mich jedoch leicht angestrengt hat. Wenn man sich mit der Fachsprache dieses Berufes nicht auskennt, muss man vielleicht eins zwei Wörter nachschlagen. Die einzelnen Kapitel jedoch fand ich umso besser. Es ist keine Fachsprache sondern leicht verständlich geschrieben und flüssig. Jeder Kapitel wurde in einer leicht geänderten Perspektive geschrieben und macht dieses Buch daher spannend und nicht eintönig. Das hat mir besonders gut gefallen. Die Erzählungen hat der Autor auch sehr spannend gehalten. Es gibt öfter Momente die einen überraschen. Momente an denen man nur drauf wartet endlich zu erfahren was da eigentlich los ist und am Ende schockiert zurück bleibt! Sehr gut gelungen finde ich. Jede einzelnen Geschichte für sich ist wirklich filmreif. Und bei jedem neuen Kapitel hat man das Gefühl das sich die Grausamkeit steigert! Definitiv nichts für schwache Nerven! Gestört hat mich nichts an diesem Buch. Nur hätte ich gerne noch ein Nachwort gehabt. Vielleicht die persönliche Meinung des Autors oder den Verbleib der Frauen. Wobei das sicher nichts seine Aufgabe ist. Aber ich denke wenn einem einige Fälle so krass im Gedächtnis bleiben, das man dazu ein Buch schreibt, neigt man sicher dazu sich zu erkundigen was die Mandaten machen oder wie es weiter ging. Das wäre interessant gewesen zu wissen. Ansonsten fand ich dieses Buch echt klasse und wie der Autor bekannt gibt in der Leserunde wird es wohl ein weiter Buch geben mit männlichen Mörder. Ich werde es definitiv lesen und freue mich drauf!

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    tob82s avatar
    tob82vor 10 Tagen
    Kurzmeinung: "Gut" und "Böse" können immer nur subjektiven Charakter haben
    Intensive Erzählungen realer Mordfälle

    Der Autor, Veikko Bartel, ist Rechtsanwalt und arbeitete von 1998 bis 2011 als Strafverteidiger. In "Mörderinnen" stellt er dem Leser vier Fälle vor, in denen Frauen auf grausame Weise das Leben anderer genommen haben.

    Der Text hat weder einen wissenschaftlichen Anspruch, noch handelt es sich dabei um klassische Kriminalgeschichten. "Es ist meine ureigene, subjektive Sicht auf die Lebensgeschichten dieser Menschen" (S.11).

    Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort, das für mich interessant zu lesen war. Eine der Kernaussagen darin ist, dass "gut" und "böse" immer nur subjektiven Charakter haben können. Dem kann ich mich nur anschließen.

    Die vier Fälle sind in Form von Erzählungen geschrieben. Dabei wird jede Geschichte aus einem etwas anderen Blickwinkel erzählt (Aussagen bei der Gerichtsverhandlung, detaillierte Schilderung des Tat-Tages, Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft, Nachforschungen des Verteidigers).

    Jede Erzählung vermittelt detaillierte Informationen zur Tat, zum Umfeld und zur Lebensgeschichte der Täterinnen. Erklärungen für das Verhalten der Frauen werden ersichtlich. Teilweise erkennt man sie als Täter und Opfer zugleich. Wie viel Fakt und wie viel Fiktion ist, kann man als Leser natürlich nicht wirklich beurteilen.

    Die Fallgeschichten habe ich als sehr intensiv empfunden. Einige haben mich in einer traurigen Stimmung zurückgelassen, andere haben mich regelrecht angewidert. Teilweise konnte ich nur ungläubig staunen. Fall vier ist eine Steilvorlage für Hollywoodautoren.

    Die Geschichten sprechen ohne Zweifel für sich, dennoch hatte ich nach dem Ankündigungstext des Verlages (ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde erhalten) mit mehr theoretischen Inhalten gerechnet. Z.B. wäre am Ende jedes Kapitels ein entsprechender Nachbetrachtungstext des Autors vorstellbar gewesen. Auch ein Nachwort gibt es nicht. Gedanken zu Gemeinsamkeiten der Täterinnen hätten mich auch sehr interessiert.

