Vendela Vida Des Tauchers leere Kleider

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Inhaltsangabe zu „Des Tauchers leere Kleider“ von Vendela Vida

Erst in der Fremde können wir wirklich zu uns finden, heißt es. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Frau, der nichts mehr geblieben ist, außer ihr Wille zu überleben. Einer Frau, die nach Casablance reist, um sich schließlich nicht für die Vergangenheit, auch nicht für die Gegenwart, aber mit aller Entschiedenheit für die Zukunft entscheidet. Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt das Abenteuer einer Frau, die allen Grund zur Flucht hat – einer Frau, die sich in eine fremde Landschaft begibt, um zu vergessen, und dabei zum ersten Mal zu sich selbst findet. Mit Anklängen von Alfred Hitchcock und Patricia Highsmith. »Teils glamouröser Reisebericht, teils schwelende Mystery: diese vielschichtige Geschichte eines Ausbruchs ist zugleich formal einfallsreich wie auch auf herzzerreißende Weise vertraut. (Sie ist auch unfassbar lustig.)« Lena Dunham »Meisterhaft … Ich war so eingenommen von der Trauer, der klebrig-sandigen Details, dass ich gar nicht merkte, wie tief ich bereits drinnen steckte. Die letzte Seite las ich mit einem tränenreichen Seufzer.« Miranda July »Vendela Vidas neuer Roman ist voller Überraschungen, schlicht und üppig zugleich und vor allem wunderschön geschrieben.« George Saunders »Sie werden diesen Roman nicht beiseite legen können. Und dann werden Sie dasselbe seltsame verschmitze Lächen im Gesicht haben wie ich.« Rachel Kushner

Ein sprachlich intensiver und lesenswerter Roman

— AnnieHall

Vendela Vida schlägt einen ungewöhnlichen Erzählstil an. Die Protagonistin erzählt nicht aus ihrer Sicht, indem sie sich des Pronomens „ich“

— Osilla

Spannend, unterhaltsam und irgendwie auch nachvollziehbar! Absolute Leseempfehlung!

— miro76

Identitätsverlust einer jungen Frau mit wahrscheinlich gewollt großem Abstand zum Leser, wodurch das Buch leider oberflächlich wirkt

— krimielse

Ein interessanter, aber etwas kurzweiliger Roman für Zwischendurch

— Diana182

Ungewöhnlich, polarisierend und mit distanziertem Blick auf die Protagonistin, dessen Identität man genauso sucht wie sie selbst sich sucht.

— bearelic

Eine außergewöhnliche Geschichte, die nach und nach Konturen bekommt. Eine spannende Reise ins Ich.

— Edelstella

Ein Buch dieser Art habe ich noch nicht gelesen. Sehr spannende Erzählperspektive. Leider bleibt die Geschichte an der Oberfläche.

— kalligraphin

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, ich bin weder mit dem Stil noch mit der Geschichte warm geworden.

— Bibliomarie

Ungewöhnlich, anders, anspruchvoll. Es ist ein ein wenig eigenartiger Stil, ungewöhnlich, anders, aber dennoch fesselnd

— Buchraettin

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  • Sprung in ein neues Leben

    Des Tauchers leere Kleider

    AnnieHall

    07. July 2017 um 11:04

    Eine Amerikanerin fliegt überstürzt nach Marokko, an ihrem ersten Zielort Casablanca wird ihr in der Lobby des Hotels der Rucksack mitsamt Papieren und Laptop gestohlen. Auf dem Polizeirevier händigt man ihr den Rucksack einer Fremden aus. Sie übernimmt deren Identität, wechselt das Hotel, benutzt die fremden Kreditkarten und taucht immer tiefer in ein neues Leben ein... Vendela Vida hat einen faszinierenden Roman über eine abenteuerliche Reise in ein fremdes Land und eine fremde Identität geschrieben. Eine tiefgründige Geschichte mit überraschenden Wendungen. So offenbart sich erst im Rückblick der Grund für die Reise und die Flucht vor der eigenen Identität. Bis dahin verfolgt man gebannt das Spiel der Protagonistin mit Namen und Identitäten. Ein sprachlich intensiver und lesenswerter Roman ♥

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  • Eine namenlose Frau, auf der Flucht vor ihrer eigenen Identität.

