Vera Buck

 3.9 Sterne bei 215 Bewertungen

Lebenslauf von Vera Buck

Nicht nur bei den LovelyBooks-Usern beliebt: Vera Buck wurde 1986 in Salzkotten geboren und studierte Journalistik und Drehbuch in Hannover und auf Hawaii. Buck schrieb u.a. Texte und Kurzgeschichten für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Für ihr Masterstudium lebte sie in Frankreich, Spanien und Italien, heute ist sie in Zürich zu Hause. 2015 erschien ihr Debütroman „Runa“, der unter anderem für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde und den dritten Platz beim LovelyBooks-Leserpreis 2015 in der Kategorie „Historische Romane“ gewann. Neben der Schriftstellerei bietet sie Workshops zum Thema Kreatives Schreiben an.

Alle Bücher von Vera Buck

Runas Schweigen

Runas Schweigen

 (195)
Erschienen am 03.09.2018
Das Buch der vergessenen Artisten

Das Buch der vergessenen Artisten

 (20)
Erschienen am 10.09.2018

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Rezension zu "Runa" von Vera Buck

Schockierend und fesselnd, leider schwaches Ende
Nina287vor einem Tag

Wir befinden uns 1884 in Paris und lernen den jungen Medizinstudenten Jori Hell kennen. Er arbeitet in der Salpetrière als Assistenzarzt. Dort führt Dr. Charcot "Vorführungen und Versuche" mit hysterischen Patientinnen durch. Er lässt die Frauen unter Hypnose wie ein Magier vor Publikum "tanzen". Jori hofft, dass er das erworbene Wissen für seine Angebetete Pauline nutzen kann, um ihre psychische Erkrankung zu heilen.
Eines Tages wird Runa in die Salpetrière eingeliefert. Ein verstörtes und unheimlich wirkendes kleines Mädchen, dass allen Behandlungen zu trotzen scheint. Jori entwickelt tiefes Mitgefühl für das Mädchen und möchte ihr helfen. Doch was steckt hinter ihrem seltsamen Verhalten?

Der Roman hat einen sehr gut lesbaren Schreibstil und viele historisch recherchierte und durchaus auch kriminalistische Anteile. "Runa" ist eine schonungslose und teilweise sehr schockierende Darstellung der Psychiatrie und des Umgangs mit den psychisch Erkrankten Ende des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte des Mädchens Runa wird aus verschiedenen Erzählperspektiven und an unterschiedlichen Schauplätzen nach und nach auf grausige Weise klar. Die Salpetrière bleibt aber der Haupthandlungsort, an dem die Fäden zusammen laufen.
Sehr gut gefallen haben mir die Charaktere, insbesondere die der Ärzte, deren teils kriminelle Spiele um die nächste ruhmbringende Operation oder Veröffentlichung sehr tief blicken lassen. Einige der Charaktere sind historische Persönlichkeiten, wie die Ärzte Charcot und Babinski. Auch gelingt es der Autorin Vera Buck sehr gut mit Fiktion und Realität zu spielen, sowohl in der Mischung aus Roman und historischen Fakten, als auch in der Geschichte an sich.
Leider hat mich das Ende sehr enttäuscht. Nach dem langen Aufbau der Geschichte über ca. 550 Seiten, waren mir die 60 Seiten für das Ende doch sehr knapp. Darüber hinaus sind auch noch sehr viele Fragen offen geblieben, was mich persönlich etwas unbefriedigt zurück gelassen hat.
Insgesamt aber ein sehr gelungenes Porträt der Psychiatrie der damaligen Zeit und ein lesenswertes Debüt der Autorin!

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Rezension zu "Das Buch der vergessenen Artisten" von Vera Buck

Verliebt in Kraftwunder und Röntgenstrahlen
MelEvor 5 Tagen

"Das Buch der vergessenen Artisten" ist mir mehrfach auf diversen Internetplattformen aufgefallen, sodass meine Neugier auf das Buch geweckt wurde und ich mich sehr über die Zusage des Verlages freute, diesen Roman lesen zu können. Mit 752 Seiten ist das Buch ein echter Wälzer, aber da es sehr spannend geschrieben ist, fällt dieses kaum ins Gewicht. Natürlich benötigt es ein klein wenig mehr Zeit, aber diese lohnt sich sehr. Geschichtlich ist einiges Fiktion und der Fantasie der Autorin entsprungen, aber einige Begebenheiten sind wahr und sehr realistisch dargestellt. 

