Runas Schweigen

von Vera Buck 
3,9 Sterne bei191 Bewertungen
Runas Schweigen
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Positiv (133):
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Ein düsterer medizinhistorischer Roman, der mit interessanten Einzelschicksalen einhergeht und fesselt und bewegt.

Kritisch (14):
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Wieso behält man den eigentlichen Titel nicht??? Das nervt!

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Inhaltsangabe zu "Runas Schweigen"

»Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.«

Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ...
Die Hardcover-Ausgabe erschien unter dem Titel »Runa« bei Limes.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734106132
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:624 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:03.09.2018

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    Susi180s avatar
    Susi180vor 6 Tagen
    Sehr spannend

    »Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.«

    Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ...

    Die Hardcover-Ausgabe erschien unter dem Titel »Runa« bei Limes.

    Die Autorin:

    Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman »Runa« wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert.

    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich weniger von der Geschichte interessiert, sondern mehr von der Thematik. Die Geschichte von der Psychologie ist für mich ein sehr spannendes Thema. Ich war daher sehr gespannt wie dies in diesem Buch umgesetzt wird.

    Die Autorin hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil. Wir steigen ab der ersten Seite in die Geschichte ein. Es macht großen Spaß den Protagonisten zu folgen. Die Thematik ist hier jedoch nicht für jeden geeignet. Es geht teilweise sehr hart zu Sache. Man muss sich vor Augen führen das all diese Techniken wirklich so praktiziert wurden und das macht das ganze Buch noch erschreckender.

    Eine Geschichte die sehr spannend ist. Man möchte stetig weiterlesen und immer wissen was als nächstes passiert. Wie schon erwähnt, ist es von der ersten Seite an spannend und diese Spannung hält sich über die gesamte Länge des Buches.

    Wer sich für die Thematik der Psychologie in dieser Zeit-Epoche interessiert ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Für schwache Nerven könnte es jedoch an der ein oder anderen Stelle zu krass sein. Von mir bekommt es auf jeden Fall eine Empfehlung.

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    Kriminevor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Ein düsterer medizinhistorischer Roman, der mit interessanten Einzelschicksalen einhergeht und fesselt und bewegt.
    Ein düsterer, fesselnder und schockierender medizinhistorischer Roman

    In der neurologischen Abteilung der Pariser Salpêtrière-Klinik führt im Jahr 1984 der berühmte Arzt Dr. Charcot an jedem Dienstag verschiedenartige Experimente an hysterischen Patientinnen durch, die er einem ausgewählten Fachpublikum präsentiert. Eine grausame Zurschaustellung der hilflosen Frauen, die nicht nur ihre Würde verletzt, sondern auch dem einen oder anderen der anwesenden Mediziner eisige Schauer über den Rücken jagt. Doch an dem Tag, als sich ein kleines Mädchen namens Runa gegen die erprobten Heilungsmethoden sperrt, wird der legendäre Charcot bis auf die Knochen blamiert. Ein guter Grund für den Schweizer Medizinstudent Jori Hell eine bahnbrechende Operation am Gehirn der kleinen Patientin vorzuschlagen und damit seine Chance auf einen begehrten Doktortitel zu erhöhen. Nur, dass er in diesem Moment nicht weiß, dass Runa seine dunkle Seite kennt und ihre heimlichen Botschaften bereits in der ganzen Stadt hinterlassen hat.

    „Runas Schweigen“ ist das Debüt der deutschen Autorin Vera Buck, das bereits unter dem Titel „Runa“ im Limes Verlag erschienen ist und eine Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis erhalten hat. Eine Entscheidung, die der Leser während der Lektüre des fesselnden medizinhistorischen Romans gut nachvollziehen kann. Denn Vera Buck versteht es, die dargestellten Dinge und Ereignisse dermaßen plastisch zu beschreiben, dass der Leser sie regelrecht vor sich sieht. Wie die Ovarienpresse, mit der Charcot seine Patientinnen wie Zirkustiere vor fremden Augen zum Krampfen bringt oder einige mit Quecksilber einhergehende Experimente an Runa, die das Mädchen nur mit knapper Not überlebt. Dabei sind viele der in ihrem Buch verarbeiteten Vorfälle nicht etwa erdacht, sondern tragen authentische Züge, die von der Autrorin gut recherchiert worden sind.

