Verena Friederike Hasel Lasse

(12)

Lovelybooks Bewertung

  • 14 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 1 Leser
  • 4 Rezensionen
(5)
(7)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Lasse“ von Verena Friederike Hasel

Die verstörende Geschichte einer jungen Frau, die immer mehr den Zugang zur Realität verliert und sich in eine Welt hineinbegibt, in der eine ganz eigene Logik gilt. Als Nina Mutter wird und spürt, dass sie nicht nur Liebe für ihr Kind empfindet, ist sie verunsichert. Sie sucht Anschluss in Mütter-Cafés und Babykursen, aber fühlt sich isoliert. Überall sind Frauen, die selbstverständlich und mühelos liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Die stets genau wissen, was richtig ist und was nicht. Für die jeder Zweifel schon ein Tabubruch ist. Nach und nach bricht Nina den Kontakt zu ihren Mitmenschen ab, unfähig, eine Verbindung zu anderen herzustellen. Als sich für sie alles nur noch auf ihren wenige Monate alten Sohn konzentriert, nimmt eine fatale Entwicklung ihren Lauf.

Diese Geschichte ist aufwühlend und auch ein wenig verstörend, aber unsagbar gut geschrieben. Klare Leseempfehlung, 5 Sterne!

— Weltverbesserer
Weltverbesserer

Schockierend!!!

— Sumsi1990
Sumsi1990

Stöbern in Romane

Das Glück meines Bruders

Wortreicher Ausflug in die Vergangenheit

Charlea

Das Vermächtnis der Familie Palmisano

ich mochte es nicht, zuviele Namen, Orte, und Details. Erzählstil sehr anstrengend

sabrinchen

Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Unterhaltsam und gut geschrieben, aber teilweise auch recht vorhersehbar.

ConnyKathsBooks

Die Geschichte der getrennten Wege

Man muss es wirklich gelesen haben!

mirabello

Töte mich

Dekadente und skurrile Geschichte um eine verarmte Adelsfamilie

lizlemon

Wer dann noch lachen kann

Ein erschütterndes, beklemmendes und auch grandioses Werk über Gewalt, Schmerz und vor allem über das Schweigen.

killmonotony

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine verstörende aber gute Geschichte

    Lasse
    Weltverbesserer

    Weltverbesserer

    25. April 2017 um 09:52

    Die Autorin überzeugt durch eine unglaublich tolle Schreibweise, ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen und habe es innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Die Dialoge haben mich richtig in das Buch hineingezogen und ich wollte unbedingt wissen wie es endet. Zum Inhalt (zum Teil aus dem Klappentext): Jeder Mensch sehnt sich danach geliebt zu werden. Bei Menschen die geliebt werden, ist die Sehnsucht vielleicht nicht so groß wie bei Nina. Ninas Sehnsucht nach Liebe ist unglaublich groß, und so beginnt sie eine Affäre mit Lennart, der in den Treffen mit Nina allerdings nicht das sieht, was Nina in die Treffen hinein interpretiert.Als Nina Mutter wird und kurz darauf spürt, dass sie nicht nur Liebe für ihr Kind empfindet, ist sie verunsichert. Überall sind Frauen, die selbstverständlich und mühelos liebevoll mit ihren Kindern umgehen, die stets genau wissen was richtig ist und was nicht.In atemlosen Sätzen, die auf beklemmende Weise die Kraft der Einbildung erlebbar machen, wird aus der Perspektive einer Frau erzählt, deren Ängste durch ein Umfeld verstärkt werden, das bei bestimmten Themen keine Ambivalenzen erträgt.Zitat S. 121 Über Lennarts Freundin Puck: „Sie sei so unkompliziert, und ich gebe mir große Mühe auch so zu sein, mindestens so unkompliziert wie sie, wenn nicht noch mehr. Ich warte nicht auf Lennart, zumindest nicht so dass er es merkt, frage nicht wie er zu mir steht und was das denn nun ist mit uns, ignoriere es wenn er sich tagelang nicht meldet und tue fröhlich, wenn ich dann doch von ihm höre.“Einige ihrer Gedanken konnte ich an manchen Stellen schon nachvollziehen, an anderen Stellen dachte ich auch: Man, ist das Mädel krank, sie sollte sich dringend mal Hilfe suchen, weil sie oft versucht Gefühle von anderen zu erzwingen.„Natürlich muss auch Felix so unkompliziert wie möglich erscheinen, und das ist richtig schwer. Letzte Woche hat Lennart mich gefragt, ob es denn normal ist, dass ein Kind so viel weint, und ich habe behauptet, dass Felix Fieber hat [...] und als Lennart wissen wollte wie hoch es ist, bin ich mit Felix ins Badezimmer gegangen [...] dann habe ich das Thermometer unter den heißen Wasserstrahl gehalten, bis es 39,4 anzeigte und bin wieder raus zu Lennart. Als der das Thermometer sah, bestand er darauf, dass ich Felix ein Zäpfchen gebe und als Felix trotzdem weiter weinte, blieb Lennart länger als er eigentlich vorgehabt hatte und sagte immer wieder ganz besorgt, dass er nicht verstehe, warum das Zäpfchen nicht wirkte.“Zitat S. 122 f: „Dass auch ich mir Sorgen mache, weil Felix so viel weint, darf ich Lennart nicht sagen, [...]denn er wollte ihn ja nicht, und nun muss ich es schaffen, dass er ihn doch will, und dazu muss Felix rundum wunderbar, seinem Alter voraus und überhaupt etwas ganz Besonderes sein.“Aber all diese Szenen sind nur Ausdruck von Ninas Einsamkeit und Hilflosigkeit. Der Autorin gelingt es unglaublich gut, das Bild einer jungen einsamen Frau zu zeichnen, die innerlich ziemlich zerrissen scheint und verzweifelt auf der Suche nach Annahme und Anerkennung ist, gleichzeitig aber unfähig ist, eine Verbindung zu anderen herzustellen.Klare Lesempfehlung, 5 Sterne!