    Zuguterletzt bleibt noch die Frage, warum es im Buch nur um TäterINNEN geht. Dies erklärt der Autor mit der Fülle an Material. Nächstes Jahr wird von ihm ein Buch zu männlichen Tätern erscheinen.

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    Hellena92s avatar
    Hellena92vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Dies ist ein unglaublich spannendes Buch über wahre Mörderinnen
    Unglaublich gutes Buch

    "Mörderinnen" von Veikko Bartel, ist eine Sammlung Morden die durch Frauen begangen wurden, die mehr als nur einen bitteren Beigeschmack beim Leser verursachen.

    Es geht um vier Frauen, die sich zwar unterscheiden in den Gründen und vielleicht auch in der Grausamkeit der Durchführung, aber alle haben sie doch das gleiche getan. Sie haben gemordet.

    In seinem Buch zeigt Herr Bartel sehr interessant, wie es zu den Geschehnissen kam, was für Menschen diese Frauen waren und so kann sich der Leser Zeile um Zeile in die Geschichte schlüpfen.
    Toll fand ich seinen Schreibstil, der mich sofort packte. Mit einer wohl dosierten Portion Humor und ein paar Hintergrundinformationen, um die Geschichten interessanter zu machen, z.B. die Erzählungen zu Kollegen oder seiner lieben Angestellten, runden dieses Buch so ab, dass es zu Kurzgeschichten kommt, die den Leser mitnehmen in den Gerichtssaal oder in die Häuser der Täterinnen. Manch eine Geschichte fand ich unglaublich berührend, wieder eine ließ mich betroffen zurück. Der Autor verschönt hier nichts, so dass die Urteile manchmal leider nicht so ausgehen, wie man es für sinnvoll halten würde. 
    Für sanfte Gemüter ist dieses Buch nichts! 

    Ich fand dieses Buch sehr faszinierend und freue mich schon auf den 2. Teil!


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    maeddsches avatar
    maeddschevor 14 Tagen
    Fälle, die unter die Haut gehen

    Mörderinnen von Veikko Bartel beinhaltet die Schilderungen von vier realen Mordfällen, die so grausam sind, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es sich nicht um Fiktion handelt.

    Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in dem uns der Autor zunächst einmal schildert was seine Ansichten zum Thema Gut und Böse sind. Daraus resultieren seine Beweggründe für die Arbeit als Strafverteidiger. Ich habe mich schon oft gefragt wie Menschen diesen Beruf mit sich selbst vereinbaren können und kann dies nun definitiv besser nachvollziehen.
    Leider ist dieses Vorwort teilweise sehr geschwollen formuliert. Dies ist keineswegs negativ gemeint, aber man merkt an dieser Stelle einfach, dass das Buch von einem Anwalt geschrieben wurde. Zwar ist alles verständlich, durch die Wortwahl aber auch etwas anstrengend zu lesen.
    Der eigentliche Fokus liegt dann natürlich auf den vier geschilderten Fällen und hier ist Bartel ein kleines Meisterstück gelungen. Ich hatte mich auf schlichte Schilderungen eingestellt und war dementsprechend überrascht, dass die Berichte fast schon Kurzgeschichten glichen.
    Veikko Bartel erzählt die Fälle als Geschichten, was sie fast noch grausamer macht. Denn so fällt es einem nur allzu leicht sich gar nicht richtig bewusst zu machen, dass es sich hierbei um die Realität handelt. Was wir hier geschildert bekommen wirkt teilweise so extrem, dass es sich nicht von brutalen (aber fiktiven!) Thrillern unterscheidet. Dementsprechend musste ich mehr als einmal innehalten und schlucken. Man fragt sich mehrfach wie ein Mensch zu so etwas fähig sein kann.
    Hier liegt eine weitere Stärke dieses Buches: der Autor schildert nicht nur grausame Fälle, um zu schocken. Er liefert auch Begründungen für die Taten, Hinter- und Beweggründe der Frauen die zu Mörderinnen wurden. Und tatsächlich gibt es einen Fall, bei dem ich die Tat sogar verstehen kann. Das soll keineswegs heißen ich hätte Verständnis dafür. Was ich meine ist, dass ich nachvollziehen kann was die Frau zu ihrer Tat getrieben hat.
    Am Ende seines Vorwortes und vor dem ersten Fall, warnt Bartel davor, dass die „grauenhaften Umstände [der Taten] teilweise nur schwer zu ertragen sind“ und dass er „die Dinge, die in den Gerichtsverhandlungen erörtert wurden, um Zweifelsfall eher abgeschwächt hat“. Ich muss ehrlich sagen, als Thrillerfan der auch vor extrem brutalen Büchern nicht zurückschreckt, musste ich darüber ein wenig schmunzeln. Doch schon nach dem ersten geschilderten Fall war mir klar, dass der Autor mit diesem Hinweis kein bisschen übertrieben hat. Zwar gibt es Abstufungen, insgesamt sind die vier Fälle aber alle sehr brutal und heftig. Zwar habe ich schon durchaus Schlimmeres gelesen, das war aber fiktiv. Und genau das ist der springende Punkt, wieso dieses Buch absolut nichts für Zartbesaitete ist.
    Für alle anderen gilt: lest dieses Buch! Denn der Klappentext hat absolut recht – kein Krimi oder Thriller ist spannender (und erschreckender) als die Realität.

