Vera Brittain

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Lebenslauf von Vera Brittain

Vera Brittain, 1893 im britischen Newcastle-under-Lyme geboren, brach 1915 das Studium in Englischer Literatur in Oxford ab und arbeitete als freiwillige Krankenschwester im Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende engagierte sie sich politisch als Feministin und Pazifistin. Sie war Sprecherin der League of Nations Union, der Peace Pledge Union und des Anglican Pacifist Fellowship. Ihr schriftstellerisches Werk umfasst etliche autobiografische Romane und politische Schriften. Vera Brittain starb 1970 in Wimbledon.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Vera Brittain

Cover des Buches Vermächtnis einer Jugend (ISBN:9783957576118)

Vermächtnis einer Jugend

 (2)
Erschienen am 28.09.2018
Cover des Buches Testament of Youth (ISBN:9780349005928)

Testament of Youth

 (2)
Erschienen am 06.11.2014

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Rezension zu "Vermächtnis einer Jugend" von Vera Brittain

Einblick in ein Leben, das der Erste Weltkrieg so sehr prägte
Sikalvor 7 Monaten

Die Schriftstellerin Vera Brittain (1893 – 1970) wurde in Newcastle-under-Lyme geboren. Die Eltern wohlhabend, war es Sohn Edward bestimmt, ein Studium aufzunehmen, während die Tochter den damals üblichen Weg der Heirat einschlagen sollte. Doch Veras Ziele waren anderer Natur: Mit unglaublicher Kraftanstrengung erreicht sie eine Aufnahme im Oxford College und beginnt ein Literaturstudium.

 

In ihrer Autobiografie „Vermächtnis einer Jugend“, die bereits 1933 erschien, erzählt sie von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, erzählt von Kriegspropaganda, die die jungen Männer infiziert und zu willigen Soldaten macht, beschreibt den Wandel der Einstellungen im Laufe der schrecklichen Jahre und zeigt, welche Auswirkungen diese furchtbaren Erlebnisse für diese Generation mit sich brachten.

 

Als begeisterte Studentin scheint sie ihren Platz in Sommerville gefunden zu haben, doch nach dem Ausbruch des Krieges wird für Brittain schnell klar, dass sie unmöglich studieren kann, während ihr Bruder und alle seine Freunde an der Front ihr Leben riskieren. Auch Edwards Freund Roland, in den sich Vera verliebt hatte, zieht mit großem Enthusiasmus in einen Krieg, von dem man sich ein schnelles Ende erhoffte. Wie sollte man bereits 1914 erkennen, dass so viele Jahre bis dahin vergehen und solch große Opferzahlen als Ergebnis präsentiert werden müssen.

 

Vera unterbricht ihr Studium und meldet sich als Hilfkrankenschwester ebenfalls an die Front, wo sie schnell mit der harten Realität des Krieges konfrontiert wird. Als nacheinander Roland, viele enge Freunde und schließlich auch noch Edward Opfer dieses großen Krieges werden, ist Veras Leben nicht mehr das, was es vorher war.

 

Die emotionale Belastung und der Druck trotz allem das Beste zu geben, werden in dieser Biografie sehr gut vermittelt. Man bekommt als Leser einen Einblick in unsagbares Leid, furchtbare Qualen der Verwundeten, aber auch in Dinge, wie Überforderung der Helfer und die Belastung für die Zivilbevölkerung, die mit dem Frontgeschehen nur indirekt in Verbindung kommt.

 

„… Nichts war von Dauer; alle und alles waren ständig auf dem Weg; Freundschaften galten für den Moment, Verabredungen für den Moment, nichts war momenthafter als das Leben selbst.“

 

Als sie nach dem Kriegsgeschehen wieder Fuß im zivilen Leben fassen soll, hat Vera enorme Schwierigkeiten. Zu sehr ist sie mit den Vorkommnissen der leidgeplagten Jahre verwoben, versinkt immer wieder in ihrer Trauer um geliebte Menschen – vor allem Edward fehlt ihr sehr. Besonders hervorgehoben wird, wie diese Generation versucht, an ein Leben „danach“ anzuknüpfen, welche Probleme zwischen den Gruppen präsent waren, die in den Krieg zogen und solchen, die als Zivilisten durchzukommen versuchten. Ein Verständnis für die jeweils andere Seite war nicht vorhanden.

 

„Ich bin Kriegsschrott, lebe unbeachtet in einer Welt, die mich nicht will.“

 

Vera kann erst spät ihr Kriegstrauma aufarbeiten, sie beginnt für den Völkerbund Vorträge zu halten und im Zuge dessen auch nach Deutschland zu reisen. Hier erkennt sie, dass großes Leid auch bei den sogenannten Feinden vorherrschend war und viele Verluste zu beiden Seiten an der Tagesordnung standen.

 

„Wäre nur das Lied der Vögel laut genug, um den Schrei zu übertönen, der aus der unbeschreiblichen Dummheit der Menschen auf diesem dämlichen Planeten aufsteigt.“

 

Vera Brittain schreibt nicht nur ihre Geschichte, sondern die einer ganzen Generation. Sie beschreibt den Kampf um die Rechte der Frauen und ihr Engagement für den Frieden. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ruhig, trotz der Dramatik der Ereignisse.

 

Eine interessante Autobiografie über eine beeindruckende Frau, die so vielen unbekannt ist und durchaus etwas mehr Würdigung verträgt. Viele ihrer Aussagen sind auch für die heutige Zeit zu übernehmen und zeigen großen Weitblick.

Ich vergebe dafür gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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