Veit Heinichen Die Zeitungsfrau

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Inhaltsangabe zu „Die Zeitungsfrau“ von Veit Heinichen

Ein Raubzug im Hafen von Porto Vecchio trägt die Handschrift seines alten Feindes Diego Colombo – Commissario Laurentis Jagdeifer ist geweckt. Er ist entschlossen, Diego endlich Handschellen anzulegen. Was für einen Grund aber könnte Diego haben, Jahre nach seinem angeblichen Selbstmord seine Tarnung unnötig aufs Spiel zu setzen? Habgier, Leichtsinn? Oder vielleicht Rache? Proteo Laurenti begreift, dass er die Antwort auf diese Frage in den feineren Kreisen Triests finden wird, zu denen Diegos Komplizen von einst längst gehören ...

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  • Unterhaltsam zu lesen, ein fesselnder Krimi ist es leider nicht

    Die Zeitungsfrau

    WinfriedStanzick

    16. January 2017 um 12:22

    Wohl in keiner anderen Region des nach 1989 zusammenwachsenden Europas kann man die aufeinanderprallenden Gegensätze zwischen den ehedem westlichen und den osteuropäischen, ehemals staatssozialistischen Staaten und die daraus entstehenden neuen Konflikte und Widersprüche besser spüren und beobachten als in Triest, der Heimat der mittlerweile auch einem großen deutschsprachigen Fernsehpublikum bekannt gewordenen Commissarios Proteo Laurenti.Sein Schöpfer Veit Heinichen hat ihn in den Jahren seit seinem  ersten  Buch 2001 mit dem vorliegenden in insgesamt neun Bänden an Kriminalfällen arbeiten lassen, die alle in diesem historisch bewegten Spannungsfeld angesiedelt waren. Oft waren Heinichens Bücher regelrecht lehrreich, denn er hat seine aktuellen Fälle immer wieder eingebettet in aktuelle politische Zusammenhänge und verbunden mit vielen aufschlussreichen Hintergrundinformationen über deren historische Entstehung in einer Gegend Europas, die auch schon in früheren Zeiten bestimmt war von der Vielfalt von verschiedenen Völkern, Sprachen und Kulturen.In seinem neuen Fall nach dem Wechsel des Autors von Zsolnay zu Piper hat mir das, obwohl es durchaus aktuelle politische Bezüge gibt, wie schon beim letzten Band ein wenig gefehlt. In seinem neuen Fall für Proteo Laurenti spannt Veit Heinichen den Bogen über ein Viertel Jahrhundert. 1991, der Commissario war noch ein junger Beamter, hatte er zu tun mit eine Diego Colombo, einen italienisch-stämmigen Argentinier, der um dem Falklandkrieg zu entgehen, in einer spektakulären Aktion, bei dem ihm die Engländer behilflich waren, auf einen Segelboot mit Zwischenstationen in Brasilien bis in den Hafen von Triest segelte, wo seine Familie herstammte.In der Folge mausert er sich zu einem gewieften Kunsträuber, dem niemals einer auf die Spur kommen kann und der mit einem Maresciallo La Rosa krumme Geschäfte macht. 1991 kommt er bei einer Explosion im Hafen von Triest ums Leben, doch weder wird seine Yacht Esperanza, die verschwunden ist gefunden, noch irgendwelche sterblichen Überreste von ihm. Auch dass seine Frau Teresa Fonda nach seinem Tod noch zwei Kinder bekommt, die ihm wie aus Gesicht geschnitten sehen, nährt Zweifel, doch man kann ihr , die als Zeitungsfrau einen Kiosk betreibt, in dem auch Laurenti täglicher Gast ist, nichts nachweisen.Als jedoch ein großer Raubzug im Freihafen von Porto Vecchio, bei dem wertvolle Bilder bestohlen werden, ganz deutlich Colombos Handschrift trägt, beginnt Laurenti neu zu ermitteln. Eine wichtige Rolle spielen dabei der mittlerweile pensionierte Maresciallo La Rosa, seine zwielichtige Tochter, die private Altenheime betreibt, in denen unsägliche Zustände herrschen.De Leser wird bis zum Ende im Unklaren gelassen, ob dieser sagenhafte Diego Colombo tatsächlich noch am Leben ist (vgl. die verschwundene Yacht und die zwei weiteren Kinder), oder ob es eine ganz andere Lösung des neuerlichen Kunstraubs gibt. Das erzeugt eine wohltuende Spannung, aber ich jedenfalls hatte weite Teile des Buches über den Eindruck, dass mit seinem Commissario Laurenti auch sein Schöpfer ein wenig in die Jahre gekommen ist. Die früheren Bücher hatten mehr Pep, und mehr kritischen Gehalt.Das vorliegende Spiel um Illusion, Wahn und Täuschung ist unterhaltsam zu lesen, ein fesselnder Krimi ist es leider nicht.