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    opiateyouths avatar
    opiateyouthvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: ... Für True Crime Fans ein absolutes Muss! Abstoßend und faszinierend zugleich. Eiskalt und herzerwärmend ...
    Rezension: Veikko Bartel - Mörderinnen

    Veikko Bartel - Mörderinnen
    (Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers)

    Zusammen mit dem ehemaligen Strafverteidiger Veikko Bartel, tauchen wir in diesem Buch in die Welt von vier Frauen ein, die sich wegen Mordes oder grausamen Taten verantworten mussten.
    Dabei handelt es sich um vier Damen, deren Person, Motiv und Tat nicht unterschiedlicher sein könnten, weshalb das Buch jede Menge Vielfältigkeit zu bieten hat. Hilflosigkeit, Hass, Intrigen, Sucht. Gibt es das Böse? Oder aus welchen Gründen entscheiden sich Menschen dazu, zu töten?
    Herr Veikko Bartel hat jeweils eine Biografie jener dieser Täterinnen zusammengestellt, wir dürfen ihre Seele so gut es geht erforschen, wir haben die Möglichkeit, sich mit der Tat, den Gründen, den Menschen auseinanderzusetzen, fast hautnah. Weshalb dieses Buch etwas ganz besonderes ist. 

    Zu Beginn begleiten wir Elvira P., die den Titel Die Kindsmörderin trägt. 
    Was verleitet eine Mutter dazu, ihr eigenes Fleisch und Blut erbarmungslos zu erdrosseln? Wir alle empfinden Verachtung! Doch sind wir auch dazu fähig, diese Tat verstehen zu können? Wagen wir es, diese Geschichte zu hinterfragen? Können wir auch noch etwas anderes als Hass für so einen Menschen empfinden? Die Aufgabe des Anwaltes ist es, diese Tat vor Gericht zu erklären, doch diesmal nicht nur vor Gericht, denn mit diesem Buch werden wir ein Teil der Erklärung und ein Teil einer innerlichen Abstimmung.  Auch mit der Gattenmörderin Hertha F. stellen wir uns wieder die Frage nachdem "Warum"? Eine jahrzehntelange glückliche Ehe und dennoch findet man den Ehemann von Hertha mit 23 Messerstichen in seinem Körper und am Hals in ihrem gemeinsamen Haus wieder, die Tatverdächtige die Ehefrau. Wie kam es dazu, wenn die Ehe doch so glücklich war? Aus welchen Gründen tötet man die Liebe seines Lebens? Kann etwas stärker sein als die Liebe? Und nun geht es weiter mit unserer dritten Täterin Gina S., der man auch den den Namen die Sadistin zugeteilt hat. Gibt es das Böse? Für manche Menschen hat es seinen Reiz, anderen Personen Schmerzen zuzufügen, das alles findet sich am häufigsten in der sexuellen Lust wieder, doch gibt es dabei Grenzen? Ist es nur die Lust, oder könnte es pure Bösartigkeit sein? Wie weit darf man gehen? Was für Gründe gibt es noch? Zuletzt haben wir es wortwörtlich mit einer Dame zutun, deren Tatmotiv keine Seltenheit ist, wir nennen sie Natascha G., die Giftmörderin, wie stark können Träume sein? Wie klein das Gewissen? Weshalb geht man über Leichen, um sich seine Träume verwirklichen zu lassen? Ist Ruhm und Geld wirklich das einzige, dass für manche Menschen zu zählen scheint, wo rührt diese Einstellung her?