    Der Schreibstil von Vera Buck ist wunderbar fesselnd, und obwohl die Handlung selbst eher weitschweifig erzählt worden ist, weiß sie den Leser in ihren Bann zu ziehen. Sei es durch die schaurige Atmosphäre, die den berüchtigten Siechenhäusern innewohnt oder durch die spürbare Bedrohung, die für die dort lebenden Menschen an der Tagesordnung ist. Deshalb zieht die Spannung auch erst in der zweiten Hälfte des Romans merklich an, nachdem alle Figuren vorgestellt worden sind und sich die Ermittlungen in einem Kriminalfall mit den erschreckenden Vorkommnissen in der Pariser Salpêtrière-Klinik verweben. Und damit einhergehend wird in erschreckendem Maße klar, was es mit Runa auf sich hat und inwieweit ihre psychischen Störungen der Auslöser für begangene Verbrechen sind.

    Fazit:
    „Runas Schweigen“ ist ein düsterer Roman, der vor allem durch die schockierenden Beschreibungen der Behandlungsmethoden des Pariser Neurologen Dr. Charcot Gänsehaut beschert, gleichzeitig aber auch mit interessanten Einzelschicksalen und einer merkwürdigen Verbrechensserie spannend zu unterhalten versteht.

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor einem Monat
    Tolles Buch, wenn das Ende nicht wäre

    Oft gelobt, oft gehasst. „Runa“ von Vera Buck ist sicherlich eines dieser Bücher die ziemlich polarisiert haben. Ich kann tatsächlich beide Seiten verstehen. Ich finde das Buch teilweise gut und teilweise war ich auch ziemlich enttäuscht. Die Ausgangslage ist sehr, sehr vielversprechend: Paris 1884, die Anfänge der Neurologie, die Anfänge der Psychologie, Experimente in einer Irrenanstalt, eine mysteriöse Patientin. Das alles klingt sooo gut. Und der Großteil des Buches ist auch wirklich gelungen. Ich hatte anfangs etwas Probleme mich zu orientieren aber nach einigen Seiten hat sich das gelegt und dann konnte ich das Buch auch ohne Probleme weglesen. Was mir aber zwischendurch immer wieder aufgefallen ist, grade am Anfang, da fand ich das Buch teilweise langgezogen und zäh. Nicht dramatisch aber spürbar. Bis die Story dann auch so richtig Fahrt aufnimmt vergehen auch einige Seiten. Da hätte ich mir einen etwas strafferen Spannungsbogen gewünscht. Grade die Rückblenden fand ich sehr unnötig. Verständlich, um der Hauptfigur eine Hintergrundgeschichte und Beweggründe zu geben aber dennoch eher störend. Am störensten empfand ich aber eine andere Geschichte. Hier wird von einem Ich-Erzähler eine Geschichte erzählt, die - wenn man ehrlich ist - einfach unnötig ist. Die Hauptstory und die Detektivarbeit, beide Stränge sind im Großen und Ganzen wirklich gelungen aber dieser Ich-Erzähler Strang war für mich nicht notwendig. Und wenn dann am Ende alle Geschichten zusammenlaufen kommen wir leider zu dem negativen Höhepunkt. Das Ende, die letzten hundert Seiten, fand ich teilweise sehr schwach. Nicht nur das die Geschichte irgendwie unwürdig zu Ende erzählt wird, sie ist auch einfach konfus und die Handlungen der Figuren irgendwie seltsam und wenig nachvollziehbar. Das hat mir alles gar nicht gefallen. Jetzt möchte ich das Buch aber auch nicht schlechter machen als es ist. Es hat nämlich auch gute Seiten. So hat Buck eine tolle Atmosphäre geschaffen und schafft es einen detaillieren Einblick in die Anfangszeiten der Neurologie usw. zu geben. Sie vermischt gekonnt eine fiktive Handlung mit historischen Figuren. Sehr ambitioniert aber auch sehr gut gemacht. Hätte man die Story gestrafft und das Ende geändert wäre es ein wahnsinnig gutes Buch geworden. Denn das Vera Buck schreiben kann, ist auf fast jeder Seite zu erkennen. 
    Für wen ist also dieses Buch geeignet? Ich würde sagen für alle die es thematisch interessiert. Es ist düster, atmosphärisch und bieten ein unverschämt gutes Setting. Das Ende und die zwischenzeitlichen Längen sind ja sehr subjektive Eindrücke. Gebt dem Buch eine Chance und bildet euch eure eigene Meinung! 

