Veit Heinichen

 3.6 Sterne bei 116 Bewertungen
Autor von Gib jedem seinen eigenen Tod, Die Toten vom Karst und weiteren Büchern.
Veit Heinichen

Lebenslauf von Veit Heinichen

Veit Heinichen wurde 1957 in Villingen-Schwenningen, Deutschland geboren. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft arbeitete er als Buchhändler und für verschiedene Verlage. Er war Mitbegründer des Berlin Verlags und bis 1999 dessen Geschäftsführer. Seine Romane um den Commissario Proteo Laurenti wurden vielfach prämiert und von der ARD verfilmt. Sein Buch »Die Toten vom Karst« erhält 2003 den Preis »Bester italienischer Kriminalroman«. Heinichen lebt mit seiner Familie in Triest, Italien.

Neue Bücher

Scherbengericht

 (2)
Neu erschienen am 04.12.2018 als Taschenbuch bei Piper.

Alle Bücher von Veit Heinichen

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Gib jedem seinen eigenen Tod

Gib jedem seinen eigenen Tod

 (24)
Erschienen am 01.07.2006
Die Toten vom Karst

Die Toten vom Karst

 (20)
Erschienen am 01.05.2003
Tod auf der Warteliste

Tod auf der Warteliste

 (17)
Erschienen am 23.09.2011
Der Tod wirft lange Schatten

Der Tod wirft lange Schatten

 (10)
Erschienen am 01.06.2007
Die Ruhe des Stärkeren

Die Ruhe des Stärkeren

 (9)
Erschienen am 01.09.2010
Totentanz

Totentanz

 (10)
Erschienen am 01.09.2009
Keine Frage des Geschmacks

Keine Frage des Geschmacks

 (9)
Erschienen am 01.02.2013
Im eigenen Schatten

Im eigenen Schatten

 (6)
Erschienen am 01.03.2015

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Neue Rezensionen zu Veit Heinichen

Neu
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Rezension zu "Scherbengericht" von Veit Heinichen

Ein Scherbengericht in Triest?
Ascari0vor einem Jahr

"Scherbengericht" ist mittlerweile der zehnte Krimi, den Veit Heinichen in seiner Wahlheimat Triest mit dem sympathischen  Commissario Proteo Laurenti als Hauptfigur spielen lässt. Wer die früheren Romane nicht kennt,  braucht sich aber keine Sorgen zu machen: Die Geschichte lässt sich tadellos ohne Vorkenntnisse lesen - höchstens der eine oder andere Aha-Effekt wird einem entgehen :).

Zum Inhalt:

Vor Jahren wurde Aristèides Albanese wegen Totschlags verurteilt, zwölf Zeugen sagten damals einhellig aus, dass er die Tat begangen hat. Nun hat er 17 Jahre abgesessen und ist wieder in Freiheit. Aber ging wirklich alles mit rechten Dingen zu? Auf einmal ist einer der Zeugen tot, offensichtlich vergiftet. Proteo Laurenti ermittelt - und stößt nicht nur in der Vergangenheit auf Ungereimtheiten ...

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht mehr, wann mir das erste Buch dieser Krimireihe zum ersten Mal in die Hand fiel. Auf jeden Fall ist es schon eine ganze Weile her ... Jedes neue Buch fühlt sich daher mittlerweile fast ein bisschen wie ein literarisches Heimkommen an, wie eine warme gemütliche Decke, die man sich nach langer Zeit endlich wieder einmal überziehen kann ...

In seinem neuen Buch bleibt Heinichen seinem gewohnten Schema treu, wie üblich verwebt er den Krimi mit sozial- und gesellschaftskritischen Kommentaren, für die er auch außerhalb seiner Bücher bekannt ist. Man merkt ihm an, dass er mittlerweile schon recht lange in Triest lebt und sich auch mit der Geschichte der Stadt auseinandergesetzt hat.

Obwohl der Klappentext suggeriert, dass sich die Handlung hauptsächlich auf Aristèides konzentriert, kommt zu Beginn der Geschichte gleich einmal eine englische Reederin griechischer Herkunft zu Tode. Ist sie vom Balkon ihres Hauses gefallen oder wurde sie gestoßen? Laurenti wird wieder einmal in wirtschaftlich-politische Interessen hineingezogen, die er eigentlich gar nicht verfolgen mag.