    Des Tauchers leere Kleider

    Osilla

    05. November 2016 um 17:04

    "Du hast dich von Sabine Alyse befreit. Du hast dich von jedweder Verstrickung mit ihrem Schicksal befreit." (S. 212) Vendela Vida (geboren 1971) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Außerdem ist sie eine der Herausgeberinnen des Believer Magazine. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in San Francisco Bay Area. Insgesamt hat sie bisher vier Romane veröffentlicht. Sie debütierte 2003 mit ihrem Roman And Now You Can Go (dt.: Und jetzt können sie gehen, Knaus 2005). Ihr zweiter Roman folgte 2008 unter dem Titel Let The Northern Lights Erase Your Name (dt.: Weil ich zu spät kam, btb 2008). Gefolgt 2010 von The Lovers (dt.: Liebende, btb 2012) und dem hier vorliegenen Werk Des Tauchers Leere Kleider (Aufbau 2016) im Original unter dem Titel The Diver’s Clothes Lie Empty (Ecco/Harper Collins 2015) erschienen. Außerdem schrieb sie 2009 gemeinsam mit ihrem Mann an dem Drehbuch Away We Go – Auf nach Irgendwo. Die Geschichte, welche in Des Tauchers Leere Kleider erzählt wird, beginnt in einem Flugzeug. Völlig überstürzt flieht die Protagonistin, deren Namen der Leser nie erfährt, aus ihrer Heimat Amerika und reist nach Casablanca. Welche dramatischen Ereignisse sie dazu brachten, ihr bisheriges Leben aufzugeben, wird zunächst einmal nicht erklärt. In Casablanca angekommen wird der Protagonistin am Checkin des Hotels ihr Rucksack samt Portemonnaie gestohlen. Die Polizei wird alarmiert, welche allerdings überfordert wirkt und ihr schließlich einen fremden Rucksack mit fremden Pass aushändigt. Die Protagonistin nimmt die Identität von Sabine Alyse an und stolpert von einem Ereignis ins nächste, ohne Herr ihrer Lage zu sein. Erst im Laufe der Ereignisse beginnt die Protagonistin an Stärke zu gewinnen, sodass sie später ganz bewusst in eine neue Identität schlüpft. Sie scheint keinen Grund mehr zu haben, in ihr altes Leben zurück zu kehren und so bleibt ihre Identität verschleiert. Auch die meisten anderen Personen, die ihr begegnen bleiben namenlos. Vendela Vida schlägt einen ungewöhnlichen Erzählstil an. Die Protagonistin erzählt nicht aus ihrer Sicht, indem sie sich des Pronomens „ich“ bedient, sondern alles wird aus Sicht der zweiten Personen Singular, dem „du“ erzählt. Ich muss zugeben, dass mir dieser Stil zu Beginn sehr befremdlich war, sodass ich nach ein paar Seiten das Buch durchblätterte, um zu sehen, ob das nun die ganzen 250 Seiten so weiter geht. Nach anfänglicher Skepsis meinerseits gewöhnte ich mich aber doch an diese ungewöhnliche Art des Erzählens und ich stellte fest, dass es der Geschichte dient. Denn schließlich geht es um eine Frau, welche ihre Identität verloren oder eher gestohlen bekommen hat. Sie ist Spielball der äußeren Einflüsse und somit passt die Erzählperspektive gut zum Inhalt, welcher transportiert werden soll. Eine namenlose Frau, ohne Identität und ohne Einfluss auf ihr eigenes weiteres Leben steht im Mittelpunkt der Geschichte. Leser die, einen ungewöhnlichen Erzählstil erleben möchten, werden hier fündig werden. Der Stil trägt zur Geschichte bei, allerdings muss man auch sagen, dass die Story dahinter nicht allzu stark ausgefeilt wirkt. So werden Rückblenden nur kurz angerissen und nicht sehr ausführlich beschrieben. Bis zum Ende hin bleibt die Protagonistin für mich ein Rätsel. Sicherlich gibt es Gründe für ihren Ausstieg aus dem Leben, allerdings ist mit schleierhaft, wieso sie ihre Identität so leichtfertig aufgibt bzw. keinen Weg zurück zu finden scheint. Das Ende bleibt außerdem relativ offen. Es geht hier nicht um das Wiederfinden der eigenen Identität sondern um die Flucht vor der selbigen. "Für einen Augenblick spielst du mit dem Gedanken, deinen echten Namen zu nennen, aber nein, so weit bist du noch nicht." (S. 250) Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel The Diver’s Clothes Lie Empty bei Ecco, einem Imprint von HaperCollins.

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  • Die Traurigkeit des Unnützseins

    Des Tauchers leere Kleider

    kalligraphin

    „Die Traurigkeit des Unnützseins, die eine besondere Form der Traurigkeit darstellt, beginnt sich in deinem Körper auszubreiten.“ (159) Eine 33-jährige Amerikanerin fliegt nach Casablanca, um dort Urlaub zu machen. Gewappnet mit einem Reiseführer und einer teuren Kamera, verstaut in neuen Gepäckstücken, macht sie sich als Alleinreisende auf den Weg. Bald erfahren wir, dass die kein gewöhnlicher, von langer Hand geplanter Urlaub für sie ist, sondern mehr oder weniger eine Flucht vor den jüngsten Ereignissen in ihrem Leben darstellt. Kaum im Hotel angekommen, wird ihr Rucksack mit ihren Ausweisen, Kreditkarten und ihrer Kamera gestohlen. Bald verdichten sich für unsere Protagonistin die Anzeichen, dass es sich nicht um einen „normalen“, willkürlichen Diebstahl handelt, sondern dass sie Opfer eines Komplotts ist, Zielscheibe, verfolgt… Niemandem kann man trauen! Als sich zufällig die Gelegenheit dazu ergibt, sieht sie sich gezwungen, vorübergehend die Identität einer anderen Frau anzunehmen. Von nun an schlittert sie mit zunehmender Leichtigkeit von der einen Identität in die andere. Sie verändert ihr Aussehen, lässt immer mehr Habseligkeiten zurück, spielt mit ihren Möglichkeiten unter anderer Identität. Durch die besondere Erzählperspektive – der Leser wird durch ein ‚Du‘ angesprochen – wird man in die zu Beginn sehr beklemmende, zunehmend aber entspanntere Situation direkt hineinkatapultiert. Während die Frau mit immer größerer Selbstverständlichkeit andere Namen annimmt und in den Tag hineinlebt, baut der Leser eine größer werdende Distanz zu ihr auf. Das ‚Du‘, das anfangs noch den Eindruck von großer Nähe vermittelt – dass einem dieser belastende Identitätsverlust in einem fremden Land genauso auch selbst hätte passieren können – wird nach und nach zu einer Perspektive, die auszusagen scheint, dass die Protagonistin selbst nie zu einer Identität gefunden hat und findet. Ein Buch dieser Art habe ich noch nicht gelesen. Die spannende Erzählperspektive fasziniert und der Roman ist sehr aufwühlend. Leider bleibt die Geschichte selbst dabei an der Oberfläche. Man erfährt aus Rückblenden ein wenig über die Frau, kommt ihr aber aufgrund ihrer bizarren Persönlichkeitssuche nie auch nur ansatzweise nahe. Aber ich bin froh, dieses spannende und kurzweilige Lesevergnügen gehabt haben zu dürfen. Es erinnert ein wenig an „Mein Name sei Gantenbein“.