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    cvcoconuts avatar
    cvcoconutvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: teils viele medizinische Ausdrücke, aber ein interessantes Thema
    Geschichte der Nervenkrankheiten

    Das Buch handelt von einer französischen Nervenheilanstalt in den 1880er Jahren. Der Langzeitstudent Jori will endlich seine Doktorarbeit in Angriff nehmen und hat sich dafür ausgerechnet das kleine Mädchen Runa ausgesucht, die auf jede Art einfach anders und unheimlich ist.

    Ich muss ehrlich zugeben, ich wollte das Buch gerne lesen, weil ich auf der einen Seite die Geschichte der Medizin erstaunlich finde, aber auf der anderen Seite auch erschreckend, wie die Anfänge waren. Vieles von dem kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

    Ich hatte einige kleine Probleme, in die Geschichte rein zu kommen. Es zeigt zwei Erzählstränge, einmal den Studenten Jori und dann den ehemaligen Ermittler Leqoc. Beides scheint anfangs nicht zusammen zu passen, doch die Verbindungen knüpfen sich langsam während dem Fortlauf.

    Dann gab es sehr viele medizinische Fachbegriffe, was es teils ein bisschen schwer gemacht hat. Auch nach bestimmten Behandlungsmethoden und dem entsprechenden Equipment musste ich erstmal googeln, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Die Autorin versucht dass wirklich gut zu erklären und rüber zu bringen, aber bei manchen Dingen braucht man einfach auch mal ein Bild dazu.

    Trotz allem war ich teilweise schockiert, mit welch brutalen Mitteln hier versucht wurde, die Frauen zu heilen, zumal die Doktoren von ihrer Behandlung sehr überzeugt waren.

    Positiv fand ich die Entwicklung von Jori, er hat immer mehr Bezug zu Runa gefunden und beginnt bestimmte Behandlungen in Frage zu stellen.

    Ein sehr interessanter Roman, der ein bisschen in die Geschichte der Medizin blicken lässt, aber auch froh macht, dass es heutzutage so fortgeschritten ist.

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    Karin_Zahls avatar
    Karin_Zahlvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr interessant geschrieben.Emotional Aufwühlend.
    Der Körperöffner !

    Vera Buck Runa Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben." Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis … Aufgeteilt ist das Buch in sechs Kapitel. Wir treffen hier auf den Professor Charcots der seinen Studenten der Medizin, die Leiden seiner kranken Patientinnen vorführt. In diesem Falle sind es oft die hilflosen, die an einer Nervenkrankheit, hysterischen Anfällen oder sonstigen Gebrechen leiden. Zu den Studenten zählen Jori und auch Paul, die sich bereits seit der Kindheit kennen.Paul studiert in seiner Heimatstadt in der Schweiz.Während Juri hier in Paris studiert und Paul ihn hier besucht. Für mich als Leser, gruselt es mich bereits, beim erwähnen der damaligen Instrumente und der Behandlungsmethoden . Entsetzen breitet sich aus. Barbarisch die Vorführung dieser kranken Personen.Ich leide jetzt schon mit.Zwischendurch musste ich öfter mal eine kleine Pause einlegen,um mich zu erholen,schon emotional. Ehrlich gesagt, einfach nur widerlich und pervers, wie mit diesen kranken Menschen ,die sich nicht wehren können ,umgegangen wurde. Paul widerstrebt das ganze. Dann gibt es noch die Protagonistin Pauline, Pauls Schwester. Jori hat sie ebenfalls in frühester Kindheit kennen gelernt. Pauline leidet ebenfalls unter einer angeblichen Krankheit, zumindest in dieser Zeit. Heute würde man darüber den Kopf schütteln. Unterschiedliche Erzählstränge, viele Protagonisten. Sehr komplex gestaltet, man muss sich schon Zeit nehmen. Nichts für zwischendurch. Desweiteren treffen wir auf die Protagonisten Frederic und seine Schwester Isabelle.Noch zu erwähnen wäre ein früherer Polizist. Sehr viele Charaktere.Die kann ich nicht alle aufzählen. Natürlich treffen wir hier auch wie auf dem Cover erwähnt ist, auf das Mädchen Runa.Auf sie war ich sehr gespannt. Was ist denn mit der Moral? Alles im Sinne der Wissenschaft. Hier ist ein spannendes Erstlingswerk gelungen.Vom Klappentext angesprochen,machte ich mich über dieses Buch her.Der Anfang startete gleich emotional. Dann zog es sich etwas,dann kam der Knalleffekt.Von da an konnte ich mich nicht mehr zurück halten.Auch wenn es einige Abschnitte gab, die etwas weniger ausgeschmückt hätten werden können,fesselt es. Das Ende bereitet wieder Überraschungen. Super recherchiert,glaubhafter Plot.Beeindruckende Charaktere.Unbedingt weiter lesen,auch wenn der Anfang etwas zögerlich zu lesen ist.Darum vier wohlverdiente ⭐️⭐️⭐️⭐️.