    All diese Fragen habe ich mir beim Lesen dieses Buches gestellt und diese habe ich auch beantwortet bekommen. Ich bin in jede dieser Erzählungen mit einem Vorurteil hineingehüpft, weil wir Menschen nun mal alle sehr vorurteilhaft sind, doch jede dieser Geschichten habe ich mit einem anderen Standpunkt verlassen. Ich finde, dass Herr Veikko Bartel ein großartiges Werk erschaffen hat, dass viele Informationen über die wahre Justiz preisgibt, die sehr lehrhaft auf einen wirken. Die Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele, das Leben der Täter, ein Teil seiner selbst. An all dem dürfen wir Leser teilhaben.  ... Für True Crime Fans ein absolutes Muss! Abstoßend und faszinierend zugleich. Eiskalt und herzerwärmend ... 
    Nachdem das Buch auch vieles beinhaltet, das zum Nachdenken anregt, denke ich, dass es dazu ausschlaggebend sein könnte, dass wir unsere Voreingenommenheit in Angriff nehmen und wir vielleicht nachdem Lesen von Mörderinnen oftmals zweimal über eine Sache nachdenken, bevor wir zu einem eigenen Urteil gelangen. Ich jedenfalls habe mir dies, aus diesem Buch mitnehmen können.

    Mörderinnen: Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers
    Gebundene Ausgabe 18€
    Kindle Edition 13,99€
    Seitenanzahl 240 


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    ElisabethBulittas avatar
    ElisabethBulittavor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Faszinierende Einblicke in die Welt von Mörderinnen. Interessant, zum Nachdenken anregend und sehr gut geschrieben. Absolut empfehlenswert.
    Jedes einzelne Strafverfahren ist ein Abbild der Welt, in der wir leben.

    Veikko Bartels 233-seitiges Sachbuch „Mörderinnen. Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers“ ist im August 2018 bei Mosaik erschienen.

    Frauen morden anders als Männer: grausamer, hinterhältiger. Und noch etwas unterscheidet sie von männlichen Tätern: Sie haben einen längeren Leidensweg hinter sich, bis sie diesen letzten Schritt wagen. Doch was ist es, was sie dazu veranlasst? Anhand von vier realen Strafprozessen gegen Mörderinnen, einer Kindsmörderin, einer Gattenmörderin, einer Sadistin und einer Giftmörderin, spürt Bartel in seinem Werk dieser Frage nach.

    In seinem Vorwort diskutiert Bartel die Frage, ob es eigentlich das Böse und Moral an sich gebe, und kommt dabei zu dem Schluss, dass eine Tat nie unabhängig von der Gesellschaft gesehen werden darf. Daraus folgt, dass es, unabhängig von der Schwere der Tat, eines Anwalts bedarf, der die persönliche Schuld des Angeklagten als Grundlage für die Strafzumessung zu bestimmen versucht. Vor Gericht wird nicht die Tat, sondern der Mensch verteidigt, was ein Eintauchen in dessen Biographie unabdingbar macht.

    Die vier Fälle, anhand derer Bartel die Wege dieser Mörderinnen nachzeichnet, könnten unterschiedlicher nicht sein, finden sich doch unter ihnen alle Bildungsschichten, verschiedene Nationalitäten und Tötungsarten. Doch eines haben alle diese Berichte gemeinsam: Bartel schafft es auf ansprechende Art und Weise die Frauen, die hinter diesen Taten stehen, als Menschen zum Vorschein kommen zu lassen, die mit Monstern, als die gerade Täter/innen grausamer Verbrechen gerne dargestellt werden, nur bedingt etwas gemeinsam haben. Dieses gelingt ihm dadurch, dass er stets eine sachliche Distanz wahrt und auf voyeuristische Darstellungen verzichtet. In den Berichten kommen unterschiedliche Perspektiven zum Tragen, was das Lesen abwechslungsreich macht und je eine eigene Atmosphäre erzeugt.  