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    • 2
  • Des Tauchers leere Kleider

    Des Tauchers leere Kleider

    Fantasie_und_Träumerei

    04. May 2016 um 18:58

    Auf Geheiß einer Bekannten ist sie nach Marokko geflogen. Dort kann man ganz einfach entspannen und eine schöne Zeit verbringen, hieß es. Doch dann klaut man ihr den Rucksack, mit all den für sie wichtigen Sachen. Kreditkarte, Reisepass, ihre Identität – alles weg. Sie wendet sich an die einheimische Polizei, bekommt dort aber wenig Hilfe. Dafür gibt man ihr Pass und Kreditkarte einer anderen. Ihre Chance ein neues Leben zu beginnen und die Vergangenheit endgültig zu begraben? Ich lese die ersten Seiten von Vendela Vidas „Des Tauchers leere Kleider“ und bin sofort gefesselt. Von ihrer Art zu schreiben, aber auch von der Wirkung des Romans. Denn darum geht es in diesem Fall viel mehr, als um den Inhalt an sich. Geschildert wird die Geschichte aus der personalen Erzählperspektive. Das bedeutet, dass der Erzähler die Erlebnisse aus seiner Sicht berichtet, von sich selbst aber in der dritten Person spricht. Hier wird das „du“ verwendet. Bei buecher-wiki.de steht zu dieser eher ungewöhnlichen Erzählform, dass sie „sich die fiktive Wirklichkeit nur im Bewusstsein einer Figur spiegelt“, eine starke „suggestive Wirkung auf den Leser“ ausübt und „kein Mensch weiß, ob die Wahrnehmung der Figur […] getrübt ist“. Ja genau das ist. Dieses handwerkliche Mittel macht Vendela Vida sich zu Nutze und holt mich damit immer wieder in eine Geschichte, die mich ins grübeln bringt. „Anders als deine Schwester, deren Hirn einem Bienenstock gleicht und die auf meisterhafte Weise kontinuierlich ihren nächsten Schritt zu planen wusste, bist du schon immer gut darin gewesen, ewig aus Fenstern zu starren. Du versuchst dir nicht auszurechnen, wieviel in deinem Leben du verschwendet hast, indem du genau das tust, was du jetzt tust.“ Schon von Anfang an habe ich das Gefühl, dass die Erlebnisse der Hauptperson, deren Namen nur ein einziges Mal genannt wird und da habe ich natürlich verpasst ihn mir zu notieren, inszeniert sind. Durch die Intensität des Erzähltons fühle ich mich in den Roman hineingezogen, werde aber die Ahnung nicht los, dass man mit mir spielt. Doch wer ist derjenige, der für diese Inszenierung sorgt, die bei der Protagonistin einen Identitätsverlust ausübt? Ist es die marokkanische Polizei? Eine Verschwörung des Hotelpersonals? Oder steckt sie gar selbst dahinter? Getrieben von dem Wunsch wer anders zu sein? In den ersten zwei Dritteln ist es auch überhaupt nicht klar. Ich fühle mich wie in der Truman Story. Von der Autorin in eine bestimmte Richtung gedrängt, die ich nicht ändern kann. Und auch nicht ändern möchte. Mit Faszination betrachte ich ihre Vorgehensweise. Tiefer und tiefer dringt sie in die Seele ihrer Hauptdarstellerin ein. Nimmt mich mit auf diese Reise, die mich zwischen Realität und Inszenierung trudeln lässt. Ich empfinde „Des Tauchers leere Kleider“ als sehr lesenswerten Roman, da er etwas mit dem Leser anstellt.  

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  • Wer bist Du?