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    Ellaa_s avatar
    Ellaa_vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut recherchiert und eine ganz tolle, beeindruckende Geschichte. 📚 leider hin- und wieder sehr langatmig. 3,8 ☆
    Lass dich entführen.. in die Pariser Psychatrieklinik! 📚

    Inhaltsangabe: 
    Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines
     Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten
     Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …

    Meine Meinung: 
    Ich war so glücklich, eines meiner Subleichen mit diesem Buch gelesen zu haben. 
    Aber ehrlich gesagt auch ziemlich sauer auf mich selbst, nicht schon längst fertig gewesen zu sein. Denn die Thematik Psychatrie ist eines meiner persönlichen Lieblingsthemen. Und wird auch in diesem Buch aufgegriffen. 

    Cover: Für mich ist das Cover ziemlich düster- lauter Blasen/Pfützen sind auf dem Cover zu sehen. Und in einer zeigt sich ein kleines Mädchen, das mit Sicherheit Runa darstellen soll. Gänsehaut und eine kreative Covergestaltung. Es ist sehr schlicht auch mit den gräulichen unauffälligen Farben, eher unscheinbar. Von der Bewertung her, ist es eher solide. 

    Schreibstil: Das Buch Runa hat sich für mich anfangs etwas geschleppt, an den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach einer gewissen Einlesezeit, fand ich ihn recht Gut. 
    Die Spannung kommt erst nach ungefähr der Hälfte des Buches richtig an. Vobei mir aber besonders die Erzählweise und die Sichtwechsel sehr gefielen. Nach und nach wird alles aufgeklärt, aber so richtig erst am Schluss. Also immer schön dranbleiben. 

    Kapitel: Was ich sehr kritisieren muss ist die regelmäßige Langatmigkeit die sich ab und an und vor allem am Anfang einschleicht.. da hatte ich kurzzeitig ein wenig mit zu tun. Da hätte man so einiges weglassen können.. sehr schade! 


    Jedes Kapitel baut aufeinander auf- und wir kommen der Endauflösung immer näher, sehr spannender Aufbau. 
    Alles fängt mit Vorlesungen eines Charcot an. Die mich echt sauer gemacht haben- junge Frauen, angeschnallt an einem Bett, bloßgestellt in ihren "Krankheiten", absolut erniedrigend! 


    Das Ende erschütternd und faszinierend zugleich. Kleine Kinder wurden auf grausame Weise geraubt und an ihnen experimentiert. Und das meist nicht lange.. 
    Nebenbei ist ein selbsternannter Dieb und Krimineller Runa auf der Spur. Er entdeckt ihre Opfer, knüpft zusammenhänge und ist an der Sache verbissen dran. Genau wie Jori. 


    Die Bevölkerung wird jedoch langsam unruhig- und dann eskaliert das Ganze.. 

