Vera Friedländer Die Kinder von La Hille

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Inhaltsangabe zu „Die Kinder von La Hille“ von Vera Friedländer

Eine Kinderrepublik als rettende Insel §§Fast 100 jüdische Kinder aus Deutschland und Österreich ziehen mit ihren jungen Betreuern aus dem besetzten Belgien nach Südfrankreich. Am Fuß der Pyrenäen finden sie Zuflucht im verlassenen Schloß La Hille. Dank der Unterstützung von Bauern, Schweizer Lehrern und Rot-Kreuz-Mitarbeitern können die meisten überleben. §Vera Friedländer schildert ergreifende Schicksale anhand von Berichten, Briefen, Fotos und Zeichnungen. Eine Geschichte von schmerzlichen Trennungen, trotzigem Widerstand, fröhlichen Spielen und Mut.§

Wunderschön, melancholisch, traurig und doch so lebensfroh. Ein Buch, das zeigt, wofür es sich zu leben lohnt.

— MyriamErich

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    Die Kinder von La Hille

    MyriamErich

    29. April 2016 um 13:51

    Vom Leben unter dem Vichy-Regime schreibt er, von einem Leben in Fesseln und doch in Freiheit, von Leid und Schmerz, von einem Leben zwischen Trauer und Frohsinn, Hoffnung und Angst, Wagemut und Resignation. Eindrucksvoll beschreibt der junge Steiger sein Leben in Südfrankreich, wo er, zusammen mit Mitarbeitern das Roten Kreuzes, unter Einsatz seines Lebens Kinder betreut und sie vor ihrem Schicksal bewahrt: der Deportation in die berüchtigten deutschen Konzentrationslager. Die Stimmung in dem Buch ändert sich mit jedem Kapitel. Von Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt erfährt der Leser diese wunderbare Geschichte mit einer rein emotionalen Achterbahn. Der Autor bringt den Leser zum Schmunzeln, wenn er etwa von den allabendlich stattfindenden Untersuchungen der Kinder berichtet oder etwa von dem Versuch, das Klassenzimmer im Winter auf eine erträgliche Temperatur zu heizen. Was das Buch so besonders macht: Es handelt sich hierbei keineswegs um eine erfundene Geschichte. Vielmehr ist es ein lebendiger Zeitzeugenbericht, der dem Leser die damaligen Ereignisse schildert und ihm die bedrückenden und verstörenden Tatsachen ohne Fantasie vor Augen führt. Man lacht, wenn Francois mal wieder nicht richtig mitsingt, man erfreut sich an der Ausgelassenheit der Kinder, genießt die beschriebenen sommerlichen Ausflüge und amüsiert sich über Onze und Co. Wie ein Märchen erscheint es und doch wird der Leser nicht allzu selten mit der Wahrheit konfrontiert. Wie der Glockenschlag bei Cinderella, so hallt auch die Realität duster durch den Fröhlichkeit und bricht in das Märchen ein. Das Schloss wird plötzlich zu einem dunklen Gefängnis, das die Kinder vor einem noch dunkleren Schicksal bewahrt. Die Mitarbeiter, die sich doch so sehr um das Wohl "ihrer" Kinder bemühen, werden zu hilflosen Menschen, denen hin und wieder die Hände gebunden sind und die eine große Last auf ihren Schultern tragen, während die fröhlichen keinen Könige und Prinzessinnen, die das Schloss bevölkern, zu einer bedrohten Art werden. So erlebt der Leser nicht selten einen emotionalen Schlag, wenn eins der Kinder bei einem Fluchtversuch geradewegs in die Arme der Deutschen läuft. Besonders die beigefügten Tagebucheinträge und Briefe einiger Kinder verleihen dem Ganzen eine besondere Authentizität. Fazit: Ein durchweg wunderbares Buch, authentisch, emotional und wahr. Für alle, die sich für Geschichte und Zeitgeschehen interessieren.

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