Das Cover zeigt sehr deutlich eine Frau mit diversen Rundungen, die eine Hantel über dem Kopf balanciert und dadurch aufweist, welche Stärke in ihr steckt. Meta ist eine Kraftfrau, die sich durch ihre Stärke ihr Geld verdient. Es wird ihr irgendwann verboten werden, sich als Kraftfrau zu zeigen und in diversen Shows aufzutreten. Vieles was vorher als Kunst galt und auch nicht immer ästhetisch wirkt, ist verboten und wird ausradiert. Dies gilt besonders für Menschen mit diversen Defiziten, die nicht der Norm, die in Deutschland vorherrschen soll, entspricht. Menschen, die mit ihrer eigentümlichen "Kunst" ihr Geld verdienen müssen sich verstecken und teilweise auch am Hungertuch nagen. Meta hat einen Bruder, Ernsti, der auch der Norm nicht entspricht und einen anderen Glauben hat, der in Deutschland nicht geduldet wird. Ernsti steht auf der Fahndungsliste und soll somit ausradiert werden. Meta hat schwer zu kämpfen damit, ihren Bruder zu befreien und letztendlich gelingt die Flucht aus der Irrenanstalt / Nervenklinik. 

Mathis selbst ist als Sohn eines Bohnenbauern Kummer und Schmerz gewohnt, da er von seinen Brüdern regelmäßig verprügelt wird. Durch sein lahmes Bein ist er nicht fähig auf dem Feld zu helfen, was den Frust der Brüder darüber in Gewalt und Wut umschlagen lässt und da ist Mathis das ideale Opfer. Fasziniert von einem Röntgenapperat verlässt Mathis sein Elternhaus und dient Meister Bo auf dem Jahrmarkt als Assistent, nichtsahnend, wie schädlich Röntgenstrahlen sind und mitunter auch tödlich werden können. Die Faszination des Röntgen und die Stärke der Kraftfrau Meta werden relativ schnell deutlich. Mathis der diesen beiden Phänomenen sehr zugetan ist,  ist derjenige, der die Künste aufleben lässt und dabei sich selbst eher in Nebenrollen versetzt. 

Mir hat es sehr gefallen, wie Vera Buck diese Geschichte rund um Jahrmarkt und Krieg gewoben hat. Namen wie Marie Curie oder andere Physiker wie Wilhelm Conrad Röntgen werden eingeflochten und wirken absolut authentisch und passend zur Story. 

Von mir eine Leseempfehlung an einen Roman, der mich regelrecht gefesselt hat, da ich manches nur von Bildern oder Büchern kenne. Die ersten Kinofilme wurden auf Bettlaken ausgestrahlt, Menschen ergötzten sich an den Defiziten anderer und als man begann alles was nicht in die Norm passte auszuradieren, wurden Menschen von jetzt auf gleich arbeitslos und waren der Gefahr der Selektion ausgesetzt. Amerika ist hierbei das Land der vielen Möglichkeiten und immer mehr das Ziel der Protagonisten Meta und Mathis, die ein sehr interessantes Paar abgeben und sich sehr abenteuerlich durch diese gewobene Geschichte bewegen. Wo der eine Schwäche zeigt, zeigt die andere Stärke und umgekehrt. Eine sehr interessante Kombination, die einerseits eine Zeit darstellt, in dem definitiv alles möglich war, bis jemand kam, der Menschen in allem was sie haben und können beschnitten hat und oftmals nur eine Flucht nach vorne möglich ist. Manchmal auch Rebellion mit der Gefahr sein Leben zu lassen. Authentisch und wirklich gelungen dargestellt. Meine Rezension kann das Buch nicht in all seinen Facetten wiedergeben und nur einen kleinen Ausschnitt bieten. Für mich hat sich das Lesen definitiv gelohnt. 