    Des Tauchers leere Kleider

    serendipity3012

    01. May 2016 um 07:52

    Wer bist Du? Eine Frau reist nach Casablanca. Ganz offenbar flieht sie vor etwas, aber der Leser erfährt nicht, was ihr geschehen ist. Im Hotel angekommen, wird ihr noch an der Rezeption der Rucksack gestohlen. Überwachungsvideos werden gesichtet, die Polizei aufgesucht und schließlich übergibt man ihr einen Rucksack, einen Pass und Kreditkarten, die aber einer anderen Frau gehören. Trotzdem nimmt sie diese Dinge, die nicht ihre sind, an, ohne über den Irrtum aufzuklären und übernimmt somit auch die Identität der anderen Frau.So der Beginn des Romans „Des Tauchers leere Kleider“ von Vendela Vida. Der Titel wurde einem Gedicht des Dichters Rumi entnommen, das die Protagonistin an einer Stelle im Roman liest, und es scheint, so merkwürdig es klingt, ein würdiger Titel für einen ebenso merkwürdigen, aber sehr interessanten Roman.Zu dem Zeitpunkt, als die Protagonistin die Papiere der fremden Frau an sich nimmt, weiß man als Leser überhaupt nicht, in welche Richtung die Geschichte weitergehen könnte, alles scheint möglich. Und der Roman bleibt dann auch im besten Sinne seltsam. Was der Frau passiert, auch im weiteren Verlauf, ist höchst unrealistisch, was aber beim Lesen überhaupt nicht stört. Womöglich liegt das auch an der zwar nicht ganz neuen, aber doch recht ungewöhnlichen Erzählperspektive: Der Roman ist komplett in der 2. Person Singular geschrieben. Als Leser wird man also permanent direkt angesprochen und ein Stück weit mit der Protagonistin des Romans gleichgesetzt, als passierte alles, was ihr widerfährt, auch dem Leser selbst. Das hat zur Folge, dass man sehr in die Geschichte hineingezogen wird und sich immer auch zum Geschehen in Beziehung setzt, eine Haltung dazu sucht, vor allem zu den oft sehr scharfsinnigen Beobachtungen der Protagonistin, die sehr gut nachvollziehbar sind. Sich zu fragen, ob man vielleicht ganz anders gehandelt hätte, dazu bleibt kaum Raum, die Geschichte liest sich wie im Flug und nachdem man zunächst nur Andeutungen erhält, wovor die Protagonistin geflohen sein könnte, werden diese nur nach und nach konkreter.Das große Thema in Vendela Vidas Roman ist die Identität. Die Protagonistin scheint auf der Suche nach der ihren zu sein, jetzt, da diejenigen, die sonst immer um sie waren, und so von außen das (Selbst-)Bild der Protagonistin mitbestimmt haben, nicht da sind. Sie ist auf sich allein gestellt – und das umso mehr, als sie nicht einmal mehr ihren Pass besitzt, sie in einem fremden Land ist, niemand in Casablanca ihren echten Namen kennt. Auch der Leser nicht. Diese Reise und die unerwartete Wendung, die sie genommen hat, mit allem, was danach kommt, wirft sie auf sich selbst zurück. Und irgendwie muss sie damit klarkommen.„Des Tauchers leere Kleider“ ist also merkwürdig, aber dies im besten Sinne. Ein Roman, der anders ist, ein Gedankenexperiment, von der Autorin übrigens aufgrund einer wahren Begebenheit weiter gesponnen, als sie selbst mit ihrem Mann in Casablanca war und ihr dort tatsächlich im Hotel der Rucksack gestohlen wurde. Vendela Vidas Roman scheint mit keinem anderen vergleichbar. Sie hat eine kuriose, spannende Geschichte geschrieben und Grenzen dabei einfach nach Laune übertreten. Eine Geschichte, die sich völlig auf ihre Protagonistin, ihr Innenleben und ihre Entwicklung konzentriert. Ein interessantes Leseerlebnis.

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  • Identität und Identitätsverlust

