Vera F Birkenbihl Stroh im Kopf?

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Inhaltsangabe zu „Stroh im Kopf?“ von Vera F Birkenbihl

Sie weiß zumindest, warum da Stroh liegt. Aber das ist leider auch schon alles…

— bibliophilist1985
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  • Rezension zu "Stroh im Kopf?" von Vera F Birkenbihl

    Stroh im Kopf?

    bibliophilist1985

    02. November 2014 um 21:31

    Allein der Einband und Klappentext dieses Werks spricht für sich. Im negativen Sinn. Selbstbeweihräucherung bereits vor der ersten Seite mit Hinweis auf die eigene Kompetenz und Bekanntheit kann im Falle vorhandener Fähigkeiten durchaus berechtigt, wenn auch ein Zeichen beträchtlicher Arroganz, sein. Wenn man sich allerdings erdreistet jahrhundertealte, etablierte Lehrmethoden als eigene Ideen mit ominösen Bezeichnungen und Copyright versehen unters Volk bringen zu wollen, ist der Gipfel der Toleranz eindeutig überstiegen worden. Selten ist ein mit solchen Mengen nicht einmal subtiler Schleichwerbung, sondern mit permanenter Darbietung anderer Angebote, Seminare und Bücher des Verfassers gespickter Text erschienen. Es zeigen sich beinahe schon Parallelen zum Privatfernsehen, wo nach 15 bis 20 Minuten Werbung geschaltet wird. In diesem Fall wandern alle gefühlten 10 bis 15 Seiten Hinweise auf andere geistige Ergüsse und Produkte der eingetragenen Marke Birkenbihl vor das Auge des zwangsbeglückten Lesers. Und ja, man soll viel selbst schreiben, zeichnen und illustrieren, um Gelerntes besser verinnerlichen zu können. Aber in solcher Form nicht als Lehrender vor Schülern! Vor allem keine unübersichtlichen, wirren Illustrationen, die nicht einmal mit einem Bildbearbeitungs- oder Mindmapprogramm erstellt, sondern schlicht als handschriftliches, wüstes Gemurks in das Buch übernommen wurden. In Kombination mit befremdlichen Eigenwortkreationen und willkürlich wechselnden Schriftarten und Schriftgrößen kann man förmlich fühlen, wie die Dioptrien steigen oder Kurzsichtigkeit und Kopfweh Vorschub geleistet wird. Der gutgemeinte Versuch, Kreativität und Eigeninitiative beim Lernen zu wecken, scheitert zu guten Teilen auch an dieser stümperhaften und unzumutbaren Umsetzung, die hart an der Unlesbarkeit vorbeischrammt. Der Kontrast zu anderer autodidaktischer Literatur fällt extrem aus. Wo andere Bücher mit Struktur, Übersichtlichkeit und im besten Fall neuen, eigenen Ideen Punkten, lässt es dieses Werk in sämtlichen Belangen schleifen. Man kann nach den angekündigten Übungen für logisches denken lange suchen, da größtenteils bekannte Memotechniken und kreative Übungen gezeigt werden, die mit dem propagierten Inhalt aber in keinerlei Zusammenhang stehen, da zwischen reinem Hirn- und Gedächtnistraining ein Unterschied besteht. Um sich vorab ein Bild machen zu können, sind die You-Tube Videos von Frau Birkenbihl sehr empfehlenswert, auf denen das vermutlich 1 zu 1 in Bücher übernommene, wirre Gekrakel in Bewegung zu bewundern ist. Es mag schon sein, dass die einen oder anderen wissbegierigen Seminarteilnehmer mit den Inhalten und der unkonventionellen Präsentationstechnik etwas anfangen und daraus einen Nutzen ziehen können. Nur rechtfertigt das in keiner Weise eine so unverhohlen zur Schau gestellte Selbstvermarktung, bei der ein großer Teil der Leser und Zuhörer aufgrund der Unnachvollziehbarkeit und auf die Spitze getriebene Umgestaltung und Verwurstung bekannter Lernmethoden keinen wirklichen Nutzen daraus ziehen kann. Besonders bei bisher nicht mit eigeninitiativer Lernbegeisterung gesegneten Anfängern, die unglücklicherweise zu solch fadenscheiniger Literatur greifen, um ihre didaktische Jungfräulichkeit zu verlieren und sich dann angewidert und im schlimmsten Fall für lange Zeit vom Bildungswilligen zum Bildungverweigerer wandeln, können solche Pamphlete verheerend sein.. Das ist das am schwersten wiegende Argument gegen derartige, leider sehr erfolgreiche Versuche mit schlechter Qualität und geringem eigenen Aufwand großen Profit auf Kosten des Vertrauens der Leser zu machen. Und im extremsten Fall die Motivation zum lebenslangen, motivierten Lernen zu ersticken, bevor sie entdeckt wurde.

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  • Rezension zu "Stroh im Kopf?" von Vera F Birkenbihl

    Stroh im Kopf?

    Alina*

    14. May 2010 um 12:53

    In ihrem Werk „Stroh im Kopf?“ stellt Vera F. Birkenbihl einige Methoden vor, um Lernstoff „gehirn-gerecht“ (ihre eigene Wortschöpfung) aufzubereiten. Mit Lernstoff ist hierbei sowohl der „klassische“ (wie in Schule oder Studium) gemeint, als auch lebenslanges Lernen etc. Das erste Mal habe ich dieses Buch im Regal meines Vaters entdeckt und damit geliebäugelt: Es sah wirklich vielversprechend aus, interessant, informativ. Zu der Zeit hatte ich aber gerade genug Lesestoff, also ist das in Vergessenheit geraten. Vor kurzem habe ich in einem anderen Buch einen Verweis auf „Stroh im Kopf“ entdeckt, also habe ich es mir dann von meinem Vater ausgeliehen. Auf die Frage, wie es ihm gefallen hat, meinte er nur: „War nicht so mein Fall.“ Ich dachte mir: „Macht nix, ich finde es bestimmt prima.“ Aber tatsächlich wurden meine hohen Erwartungen sehr enttäuscht. Einige dort vorgestellte Ideen sind (an sich!) wirklich ganz interessant, aber bei meinem Lernstoff helfen sie mir nicht weiter. Bei vielem, was sie beschreibt, bleibt Birkenbihl für mich zu oberflächlich, nicht konkret genug. Ich habe keine Ahnung, wie die praktische Umsetzung aussehen soll. Was mich zudem sehr genervt hat, war die ständige, alle paar Sätze wieder auftauchende Bemerkung, dass das ja alles ihre „Erfindung“ sei, (überspitzt gesagt) alles sei ihrs, andere hätten sie nur imitiert, bla bla, etc. Sicherlich ist es heutzutage notwendig, auf seinem geistigen Eigentum zu bestehen, aber das ist ein wenig zu viel des Guten. Jeder von ihr gebrauchte Begriff hat ein Copyright, das geht von „Analograffiti“© über die „Kategorien-Torte“© bis hin zur „Birkenbihl-Methode“© .... Das habe ich z.T. schon fast als hinderlich für den Lesefluss empfunden! Und auch sonst hat Birkenbihl eine recht arrogante Art zu schreiben, wie ich finde (alles nur mein persönlicher Eindruck!), an manchen Stellen habe ich mich laut aufgeregt, das ist mir vorher noch bei keinem Buch passiert! Wie schon erwähnt, einige Ideen finde ich im Ansatz gut, aber insgesamt konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen. Sicherlich muss das hier jeder selbst herausfinden, ob ihm das liegt oder nicht, aber ich kann mich da nur meinem Vater anschließen: Nicht so mein Fall.

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