Verena Güntner

 3,4 Sterne bei 37 Bewertungen
Autorin von Power, Es bringen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Verena Güntner

Verena Güntner, 1978 in Ulm geboren, spielte nach ihrem Schauspielstudium viele Jahre am Theater. Ihr Romandebüt Es bringen (2014) wurde für die Bühne adaptiert und mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Verena Güntner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb und das Berliner Senatsstipendium. Sie lebt in Berlin.

Neue Bücher

Cover des Buches Power (ISBN: 9783328107385)

Power

Erscheint am 12.07.2021 als Taschenbuch bei Penguin.
Cover des Buches Power (ISBN: 9783864847103)

Power

 (4)
Erscheint am 30.06.2021 als Hörbuch bei tacheles!.

Alle Bücher von Verena Güntner

Cover des Buches Power (ISBN: 9783832183691)

Power

 (24)
Erschienen am 21.04.2020
Cover des Buches Es bringen (ISBN: 9783462048476)

Es bringen

 (7)
Erschienen am 12.11.2015
Cover des Buches Power (ISBN: 9783328107385)

Power

 (0)
Erscheint am 12.07.2021
Cover des Buches Power (ISBN: 9783864847103)

Power

 (4)
Erscheint am 30.06.2021
Cover des Buches Es bringen (ISBN: 9783864841019)

Es bringen

 (2)
Erschienen am 21.08.2014

Neue Rezensionen zu Verena Güntner

Cover des Buches Power (ISBN: 9783832183691)gsts avatar

Rezension zu "Power" von Verena Güntner

Absurdes Theater
gstvor 23 Tagen

Dieses Buch, geziert von einem wunderschönen Waldcover, hat mich total verwirrt. Da verschwindet ein Hund namens Power und ein Mädchen, das sich Kerze nennt, verspricht ihn zu suchen. Anfangs noch allein, doch dann nimmt sie alle Kinder des Dorfes mit in den Wald, übt mit ihnen das Bellen und sich so wie ein Hund zu verhalten. Wochenlang bleiben sie im Wald und die Erwachsenen schauen dem Geschehen mehr oder weniger hilflos zu. Anstatt sich um die Kinder zu kümmern, erklären sie die Hundebesitzerin zur Schuldigen und ächten sie.


Was erwarte ich von einem Buch? Dass es mich unterhält. Dass es mich an Orte führt, die ich momentan nicht besuchen kann. Dass es mir die Sichtweise von anderen Menschen zeigt. Dass ich Neues lerne. Aber auch, dass es eine nachvollziehbare Geschichte erzählt.

Während dieses Buch die ersten Punkte erfüllt, ist die Geschichte alles andere als nachvollziehbar. Da entschließen sich Kinder dazu, freiwillig wochenlang im Wald zu leben und auf allen Vieren bellend ihre Umgebung zu erkunden. Ja, sie wollen den verschwundenen Power finden, doch für welchen Preis! Das ist so an den Haaren herbeigezogen, dass ich das Buch am liebsten wieder zugeklappt hätte.

Immerhin schaffte ich es, zwischen den ersten und den zweiten Teil ein anderes Buch einzuschieben, um „Power“ dann doch noch einmal zur Hand zu nehmen.

Und siehe da: plötzlich las sich der Roman anders. Denn im zweiten Teil entsteht das Psychogramm eines Dorfes. Ausgerechnet der verrückte Hubersohn ruft eine Versammlung ein. Allerdings schaffen es die Erwachsenen danach nur bis zum Waldrand und geben auf, nachdem die Kinder auf ihr Rufen nicht reagieren. Derweil versorgt die Hitschke (die verwaiste Hundebesitzerin) die Kinder mit Essen. Solange, bis ihre Vorräte aufgebraucht sind. Weil die Dorfbewohner sie als die Schuldige ansehen, kann sie sich im Dorf nicht mehr sehen lassen und keinen Nachschub mehr einkaufen …

Diesen zweiten Teil empfand ich als mitreißend. Da ließ mich die Autorin tief in die Gedankenwelt der Dorfbewohner eintauchen. Die Gefühle und Ängste der geächteten Hitschke wurden deutlich. Auch das abstoßende Verhalten ihrer Nachbarn war gut herausgearbeitet.


Wie soll ich nun dieses Buch beurteilen? Die unglaubwürdige Geschichte ist gut geschrieben. Nicht umsonst wurde das von der 1978 in Ulm geborenen Autorin für den Preis der Leipziger Buchmesser 2020 nominiert. Auch wenn mich der zweite Teil des Buches beeindruckt hat, kann ich nicht darüber hinweggehen, dass ich das Buch in der ersten Hälfte am liebsten abgebrochen hätte. So entscheide ich mich nach schwerem Ringen für drei Sterne.

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Cover des Buches Power (ISBN: 9783832183691)renees avatar

Rezension zu "Power" von Verena Güntner

Ein wackeliges Fundament
reneevor 5 Monaten

"Power" ist ein etwas dystopisch angehauchtes Buch. Obwohl ich es direkt nicht diesem Genre zuordnen würde. aber irgendetwas in dieser Richtung hat es.