    Des Tauchers leere Kleider

    krimielse

    KLAPPENTEXT Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie gezwungenermaßen annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt das Abenteuer einer Frau, die allen Grund zur Flucht hat – einer Frau, die sich in eine fremde Landschaft begibt, um zu vergessen, und dabei zum ersten Mal zu sich selbst findet. Mit Anklängen von Alfred Hitchcock und Patricia Highsmith: ein Roman voller extravaganter Vergnügungen. Das Buch spielt mit Identität und Identitätsverlust und unserer Abhängigkeit oder Unabhängigkeit davon. Der Ansatz ist sehr interessant, dass eine dem Leser unbekannte Frau in einem fremden Land ihrer persönlichen Gegenstände und durch eine Reihe von Zufällen und Verstrickungen auch ihrer Identität beraubt wird, ohne straflose und glaubhafte Möglichkeit, diese wiederzuerlangen. Man fühlt sich beim Lesen nahe bei der jungen Frau, deren Namen und Identität man nicht kennt, fiebert anfangs mit ihr durch die Verwicklungen, an denen sie selbst teilweise schuld ist, die sich zum Teil auch zufällig ergeben. Nähe wird dadurch aufgebaut, dass die Protagonistin dem Leser sehr vertraulich von ihren Erlebnissen berichtet, indem sie diese nicht in der Ich-Form, sondern in der Du-Form erzählt, so wie man es vielleicht gegenüber einem engen Freund tun würde oder vielleicht auch im Selbstgespräch. Dadurch wird der Leser in die Handlung einbezogen, und auch wenn nicht immer klar ist, ob die Vorgänge tatsächlich so geschehen oder der verdrehten Wahrnehmung der Frau entspringen entspringen fiebert man anfangs um den Fortgang der Ereignisse. Doch leider ist genau dies auch das große Manko des Romanes. Die Geschichte wendet sich zwar nach rechts und links, aber die ausschließliche Zwiesprache der Protagonistin mit sich selbst bzw. mit dem Leser verhindert den interessanten Wechsel von Blickwinkeln ebenso wie Berichte aus der Vergangenheit und den Aufbau weiterer Charaktere. Auch die Erzählerin selbst ist nicht greifbar und wirkt blass. Dadurch verliert der Roman leider sehr viel Boden, schafft großen Abstand zum Leser, der sich im Laufe der Zeit mehr und mehr ausgeschlossen fühlt und das Geschehen nur noch wie durch ein Fernglas betrachtet, weil irgendwie alles auf Anfang steht. Das Buch wirkt trotz interessanten Ansatzes leider nur oberflächlich, obwohl man aus Neugier immer weiter liest und irgendwann abrupt zum Ende kommt. Positiv zu werten ist für mich die Kulisse des Romans, Marokko und insbesondere Cassablanca erwachen durch die Augen der unbekannten Erzählerin zum Leben. Die Stadt wirkt bedrohlich und feindlich auf die unbekannte Frau und auf den Leser, man spürt die Gefahr wie in einem guten Film, insbesondere am Beginn des Romanes. Fazit: Eine sehr interessante Grundidee der Erzählweise, die jedoch im Laufe des Romanes zu oberflächlich wirkt und verschiedene Sichtweisen und andere Betrachtungen verhindert. 3 Sterne Die Autorin Vendela Vida ist eine der Herausgeberinnen des Believer Magazine. Sie lebt mit ihrem Ehemann Dave Eggers in San Francisco und hat bisher vier Romane veröffentlicht.

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    • 4
  • Nichts drin, nicht dran und nichts dahinter

    Des Tauchers leere Kleider

    JoBerlin

    Ich hab‘ da eine tolle Idee für einen Roman: Marokko (da fahren jetzt doch alle hin, selbst die Schönen und die Reichen), sagen wir … ich will originell sein also nicht Marrakesch, sagen wir …. gibt’s da noch eine Stadt??? Ach ich weiß: Casablanca, oh ist das gut, das wird richtig gut --- dorthin reist eine junge Touristin und … jetzt muss was passieren, aber was …. ach - der Rucksack ist weg, Ersatz findet sich, darin ein Tagebuch in dem steht ….. ach nee, ich weiß nicht, jetzt fällt mir nichts mehr ein …. zurück zu den Schönen und Reichen, was machen sie da ? … ich hab’s: Sie drehen einen Film, das kann ich schön elaborieren, Tag für Tag Dreharbeiten, minutiös muss das angelegt sein, damit kann ich gut den halben Roman füllen … was brauch ich noch …. Marokkaner natürlich – die stehlen, is klar, Polizei dazu, ist korrupt, das weiß doch jeder, ein Filmstar: exzentrisch, ein Russe: reich, ein Schweizer: integer… und dann …. mir fällt nichts ein --- was ist nun mit der Touristin, wo kommt sie her, hat sie Familie? … Sie könnte eine Schwester haben, Zwillingsschwester ist noch besser, die ist gemein und … was kann sie Schreckliches getan haben …. den Mann ausgespannt, nee tausendmal gelesen …. noch was Dolleres …. mir fällt schon noch was ein …. also wo waren wir …. Casablanca, ich darf auf keinen Fall vergessen Rick’s Café Americain zu erwähnen und ich mussmussmuss irgendwie das Zitat „here’s looking at you kid“ reinbringen, nur so wird Casablanca echt, dann spare ich mir langwieriglästige Stadtrecherche … reicht das jetzt , ich finde schon, wiewas Klischees? na gut, pass auf und staune, jetzt bin ich mal ganz innovativ, ich trau mich was, ich schreibe alles in der zweiten Person, ja – ich kann, wenn ich will! …. der Verlag schreibt was Schönes und dann schließlich --- ich bin die Frau von Dave Eggers, besser geht es doch nicht… warte mal, was machst du da …. du schmeißt mich in den Müll, diesen prima Roman schmeißt du in den Müll …. DUUUUUUUUU!

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    • 8
  • 4,5 Sterne - Eigenwillig erzählt, aber unheimlich spannend und brillant

