Vera Kissel Was die Welle nahm

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Inhaltsangabe zu „Was die Welle nahm“ von Vera Kissel

Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. Themen wie Trauer, Verlust und die Tsunami-Katastrophe von 2004 werden in diesem Buch literarisch anspruchsvoll umgesetzt, das für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2012 nominiert wurde.

Berührend und aufrüttelnd.

— Cathy28
Cathy28

Ein sehr empfehlenswertes Jugendbuch und ein Plädoyer für Offenheit und Toleranz, das auch Eltern lesen sollten.

— Igelmanu66
Igelmanu66

Authentischer und emotionaler Roman über Trauer, Verlust und Liebe

— sweetpiglet
sweetpiglet

Ein bewegendes Buch, das nachdenklich macht

— Curin
Curin

sehr emotionaler Jugend- und Erwachsenenroman

— esposa1969
esposa1969

Ein fantastisches Jugendbuch über einen Jungen, der nie ganz um seinen verstorbenen Vater trauern konnte.

— milkshakee
milkshakee

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  • Was die Welle nahm

    Was die Welle nahm
    LimitLess

    LimitLess

    Ich finde es äußerst spannend, dass der gewaltige Tsunami von 2004 in einem Buch verarbeitet wurde. So kann die Katastrophe von damals nicht in Vergessenheit geraten. Das war auch der Grund warum ich das Buch unbedingt lesen wollte. In dem Buch Was die Welle nahm geht es aber weniger um die Welle an sich, sondern mehr um eine kaputte Familie, die kurz davor ist ganz zu zerbrechen und einen Sohn, der versucht die Wahrheit über die Vergangenheit herauszufinden und seine Familie zu retten. Ich fands etwas schade, dass die Welle eher eine Nebenrolle gespielt hat, auch wenn sie auf jeder Seite präsent war. Vielleicht hab ich mir da auch etwas anderes erwartet, mehr Fakten, mehr Berichte. Das, was durch die Geschichte vermittelt wird, fand ich aber sehr schön. Themen wie Akteptanz, Freundschaft, Vertrauen und Ehrlichkeit stehen im Mittelpunkt dieser ungewöhnlichen Geschichte. Ziemlich schwer hab ich mir mit dem Schreibstil getan. Er ist sehr ungewöhnlich und ich hab mich zwar daran gewöhnt, mit der Zeit, so gut gefallen hat er mir aber bis zum Schluss hin nicht. Lukas' Gedankenwelt wird sozusagen eins zu eins übertragen. Oft nur ein-Wort-Sätze, wie Gedanken eben manchmal funktionieren, aber mir hat da irgendwas gefehlt. Die Gefühle sind durch diese kurzen, oft wirren Sätze bei mir nicht richtig angekommen. Ich hab mich mit Lukas nicht so verbunden gefühlt, wie ich es mir beim Hauptcharakter in einem Buch eigentlich erhoffe. Auf der anderen Seite fand ich es schön, wie mit der Sprache gespielt wird. Unddann, und dann. Zu den Charakteren konnte ich, wie schon gesagt, keine so tolle Verbindung aufbauen. Lukas mit seinen Gedanken, blieb mir sehr fremd und ich fand ihn für einen 14-jährigen nicht ganz authentisch. Die Nebencharaktere waren mir dann doch fast sympathischer als Lukas, außgenommen seiner Mutter natürlich, die ich nie verstehen konnte, wie sie so handeln konnte. Ich fand es auch etwas unlogisch, warum eine Mutter ihren 14-jährigen Sohn alleine Zuhause lässt, wenn sie selbst in Urlaub fährt. Ein, zwei andere Sachen hatte ich auch nicht ganz verstanden, von der Logik her, da hab ich aber glaub ich nur um zu viele Ecken gedacht. Das Ende war etwas zu viel Friede Freude Eierkuchen für meinen Geschmack, was natürlich auch ok sein kann, aber es war mir etwas zu harmonisch, nach allem, was die Familie durchgemacht hat. Fazit Ein  sehr ungewöhnliches Buch, mit einem Schreibstil, den man entweder liebt oder eben nicht mag, und Charakteren, die mir die ganze Zeit über fremd geblieben sind, auf der anderen Seite aber auch sympathisch waren. Da ich Geschichten mit tollen Beschreibungen liebe, haben die kurzen Sätze aus der Gedankenwelt von Lukas, nicht so meinen Geschmack getroffen.

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    • 3
  • Der Tote, über den man nicht sprechen darf