    Idee: Die Idee ist grandios! 
    Die kleine Runa in den Vordergrund zu stellen sehr Gut. 
    Denn nicht nur die Psychatrie wird auf die Kleine aufmerksam. Sie ist ein geflüchtetes Versuchsobjekt und hinterlässt eine Spur von Zeichen und verschlüsselten Botschaften. Und Tote. 
    Nach und nach wird klar was im Hintergund der Psychatrie grausames abläuft. Sehr krasse Auflösung. 

    Charaktere: Runa die Hauptprotagonistin ist ein unglaubliches, junges Mädchen die einem rückwirkend einfach nur leid tun kann- warum müsst ihr selbst lesen- denn ihre gesamte Existenz besteht nur aus Schmerzen und einer Kindheit die eigentlich keine ist- sie nimmt uns mit in eine Welt, die damals erschreckende Realität war und heute unvorstellbar ist. Furchtbares leid und eine düstere Stimmung begleiten uns. 

    Jori der zweite Hauptprotagonist ist Student und angehender Arzt der langsam hinter die Hölle hinter den Mauern kommt.. er wurde mir zum Schluss sogar richtig sympatisch- denn er sieht mit einem Mal das leiden der Patientinnen. Toll beschrieben und eine wahnsinnig tolle Entwicklung. 

    Alle Nebencharaktere wurden ebenfalls ausdrucksstark wiedergegeben. 
    Manche sind neben den Hauptprotagonisten sehr bedeutend für die Geschichte und die gesamte Aufklärung. Eigentlich kann man sich über jeden ein genaues Bild verschaffen. 

    Mein Fazit: Alles in einem kann ich dieses Buch aber wärmstens empfehlen! Eine tolle Geschichte, die ohne ein Blatt vor den Mund aufgreift, was damals so harte, grausame Realität war. 3,8 Sterne und leider viel zu viel verschenktes Potential! 

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    papaverorossos avatar
    papaverorossovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Über Experimente mit psychisch kranken Menschen und einen Arzt, der eine kleine, sehr gruselige Patientin anfängt zu mögen.
    Das Grauen der Psychiatrie

    Es fällt mir schwer, diesem Buch eine Bewertung zu geben. Wenn es Zwischensterne gäbe, würde ich 3,5 vergeben. Ich runde auf 4, um die Arbeit der Autorin zu honorieren.


    Ich wollte unbedingt Runa lesen, weil ich Psychologin bin und mich seit Jahren mit dem Thema der geistigen Krankheiten beschäftige. Über die Anfänge der Psychiatrie weiß ich jedoch noch zu wenig. Die Psychiatrie ist, verglichen zu anderen Zweigen, ein Baby der Medizinwissenschaften. Die Theorie der Ärzte, die die Psychiatrie gegründet haben, ähneln in manchen Fällen eher der Alchemie als einer Wissenschaft. Bis vor weniger Jahrzehnten hat man geistig Kranke oft nicht als vollwertige Menschen, sondern viel eher als minderwertige Objekte gesehen, ohne Rechte und ohne Willen. Ich arbeite derzeit in einer Psychiatrie und ältere Mitarbeiterinnen und Patientinnen erzählen mir, dass diese vor 50 Jahren noch ein sehr gruseliger Ort war. Ich bin froh, heute in einem Ort arbeiten zu können, in denen Menschen wie Menschen behandelt werden und auf eine echte Heilung hoffen können.


    Der Lektüre von Runa verdanke ich sehr interessantes Wissen über einige Ansätze und Theorien von damals. Auch über die Art und Weise, in der man wahrscheinlich mit Patientinnen oft umgegangen ist. Das Buch wirft ein sehr düsteres Licht auf das Thema „Psychiatrie“. Nun, wahrscheinlich weil Psychiatrien damals auch ziemlich gruselige Orten waren.