    Des Tauchers leere Kleider

    raven1711

    24. April 2016 um 21:35

    Inhalt aus dem Klappentext:Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht.Meinung:Des Tauchers leere Kleider ist wieder eines dieser Bücher, die mir in der Verlagsvorschau ins Auge gefallen sind und mich direkt ansprachen, sowohl vom Cover, als auch vom Inhalt.Vendela Vida wirft ihre Leser auch direkt in das Geschehen und wir begleiten die Protagonistin bei ihrer Ankunft in Casablanca. Beim Check-In in ihrem Hotel wird ihr Rucksack gestohlen. Alle Personalien und all ihr Geld sind weg, die Direktion des Hotels scheint sich nur halbherzig darum zu kümmern und die Polizei ist ihr suspekt. Sie hat das Gefühl, dass es sich um ein abgekartetes Spiel handelt. Als sie dann vom Polizeichef einen Rucksack mit den Personalien einer fremden Frau erhält und diesen annimmt, setzt sie Ereignisse in Gang, die ihr ganzes Leben verändern werden.Den Namen der Protagonistin erfährt man im Roman nicht, trotzdem baut sich nach und nach ein Bild über diese mir anfangs fremde Frau auf, dass mich immer mehr berührte und bestürzte. Vendela Vida hat hier sehr geschickt ihre Figur entwickelt, um den Leser neugierig und die Spannung hoch zu halten. Sie setzt dabei bewusst ihre Hauptfigur in den Fokus, so dass die Nebenfiguren nur den Rahmen um diese bilden und man eher wenig über diese erfährt.Der Schreibstil im Buch ist äußerst ungewöhnlich und ich habe ein wenig gebraucht, um damit parat zu kommen. Denn die Protagonistin erzählt sich selber in der 2. Person (nach kurzem Nachschlagen denke ich, dass es sich um eine personale Erzählperspektive handelt). Das sorgt für eine gewisse Distanz im Buch, die sich aber nach Beenden des Romans als die wirklich perfekte Erzählform entpuppte, für die bewegende Story. Denn die Geschichte entwickelt sich zum Ende hin sehr emotional und ging mir richtig nahe. Mit Spannung verfolgt man als Leser, wie die Protagonistin sich immer mehr in ihrem Lügengeflecht verstrickt und man bangt, wie sie da jemals wieder herauskommen soll. Und natürlich treibt einen die Frage an, was sie überhaupt so weit getrieben hat, diese fremde Identität anzunehmen. Das Buch fing mich ein und ich konnte und wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Richtige Kapitel gibt es im Buch nicht, die einzelnen Passagen und Abschnitte sind nur durch Leerzeilen getrennt. Dem Lesefluss schadet das aber nicht. Mein einziger Wehrmutstropfen an diesem Buch war das Ende, dass mir persönlich viel zu offen blieb, denn es haben sich im Verlauf des Buchs so viele Baustellen aufgetan, die nicht zu Ende behandelt werden und es bleibt somit der Fantasie des Lesers überlassen, sich zu überlegen, wie es wohl weitergeht.Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.Fazit:Wow, was für ein Buch! Wäre das Ende nicht ganz so offen geblieben, es wäre perfekt gewesen. Das Buch hat mich bewegt, zu Tränen gerührt und gefesselt. Der ungewöhnliche Schreibstil ist zwar gewöhnungsbedürftig, passt aber hervorragend zu dieser Geschichte und macht die Thematik noch dramatischer.Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

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  • Ungewöhnlich

    Des Tauchers leere Kleider

    Bella5

    Cover: Das Cover mit seiner reduzierten Farbgebung und dem blauen Hintergrund macht neugierig. Es animiert zum Lesen und man erwartet einen Roman mit Tiefgang. In der Buchhandlung würde ich auf jeden Fall nach dem Buch greifen! Inhalt: Erst in der Fremde können wir wirklich zu uns finden, heißt es. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Frau, der nichts mehr geblieben ist, außer ihr Wille zu überleben. Einer Frau, die nach Casablance reist, um sich schließlich nicht für die Vergangenheit, auch nicht für die Gegenwart, aber mit aller Entschiedenheit für die Zukunft entscheidet. Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt das Abenteuer einer Frau, die allen Grund zur Flucht hat – einer Frau, die sich in eine fremde Landschaft begibt, um zu vergessen, und dabei zum ersten Mal zu sich selbst findet... Meine Meinung: Die Autorin konnte mich überraschen, der Roman ist in der 2. Person Singular geschrieben, was Nähe und Distanz gleichzeitig herstellt. Ich denke aber, dass dieser Effekt im englischen Original noch besser wirkt.Es gibt einen gewissen literarischen Anspruch, der Raum für Interpretationen laesst, und man könnte das Ganze auch als feministische Literatur deklarieren. Ich musste unwillkürlich an THE AWAKENING denken."Des Tauchers leere Kleider" muss man sich erschliessen, ein wenig Lesearbeit leisten. Es ist ein zuweilen sperriges Stück Literatur, an dem sich die Geister scheiden werden. Ich fand es interessant und ungewöhnlich!

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    • 5
  • Buchverlosung zu "Des Tauchers leere Kleider" von Vendela Vida

    Des Tauchers leere Kleider

    aufbauverlag

    Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. Erst in der Fremde können wir wirklich zu uns finden, heißt es. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Frau, der nichts mehr geblieben ist, außer ihr Wille zu überleben. Einer Frau, die nach Casablance reist, um sich schließlich nicht für die Vergangenheit, auch nicht für die Gegenwart, aber mit aller Entschiedenheit für die Zukunft entscheidet.  Zur Leseprobe Mehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/des-tauchers-leere-kleider.html   Über Vendela Vida Vendela Vida ist eine der Herausgeberinnen des Believer Magazine. Sie hat bisher vier Romane veröffentlicht, zuletzt „Liebende“ und „Weil ich zu spät kam“. Zusammen mit ihrem Ehemann Dave Eggers hat sie das Drehbuch für den Film „Away we go – Auf nach Irgendwo“ geschrieben. Sie lebt in der San Francisco Bay Area.    In folgendem Video erklärt Vendela Vida übrigens, wie sie auf die Idee zu ihrem Roman kam: Teilnahme Was ihr tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, indem ihr folgende Frage beantwortet: Wenn ihr jetzt Urlaub hättet, wo würdet ihr gerne hinreisen und welches Buch würdet ihr mitnehmen? Viele Grüße euer Team vom Aufbau Verlag * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum zeitnahen Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben. ** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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    • 157
  • 'Du bist nur eine von vielen. Du unterscheidest dich durch nichts.'