    Was die Welle nahm
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    „Erwischst mich nicht. Erwischst mich nicht. Erwischst mich nicht. Jedes Mal, wenn ich wieder von der Welle geträumt habe, trainiere ich so. Wie ein Irrer. Ich ziehe das Tempo an, bis ich nur noch Herz und Lunge und Rhythmus bin. Drehe weiter auf und fliege fast durch das Wasser. Bin nicht mehr Lukas, bin was anderes, was dazwischen, ein Wesen halb Fisch, halb Mensch. … Mein Sportlehrer wollte mich auch, für die Schulmannschaft. So ein Talent wie ich müsste in den Leistungssport. Aber ich schwimme nicht gegen andere Menschen. Nicht mal gegen mich selbst. Ich schwimme gegen die Welle.“ Am 26. Dezember 2004 löste ein Erdbeben eine Reihe von verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus. Insgesamt starben durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000 Menschen (gem. Wikipedia). In Thailand wurden geschätzte 8.000 Menschen von der Welle in den Tod gerissen. Einer davon war Lukas Vater. Das ist nun 10 Jahre her, Lukas ist mittlerweile 14 Jahre alt. Doch Nacht für Nacht plagen ihn Alpträume, muss er im Schlaf gegen die Welle kämpfen. Und Tag für Tag vermisst er seinen Vater. Das Schlimmste ist aber, dass er mit niemandem aus seiner Familie über seinen Vater sprechen kann - weder seine Mutter noch seine Großeltern beantworten seine Fragen. Es ist, als hätte es seinen Vater nie gegeben! Lukas will Antworten, Lukas sucht die Wahrheit. Als er einen Brief findet, den seine Mutter versteckt hatte, macht er eine Entdeckung, die ihn völlig schockiert… Lukas kämpft jeden Tag. Er kämpft gegen seine Angst, gegen das Trauma, das die Flutwelle bei ihm verursacht hat. Wie häufig im Leben sorgt Schweigen dafür, dass eine Situation noch schlimmer erlebt wird, als sie ohnehin schon ist. Mit niemandem kann er über den Tod seines Vaters reden. Also hat er sich kundig gemacht, hat alles über „die Welle“ gelesen und angeschaut. Seine Phantasie malt sich immer wieder aus, wie sein Vater wohl gestorben ist. Jede Nacht aufs Neue – furchtbar! Lukas Weg, damit zu leben, ist sein tägliches Schwimmtraining. Dabei fordert er sich bis zur totalen Erschöpfung, bis die Gedanken wieder frei werden. Mich hat das sehr beeindruckt! Die familiäre Situation, in der Lukas lebt, ruft bei mir nur Kopfschütteln hervor. Regelmäßig hätte ich mir seine Mutter schnappen und mal ordentlich durchschütteln wollen! Wie kann man dem Jungen nur seinen Vater so komplett wegnehmen? Lukas wehrt sich dagegen. In Gedanken spricht er mit seinem Vater, hütet er vage Erinnerungen, die er an ihn hat. Und er macht ihm Vorwürfe: Warum hast du mich alleingelassen? Ich bräuchte deinen Rat! Warum bin ich so schüchtern? Hab ich das von dir? Eins war mir sehr schnell klar: Das Buch ist ungeheuer emotional geschrieben. An keiner Stelle hat es mich kalt gelassen! Lukas Gedanken und Gefühle stürzen auf ihn ein, kurze und abgehackte Sätze machen das ganz deutlich! Es sind einfach zu viele Emotionen auf einmal und sie sind viel zu intensiv! Wer so etwas erlebt, denkt nicht in ganzen Sätzen! All die Verzweiflung und die Wut auf die diversen Erwachsenen, die nicht mit ihm reden und auf seinen Vater, der ihn durch seinen Tod verlassen hat, kommen unmissverständlich raus. Ohnehin ist die Pubertät eine Lebensphase, die von starken Gefühlen und Gefühlsschwankungen beherrscht wird. Wenn dann noch solche Probleme hinzukommen, wie hier bei Lukas, wundere ich mich nicht über gelegentliche heftige Wutanfälle. Dabei merkt man, dass Lukas kein braver Vorzeigejunge ist. Nein, er ist ein ganz normaler Junge mit ganz normalen Gefühlen. Dass er schon mal durchdreht, macht ihn authentisch und gibt die Möglichkeit, sich mit ihm zu identifizieren. Ebenso normal ist, dass Lukas nicht rund um die Uhr an seinen Vater denkt. Neben seinem täglichen Schwimmtraining ist Lesen für ihn enorm wichtig – ein Punkt, der mir natürlich ungeheuer sympathisch ist ;-) Und wenn er den „Kinderhassern“ in der Nachbarschaft einen Streich spielt, kann ich nicht anders, als breit zu grinsen. Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Jugendbuch über die Suche nach der eigenen Identität. Ein Plädoyer für Offenheit und Toleranz, das auch Eltern lesen sollten.

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    • 11
    dicketilla

    dicketilla

    21. September 2014 um 11:17
  • Leserunde zu "Was die Welle nahm" von Vera Kissel

    Was die Welle nahm
    katja78

    katja78

    Erinnert ihr euch noch an den 26. Dezember vor 10 Jahren? Wo die Welt den Atem anhielt, als ein Erdbeben im Indischen Ozean den  Tsunami auslöste, als die Todeswelle auf Thailand zurast... Lukas, 14 Jahre alt, hat kaum noch Erinnerungen und doch begleitet ihn das Wissen jede Nacht. Begleitet Lukas - seht was Verschwiegenheit anrichten kann. Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Themen wie Verlust und Trauer sind heute noch bei den Hinterbliebenden allgegenwärtig und wird zusammen mit der Tsunami-Katastrophe von 2004 in diesem neuen Buch von Vera Kissel literarisch umgesetzt. Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. Empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren Zur Autorin Vera Kissel ist 1959 im Odenwald geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen. Sie hat an der Universität Dortmund Journalistik studiert und als Dramatikerin an verschiedenen deutschen Bühnen gearbeitet. Für ihre Theaterstücke erhielt sie mehrere Preise und Stipendien. Außerdem schreibt sie Gedichte und Drehbücher. "Was die Welle nahm" ist ihr erstes Jugendbuch, mit dem sie 2012 für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert war. Vera Kissel lebt und arbeitet in Potsdam. Ich suche für dieses anspruchsvolle Buch 20 Leser für eine Leserunde. Blogger können sich gerne mit Bloglink bewerben. Bewerbungsfrage: Sag uns, warum du gerne dieses Buch lesen möchtest. Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!                         Katja von Ka-Sas Buchfinder Schaut doch mal ins aktuelle Programm vom Dressler Verlag, vielleicht findet ihr dort die Lektüre, um den Sommer einzuleiten . *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Nehmt doch einfach euer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber. Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf *Der Erhalt des Rezensionsexemplares verpflichtet zur Teilnahme in der Leserunde (posten und den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches) Es werden nur Bewerber mit aussagekräftigen Rezensionen berücksichtigt

