Vera Buck

 4 Sterne bei 204 Bewertungen

Lebenslauf von Vera Buck

Nicht nur bei den LovelyBooks-Usern beliebt: Vera Buck wurde 1986 in Salzkotten geboren und studierte Journalistik und Drehbuch in Hannover und auf Hawaii. Buck schrieb u.a. Texte und Kurzgeschichten für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Für ihr Masterstudium lebte sie in Frankreich, Spanien und Italien, heute ist sie in Zürich zu Hause. 2015 erschien ihr Debütroman „Runa“, der unter anderem für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde und den dritten Platz beim LovelyBooks-Leserpreis 2015 in der Kategorie „Historische Romane“ gewann. Neben der Schriftstellerei bietet sie Workshops zum Thema Kreatives Schreiben an.

Neue Bücher

Das Buch der vergessenen Artisten

 (12)
Neu erschienen am 10.09.2018 als Hardcover bei Limes.

Runas Schweigen

 (192)
Neu erschienen am 03.09.2018 als Taschenbuch bei Blanvalet.

Alle Bücher von Vera Buck

Runas Schweigen

Runas Schweigen

 (192)
Erschienen am 03.09.2018
Das Buch der vergessenen Artisten

Das Buch der vergessenen Artisten

 (12)
Erschienen am 10.09.2018

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Neue Rezensionen zu Vera Buck

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PagesofPaddys avatar

Rezension zu "Das Buch der vergessenen Artisten" von Vera Buck

Ein gutes Buch mit einigen Längen
PagesofPaddyvor 13 Stunden

„Wenn wird die Vergangenheit vergessen, sind wir gezwungen sie zu wiederholen. Und dann ist alles umsonst passiert“ Als ich diesen Satz gelesen habe musste ich kurz innehalten. Grade in Zeiten in der sich die Gesellschaft wieder nach Rechts orientiert ist das ein Satz, der soo ungemein wichtig ist. Und so passt dieses Buch thematisch auch in unsere Zeit. Es ist kein Zeitzeugnis aber eine Geschichte die sicherlich grob so hätte passieren können. Vera Buck hat aus ihren Fehlern gelernt. „Artisten“ fühlt sich erwachsener an. Und im Gegensatz zu „Runa“ fand ich das Ende diesmal gelungen. Thematisch gibt es an dem Buch rein gar nichts auszusetzen. Leider gefällt mir die Umsetzung weiterhin nicht so wirklich. Das Buch ist mir, mit seinen ca. 750 Seiten, einfach zu lang. Es lässt sich zwar ganz gut lesen aber trotzdem hat es gefühlt einige Längen. Die Geschichte verliert sich immer wieder in Nebenschauplätzen, die zwar einzelne Personen näher ausleuchten aber das geschieht auf Kosten des Spannungsbogens. Das gefühlt jede Figur und jeder Artist, egal wie wichtig bzw. unwichtig er ist, in einem eigenen Absatz eine Hintergrundgeschichte bekommt ist teilweise anstrengend und wirkt nach 3-4 malen auch sehr schematisch. So ein enges Korsett hätte nicht sein müssen. Und so wird in dieser Geschichte erzählt und erzählt aber es fehlt das wirklich packende. Auch wenn es immer interessant ist. Das Buch wird im Wechsel erzählt. In der einen Geschichte erleben wir die Geschichte der Hauptfiguren zwischen den Jahren 1903 und 1916 und der andere Zeitabschnitt spielt zwischen 1935 und 1939. Dieser ständige Wechsel gelingt leider nicht immer und nimmt teilweise sehr stark die Spannung. Es ist eine Berg und Talfahrt. Dazu kommt das mir die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor nicht immer gefallen hat.


Anfangs sympathisch stört es mich am Ende eher. Und das Ende ist, zumindest der Showdown, etwas konstruiert und wirkt teilweise unglaubwürdig. Trotzdem ist die Geschichte von Mathis und Meta etwas besonderes und grade der Prolog bzw. „Die Letzte Seite“ war sehr bewegend.

 

FAZIT

Ein Buch mit einem großartigen, wichtigen Thema. Etwas zu langatmig aber trotzdem kein schlechtes Buch.

 

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "Das Buch der vergessenen Artisten" von Vera Buck

Das Buch der vergessenen Artisten
thursdaynextvor einem Tag

Es gibt Bücher, die locken mit einem wunderschönen, eindrücklichen, neugierig machenden Cover. Dasselbe gilt für Titel, die im Gedächtnis haften bleiben, indem sie Fragen aufwerfen. „Das Buch der vergessenen Artisten“ punktet mit beidem und einer interessanten, ungewöhnlichen Geschichte, die zwischen dem Berlin der Dreißiger Jahre und dem fünfzehnjährigen Mathis Bohnsack, dem schwächlichen dreizehnten Sohn eines Bohnenbauers aus dem Rheinland wechselt. Mathis, dessen Leben Vera Buck erzählt, ist es gelungen, sich aus Tradition, Heimat und vorgezeichnetem Schicksal zu lösen. Mut, der aus Verzweiflung rührte, und die große Liebe zu einer auf dem im Dorf gastierenden Jahrmarkt entdeckten Maschine, gaben den Anstoß. Diese rasch aufflammende Liebe, seine Fähigkeit zu einer grandiosen, fast selbstlos zu nennenden, toleranten loyalen Hingabe, verlassen ihn sein Leben lang nicht. Mathis ist der rote Faden, der sich durch die dichte, breit angelegte Handlung dieses sprachlich einfachen und dabei erzählerisch so fesselnden Romans zieht.