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  • Die Zeitungsfrau

    Die Zeitungsfrau

    Buchbloggerin

    07. August 2016 um 17:16

    Ich lese Kriminalromane recht selten und dann gibt es Momente, in denen ich gerne wieder einen lesen würde. So ging es mir vor kurzem auch und meine Wahl fiel auf Die Zeitungsfrau von Veit Heinichen – der Klappentext hat mich sehr gespannt gemacht und allein schon die Aufmachung des Buches ließ mich denken, dass es ein guter Roman sein würde. Der kapitale Raubzug im Freihafen von Porto Vecchio trägt die Handschrift seines alten Feindes Diego Colombo – Commissario Laurentis Jagdeifer ist geweckt. Insgeheim nötigt ihm die Präzision des Verbrechens zwar einigen Respekt ab – doch ein Unschuldiger stirbt, und Proteo Laurenti ist entschlossen, Diego, an dessen angeblichen Selbstmord er nie geglaubt hat, endlich die Handschellen anzulegen. Was für einen Grund aber könnte Diego haben, nach so vielen Jahren seine Tarnung unnötig aufs Spiel zu setzen? Habgier, Leichtsinn? Oder vielleicht Rache? Laurenti begreift, dass er die Antwort auf diese Frage in den feineren Kreisen Triests finden wird, zu denen Diegos Komplizen von einst längst gehören … Die ersten etwa hundert Seiten lassen den Leser sehr vieles über viele verschiedene Charaktere erfahren, was verwirrend sein kann, doch es lässt sich immer noch durchsteigen. Oft kehrt die Perspektive dann zu Proteo Laurenti, Teresa Fonda und Daria zurück, die alle aus verschiedenen Gründen in dem vorliegenden Fall verwickelt sind. Anfangs hatte ich einige Probleme damit, die Charaktere auseinanderzuhalten und Zusammenhänge zu erschließen, weil man sehr mit Informationen überhäuft wurde, doch mit der Zeit konnte ich mir einiges selbst erschließen, was aber nicht ausschließen lässt, dass man so einiges übersehen könnte. Die Charaktere, vor allem Laurenti und Teresa, machten es mir außerdem kaum möglich, eine besondere Sympathie für sie aufbringen zu können. Dazu ist beim Lesen eine undurchdringliche Atmosphäre entstanden, so dass ich mich nicht in die Charaktere hineinversetzen konnte. Viel mehr bestand zwischen Leser und der Handlung eine Distanz, die schwer zu überbrücken war. Die Geschichte kam an einigen Stellen sehr sarkastisch rüber, was mich dem Ganzen noch mehr entfremdet hat. Wenn sich das Augenmerk dann aber auf den Fall selbst und dessen Aufklärung gerichtet hat, wurde es spannender. Es hat mich interessiert, was all die erwähnten Leute denn damit zu tun hätten und ich wollte wissen, wie es denn ausgehen würde. Leider ist dieser Roman so ganz anders, als ich es erwartet habe und ich kann auch nicht sagen, dass er mir gefallen hat. Ich konnte mit der Handlung und den Charaktere einfach nicht warm werden und deswegen gibt es von mir 3 von 5 Sterne.

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