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    • 214
  • Was die Welle nahm

    Was die Welle nahm
    Blaustern

    Blaustern

    16. September 2014 um 12:20

    Bei der fürchterlichen Tsunami-Katastrophe an der Küste des Indischen Ozeans im Jahre 2004 kam Lukas‘ Vater in Thailand ums Leben. Zehn Jahre ist es her, und Lukas ist inzwischen ein vierzehnjähriger Junge, der sich noch immer mit Alpträumen herumplagt. Er lebt mit seiner Mutter in Berlin-Neuköln; die Erinnerungen an seinen Vater sind so ziemlich verblasst, aber vermissen tut er ihn immer noch. Er braucht ihn, gerade jetzt in der Pubertät. So viele Fragen sind offen. Seine Mutter redet nie über ihn, so als hätte es ihn nie gegeben, auch seine Großeltern sind ihm dabei keine Hilfe. Was genau ist damals passiert? Lukas lässt es keine Ruhe. Er sucht, und er findet. Einen Brief, den seine Mutter gut verwahrt hatte. Er stellt weitere Nachforschungen an und ist schockiert. Will er diese Wahrheit? Die Geschichte ist aus Lukas‘ Sicht geschrieben. So versteht man gut seine Gefühle in der Situation und kann auch sein Handeln, was daraus folgt, nachvollziehen. All die Verzweiflung ist deutlich spürbar. Er ist wütend auf seine ganze Umwelt, und kann sich deshalb oft nicht mehr beherrschen. Da stellt sich die Frage, ist Schweigen wirklich immer Gold? Lukas wird hier realistisch dargestellt, was sich auch in den kurzen abgehackten Sätzen wiederspiegelt. Oftmals steht nur ein Wort, Satzzeichen fehlen, was anfangs beim Lesen recht ungewöhnlich ist. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran und versteht. Spannend ist das Buch weniger, vielmehr sehr emotional und bewegend. Es erhält einen guten Abschluss, der passt.

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  • authentisch und emotional

    Was die Welle nahm
    Manja82

    Manja82

    07. September 2014 um 13:33

    Kurzbeschreibung: Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. (Quelle: Dressler) Meine Meinung: Lukas ist 14 Jahre alt und er vermisst seinen Vater. Dieser kam vor 10 Jahren bei dem verheerenden Tsunami ums Leben. Mit seiner Mutter lebt er in Berlin-Neukölln, doch mit ihr über den Vater reden kann er nicht. Es gibt auch keine Fotos oder andere Erinnerungsstücke. Nur ein längst verwachsenes Foto nennt Lukas sein Eigen. Als seine Mutter mit ihrem Freund Urlaub macht stellt Lukas Nachforschungen an. Doch ist er wirklich bereit für das, was er herausfindet? Das Jugendbuch „Was die Welle nahm“ stammt von der Autorin Vera Kissel. Es ist das erste Buch der Autorin und ich war wirklich gespannt darauf, denn wer hat die Bilder nicht vor Augen, wie sich damals diese riesige Welle ihren Weg ins Landesinnere bahnte. Allerdings geht es hier nicht um den Tsunami direkt, sondern um die Auswirkungen danach. Der Protagonist Lukas ist 14 Jahre und eigentlich ein ganz normaler Teenager in Berlin-Neukölln. Er grübelt ziemlich viel und ist ziemlich leicht beeinflussbar. Beim Tsunami damals hat Lukas seinen Vater verloren. Er trauert, immer wieder fragt er sich „Was wäre wenn…?“ Ich fand Lukas sympathisch, konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Auch die anderen Figuren, wie seine Mutter Anja, die kein Wort über ihren damaligen Mann verliert und längst einen neuen Freund hat, sind gut gezeichnet. Der Schreibstil der Autorin ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Sie verwendet teils kurze knappe Sätze, manchmal auch nur ein Wort, und es fehlen des Öfteren Satzzeichen. Wenn man sich aber daran gewöhnt hat kommt man sehr flüssig und gut voran. Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Lukas. Man bekommt so einen sehr guten Einblick in seine Gefühlswelt, lernt ihn kennen und kann seine Handlungen nachvollziehen und verstehen. Die Handlung strotzt jetzt nicht vor übermäßiger Spannung. Es ist eher das Emotionale, das den Leser hier gefangen nimmt. Man begleitet Lukas auf der Suche nach Antworten, fühlt mit ihm, ist bewegt von dem was er herausfindet. Das Ende hat mir gefallen. Es ist ein guter Abschluss, macht das Buch rund. Es hat mich bewegt zurückgelassen. Fazit: Kurz gesagt ist „Was die Welle nahm“ von Vera Kissel ein authentisches Jugendbuch. Der sympathsiche Protagonist, ein eher gewöhnungsbedürftiger aber dann wirklich guter Stil und eine Handlung, die emotional ist haben mich bewegt und vollkommen überzeugt. Wirklich zu empfehlen!