    Zwar stehen die individuellen Schicksale dieser Frauen im Mittelpunkt, doch erhält der Leser auch Einblicke in gerichtliche Verfahren und die Ermittlungsarbeit. Außerdem scheut der Autor nicht vor der Äußerung eigener Befindlichkeiten zurück, was stellenweise den Leser trotz allem zum Schmunzeln verleitet – wohl nicht die schlechteste Art, sich mit dem Schrecklichen, das man vor Augen hat, zu arrangieren und letztlich nicht daran zu verzweifeln. Zudem wird auch nicht vergessen, die Rolle der Presse kritisch zu hinterfragen.

    Bartels Sprache ist schnörkellos und angenehm zu lesen, auf Fachjargon verzichtet er, sodass der Leser sich voll und ganz auf die „Geschichten“ und die Biographien der Frauen konzentrieren kann. Dieses wiederum motiviert, über Selbige nachzudenken und vielleicht auch einmal selbst eine andere Perspektive einzunehmen.

    Das Cover ist schlicht gehalten und entspricht dem Thema des Buches: Auf dem weißen Hintergrund sieht der Betrachter lediglich eine verwischte Lippenstiftspur, die zugleich etwas Weibliches und Böses oder „Verruchtes“ übermittelt.

    Insgesamt gelingt es Bartel mit „Mörderinnen“, einen wirklich faszinierenden Einblick in diese Menschen zu geben und zum Nachdenken anzuregen, ja beim Leser sogar ein Mitfühlen hervorzurufen. Nachdem ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte, mochte ich die Lektüre kaum unterbrechen, enthält sie doch – trotz aller Tragik – auch einen Unterhaltungswert. Ein Buch, das ich allen, die sich einmal mit realen Verbrechen beschäftigen möchten, wärmstens empfehlen kann.

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    thisishers avatar
    thisishervor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender Einblick in echte Kriminalfälle mit Fokus auf Frauen als Täterinnen.
    Blick in menschliche Abgründe

    Eine Sammlung von vier Geschichten über vier Mörderinnen und ihre Motive. Veikko Barthel gibt einen Einblick in die Lebensgeschichten und das Umfeld der Täterinnen. Er schreibt dabei nicht immer wertfrei, aber das ist auch gar nicht seine Absicht, wie er im Vorwort erläutert.

    Die Kindsmörderin“ ist noch klar unterteilt in Tat, Prozess, Urteil. Elvira bringt ihr Kind unbemerkt auf die Welt, erstickt es, nimmt es mit zur Arbeit und zerkocht es, spült die Überreste in der Toilette hinunter. Die Gründe für die Tat werden erst im Verlauf des Prozesses deutlich.
    Warum die vermeintlich so grausame Babymörderin so handelt, wird für die Leserin am Ende des Prozesses durchaus nachvollziehbar.

    „Die Gattenmörderin“ beginnt damit, dass der Verteidiger die Angeklagte trifft, dann wird aus der Sicht der Täterin erzählt wie es zur Tat kommt. Hertha steht unter dem Verdacht ihren Mann umgebracht zu haben, sie verleugnet die Tat komplett, meint, er hätte Selbstmord begangen. Beide sind Rentner, reich, die Kinder sind ausgezogen und haben eigene Familien, beide leiden darunter, dass sie keine Aufgabe mehr haben und werden zu Alkoholikern. An seinem Geburtstag spitzt sich die Situation so zu, dass sie schließlich in seinem Tod mündet.
    Die Geschichte ist stringenter erzählt als die erste, leider beschränkt sie sich nur auf die Biografie der Täterin, der juristische Aspekt, der mir bei der ersten Geschichte besonders gut gefallen hat, fällt hier weitestgehend weg.

    „Die Sadistin“ beginnt wortwörtlich mit einem Cliffhanger, der erst am Ende aufgeklärt wird. Hier wird die Geschichte aus Sicht des ermittelnden Kommissars geschildert. Dieser ist damit beauftragt, eine Frau ausfindig zu machen, die in pornografischen Videos gequält und misshandelt wird. Die Videoszenen werden sehr sachlich und neutral geschildert, das macht es aber nicht unbedingt einfacher sie zu lesen. Diese Erzählung fokussiert sich mehr auf das Opfer, erst im Laufe ihres Verhörs kommt die ganze Wahrheit ans Licht.