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Rezension zu "Das Buch der vergessenen Artisten" von Vera Buck

Aussergewöhnliche Grundstory, jedoch mit Längen
SillyTvor 16 Tagen

1902: als dreizehnter Sohn eines Bohnenbauers wächst Mathis Bohnsack in dem kleinen Ort Langweiler auf. Als eines Tages ein Jahrmarkt in dem kleinen Ort seine Zelte aufschlägt, ist er durchweg fasziniert. Vor allem der Röntgenapparat hat es ihm so sehr angetan, dass er spontan beschließt, mit gerade einmal fünfzehn Jahre, seine Heimat zu verlassen und mit den Artisten weiterzureisen.
1935: mittlerweile lebt Mathis gemeinsam mit seiner Freundin Meta und deren Bruder, der eine Behinderung hat, in einer Wohnwagensiedlung am Rande Berlins. Artisten wird es alles andere als leicht gemacht, denn die nationalsozialistische Regierung schließt Bühnen und verbietet Aufführungen. Mathis hat für sich beschlossen, nun ein Buch zu verfassen, über all die Artisten, die ihm begegnet sind, damit diese nicht in Vergessenheit geraten werden.
Meine Meinung
Das Cover sprach mich irgendwie gleich auf den ersten Blick an und machte mich neugierig auf die Geschichte dahinter. Doch dann habe ich sehr lange Zeit benötigt, um mich halbwegs auf die Geschichte einzulassen. Dabei lag dies gar nicht so sehr am Schreibstil der Autorin, der sich durchaus verständlich lesen lässt und teilweise sehr malerisch klingt. Doch Vera Buck hat eine Art, sehr ausführlich zu beschreiben und gerade bei Nebencharakteren passierte das immer wieder und brachte mich somit ständig aus dem Lesefluss und ich musste es einfach zwischendurch mal zur Seite legen.
Dabei ist die Grundstory der Geschichte wirklich sehr interessant und bisher habe ich aus diesem Bereich noch nichts vergleichbares gelesen. Genau das war auch dann der Grund, warum ich dieser Geschichte dann noch einmal eine zweite Chance gegeben habe.
Spannend fand ich, dass sie hier auch wirklich die Sensationslust der Menschen an anderen dargestellt hat, denn damals war es nicht ungewöhnlich, gerade Personen mit körperliche Anomalien, regelrecht zur Schau zu stellen. Das aber hier hinter jeder “Sensation” ein Mensch mit Gefühlen und Träumen stand, hat die Autorin für mich dabei sehr gut dargestellt.
Vera Buck erzählt diese besondere Geschichte auf zwei Zeitebenen, zum einen aus dem Jahr 1902, zum anderen ab dem Jahr 1935. Dabei hatte ich durchweg das Gefühl, dass die Autorin sich hier ganz viel Mühe mit ihrer Recherche gegeben hat. Gelungen sind die Verknüpfungen von realen Persönlichkeiten mit ihren fiktiven Charakteren, aber auch mit der Entwicklung die Deutschland damals genommen hat. Plötzlich waren all diese Kuriositäten, die man auf dem Jahrmarkt traf, nicht mehr gefragt, nein ganz im Gegenteil, sie wurden teilweise verboten, manche verschwanden sogar völlig und all diesen widmet Mathis sein Buch, sein Buch der vergessenen Artisten.
Im Vordergrund steht Mathis Bohnsack, der mit seinem Leben als Durchleuchtungskünstler glücklich war. Er und seine Lebensgefährtin Meta könnten nicht unterschiedlicher sein, denn Mathis ist schmal und eher schwach und Meta ist die muskulöse Kraftfrau. Zwar konnte ich mir die Figuren gut vorstellen und hatte auch von ihnen ein klares Bild, doch so richtig mit ihnen verbunden fühlte ich mich beim Lesen leider nicht. Ich blieb hier mehr der Beobachter, des Geschehens. Neben den beiden Protagonisten Mathis und Meta gibt es zahlreiche Nebencharaktere, wie z. B. Metas geistig behinderter Bruder Ernsti, aber auch zahlreiche vergessene Artisten. Jeder wurde recht ausführlich vorgestellt und genau das war es, was mir teils zu langatmig wurde.
Mein Fazit
Eine Geschichte, für die man sich Zeit nehmen muss beim Lesen, denn Vera Buck erzählt sehr detailliert und ausführlich, was für mich teilweise zu langatmig wirkte. Auch zu den Protagonisten konnte ich gar nicht so sehr eine Beziehung aufbauen und blieb hier mehr der Beobachter. Dabei ist die Geschichte absolut gut recherchiert und Vera Buck hat hier eine sehr interessante Grundstory herauskristallisiert, die bisher in historischen Romane keine große Beachtung fanden.

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