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  • Lukas auf Spurensuche

    Was die Welle nahm
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. August 2014 um 11:47

    Protagonist des Buches „Was die Welle nahm“ ist der 14-jährige Lukas, dessen Vater bei der verheerenden Tsunami-Katastrophe 2004 ums Leben kam. Lukas kann sich kaum noch an seinen Vater erinnern und auch seine Familie vermeidet es vehement über ihn zu sprechen. Warum nur? Was hat er getan, um zum Vergessen verdammt zu sein? Der Leser erhält die Möglichkeit, Lukas zu begleiten, während er nach und nach die Geheimnisse, die seinen Vater auch Jahre nach seinem Tod noch umgeben, versucht aufzudecken. Die Sprache, die die Autorin Vera Kissel für das vorliegende Buch gewählt hat, ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Kurze, abgehackte Sätze, bei denen teilweise aufschlussreiche Worte einfach fehlen. Dies soll womöglich Lukas‘ Ohnmacht gegenüber dem Tod seinen Vaters verdeutlichen. Hat man sich aber einmal in diesen außergewöhnlichen Schreibstil eingelesen, kann man nicht mehr aufhören, Lukas bei seiner Spurensuche zu begleiten. „Was die Welle nahm“ ist ein Buch für Jugendliche ab 13 Jahren. Es geht um verloren geglaubte Väter, neue Freundschaften, unerwartete Wendungen, die erste, die zweite und die dritte Liebe. Ein Buch, das ein bisschen zu Toleranz und Akzeptanz aufruft. Ein Buch, das einem hin und wieder Tränen in die Augen treibt. Weil diese Geschichte so außergewöhnlich ist, dass sie schon wieder so herrlich normal erscheint. Kategorie: Lesen!

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  • Was die Welle nahm

    Was die Welle nahm
    nataliea

    nataliea

    "Was die Welle nahm" ist ein sehr emotionales Jugendbuch über den Tsunami in Thailand im Jahr 2004. Zum Inhalt ist folgendes zu sagen: Lukas ist 14 Jahre alt und Halbwaise. Sein Vater ist im Jahr 2004 bei dem Tsunami in Thailand gestorben. Zwar sind schon zehn Jahre seitdem vergangen, doch Lukas lassen die Alpträume über seinen Vater und vor allem dessen Verlust nicht los. Sein größtes Problem ist, dass er mehr über ihn erfahren möchte, doch seine Mutter bewahrt darüber stillschweigen. Doch plötzlich findet er einen Brief, der seinen Vater in einem völlig anderen Licht dastehen lässt. Es lässt Lukas einfach keine Ruhe und er beschließt mehr darüber zu erfahren... Anfangs hatte ich so meine Probleme mit dem sehr einfach gehaltenen Sprach- und Schreibstil, doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und fand ihn dann sogar sehr passend gewählt. Dieser unterstützt sehr individuell und durchdacht die Gefühlswelt von Lukas und lässt den Leser damit auch direkt an der Geschichte teilhaben. Die Charaktere der Geschichte sind sehr detailliert beschrieben. Sehr interessant fand ich das Zusammenspiel der einzelnen Themen wie Trauer und Angst, und vor allem, dass Schweigen nicht immer nur Gold ist. Manchmal sollten Eltern mit den Kindern reden und mit ihnen gemeinsam die Informationen verarbeiten und dann zu nutzen. Eine sehr spannende und auch traurige Geschichte, welche ich Jugendlichen und Erwachsenen nur empfehlen kann.

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    • 2
  • Facetten eines Verlustes

    Was die Welle nahm
    Orisha

    Orisha

    Lukas ist Halbwaise. Sein Vater, umgekommen im Tsunami in Thailand 2004. Zehn Jahre sind nun vergangen und Lukas ist vierzehn. Doch die Alpträume lassen ihn nicht los. Er träumt von ihm, von der Welle, vom Verlust seines Vaters. Seine Mutter ist ihm keine Hilfe, denn sie schweigt über alles, was mit seinem Vater zu tun hat. Eines Tages macht Lukas durch Zufall eine Entdeckung, die ihm seinen Vater zunächst entfremdet. Doch ihm lässt die Wahrheit keine Ruhe und so macht sich Lukas auf die Suche nach dem Urheber des Briefes und entdeckt eine ganz andere Seite seiner eigenen Geschichte. Die Geschichte des vierzehnjährigen Lukas habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Sprachlich sehr einfach gehalten, ohne dabei platt zu wirken, liest sich das Buch wunderbar. Die Charaktere sind ausgeklügelt, die Geschichte spannend und überraschend. Themen wie Trauer, Verlust, Angst werden behutsam aufgegriffen und Vera Kissel schafft es die Vielschichtigkeit im Umgang mit diesem Themen herauszuarbeiten. Sie zeigt einmal mehr, dass ein Schweigen manchmal mehr zerstören kann, als ein offenes, wenn auch schmerzhaftes Wort. Fazit: Ein überraschendes, emotionales Buch, das ich nur empfehlen kann.