    Die letzte Geschichte ist im Gegensatz zu den vorhergehenden ziemlich lang geraten. „Die Giftmörderin“ wird persönlicher beschrieben als die Fälle davor. Sie hat ein relativ offenes Ende was das Motiv und die Schuld angeht, überlässt es der Leserin ihr eigenes Urteil zu fällen, obwohl Natascha, die Giftmörderin, durchaus wertend beschrieben wird.

    Gut hat mir gefallen, dass es mit der Auswahl der Täterinnen einen Einblick in verschiedene Gesellschaftsschichten gibt: arm, reich, lesbisch/bisexuell, Migrationshintergrund.
    Der Schreibstil ist vor allem im Vorwort recht umständlich und akademisch. Die eigentlichen Geschichten sind dann einfach und sehr flüssig zu lesen. Teilweise driftet die Sprache ins Reißerische um Spannung zu erzeugen, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
    Während die ersten beiden Geschichten sehr kurz und relativ direkt erzählt werden, sind die letzten beiden eher umständlich und ausschweifend geraten.

    Alles in allem ist mit „Mörderinnen“ eine interessante, vielfältige Sammlung von echten Kriminalfällen gelungen. Beim Einblick in die Biografie der Täterinnen wird deutlich, dass schon Kleinigkeiten dazu führen können, dass die Grenze zum Mord überschritten wird. Barthel schafft es die Taten zumindest zum Teil nachvollziehbar zu machen und der Fokus auf Frauen als Täterinnen ist eine sehr willkommene Abwechslung zum überwiegend männlichen Täterbild der Kriminalliteratur.

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    B
    Buecheraktevor einem Monat
    Mörderinnen

     Cover: Das Cover ist sehr ansprechend und besticht mit seiner Schlichtheit. Durch den verschmierten Lippenstift ist es sehr feminin und gleichzeitig lässt es böses erahnen.

    Inhalt: Das Buch behandelt vier verschiedene Fälle von Frauen, die aus verschiedenen Beweggründen und mit verschiedenen Mitteln zu Mörderinnen wurden. Dabei stehen nicht nur die Taten selbst im Vordergrund, sondern auch die Frauen selbst und die Frage: Was hat sie zu Mörderinnen gemacht?

    Fazit: Schon allein die Tatsache, dass Veikko Bartel sich entschieden hat über weibliche Mörder zu schreiben hat mich gereizt, denn bei den meisten Büchern über Mörder geht es um männliche Mörder. Im Klappentext des Buches steht der Satz: Die Realität ist spannender als jeder Krimi. Ob jetzt jeder diesem Satz zustimmt oder nicht kann ich nicht beurteilen, aber für mich kann ich durchaus feststellen, dass sich durch den Realitätsbezug eine besondere und ganz eigene Spannung entwickelt. Diese Taten sind wirklich passiert und auch, wenn hier nur die interessanteren und unterhaltsamen Fälle ausgewählt wurden, decken sie doch ganz verschiedene Typen von Mörderinnen ab. Die Geschichte rund um die einzelnen Frauen sind sehr verschieden erzählt und haben alle ihren eigenen Erzählstil und ihre ganz eigene Atmosphäre. Erstaunlich war es für mich, dass ich trotz der grausamen Taten teilweise mitfühlen konnte und über manches sogar amüsiert schmunzeln musste. Veikko Bartel schreibt sehr spannend und wechselt dabei die Perspektiven. Die Sicht der Täterinnen, seine Sicht als Strafverteidiger und die der Ermittler fließen in das Buch ein. De Von mir bekommt Mörderinnen von Veikko Bartel fünf von fünf Akten und ich kann das Buch allen Crime Fans weiterempfehlen.