    Mehr
  • Ein Debut, welches einen nicht mehr so schnell los lässt.

    Lasse
    Johannisbeerchen

    Johannisbeerchen

    02. March 2016 um 21:35

    Meinung: Zweifellos sprach mich direkt der Klappentext an und so durfte es schon vor einiger Zeit bei mir einziehen. Nina ist glücklich während ihrer Schwangerschaft, aber sobald ihr Sohn auf der Welt ist, fühlt sie sich allein und völlig überfordert. Vom Vater des Kindes allein gelassen und in einer schwierigen Wohnsituation, beginnt sie, sich in Tagträumen und anschließend den Bezug zur Realität zu verlieren. Afangs hatte ich ein paar Startschwierigkeiten, denn Nina ist nicht unbedingt symphatisch. Die junge Frau hatte bisher kein leichtes Leben, aber sie war mir dennoch zu naiv. Nina will das Kind um den Mann zu behalten, und ist dann völlig überfordert mit ihrem Sohn. So unsymphatisch sie mir am Anfang war, desto besser konnte ich ihre Ängste verstehen. Sie fühlt sich als Ausenseiterin, alle scheinen so gut mit ihren Babies zurechtzukommen, nur sie nicht. Auch der Vater ist nicht unbedingt ein toller Kerl. Auch er ist überfordert, aber eher mit Nina, da diese sich unmöglich benimmt. Doch trotz der weniger tollen Charaktere, blieb mir das Buch im Gedächtnis. Die Mutterschaft wird hier aus einer anderen Perspektive beleuchtet und hilft damit sicherlich vielen Frauen. Es ist erschreckend zu lesen und besonders das Ende lässt einen traumatisiert zurück. Das Debut der Autorin kann sich wirklich lesen und die Charaktere geben dem Buch die nötige Tiefe. Der Einstieg fällt nicht so leicht, aber dranbleiben lohnt sich Fazit: Ein Debut, welches einen nicht mehr so schnell los lässt.

    Mehr
  • Lasse....

    Lasse
    VirginiaE

    VirginiaE

    Meine Meinung: Das Buch hat mich wirklich gepackt und jetzt, wo ich es beendet habe, weiß ich nicht wie ich darüber schreiben soll. Der Inhalt ist so realitätsnah und doch gleichzeitig so schockierend, dass man es fast für einen Tatsachenbericht halten könnte.... Nina ist eine junge, attraktive Frau. Leider fällt es ihr sehr schwer Beziehungen aufzubauen und zu halten. Dies erklärt sich im Laufe des Buches durch ihre schwierige Beziehung zu ihrer depressiven Mutter, welche ihr keine Liebe geben konnte. Als sie den jungen Arzt Lennart kennenlernt und sich in ihn verliebt hat, versucht sie alles um ihm zu gefallen und steigert sich immer mehr in ihre Fantasien von einem glücklichen Leben mit Lennart hinein. Als Nina schließlich schwanger wird, kommt eine Abtreibung für sie nicht in Frage, auch nicht, als Lennart klarstellt, dass sie nun auf sich allein gestellt sein wird. Nina stürzt sich in ihre neue Mutterrolle, hat sie doch erstmals das Gefühl, nicht vollkommen leer und wertlos zu sein. Dabei verliert sie ihre Umwelt vollkommen aus dem Blick. Das Haus, in dem sie wohnt, soll grundsaniert und entmietet werden. Doch Nina will davon nichts wissen und verschließt sich immer mehr vor der Realität. Sie hat nur noch Augen für ihr Ungeborenes. Bis zur Geburt: Diese Erfahrung ist für die alleinstehende, psychisch labile Nina ein Horrotrip. Detailreich und brutal wird hier die Geburt dargestellt. Auch die Zeit im Wochenbett mit ihrem Baby lassen Nina nicht über ihr Geburtstrauma hinweg kommen. Jedoch erkennt niemand die Zeichen einer sich langsam andeutenden postnatalen Depression und ihrer Überforderung. Nina liebt ihr Kind nicht! Doch sie kann sich niemandem mitteilen. Sie will dazugehören, zu den "perfekten" Müttern, die alles im Schlaf erledigen. Doch sie hat nach der Zeit im Krankenhaus mit ihrem Körper und ihrem Kind zu kämpfen. Sie fühlt sich allein und von Lennart im Stich gelassen. Dieser will sie jedoch nicht weiter unterstützen. Immer tiefer geht die Spirale für Nina nun bergab. Sie beginnt zu lügen um sich bei den anderen Müttern einzuschmeicheln und bestielt diese im Müttercafé um sich über Wasser zu halten. Als sie es schließlich nicht mehr aushält, sucht Nina Hilfe im Krankenhaus, doch auch hier erkennt niemand die Zeichen der bevorstehenden Katastrophe. Das Thema ist so eindringlich und real geschrieben, dass ich es manchmal kurz aus der Hand legen musste um durchzuatmen. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Es ist bei weitem kein leichtes Thema, aber es sollte auch kein Tabuthema mehr sein. Damit so etwas wie in "Lasse" keinem Kind passieren muss. Und Mütter sich nicht schämen müssen, um Hilfe zu bitten!