    Des Tauchers leere Kleider

    sabatayn76

    18. April 2016 um 16:53

    Inhalt:Eine Frau fliegt allein nach Casablanca. Beim Einchecken im Hotel wird ihr Rucksack gestohlen - und mit ihm ihr Pass, ihre Kreditkarten, ihr Laptop, ihre Kamera und weitere persönliche Gegenstände. Auf dem Polizeipräsidium wird ihr der Rucksack einer anderen Frau ausgehändigt, und so nimmt die Hauptprotagonistin des Romans eine fremde Identität an. Mein Eindruck: Auch nach der Lektüre bin ich mir nicht ganz sicher, wie mir der Roman gefallen hat und was ich von 'Des Tauchers leere Kleider' halten soll. Die Perspektive in zweiter Person Singular Präsens ist recht ungewöhnlich, hat mir aber alles in allem gut gefallen. Sprachlich ist der Roman eher simpel gehalten und wird fast naiv oder kindlich erzählt, was jedoch gut zur Hauptprotagonistin passt, die meiner Meinung nach sehr unbedarft und blauäugig durchs Leben geht. Durch die einfache Sprache und das recht großzügige Layout liest sich der Roman flüssig und flott, und die Gedankengänge der Protagonistin fand ich zumindest zu Beginn des Buches gut nachvollziehbar. Auch die Idee zum Buch und das beschriebene Szenario empfand ich als gelungen. Leider wirkte der Roman im Verlauf allzu konstruiert. So fand ich z.B. den Verlust des wichtigen Dokuments und die Gedankenlosigkeit der Protagonistin zu wenig glaubwürdig, und auch auf den nachfolgenden Seiten wurde der Roman mehr und mehr unrealistisch. Am Ende steht für mich immer noch die große Frage: Wozu das Ganze? Mein Resümee:Ein Roman, der mich ratlos zurücklässt und der mir alles in allem zu konstruiert wirkte.

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  • interessante Idee...Flucht aus der Realität

    Des Tauchers leere Kleider

    Ayda

    11. April 2016 um 20:40

    Klappentext: Erst in der Fremde können wir wirklich zu uns finden, heißt es. "Des Tauchers leere Kleider" erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Frau, der nichts mehr geblieben ist, außer ihr Wille zu überleben. Einer Frau, die nach Casablance reist, um sich schließlich nicht für die Vergangenheit, auch nicht für die Gegenwart, aber mit aller Entschiedenheit für die Zukunft entscheidet. Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. Meine Meinung: Da mich die Bücher aus dem Aufbauverlag meist sehr ansprechen, war ich auch auf dieses Buch sehr gespannt. In diesem Buch lernen wir eine Frau kennen,die durch merkwürdige Umstände die Identität einer anderen Frau annimmt. Wir erfahren im Laufe der Geschichte durch Rückblenden aus ihrem Leben Stückweise den Grund ihrer Flucht in andere Welten. Die Erzählperspektive ist sehr außergewöhnlich und selten, es wird in der 2. Person erzählt. Als ob man selber die Person wäre,diesen Erzählstil finde ich etwas anstrengend zu lesen. Ich konnte auch keine Beziehung zu der Hauptprotagonistin aufbauen. Allerdings fand ich den Schreibstil sehr wortreich und die Autorin hat das Feeling der Stadt und die kulturelle Atmosphäre schön rüberbringen können. Was mir gefehlt hat, war vor allem mehr Tiefgründigkeit, es hat mich phasenweise berührt und phasenweise fand ich es langatmig. Insgesamt ein interessante Idee aber eine Geschichte,die sich eher an der Oberfläche abspielt, der Sinn hintergründig bleibt und mich letztendlich nicht ganz packen konnte aber durchaus Potential hatte. Von mir gibt es 3 Sterne für diesen außergewöhnlichen Roman! Autorin: Vendela Vida ist eine der Herausgeberinnen des Believer Magazine. Sie hat bisher vier Romane veröffentlicht, zuletzt „Liebende“ und „Weil ich zu spät kam“. Zusammen mit ihrem Ehemann Dave Eggers hat sie das Drehbuch für den Film „Away we go – Auf nach Irgendwo“ geschrieben. Sie lebt in der San Francisco Bay Area. (Quelle:www.aufbau-verlag.de)

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Des Tauchers leere Kleidung....Ein Frauenroman