    Die Story an sich hat mich am Anfang nicht sehr überzeugt. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass Morbides etwas übertrieben dargestellt wird, um den Leser zu schockieren. Mit dem Protagonisten (Jori) konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Trotzdem nimmt die Geschichte im Laufe des Buches an Spannung zu, so dass sie mich gegen Mitte richtig gepackt hat. Das Ende fand ich ganz in Ordnung, abgerundet, wenn auch etwas schnell. Verwirrend fand ich die literarischen Andeutungen – Einer der Protagonisten soll plötzlich auch ein Verrückter sein, der die Persönlichkeit einer Person aus einem Buch (von dem ich leider noch nie was gehört habe) übernommen hat? Das war mit etwas zu viel.


    Alles in allem wird Runa jedoch eine der gruseligsten Proragonistinnen, die ich jemals lieb gewonnen habe.

    Kommentare: 3
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    Tintenbluetes avatar
    Tintenbluetevor einem Jahr
    Ganz anders als erwartet

    „Runa“ ist ein Buch, das lange Zeit auf meiner Wunschliste stand. Der Klappentext verspricht eine dunkle und spannende Geschichte rund um ein kleines Mädchen namens Runa. Schon auf den ersten Seiten begann ich allerdings zu ahnen, dass Runa anders wie man aufgrund des Titels und des Klappentextes meinen könnte, nicht die Protagonistin der Geschichte ist – im Gegenteil: Sie erscheint erst im späteren Verlauf der Geschichte auf der Bildfläche.

    Im Mittelpunkt von „Runa“ steht der Medizinstudent Jori Hell, der an der Salpêtrière-Klinik seinen Doktor machen möchte, um dann seiner kranken Freundin Pauline helfen zu können. Jori war mir zwar nicht durchgehend sympathisch, trotzdem hat es dir Autorin aber irgendwie geschafft, dass ich mit ihm mitfiebere. Was er alles auf sich nimmt, um Pauline zu helfen, ist beachtenswert, allerdings verliert er dabei oft das Wesentliche aus den Augen und geht zeitweise mit Scheuklappen durch die Welt, was mich ziemlich an ihm gestört hat. Andererseits ist Jori aber auch ein Charakter mit Entwicklungspotenzial, was die Autorin auch definitiv ausnutzt.

    Die Geschichte wird zwischendurch allerdings immer wieder auch aus anderen Perspektiven erzählt – unter anderem aus der eines ehemaligen Polizisten, der sich mittlerweile selbst zum Verbrecher ernannt hat, oder auch aus der eines Jungen, der den größten Teil seiner Zeit damit verbringt, seine Leidenschaft für die Poesie vor seinem Vater zu verbergen. Der Wechsel der Perspektiven hat mich zu Beginn des Buches ziemlich verwirrt, was dann aber im Laufe der Geschichte deutlich besser wurde, als ich die einzelnen Perspektiven zuordnen konnte.

    Besonders beeindruckt hat mich an dem Buch, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht und die Autorin sehr viel Recherchearbeit geleistet hat. So wurden im neunzehnten Jahrhundert in der französischen Salpêtrière-Klinik unter der Leitung von Dr. Charcot tatsächlich Frauen mit Hysterie behandelt. Der Einblick in die Behandlungsmethoden und den Klinikalltag ist dabei so interessant wie erschreckend. Ich hatte vor dem Lesen dieses Buches überhaupt gar kein Hintergrundwissen über die ganze Thematik und empfinde das Buch schon alleine deshalb als eine Bereicherung.

    Kritisieren muss ich, dass sich die Geschichte für mich ungemein in die Länge gezogen hat. Durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven erhält man natürlich einen umfassenden Blick auf das Geschehen, jedoch ist die Geschichte für meinen Geschmack einfach nicht dicht genug erzählt. Zwischendrin kommt es immer wieder zu Längen, die für einen deutlichen Abfall der Spannung sorgen. Einige Seiten weniger hätten der Geschichte in diesem Hinblick sicher nicht geschadet. 

    Gut gefallen hat mir die Entwicklung der Storyline. Die verschiedenen Sichtweisen sind meiner Meinung nach mit einzelnen Puzzleteilen vergleichbar, die zusammen nach und nach ein Gesamtbild ergeben. Vera Buck ist es gelungen, die einzelnen Perspektiven auf geschickte Art und Weise miteinander zu verknüpfen, sodass alle gemeinsam schließlich zum Höhepunkt der Geschichte führen.