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    • 2
  • Rezension: "Was die Welle nahm" (Vera Kissel)

    Was die Welle nahm
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    22. August 2014 um 13:06

    Zum Inhalt: Der vierzehnjährige Lukas hat vor 10 Jahren bei dem großen Tsunami in Thailand seinen Vater verloren. Seitdem lebt er alleine mit seiner Mutter in Berlin und leidet unter Albträumen, der Vater wird von Mutter und Großeltern konsequent totgeschwiegen. Als Lukas ein paar Wochen sturmfrei hat, beginnt er nachzuforschen - und stößt auf ein Geheimnis, das seinen Vater in einem völlig neuen Licht dastehen lässt... Meine Meinung: Die Geschichte ist aus Lukas' Sicht geschrieben. Er ist ein stiller, zurückgezogener Junge, der nur einen Freund hat und seine Ferien größtenteils alleine mit Schwimmen und Lesen verbringt. Zu seiner Mutter, die er beim Vornamen nennt, hat er ein freundschaftliches, mitunter auch angespanntes Verhältnis. Schon nach wenigen Kapiteln stößt Lukas auf das Geheimnis um den Tod seines Vaters. In der Geschichte geht es also eher darum, wie Lukas dieses Geheimnis auf- und verarbeitet und letztendlich seine Familie damit konfrontiert, warum sie all die Jahre geschwiegen haben. So erleben wir hautnah mit, wie Lukas mit Verlust, Wut und Trauer umgeht und letztendlich daran reift. Der Tsunami an sich tritt hier übrigens in den Hintergrund. Im Endeffekt hätte Lukas' Vater auch bei einem Autounfall ums Leben kommen können. Der Tsunami bietet sich aber natürlich auch für kraftvolle Bilder an, allein schon beim Titel "Was die Welle nahm", und dann auch bei den Albträumen, in denen Lukas meist von einer riesigen Welle verfolgt wird, oder dass er jeden Tag wie ein Wahnsinniger im Schwimmbad trainiert. Lukas blieb mir leider bis zum Schluss fremd. Ich konnte keine Beziehung zu ihm aufbauen, er war mir jetzt nicht unsympathisch, aber ich konnte nicht so viel mit ihm anfangen, und gerade am Anfang fand ich ihn sehr langweilig. Interessant fand ich Lukas' besten Freund Birol, den ich von Anfang an nicht mochte, da er eine große Klappe und ein kriminelles Naturell hat (Hier gab es für meinen Geschmack vielleicht doch zu viel Klischee mit dem kleinkriminellen Türken.). Allerdings hat Birol dann doch noch meinen Respekt gewonnen, da er sich als wirklich guter Freund entpuppte. Die (Nicht-)Liebesgeschichte zwischen Lukas und Annika jedoch war meiner Meinung nach überflüssig. Vielleicht sollte sie auch einfach Lukas' Charakter deutlicher machen, der doch recht schüchtern und wenig selbstbewusst ist. Leider hatte ich einige Probleme mit dem Schreibstil. Ein Beispiel: >>> Ich werd es nicht aus dem Bett schaffen. Nicht. Aus dem. Bett. [...] Ich will nicht. Will nicht mehr, nicht mehr. Weinen. [...] Mein Vater ist da. Du. Bist da. Hältst meinen Kopf. Hältst mich fest. <<< Das Buch ist aus Lukas' Sicht geschrieben, wir erfahren seine Gedanken und Emotionen. Der sehr abgehakte Stil, in dem Sätze teilweise nur aus einem Wort bestehen, soll quasi den Prozess zeigen, wie Lukas nach und nach seine Gedanken formuliert, Erkenntnisse gewinnt, Eindrücke verarbeitet. Als Gegenstück dafür gibt es "hastige" Sätze ohne Punkt und Komma. An und für sich finde ich das ein sehr interessantes und mutiges Stilmittel, für das die Autorin ein Lob verdient. Aber trotzdem muss ich sagen, ich kam damit nicht ganz klar, es hat mich enorm im Lesefluss gestört. Ich bin jemand, der solche wohldurchdachten Stilmittel nicht so wirklich würdigen kann, wenn darunter der Lesefluss leidet, so leid es mir tut. Ich konnte mich aber einigermaßen daran gewöhnen, und generell kam ich sehr flott durch das Buch. Mit "Was die Welle nahm" legt Vera Kissel ihr gelungenes Debüt im Bereich Jugendroman vor. Ein unaufgeregtes Buch, das respektvoll mit den Gefühlen seines Protagonisten umgeht und zeigt, was es in jungen Menschen anrichten kann, wenn Erwachsene aus falscher Vorsicht essentielle Dinge verheimlichen. Lukas' Geschichte hat mich gut unterhalten, aber letztendlich blieben mir die Charaktere trotz all der Emotionen bis zum Schluss fremd, und deshalb berührte mich das Buch nicht so sehr, wie es vielleicht sollte.

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  • Willst du die Wahrheit wirklich finden?