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    Ninas_Buecherbasars avatar
    Ninas_Buecherbasarvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mordfälle mit düsterer Faszination und einfach nur unglaublich gut geschrieben. So mancher Fall regt zum Nachdenken an. Toll!
    Super interessant und sehr gut geschrieben

    Ich bin ein leidenschaftlicher Krimi- und Thriller-Fan und teile ebenso leidenschaftlich die Faszination an wahren Verbrechen. Als Hannoveranerin liebe ich da zum Beispiel die Schauergeschichten des Massenmörders Haarmann. Heutzutage sind wir wohl alle heimliche Voyeure und ergötzen uns noch immer an der dunklen Faszination von Mördern - und auch von Mörderinnen. Reale Kriminalfälle werden in der Presse breitgetreten und öffentlich diskutiert. Alle stürzen sich regelrecht auf die neusten und brutalsten Verbrechen, aber eben ohne nach den Hintergründen der Tat zu fragen. Frauen als Täterinnen sind dabei besonders selten, aber auch deswegen so schockierend.
    Veikko Bartel trifft in seinem Buch den Nagel auf den Kopf wenn er sagt, dass Frauen (wenn sie denn mal so richtig wütend werden) die deutlich fieseren und brutaleren Mörder sein können. Während Mann sich einfach gegenseitig ganz primitiv totprügelt, greift die Frau zu geheimen Intrigen oder zum Giftfläschchen. Nach außen hin wunderschön und mit großen Kulleraugen, die keiner Fliege was zu Leide tun können - aber innerlich der Teufel in Person, die Giftmörderin, Sadistin oder sogar Kindsmörderin.
    Doch in seinen insgesamt vier Fällen schafft es Bartel auch, zum Nachdenken anzuregen. Denn nicht jede der vier dargestellten Frauen ist eine kaltblütige Mörderin. Jede Frau hat eine Geschichte hinter der Tat und die ist manchmal erschütternder als der Mord selbst. Man ertappt sich dann doch das ein oder andere Mal, wie man mit der Täterin sympathisiert. Und ganz plötzlich erscheint einem das Urteil der Richter dann zu hart. Bartel ist sehr kritisch gegenüber den Medien und den Journalisten, die eigentlich objektiv über die Taten berichten sollten, es aber nicht tun. Es zeigt sich: Oft sind selbst die brutalsten Straftaten ganz anders, als sie in den Medien dargestellt wurden. Da wird aus einer führsorglichen Familienmutter schnell das Monster der Nation.
    Dabei ist Bartel dennoch sachlich und rational und gibt einen spannenden und wirklich sehr gut geschriebenen Einblick in seine Arbeit. Manche Geschichten könnte man problemlos in eine Roman umwandeln, so spannend und erzählerisch sind seine Darstellungen. Und das Beste: Erst heute durfte ich auf Instagram entdecken, dass der Autor schon eine Fortsetzung des Buches für 2019 plant! Diesmal mit dem Titel: Mörder. Ich bin gespannt und kann es kaum erwarten.

    4,5/5 Sternen

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    Chrissey22s avatar
    Chrissey22vor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Authentischer, außergewöhnlicher "Erfahrungsbericht, der dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen führt.
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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    V
    Gibt es "DAS BÖSE"? 

    In jedem Fall, den ich in fast 20 Jahren vor Gericht verteidigt habe, stellte ich mir diese Frage. Vor zwei Jahren begann ich, einige Geschichten aufzuschreiben. Das Ergebnis waren die "Mörderinnen". Es sind keine Kriminalgeschichten der klassischen Art und auch keine wissentschaftlichen Abhandlungen forensischer Natur. Es ist meine ganz subjektive Sicht auf die Biographien meiner Mandantinnen, die ich zu erzählen versuche. 

    Was bewegte diese vier Frauen (die Frau, die ihr Baby tötet, die Gattenmörderin, die Sadistin und die Giftmörderin) zu töten? Wo war der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab? Oder gab es diesen Punkt gar nicht? Und - morden Frauen anders?

    Ich möchte mit Euch über die Biographien dieser Frauen sprechen und Eure Gedanken über die Frage von oben erfahren. Es ist meine erste Leserunde, mein allererster Kontakt zu meinen Lesern und ich bin sehr gespannt auf Eure Reaktionen.

    15 Bücher "werfe ich ich die Runde". Schreibt mir, Eure Fragen, die Ihr schon immer mal einem Strafverteidiger, der solche "Monster" verteidigt, stellen wolltet.
    Zur Leserunde

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    DremCatchers avatar
    DremCatchervor einem Monat
    Ich liebe Thriller und Krimis, sehe auch gerne Wahre Fälle im TV, aber die frage nach den Wieso stellt sich auch mir.
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