Verena Lugert Die Irren mit dem Messer

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Inhaltsangabe zu „Die Irren mit dem Messer“ von Verena Lugert

Was treibt Menschen dazu, sich in die Küche eines Cholerikers wie Gordon Ramsay zu begeben, dort sechzehn Stunden am Tag zu malochen, körperliche Schmerzen und Erniedrigung zu erdulden und sich einem unvorstellbaren Anspruch nach Perfektion auszusetzen? Verena Lugert lässt uns in die Küchen der Spitzengastronomie blicken. Sie erzählt vom gnadenlosen Druck, von Adrenalin-Junkies, die sich mit Drogen wachhalten und jeden argwöhnisch auf Herz und Nieren prüfen, der neu ist in ihrem Revier. Die Irren mit dem Messer ist aber auch die mitreißende Geschichte einer mutigen Frau, die ein erfolgreiches Leben als Journalistin aufgibt, um tagelang Schweinsköpfe zu zerlegen, glutheiße Herde zu schrubben – und mit kurzen Momenten des Glücks belohnt wird, die sie jeden Schmerz vergessen lassen ...

Einige sehr interessante Einblicke in die Spitzenküche. Die Aufzählung einzelner Zutaten war für meinen Geschmack etwas langatmig.

— Lesejane

Teilweise unheimlich interessant, teilweise langatmige Aufzählungen... in diesem Menü waren einige Gänge auf den Punkt gebratenund andere zäh.

— Caillean79

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  • Ein erkenntnisreicher, aber auch echt düsterer Erfahrungsbericht.

    Die Irren mit dem Messer

    Wedma

    24. June 2017 um 17:35

    Hörbuch, Spieldauer: 8 Stunden und 39 Minuten, gelesen von Beate Rysopp. Dieses Hörbuch fand ich ganz gut. Insb. wenn man tiefe, unverblümte Einblicke in die Küchenarbeit eines noblen Restaurants gewinnen möchte, ist es eine sehr gute Adresse. KT beschreibt das Buch perfekt: „‘In den Küchen der Spitzen-Gastronomie wird ebenso viel geweint und gelitten wie gekocht …‘(…)“ Wie Klappentext besagt, hängt die Autorin ihren Journalistenberuf an den Nagel und stürzt mit Ende dreißig in das Abenteuer, ihren Wunschberuf von der Pike auf zu lernen. Verena möchte eine Profi-Köchin sein. Nach einem kurzen Praktikum in Deutschland, geht sie nach London zu "Le Cordon Bleu" und lässt sich dort ausbilden. Der Kurs hat es in sich. Nur die Besten unter den Aspiranten, mit extrem hoher Motivation und Unmengen an Disziplin und Durchhaltevermögen, schaffen es, ein Abschlusszeugnis zu bekommen. Aber der Hammer kommt, als sie als Hilfsköchin in einem Gordon Ramsay Sternelokal anfängt. Sie gibt sich vor, eine bestimmte Zeit lang dort zu verbringen um zu lernen. Da bricht die Hölle los und lange Monate zählt sie Stunden und Tage, bis sie sich erlauben kann, dort zu kündigen. Es ist ein hartes Leben und Arbeiten am Limit für einen sehr bescheidenen Lohn. Sie wird ständig beschimpft, nur weil sie zu langsam ist oder nicht weiß, was und wie zu tun ist. Aber sie hat auch nette Kollegen, die ihr geduldig erklären, was und wie sie am besten vorbereiten kann, denn ihre Arbeit besteht anfangs aus dem Vorbereiten von Gemüse, Beschriften von Behältern, führen der Bestelllisten, etc. Zusammen mit Verena trifft man ihre Kollegen, aus Ost- Und Westeuropa, oder auch engl. Vorgesetzte, die sie nur für kurze Zeit, aber intensiv von einer bestimmten Seite erlebt. Und da gewinnt man den Eindruck, in solchen Küchen und Restaurants arbeiten nur Verrückte. Daher passt der Titel wunderbar zum Inhalt. Man gewinnt tiefe Einblicke in die Abläufe in einer Sterneküche, erlebt hautnah, was für ein Stress die Köche tagein tagaus erleben. Aber auch so etwas wie Warenkunde gibt es zuhauf: Babymörchen in diversen Farben, auf bestimmte feine Art geschnitten, und wehe nicht perfekt, dann gibt es Schimpfe, das Ganze landet im Essen für Personal und man darf von vorne anfangen. Zeitdruck wächst aber. Das Auseinandernehmen eines gekochten Schweinekopfes ist auch sehr detailliert beschrieben worden. Oder auch das Schlagen einer Mayonnaise und was tun, wenn die nicht gelungen ist. In der Mitte hatte ich einen Durchhänger, denn der rote Faden war in den Unmengen an Details bei den Zutaten oder auch bei der deutlich schlechten und immer schlimmer werdenden Arbeitsatmosphäre, die auch sehr detailreich vor Augen der Leser/Hörer geführt wurde, kaum zu erkennen. Mir schien, man dreht sich im Kreis und es ist kein Ende in Sicht. Aber im letzten Viertel gab es Wettbewerb, bei dem Verena unbedingt mitmachen wollte, da wurde es doch spannender und heller von der Stimmung her insg. Immer wieder im Verlauf der Geschichte, und insb. beim Wettbewerb, gab es Kämpfe mit sich selbst. Verenas innere Dämonen, Selbstzweifel der übelsten Sorte, folgten ihr auf ihrem steinigen Weg. Sie plagte sich mit Fragen a lá: Hat sie das Richtige getan?  Ob sie es überhaupt je schaffen würde, eine gute Köchin zu werden? Wozu das Ganze? Schaffe ich es überhaupt? Selbst während des Wettbewerbs kamen die Zweifel hoch und taten ihr Bestes, um Verena vom der erfolgreichen Teilnahme abzuhalten. Da kamen die Botschaften, die auch an die Leser gehen, z.B. Wenn du an dich selbst nicht glaubst, wer sonst soll es bitte tun? Verena verhält sich heldenhaft und überwindet, mehrmals im Verlauf des Buches, ihre Grenzen. Es ist schon sehr mutig, den Erfahrungsbericht so offen und recht schonungslos zu verfassen. Es ist insg. recht düster geworden, mit etwas helleren Tönen und mehr Spannung zum Schluss. Beate Rysopp hat gut gelesen, ihre Art und Stimme passten zum Inhalt sehr gut. Verenas Unnachgiebigkeit hat sie prima rübergebracht. Bei manchen Worten a.d. Englischen, es gibt übrigens viele Sätze, oder auch Schimpftiraden auf Englisch, und Fachbegriffen auf Französisch haperte es zwar, aber das Deutsche war ganz gut. Fazit:  Wer mehr über das Arbeiten in einer Sterneküche erfahren möchte, kann hier gut zugreifen. Dieser Erfahrungsbericht ist detailreich und bildhaft erzählt, er gibt Einblicke in das Leben und Arbeiten als Koch in einer anspruchsvollen Küche. Man sollte sich aber gleich darauf einstellen, dass es kein easy going, bzw. Zuckerschlecken wird.

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