    Das Ende des Buches war definitiv der spannendste Teil der Geschichte, jedoch auch der unausgereifteste. Während die Autorin im restlichen Teil des Buches nicht vor Längen zurückschreckt, wirkt es so, als wäre für das Ende nicht mehr genug Platz übrig gewesen. Insgesamt bleiben einfach viel zu viele Fragen offen. Besonders über Runas Vergangenheit, aber auch über ihre gegenwärtige Situation hätte ich mir noch viel mehr Informationen gewünscht. Generell bleibt sie im Laufe der Geschichte relativ blass und ungreifbar, was ich sehr schade finde, da der Titel des Buches etwas andere erwarten lässt.

    Fazit

    Vera Buck hat mit „Runa“ einen aufwendig recherchierten Roman geschrieben, der dem Leser jede Menge Wissen über die Behandlung von sogenannten „Hysterikerinnen“ hinter den Mauern der französischen Salpêtrière-Klinik im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert liefert. Die Geschichte rund um das kleine Mädchen Runa beinhaltet jede Menge Spannung, steht jedoch, anders als der Titel des Buches vermuten lässt, leider nicht im Mittelpunkt des Romans. Meine beiden größten Kritikpunkt beziehen sich auf die Längen innerhalb der Geschichte, die einen wirklichen Spannungsaufbau leider immer wieder verhindert haben, und auf das für mich unbefriedigende Ende. Begeistern konnte mich hingegen, wie geschickt die Autorin die einzelnen Perspektiven miteinander verwoben hat, wodurch die Storyline besonders zum Ende hin sehr interessant wurde.

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor einem Jahr
    You see I cannot be forsaken Because I'm not the only one

    Der berühmte Pathologe und Neurologe Jean-Martin Charcot hält jeden Dienstag eine Vorlesung für Studenten am Hôpital de la Salpêtriére, bei der er hysterische und nervenkranke Frauen publikumswirksam hypnotisiert und vorführt. Eine sehr fortschrittliche Praxis Ende des 19. Jhd. Unter seinen Studenten ist auch der junge Mediziner Jori Hell. Er ist an die renommierte Einrichtung gekommen, um seinen Doktortitel zu erwerben und seiner Freundin daheim zu helfen, die seit Jahren in einem Sanatorium nach dem anderen behandelt wird. Als das völlig verstörte Kind Runa eingeliefert wird, sieht er seine Chance sich Charcot anzubieten. Er will durch eine Operation die Geisteskrankheit des Mädchens beheben. Schon laufen Wetten, ob diese das überhaupt überlebt. Dann kommt es aber anders. Durch Runa wird Jori gewahr mit welcher Verachtung die geisteskranken Frauen in der Salpêtiére behandelt werden und das sie nichts weiter sind als menschliche Versuchskaninchen, um zweifelhafte Versuchsanordnungen zu erproben.

    Ich kann nicht sagen, dass „Runa“ mir vom Schreibstil missfallen hat, noch dass der Plot zu weit hergeholt war, aber es hat mich fast ein Jahr gekostet dieses Buch zu Ende zu lesen. Der Anfang war vielversprechend wenn auch etwas langatmig. Ab der Hälfte aber verließ mich die Lust. Ich hatte schon immer ein Faible für Medizingeschichte und so war ich fasziniert von dem Setting einer angesehenen Nervenheilanstalt 1884 in Paris. Gibt es einen schauerlicheren Ort als ein solches Sanatorium, und Ärzte die ihrem Forscherdrang nachgeben und meinen durch plumpes Herumstochern im Hirn, Nervenleiden zu heilen? Wohl kaum. Was mich den Faden verlieren ließ war der Erzählperspektivwechsel, vom beobachtenden Erzähler hin zum Ich-Erzähler. Mir ist noch immer nicht klar, wie der Chorknabe in diese ganze Geschichte hineinspielt. Ich hätte es auch nicht gebraucht das ein Polizist der seiner Physiognomie nach ein Verbrecher sein will, einen Mordfall löst, der irgendwie mit der geheimnisvollen Patientin Runa in Verbindung steht. Dieser ganze Nebenhandlungsstrang war für mich überflüssig und ließ mich den Faden verlieren. Ich wäre glücklich gewesen, wenn ich nur Jori hätte folgen können, wie er die unmenschlichen Versuche von Luys aufklärt. Der ganze Übersinnliche, Transzendentale Teil der Handlung war überflüssig. Zumal der Polizist eigentlich eine Romanfigur war, laut Aussagen des Chorknaben. Wäre dies nicht wäre es ein toller historischer Roman gewesen, der sich eines Themas annimmt, das in Vergessenheit geraten ist. So aber quälte ich mich durch neue handelnde Personen, durch verwirrende Handlungsstränge und unglückliche Verkettungen.