    Was die Welle nahm
    buchfeemelanie

    buchfeemelanie

    Lukas ist das erste Mal ganz alleine zu Hause. Seine Mutter ist mit ihrem Freund für zwei Wochen in Urlaub und er kann machen, was er will. Eigentlich. Denn mit seinen 14 Jahren sehnt er sich nicht nur nach seinen täglichen Schwimmprogramm, sondern nach der Wahrheit. Über seinen toten Vater. Über den keiner spricht. Durch Zufall kommt er seinem Geheimnis auf die Spur und muss sich fragen, ob er mit der Wahrheit nun klar kommt. *Achtung Spoiler* Meine Meinung: Cover und Titel gefallen mir beide sehr gut. Die Kapitel haben eine angenehme länge. Der Schreibstil ist wohl ungewöhnlich. Sehr abgehackt. Dies soll die Gedankengänge von Lukas darstellen, was ich gut verstehen kann. Allerdings kommt man schwer ins Buch rein ( nach den ersten beiden Zeilen war ich so verwirrt). Mit fortlaufenden Lesefluss bekommt man ein Gefühl für den Schreibstil und es fällt dem Leser leichter, sich auf den Stil einzulassen. Lukas finde ich als Figur sehr gelungen. Er will die Wahrheit über seinen Vater wissen und lässt nicht locker. Er ist sehr emotional und sympatisch. Seine Mutter reagiert auf ihre Weise wohl auch richtig, obwohl der Leser es gerne als falsch abtut. Kim finde ich ja ein bisschen einmalig. Sie hat Humor und kann Lukas Schmerz gut verstehen. Auch bei ihr merkt man, wie sie seinen Vater vermisst. Generell spürt der Leser die Sehnsucht und die Emotionen der Beteiligten gut. Das Ende mit dem Herz hat mich sehr berührt und bildet einen guten Schluss.

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    • 3
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    22. August 2014 um 12:39
    sweetpiglet schreibt Ist Kim nicht ein Mann? o.O

    So ist es.

  • Ein packendes Jugendbuch über Wahrheit, Trauer und Verlust!!!

    Was die Welle nahm
    Line1984

    Line1984

    18. August 2014 um 09:38

    Klappentext: Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. Themen wie Trauer, Verlust und die Tsunami-Katastrophe von 2004 werden in diesem Buch literarisch anspruchsvoll umgesetzt, das für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2012 nominiert wurde. Meine Meinung: Lukas ist 14 Jahre alt und hat zum ersten Mal in seinen Leben Sturmfrei, da seine Schwester zusammen mit ihren Freund in den Urlaub gefahren ist. Normalerweise sollte er diese Zeit einfach genießen, doch Lukas Gedanken kreisen immer wieder um seinen verstorbenen Vater. Niemand möchte mit ihm etwas über seinen Vater erzählen, also beginnt er auf eigene Faust die Wahrheit heraus zu finden. Eine Wahrheit die alles verändern wird. Lukas ist mir gleich zu beginn sympatisch, ich kann ihn sehr gut verstehen. Das einzige was er möchte ist die Wahrheit über seinen verstorbenen Vater wissen, doch leider schweigen alle besonders seine Mutter. Niemand so scheint es, möchte mit ihm über seinen Vater sprechen. Als er endgültig die Nase voll hat beginnt er sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Der Schreibstil in diesem Buch ist etwas besonderes! Zu beginn war etwas gewöhnungsbedürftig, aber innerhalb weniger Seiten ist man mitten in der Geschichte. Man wird sofort in den Bann der Geschichte gezogen und kann sich nur schwer entziehen. Dieses Buch ist sehr vielschichtig, und die verschieden Themen wie Trauer, Verlust und die Tsunami - Katastrophe von 2004 sind wunderbar umgesetzt worden! Ein bewegendes Jugendbuch welches uns aufzeigt was geschieht wenn man zwanghaft versucht die Wahrheit zu verschweigen. Hintergründe zur Tsunami - Katastrophe 2004: Am 26.12.2004 löste ein schweres Erdbeben eine Reihe schlimmer Tsunamis aus. Durch seine Folgen starben insgesamt ca. 230.000 Menschen. In Thailand forderte die Welle ca. 8000 Todesopfer, darunter auch Lukas Vater. Das Cover: Das Cover wirkt auf der einen Seite richtig verträumt, die Farben und die Gestaltung sehen einfach wunderschön aus, daher gefällt mir das Cover richtig gut! Mein Lieblingszitat: "Alles, was mir geblieben sind, sind meine Albträume und ein verwaschenes Foto. Sehnsucht, so groß. Wut, manchmal größer. Ein paar Bilder im Kopf, von denen ich nicht weiß, ob es meine Erinnerungen an dich sind." Fazit: Mit "Was die Welle nahm" ist der Autorin bewegendes Jugendbuch gelungen welches seinen Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt! Dieses Buch zeigt uns das das Verschweigen der Wahrheit nichts bringt. Sehr emotional wird mit dem Themen Trauer und Wut umgegangen! Daher ganz klar 5 von 5 Sternen!