Im Buch der vergessenen Artisten setzt die 1986 geborene Autorin diesen Jahrmarktskünstlern ein Denkmal. Sie erweckt sie wieder, fängt den Tenor, das Lebensgefühl der Menschen der jeweiligen Zeit zwischen 1902 und 1935 ein und flicht en passant verschiedene, noch heute bekannte Persönlichkeiten oder Institutionen dieser Jahrzehnte ein: Chaplin, Kafka, Marie Curie, die Folies Bèrgères, Coco Chanel, Agatha Christie, Hans Sarrasani junior bis Adolf Hitler und den Herausgeber des Stürmers. Bucks Intention für Toleranz, Vielfältigkeit und Weltoffenheit, Neugier und der Kunst sich das Staunen angesichts der von der Welt dargebotenen Wunderlichkeiten und Wunder zu bewahren, dringt aus jeder Seite dieses zauberhaften Romans. Sie widmete ihn ihrem Großvater mit den Worten:



„Du hattest recht. Sie könnten den Leuten einen Stock mit Perücke hinstellen. Wird trotzdem gewählt. Als hätten wir seit der letzten Vergangenheit rein gar nichts dazugelernt.


– Für Opa – Gegen das Vergessen


Diese Vermengung historischer Persönlichkeiten und Fakten mit Fiktion und die Detailfülle wirken dank Bucks Können und ihrer leichten, mit sachtem Humor durchzogenen Art zu erzählen niemals überladen. Man möchte jederzeit erfahren, wie es weitergeht oder ist gespannt wie Mathis Bohnsack zu dem wurde, der er 1935 ist und nicht zuletzt, ob seine Liebe zu Kraftfrau Meta ein gutes Ende nimmt. Wer jetzt denkt, hier liest man Kitsch, der oder die sei beruhigt oder enttäuscht. Buck kann sehr vieles, aber seicht oder kitschig wird sie in ihrem zweiten Roman nie. Ihr geht es um die Hintergründe, sie nimmt die Leser*innen mit auf eine Erkundungsfahrt durch menschliche Beziehungen, Entwicklungen, Charaktere und Antriebskräfte und stösst sie mitten hinein in die gar nicht so ferne deutsche Geschichte. Dabei erzählt sie wohltuend distanziert, sie berichtet statt zu werten, lässt das Kopfkino beim Leser wirken.

Klare Leseempfehlung für diesen rundum gelungenen, fetten, lebensprallen Schmöker von mir. Ab an den Lieblingsleseplatz, einmummeln und übers Wochenende ein- und abtauchen in diese fremde bunte Welt.

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Ritjas avatar

Rezension zu "Das Buch der vergessenen Artisten" von Vera Buck

Meta & Mathis
Ritjavor 3 Tagen

Das Buch der vergessenen Artisten öffnet dem Leser die Augen, wie hart das Leben eines Artisten bzw. Jahrmarktkünstlers ist. Wieviele Entbehrungen und welche Not sie ertragen müssen und trotzdem sind sie bereit den Menschen etwas Abwechslung und Spannung in den Alltag ihres Lebens zu geben.

Mathis hat als 13. Kind eines Bauern keine rosigen Aussichten. Zudem ist er kränklich und körperlich eingeschränkt. Er wird von seinen Brüdern gemobbt, verprügelt und schikaniert. Er wagt es kaum von einem schönem Leben zu träumen, bis er auf den Jahrmarkt geht und ihm sich eine ganz neue Welt eröffnet.

Der Leser pendelt stets zwischen den Zeiten hin und her. Der eine Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Mathis und wie er zum Jahrmarkt kommt. Die Geschichte startet um 1902. Der andere Handlungsstrang startet in Berlin 1935 und erzählt die Geschichte von Meta und Mathis, die zusammen in der Wohnwagensiedlung leben und sich mit kleinen Aufträgen über Wasser halten. 

Die Autorin hat einen schönen und leicht zu lesenden Schreibstil. Die Geschichte hat eine gute Portion Humor und liebenswerte Hauptcharaktere. Mathis und Meta sind so unterschiedlich und doch einander so nah, dass man sie im Laufe der Geschichte in das Herz schließt.

Trotz allen Lobes für diese Geschichte muss ich zugeben, dass das Buch leider so seine Längen hat. Ich mochte den Handlungsstrang ab 1935 sehr und habe diese Abschnitte auch zügig und mit Freude gelesen. Die Geschichte ab 1902 wirkte dagegen jedoch ziemlich zäh und konnte mich leider auch nicht so richtig packen. Auch das Springen zwischen den Handlungssträngen wurde mit der Zeit unschön, da man immer wieder aus dem gerade Gelesenen gerissen wurde.

Trotzdem ist es, aus meiner Sicht, ein gutes und vorallem lesenswertes und geschichtlich interessantes Buch.

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