Gleichzeitig begleiten wir Aristèides bei seinen ersten Unternehmungen in Triest und es wird schnell klar, dass sich der Mann auf einem Rachefeldzug befindet. Aber was genau hat er vor? Will er die zwölf Personen, die vor 17 Jahren gegen ihn falsch ausgesagt haben, wirklich töten? Oder ihnen nur einen Denkzettel erteilen? Das bleibt im Verhältnis relativ lange im Dunkeln.

Da Aristèides Koch war, gedenkt er auch in der Gegenwart ein kleines Lokal zu eröffnen, um sich und seinen Partner Aahrash, einen Pakistaner, durchzubringen. Heinichen nutzt diese Gelegenheit, immer wieder über die triestinische Küche zu schreiben ...

Woher der Autor seine Inspiration dafür bezieht, ist nicht schwer nachzuvollziehen, wenn man weiß, dass er mit Amy Scabar, einer triestinischen Haubenköchin, zusammen ist. Ich kann daher nur sagen, besser nicht lesen, wenn man hungrig ist, es läuft einem sonst nur das Wasser im Mund zusammen :D.

Zum Ende: Dass Heinichen nicht immer ein "rundes" Ende schreibt, weiß ich noch von früheren Büchern. Trotzdem hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass er fast ein bisschen zu rasch aus der Geschichte aussteigt, dass viele Fragen offen bleiben, viele angerissene Dinge nicht mehr aufgegriffen werden. Da hätte ich gerne noch ein paar Seiten mehr gelesen.

Mein Fazit:

"Scherbengericht" ist ein typischer Heinichen. Wer sich hier einen klassischen Krimi-Plot erwartet, wird bestimmt ein wenig enttäuscht werden. Wer aber auch Triest auf unterhaltsame Art kennenlernen will, etwas über die Problem wissen möchte, mit denen die Stadt heutzutage zu kämpfen hat, ist mit dem Buch sicher gut bedient.

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W

Rezension zu "Die Zeitungsfrau" von Veit Heinichen

Unterhaltsam zu lesen, ein fesselnder Krimi ist es leider nicht
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Wohl in keiner anderen Region des nach 1989 zusammenwachsenden Europas kann man die aufeinanderprallenden Gegensätze zwischen den ehedem westlichen und den osteuropäischen, ehemals staatssozialistischen Staaten und die daraus entstehenden neuen Konflikte und Widersprüche besser spüren und beobachten als in Triest, der Heimat der mittlerweile auch einem großen deutschsprachigen Fernsehpublikum bekannt gewordenen Commissarios Proteo Laurenti.

Sein Schöpfer Veit Heinichen hat ihn in den Jahren seit seinem  ersten  Buch 2001 mit dem vorliegenden in insgesamt neun Bänden an Kriminalfällen arbeiten lassen, die alle in diesem historisch bewegten Spannungsfeld angesiedelt waren. Oft waren Heinichens Bücher regelrecht lehrreich, denn er hat seine aktuellen Fälle immer wieder eingebettet in aktuelle politische Zusammenhänge und verbunden mit vielen aufschlussreichen Hintergrundinformationen über deren historische Entstehung in einer Gegend Europas, die auch schon in früheren Zeiten bestimmt war von der Vielfalt von verschiedenen Völkern, Sprachen und Kulturen.

In seinem neuen Fall nach dem Wechsel des Autors von Zsolnay zu Piper hat mir das, obwohl es durchaus aktuelle politische Bezüge gibt, wie schon beim letzten Band ein wenig gefehlt.

In seinem neuen Fall für Proteo Laurenti spannt Veit Heinichen den Bogen über ein Viertel Jahrhundert. 1991, der Commissario war noch ein junger Beamter, hatte er zu tun mit eine Diego Colombo, einen italienisch-stämmigen Argentinier, der um dem Falklandkrieg zu entgehen, in einer spektakulären Aktion, bei dem ihm die Engländer behilflich waren, auf einen Segelboot mit Zwischenstationen in Brasilien bis in den Hafen von Triest segelte, wo seine Familie herstammte.

In der Folge mausert er sich zu einem gewieften Kunsträuber, dem niemals einer auf die Spur kommen kann und der mit einem Maresciallo La Rosa krumme Geschäfte macht. 1991 kommt er bei einer Explosion im Hafen von Triest ums Leben, doch weder wird seine Yacht Esperanza, die verschwunden ist gefunden, noch irgendwelche sterblichen Überreste von ihm. Auch dass seine Frau Teresa Fonda nach seinem Tod noch zwei Kinder bekommt, die ihm wie aus Gesicht geschnitten sehen, nährt Zweifel, doch man kann ihr , die als Zeitungsfrau einen Kiosk betreibt, in dem auch Laurenti täglicher Gast ist, nichts nachweisen.