In einem Dorf verschwindet ein Hund namens Power und eine ältere Frau, die Tier-Halterin bittet ein junges Mädchen diesen Hund zu suchen. Dabei ist erstaunlich, dass fast alle vorkommenden Personen richtige Namen haben. Nur eben dieses Mädchen nicht, sie heißt Kerze, sie brennt, sie brennt für etwas. Und mit diesem Brennen bringt die anfangs etwas Ausgegrenzte alle anderen Kinder dazu ihr auf der Suche nach Power zu folgen. Power, eine Kraft, zerstörerisch oder friedlich ?!?! Dabei suchen die Kinder nicht nur, sie verändern sich auch, werden tierähnlicher, animalischer, verweigern sich der Zivilisation, eine Gesellschaftskritik schimmert durch. Schließlich verschwinden die Kinder in den Sommerferien sogar im Wald. Dies verärgert natürlich die erwachsenen Dorfbewohner und lässt die Gefüge dieser dörflichen Welt ins Wanken geraten. Wobei diese dörfliche Welt mit einem gewissen Fragezeichen formuliert ist. Denn verortet ist die Handlung von Power nirgends. Ich habe zumindest nichts herauslesen können. Hier darf man sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Für mich ist dieses Buch eine Gesellschaftskritik an unserer technisierten, patriarchalen und computergesteuerten Welt, die nach und nach unsere Wurzeln vergisst und auch dadurch unser Bestehen gefährdet. Spannend ist dieses Buch geschrieben und sehr düster, eben fast dystopisch. Obwohl es in der heutigen Zeit verortet ist, denke ich zumindest, und keine schreckliche Sache die Welt verändert hat. aber brauchen wir diese schreckliche Sache überhaupt? Oder sind nicht schon wir Menschen diese schreckliche Sache, die einmal über uns kommt, oder schon über uns gekommen ist? Gedanken, die gerade in der jetzigen Corona-Zeit eine neue Bedeutung gewinnen!

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Cover des Buches Power (ISBN: 9783832183691)schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Power" von Verena Güntner

Surreale Geschichte, die die Missstände in der Gesellschaft auf krasse Art und Weise anprangert - provozierend und schockierend, aber ohne Erklärung am Schluss
schnaeppchenjaegerinvor 7 Monaten

Die 11-jährige Kerze lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen abgelegenen Dorf in Ostdeutschland, das umgeben von einem Wald ist. Als der kleine Hund der Nachbarin Frau Hitschke verschwindet, sieht es Kerze als ihren Auftrag an, Power zu finden und der Hitschke zurückzubringen - tot oder lebendig. 

Kerze nutzt ihr detektivisches Gespür, befragt Einwohner und sucht nach Spuren von Power. Als die Sommerferien beginnen, schließen sich ihrer Suche die Kinder des Ortes an und sie beginnen zu trainieren, sich wie ein Hund zu verhalten, zu bellen und zu schnüffeln, bis sie sich komplett unter der Anleitung von Kerze in den Wald zurückziehen. Die Eltern können nur hilflos zusehen, wie sich ihre Kinder absondern und machen dafür die einsame Frau Hitschke verantwortlich.


"Power" ist eine außergewöhnliche Geschichte über ein besonderes Mädchen, die überspitzt dargestellt ist. Die Handlung ist verstörend und zieht einen in ihren Bann, auch wenn man sich nicht vorstellen kann, dass so ein Szenario in Deutschland möglich ist. Die Hilflosigkeit der Erwachsenen ist dabei genauso erschreckend wie das rigorose Verhalten der Kinder, die sich sektenartig einem 11-jährigen charismatischen Mädchen anschließen, das ihnen Befehle erteilt, die sie hinnehmen, um dazuzugehören. 

Die Atmosphäre des Romans ist bedrohlich, fast schon apokalyptisch. Kerze gründet mit den anderen Kindern des Dorfes eine Art Parallelgesellschaft im Wald, führt ihr eigenes Rudel an, während die Suche nach Power in Vergessenheit gerät und die Dorfgemeinschaft an dem Kontrollverlust über die Kinder zu zerbrechen droht und wütend nach einem Sündenbock sucht. 

Das Buch ist surreal, stellt aber die Missstände der Gesellschaft nicht unrealistisch, sondern nur in einer extrem krassen Form dar. Angeprangert werden Probleme wie die Einsamkeit im Alter, Vernachlässigung, Radikalisierung, Manipulation, Alleinherrschaft und Fanatismus. 

Als Jugendbuch angelegt, ist "Power" trotz der komplexen Themen leicht zu lesen. Die Sprache ist nüchtern und reduziert, aber gerade die einfachen Erklärungen, die Kerze frech gibt, sind unglaublich pointiert und regen zum Nachdenken an. Auch wenn man während des Romanverlaufs über weite Strecken nur irritiert mit dem Kopf darüber schütteln kann, was ausgelöst durch die Suche nach einem kleinen Hund mit dem Dorf passiert, ist es eine kurze Geschichte, die mir sprachlich und aufgrund ihrer Andersartigkeit gut gefallen hat. Eine Erklärung für das Verhalten der Kinder, die sich urplötzlich einer Außenseiterin anschließen, sowie ein Ausblick darauf, welche Konsequenzen das Dorf am Ende aus dieser Abkehr von allen gesellschaftlichen Normen zieht, hätte ich mir schon gewünscht.  

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