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  • [Rezension] Was die Welle nahm

    Was die Welle nahm
    Mone80

    Mone80

    17. August 2014 um 08:58

    Meine Meinung: Der 14-jährige Lukas ist zum ersten Mal alleine zu Hause. Seine Mutter ist mit ihrem Freund in den Urlaub gefahren und er hat sturmfrei. Eigentlich eine Zeit, die er rundum genießen könnte, wären da nicht seine Gedanken, die immer um seinen toten Vater kreisen. Niemand will ihm etwas über seinen Vater erzählen, also macht er sich selbst auf die Suche nach Antworten. Lukas ist mir in dem Buch sehr nahe gekommen. Ich hatte für ihn und seine Reaktionen immer großes Verständnis. Die Autorin hat einen Jungen beschrieben, der impulsiv handelt und dem man sein Alter anmerkt. Sein Umgang mit Wut und Trauer waren realistisch und machten ihn zu einer lebendigen Figur. Aber besonders hat es mir sein bester Freund und Wahlbruder Birol angetan. Wenn man über manche Sachen hinweg sieht, war er es, der Lukas mit Rat zur Seite stand und ihm, wenn es notwendig war, den Kopf gewaschen hat. Er war ehrlich zu Lukas. Das Buch hält viele Themen bereit und zeigt auf, was passieren könnte, wenn man die Wahrheit verschweigt. Es ist ein Buch, welches Erwachsene auch lesen sollten, denn nicht immer ist das Verschweigen der Wahrheit, der beste Weg. Man tut den Kids keinen Gefallen damit. Emotional erzählt Vera Kissel die Geschichte und mir ab und an musste ich ein paar Tränchen wegblinzeln, weil mich die Geschichte um Lukas so berührt hat. "Was die Welle nahm" ist ein Buch, welches mich durch einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil überrascht hatte. Die Sätze sind oft abgehackt und unvollständig. Manchmal nur ein Wort. Doch je weiter man in diesem Buch eintaucht, umso klarer werden sie. Sie spiegeln Lukas Gefühlslage und seine Gedanken. Fazit: Was alles passieren kann, wenn man die Wahrheit verschweigt. Denn manchmal ist es nicht das Beste zu schweigen. Emotional und realistisch wird mit Wut und Trauer umgegangen.

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  • Einfach hervorragend!

    Was die Welle nahm
    SLovesBooks

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    Beschreibung: Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. Anmerkung: In diesem Buch spielen die Ereignisse des Tsunamis von 2004 eine Rolle. Der Fokus liegt jedoch auf der Geschichte von Lukas, der versucht den Tod seines Vaters und die daraus entstandenen Probleme in seinem Privatleben zu verstehen und zu verarbeiten. Meine Meinung: Dieses Buch ist wirklich bezaubernd. Es ist eines der besten Jugendbücher dieses Jahres. Ein derart toller Umgang mit den verschiedensten Themenbereichen, wie die kritische Auseinandersetzung mit Problem innerhalb der ganzen Familie und Bekannten und der Weg daraus, welche zwischenmenschlichen Probleme auftauchen und auch der innerfamiliäre Konflikt zwischen Mutter und Sohn, geprägt durch Lügen und Geheimnisse verbunden mit einem derart emotionalen, seelischen Tiefschlag, zeichnet dieses Buch aus. Die Gefühlswelt eines 14-jährigen Jungen wird derart authentisch und berührend dargestellt, dass man als Leser automatisch selbst berührt ist. Lukas ist ein gelungener Protagonist, der charakterliche Tiefe zeigt. Seine ganze Situation nimmt den Leser sehr mit. Seine emotionale Destabilität in seinem Elternhaus wird zunächst nicht aufgefangen, bis die tolle Figur Kim in Lukas Leben tritt und ihm hilft sein, durch den Tod des Vaters ausgelöstes Trauma, aufzuarbeiten, indem er ihm zuhört und über ihn spricht. Diese Figur habe ich im Laufe des Romans wirklich sehr zu schätzen gelernt. Der Schreibstil hebt sich definitiv von anderen Romanen ab. Er zeichnet sich durch kurze zum Teil unvollständig wirkende Sätze aus, die aber gerade zu der seelischen Niedergeschlagenheit des Protagonisten passen und diese noch unterstützen. Für meinen Geschmack ist der Schreibstil sehr gelungen, da er die Situation unterstützt und sich hervorragend in das Gesamtgeschehen des Romans einfügt. Insgesamt ein wirklich hervorragendes Buch. Eine unbedingte Kaufempfehlung. Selten hat mich ein Buch emotional so berührt.