    Des Tauchers leere Kleider

    Diana182

    06. April 2016 um 14:27

    Das Cover zeigt eine gemalte Frau im Schwimmanzug. Der Hintergrund ist in einem schönen, optimistischen Blau gehalten. Cover und Titel wirken sehr interessant. Aber auch der Klappentext liest sich sehr gut und verspricht einen etwas anderen Frauenroman. Aber erst einmal der Reihe nach – die Buchbeschreibung: "Des Tauchers leere Kleider" erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Frau, der nichts mehr geblieben ist, außer ihr Wille zu überleben. Einer Frau, die nach Casablance reist, um sich schließlich nicht für die Vergangenheit, auch nicht für die Gegenwart, aber mit aller Entschiedenheit für die Zukunft entscheidet. Eine Amerikanerin reist überstürzt nach Casablanca. Der Grund für ihre Reise ist unklar. Kaum in ihrem Hotel angekommen, wird sie ausgeraubt. Die Polizei und die Hoteldirektion versuchen scheinbar, den Dieb zu fassen, haben sich aber eigentlich gegen die Amerikanerin verschworen. Auf der Polizeiwache wird ihr der Rucksack einer fremden Frau ausgehändigt, deren Identität sie annimmt. Vorübergehend, wie sie denkt, bis sich alles aufgeklärt hat. Doch einmal von der Last des eigenen Ich befreit, beginnt sie, Freude daran zu empfinden, sich von der Frau, die sie einmal war, immer mehr zu entfremden. Bis sie eine berühmte Hollywood-Schauspielerin kennen lernt und einen Schritt zu weit geht. Meine Meinung: Ein wenig lässt mich das Buch ratlos zurück. Die enthaltene Geschichte liest sich zwar sehr interessant und lässt sich stets gut verfolgen. Der Schreibstil in der dritten Person ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber mal etwas anderes. Jedoch bin ich der Hauptperson während der Geschichte vielleicht genau wegen dieser Distanz nicht wirklich näher gekommen. Ich fühlte mich stets eher als stiller Beobachter am Rande. Wir werden hier Zeuge einer etwas anderen Geschichte, die jedoch viele Fragen aufwirft und auch am Ende leider eine Vielzahl davon offen lässt. So richtig überlege ich noch nach dem eigenetlichen Sinn, der hinter der Geschichte stecken könnte. Das es nach jeder Tragödie einen Neuanfang geben kann!? Mein Fazit: Das Buch war gut zu verfolgen, aber den eigentlichen Kern der Geschichte konnte ich nicht greifen! Ein etwas anderer, interessanter Roman für zwischendurch, der mir aber leider nicht wirklich lange in Erinnerung bleiben wird!

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  • Die Flucht vor sich selbst

    Des Tauchers leere Kleider

    anushka

    04. April 2016 um 22:06

    Die namenlose Protagonistin reist nach Casablanca. Ihr Reiseführer empfiehlt ihr, die Stadt nach der Ankunft direkt zu verlassen und weiter durchs Land zu reisen. Doch zu spät, die Frau hat bereits ein Zimmer für 4 Tage gebucht. Noch in der Hotellobby wird ihr jedoch der Rucksack gestohlen, unter den Augen des (Sicherheits-)Personals. Auf der Polizeiwache händigt man ihr ihren wiedergefundenen Rucksack aus. Nur dass es nicht ihr Rucksack ist. Statt die Situation richtigzustellen, nimmt die Frau die Identität der Besitzerin. Und merkt, wie einfach es ist, immer neue Identitäten anzunehmen.Dieses kleine Büchlein mit seinem interessanten Cover hält auch einen interessanten Erzählstil bereit. Der Leser wird immer direkt angesprochen, da die Geschichte in der zweiten Person erzählt wird. Das macht die Situationen direkter und beinahe distanzlos. Die Szenen sind dadurch eindringlich und insgesamt sehr plastisch und detailliert. Situationen sind teilweise bis in die kleinste Einzelheit beschrieben. Durch die Erzählperspektive werden die Handlungen der Protagonistin nachvollziehbar, genau wie ihre zeitweise Paranoia, wer sich mit wem gegen sie verschworen hat oder wer ihr auf die Schliche gekommen ist. Dabei sind diese Gedanken aber niemals ins Unglaubhafte übertrieben, sondern spielen mit den Gedanken, die jeder wohl in dieser Situation hätte. Mit der Zeit arrangiert sich die Protagonistin mit ihrem Rollenspiel und beginnt, weitere Rollen auszuprobieren. Dabei scheint sie der Illusion langsam zu erliegen und sich selbst zu verlieren. Dann treibt sie es jedoch zu weit und ihr Konstrukt gerät ins Wanken."Des Tauchers leere Kleider" ist eine ungewöhnliche Geschichte, die eine Episode im Leben der namenlosen Protagonistin beleuchtet, die vor sich selbst flieht und doch auch zurückfindet. Leider endet die Geschichte recht offen und es bleiben an mehreren Ecken lose Fäden übrig, wie beispielsweise die Frage, was eigentlich aus der ursprünglichen Besitzerin des Rucksacks wurde. Insgesamt ist dies aber eine ungewöhnliche, tiefgründige Geschichte in einer schönen Sprache, mit einem Gedankenexperiment, das sicherlich viele gern einmal selbst (kurz) ausprobieren würden.

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