Als jedoch ein großer Raubzug im Freihafen von Porto Vecchio, bei dem wertvolle Bilder bestohlen werden, ganz deutlich Colombos Handschrift trägt, beginnt Laurenti neu zu ermitteln. Eine wichtige Rolle spielen dabei der mittlerweile pensionierte Maresciallo La Rosa, seine zwielichtige Tochter, die private Altenheime betreibt, in denen unsägliche Zustände herrschen.

De Leser wird bis zum Ende im Unklaren gelassen, ob dieser sagenhafte Diego Colombo tatsächlich noch am Leben ist (vgl. die verschwundene Yacht und die zwei weiteren Kinder), oder ob es eine ganz andere Lösung des neuerlichen Kunstraubs gibt. Das erzeugt eine wohltuende Spannung, aber ich jedenfalls hatte weite Teile des Buches über den Eindruck, dass mit seinem Commissario Laurenti auch sein Schöpfer ein wenig in die Jahre gekommen ist. Die früheren Bücher hatten mehr Pep, und mehr kritischen Gehalt.

Das vorliegende Spiel um Illusion, Wahn und Täuschung ist unterhaltsam zu lesen, ein fesselnder Krimi ist es leider nicht.


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Rezension zu "Die Zeitungsfrau" von Veit Heinichen

Die Zeitungsfrau
Buchbloggerinvor 2 Jahren

Ich lese Kriminalromane recht selten und dann gibt es Momente, in denen ich gerne wieder einen lesen würde. So ging es mir vor kurzem auch und meine Wahl fiel auf Die Zeitungsfrau von Veit Heinichen – der Klappentext hat mich sehr gespannt gemacht und allein schon die Aufmachung des Buches ließ mich denken, dass es ein guter Roman sein würde.

Der kapitale Raubzug im Freihafen von Porto Vecchio trägt die Handschrift seines alten Feindes Diego Colombo – Commissario Laurentis Jagdeifer ist geweckt. Insgeheim nötigt ihm die Präzision des Verbrechens zwar einigen Respekt ab – doch ein Unschuldiger stirbt, und Proteo Laurenti ist entschlossen, Diego, an dessen angeblichen Selbstmord er nie geglaubt hat, endlich die Handschellen anzulegen. Was für einen Grund aber könnte Diego haben, nach so vielen Jahren seine Tarnung unnötig aufs Spiel zu setzen? Habgier, Leichtsinn? Oder vielleicht Rache? Laurenti begreift, dass er die Antwort auf diese Frage in den feineren Kreisen Triests finden wird, zu denen Diegos Komplizen von einst längst gehören …

Die ersten etwa hundert Seiten lassen den Leser sehr vieles über viele verschiedene Charaktere erfahren, was verwirrend sein kann, doch es lässt sich immer noch durchsteigen. Oft kehrt die Perspektive dann zu Proteo Laurenti, Teresa Fonda und Daria zurück, die alle aus verschiedenen Gründen in dem vorliegenden Fall verwickelt sind. Anfangs hatte ich einige Probleme damit, die Charaktere auseinanderzuhalten und Zusammenhänge zu erschließen, weil man sehr mit Informationen überhäuft wurde, doch mit der Zeit konnte ich mir einiges selbst erschließen, was aber nicht ausschließen lässt, dass man so einiges übersehen könnte.
Die Charaktere, vor allem Laurenti und Teresa, machten es mir außerdem kaum möglich, eine besondere Sympathie für sie aufbringen zu können. Dazu ist beim Lesen eine undurchdringliche Atmosphäre entstanden, so dass ich mich nicht in die Charaktere hineinversetzen konnte. Viel mehr bestand zwischen Leser und der Handlung eine Distanz, die schwer zu überbrücken war. Die Geschichte kam an einigen Stellen sehr sarkastisch rüber, was mich dem Ganzen noch mehr entfremdet hat.
Wenn sich das Augenmerk dann aber auf den Fall selbst und dessen Aufklärung gerichtet hat, wurde es spannender. Es hat mich interessiert, was all die erwähnten Leute denn damit zu tun hätten und ich wollte wissen, wie es denn ausgehen würde.

Leider ist dieser Roman so ganz anders, als ich es erwartet habe und ich kann auch nicht sagen, dass er mir gefallen hat. Ich konnte mit der Handlung und den Charaktere einfach nicht warm werden und deswegen gibt es von mir 3 von 5 Sterne.

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