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    milkshakee

    milkshakee

    14. August 2014 um 17:47
  • Emotionsgeladener Jugendroman

    Was die Welle nahm
    esposa1969

    esposa1969

    Hallo meine liebe Leser, wieder durfte ich an einer Jugendbuch-Leserunde teilnehmen und berichte nun über: == Was die Welle nahm == Autorin: Vera Kissel ==Buchbeschreibung == Wenn die Wahrheit anders ist, als du glaubst. Ausschlafen, schwimmen, rumhängen. Eigentlich könnte der 14-jährige Lukas tun, was er will. Doch zu sehr beschäftigt Lukas der Gedanke an seinen Vater, der beim schrecklichen Tsunami vor zehn Jahren ums Leben kam - und viel mehr noch die Frage, warum niemand über den Vater spricht. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Auf der Suche nach einer Erklärung entdeckt Lukas etwas, das ihn zunächst völlig aus der Bahn wirft. Themen wie Trauer, Verlust und die Tsunami-Katastrophe von 2004 werden in diesem Buch literarisch anspruchsvoll umgesetzt, das für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2012 nominiert wurde. == Leseeindrücke: == Die Altersempfehlung für diesen Jugendroman liegt bei 13 bis 16 Jahren- Aber auch als Erwachsene habe ich diesen ungemein emotionalen Roman in fast einem Rutsch gelesen und sehr genossen: Der 14-jährige Lukas lebt mit seiner Mutter in Berlin. Da diese verreist hat er 2 Wochen sturmfreie Bude. Von seinem Vater weiß er nicht viel, nur dass er vor knapp 10 Jahren beim damaligen Tsunami in Thailand ums Leben kam. Die mutterlose Zeit möchte er nutzen, um mehr über seinen Vater, über den die Mutter nicht spricht, zu erfahren. Dabei entdeckt er etwas, womit er - und auch der Leser - nicht gerechnet hat. Die Wahrheit hätte er sich so wohl in seinen schlimmsten Albträumen, die ihn regelmäßig heimsuchen, nicht träumen lassen. Kann er mit dieser Wahrheit leben und wird sich alles noch zum Guten wenden …. Schon vor dem Lesen war mir klar, weil darauf hingewiesen wurde, dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Tsunami-Tatsachenbericht handelt, sondern eben um eine Geschichte, bei der der Tsunami eben als Aufhänger dient und eher am Rande und bei der Traumabewältigung von Lukas eine Rolle spielt. Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich. Die Sätze wirken wirklich ziemlich abgehackt und unfertig: S. 9 Anja ist weg und ich. Kann machen was ich will. Irgendwie ein Punkt zuviel, oder? Anja ist weg und ich kann machen was ich will. Dass Lukas seine Mutter Anja nennt, fand ich auch sehr distanziert und ungewöhnlich. Seinen verstorbenen Vater spricht Lukas in diesem Buch auch direkt an: S. 12 [...] Dass du Polier warst, einer vom Bau [...] Die Sprache soll jugendlich flappsig wirken, tut sie auch. Für Teenies finde ich es recht angenehm zu lesen. Lesealterempfehlung liegt hier ja wie eingangs erwähnt bei von 13 bis 16 Jahren. Der Titel "Was die Welle nahm" passt sehr gut, weil die Welle(n) ja nicht nur Menschenleben nahm, sondern eben Lukas den Vater, denn er mit seinerzeit 4 Jahren ja wenig kennenlernen durfte und so seinem Sohn-sein beraubt wurde. Insgesamt finde ich die Handlung sehr emotionsgeladen und stellenweise auch traurig. Lukas wirkt recht reif und sympathisch. Die Schrift ist groß leserlich verfasst, so dass sich die 34 angenehm kurzen und kurzweiligen Kapitel, welche sich auf insgesamt 253 Seiten verteilen zügig lesen lassen. Sehr schön auch die erste Seite von Kapitel 1, welche wie ein Gedicht, nur eben reimlos in Prosa wirkt. Das Cover zeigt einen nachdenklich wirkenden, in sich gekehrten jungen Mann, der auf den Klippen stehend andächtig aufs weite Meer hinausschaut. Passend zum Titel und zur Story. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und mit Lukas mitgefühlt und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen! Vielen Dank! by esposa1969

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    milkshakee

    milkshakee

    14. August 2014 um 17:46
  • Wenn die Wahrheit schmerzt..

    Was die Welle nahm
    LiberteToujours

    LiberteToujours

    14. August 2014 um 16:16

    Lukas hat sich für die nächsten Tage einiges vorgenommen, denn es gibt Dinge, die er nur tun kann, wenn seine Mutter nicht im Haus ist. Er will mehr über seinen Vater erfahren, der vor 10 Jahren in Thailand vom Tsunami aus dem Leben, aus Lukas Leben, gerissen wurde. Doch was er erfährt ist mehr, als er zunächst verkraften kann. Dieses Buch beschreibt plastisch und emotional die verschiedenen Arten, wie man mit Trauer umgehen kann. Rennt man davon, verdrängt alles, was gewesen ist, löscht alle Erinnerungen und schweigt sich aus oder geht man besser offensiv auf die Trauer zu, versucht zu verarbeiten und zu verstehen? Der Leser erlebt diesen Prozess sowohl aus der Sicht von Lukas Mutter, die es mit Verdrängen und Schweigen versucht als auch aus Lukas Perspektive, der vor allen Dingen verstehen will, wer sein Vater war. Der Schreibstil ist ungewöhnlich, die Sätze abgehackt und oft unvollständig. Das war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Es ging hier darum, Lukas Gedanken authentisch darzustellen, so wie sie auch durch seinen Kopf schwirren. Für mich war es dennoch lange Zeit einfach nicht flüssig genug, ich habe einige Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Auch wenn die Autorin sich Mühe gibt, das Thema auf einer sehr gefühlsbetonten Ebene zu behandeln - sie zeigt, dass Fehler passieren, wenn die Trauer zu groß ist, dass Menschen manchmal völlig irrational handeln - war ich lange Zeit distanziert. Am Ende konnte auch mich die Geschichte berühren und ich war emotional ergriffen. Ich hatte allerdings mehr erwartet. Die Handlung nahm eine andere Wendung als ich erwartet hatte, der Leser wird hier auf ganzer Linie überrascht. Wir mussten uns, gemeinsam mit Lukas, auf eine völlig neue, unerwartete Situation einlassen. Das Schicksal trifft uns ähnlich unerwartet wie ihn. "Was die Welle nahm" ist ein an manchen Stellen berührendes Buch über ein wichtiges Thema. Trotz einiger Mängel durchaus empfehlenswert.

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