    Mehr
    • 4
    VirginiaE

    VirginiaE

    20. January 2016 um 10:10
  • Ein Roman – kein Tatsachenbericht.

    Lasse
    kvel

    kvel

    29. October 2015 um 18:41

    Inhalt und meine Meinung: In ihrem Roman zeichnet die Autorin die Figur einer Mutter, die ihr Leben mir ihrem Baby nicht auf die Reihe bekommt und der die emotionale Nähe zu ihrem Kind fehlt. Dies ist sicherlich ein hartes Thema; bestimmt sogar tabubehaftet. Aber man darf, meiner Meinung nach, diesen Roman nicht mit einer Autobiographie verwechseln! Inhaltlich schreibt die Autorin von der ersten Begegnung mit dem zukünftigen Kindsvater, dessen Verführung, der Geburt und den ersten Wochen und Monaten mit dem Baby. Was mich an der Story etwas nervte, war der Charakter der Protagonistin: Ihrer Großen Liebe stellt sie storkermäßig nach, lügt ihn permanent an, um irgendein Druckmittel zu haben ihn an sich zu binden und kommt manchmal sehr naiv rüber. Generell lügt sie sehr häufig ihr Leben anderen gegenüber zurecht. Jedoch sind manche Lügen aus der Not heraus / der Situation geschuldet und sind damit dann doch wieder nachvollziehbar. Die Autorin beschreibt hier das Psychogramm einer Seele, die noch keine wirkliche Liebe in ihrem Leben erfahren hat – wenn auch teilweise selbst verschuldet. Bei so manchen Situationsbeschreibungen war ich tief betroffen, weil ich glaube, dass diese sehr, sehr nah an der Realität sein könnten. Gegen Ende des Romans sucht die Protagonistin Hilfe in der Notaufnahme einer Klinik; erst einmal großes Kompliment an die Protagonistin für die Einsicht, dass sie überhaupt Hilfe benötigen würde, denn ich glaube, dass eine solche Einsicht im Normalfall nicht so einfach daherkommt; und in der Klinik wird die Protagonistin mit ihren Nöten nicht ernst genommen. Die Autorin hat ein gutes Gespür sich in die Gefühlswelt ihrer Protagonistin hineinversetzen und kann dies dem Leser auch sehr gut vermitteln. „Ich schaue nach unten […]. Sie trägt einen Ring am Finger, genau dort, wo er hingehört, genauso schön und schlicht, wie ich ihn mir ausgesucht hätte. „Ich glaube nicht, dass Sie beurteilen können, ob meinem Sohn etwas fehlt […] Und ich will einen Arzt sehen.“ Die Kittelfrau schweigt und schaut mich an, ich schaue zurück, kein Brennen mehr in meinen Augen. „Ganz wie sie wollen […] Aber ich warne Sie. Das kann dauern heute. Hier kommen Kinder her, die haben hohes Fieber, und Kinder, die hatten einen Verkehrsunfall, wir haben richtige Notfälle hier, und ganz ehrlich, ich weiß nicht, wann die Ärzte da Zeit haben für ein Kind, das„ und die Worte spukte sie aus, als seien es Kieselsteine, „einfach ein bisschen quengelig ist.“ „Wo kann ich Platz nehmen?“, sagte ich mit möglichst viel Würde ...“ (S. 183). Die beklemmende Aussage dieses Romans, die bei mir lange nachwirkt, ist, dass die Not von Hilfesuchenden oftmals von ihrer Umgebung / ihren Mitmenschen nicht erkannt oder sogar bewusst ignoriert wird! Fazit: Ergreifend.

    Mehr