    Erschreckt hat mich, dass damals schon so ein großer Konkurrenzdruck unter den Ärzten herrschte sich einen Namen zu machen durch eine Entdeckung oder Heilerfolge. Heute ist das noch immer so, vielleicht wiederholt sich Geschichte und in 100 Jahren werden Mediziner über unsere grobschlächtigen Versuche Krankheiten zu heilen, die Köpfe schütteln. Ich für meinen Teil fand nur das halbe Buch gut, die andere Hälfte hätte man getrost weglassen können.

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Krimi, der gekonnt authentische Zeitgeschichte mit einer gehörigen Portion Gruselgeschichte vereint
    Folge Runa in die Abgründe der Pariser Nervenheilanstalt

    Dieses Buch hat mich überaus positiv überrascht und gleichzeitig völlig schockiert. Ich hatte ja keine Ahnung, welche Zustände zum Ende des 19. Jahrhunderts in Nervenheilanstalten herrschten. Die Insassen dienten vornehmlich als lebendige Versuchspersonen. Einige der wichtigsten neurologischen und psychologischen Erkenntnisse beruhen auf barbarischen Experimenten und Praktiken, die den Patienten keine Aussicht auf Heilung, sondern auf ein lebenslanges Martyrium bescherten. Allein diese Erkenntnis machte mich beim Lesen völlig fassungslos.

    Wir befinden uns also in Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts, genau genommen in der Salpêtrière, eine der damals wichtigsten Nervenheilanstalten Europas. Der junge Arzt Juri Hell vergöttert nahezu den dort leitenden Dr. Charcot, der in seinen stadtbekannten Abendvorlesungen an Hysterie erkrankte Frauen vor vollbesetztem Saal vorführt und „behandelt“. Doch dann wird Runa aufgenommen. Ein kleines Mädchen, völlig apathisch und scheinbar wahnsinnig, stellt die ganze Klinik vor ein Rätsel. Und Jori setzt es sich zur Aufgabe, ihr zu helfen, wobei er nach und nach eine erschreckende Wahrheit ans Licht bringt.

    Vera Buck gelingt in ihrem Krimidebüt eine grauenhafte, aber absolut authentische Schilderung der zeitgeschichtlichen Umstände. Viele Fakten und Personen kann der neugierige Leser problemlos selbst nachrecherchieren, was das Leiden der Patienten und die Vorgehensweise der Ärzte noch schlimmer macht. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, die alle zur Aufdeckung des Geheimnisses um Runa beitragen. Lange weiß der Leser nicht, was es mit dem mysteriösen Ich-Erzähler auf sich hat und wie er in die Geschehnisse passt, sodass er bis zum Ende rätseln wird. Spannend, packend und ebenso erschütternd nimmt die Autorin uns mit in die Abgründe der ärztlichen Praxis. Und mehr als einmal lief mir ein kalter Schauer den Rücken herunter, weil die unheimliche Stimmung des Buches ganz hervorragend umgesetzt ist und völlig in ihren Bann zieht.

    Fazit: Allein die kleineren Längen sowie die ein oder andere Nebenhandlung vermag den absolut positiven Eindruck etwas schmälern. Alles in Allem hat mich dieses Buch aber völlig gefesselt und noch dazu angeregt, mich näher mit der Thematik zu beschäftigen - wer weiß schon, dass die Bezeichnung Hysterie vom griechischen Wort für Gebärmutter abgeleitet ist. Ein beeindruckendes Debüt!

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