Verena Reinhardt

 4.3 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorenbild von Verena Reinhardt (©)

Lebenslauf von Verena Reinhardt

"In deinem Kopf sieht es aus wie bei Yellow Submarine, oder?" - Im Ernst: 1983 geboren, Biologin mit Schwerpunkt Zoologie/Botanik/Anthropologie, ich schreibe eigentlich schon immer. Und das Schönste am Autor-Sein sind die Lesungen.

Alle Bücher von Verena Reinhardt

Neue Rezensionen zu Verena Reinhardt

Neu

Rezension zu "Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne" von Verena Reinhardt

Ein Mistkäfer, der die Sterne retten will.
SternchenBlauvor 7 Monaten

Als ich die letzte Zeile vorgelesen habe, waren wir richtig traurig, denn wir hatten so viel Spaß bei „Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne" und aus jeder Zeile sprach die große Fabulierlust von Verena Reinhardt.

Ein alter Mistkäfer mag nicht mehr, aber für seine allerletzte Dungkugel braucht er die Sterne. Und die sind nicht mehr da. Also muss er sich auf die Suche machen. Klingt abgedreht? Ist es auch: Käfer, die so groß sind wie Menschen, eine Stadt, die auf dem Kopf steht, und… Ich hatte schon viel mehr Beispiele geschrieben und sie alle wieder gelöscht. Ich möchte Euch die Spannung nicht vermiesen. Ich hatte ziemlich bald das Gefühl, dass in dieser Welt eigentlich alles möglich ist – und sich gleichzeitig alles so passgenau ineinander fügt. Das ist für mich bei Fantasy ein großes Kompliment. Dieses Gefühl habe ich gar nicht so oft beim Lesen und ordne ich am ehesten Moers, Pratchett und Adams zu. Super, dass ich da jetzt mit Verena Reinhardt eine tolle Autorin einreihen kann.

Die Geschichte behandelt – kindgerecht! – ziemlich viele komplexe Themen: Rassismus, strukturelle Diskriminierung, Non-Binäre Identität, Misogynie, Diktatur, Revolution und Zivilcourage oder auch Lebensmüdigkeit. Gerade in der Auflistung könnte man an ein Lehrstück denken und lehrreich ist "Herr Schnettelbeck" auf alle Fälle. Die Geschichte ist gleichzeitig so phantasievoll und abgedreht, dass sie einfach nur Spaß beim Lesen macht. Und mein knapp 8jähriger Sohn hat sie geliebt. Er hat an so vielen Stellen sehr viel gelacht, wie bei dieser hier:

„‚Woher weißt du das denn schon wieder?‘, frage Herr Schettelbeck. ‚Und warum hat mir das keiner gesagt?‘ ‚Hat mir Glöckchen erklärt. Du warst auch dabei, aber ich glaube, du hast über irgendwas gemotzt. Deshalb hast du nicht gehört, was er gesagt hat.‘“

(Und beim Vorlesen dieser Rezi musste ich es wieder zwei Mal vorlesen.)

Schon die ganze Geschichte bekommt einen extra Diversity-Stern, weil es ja genau darum geht, dass Wirbeltiere und Insekten gleichgestellt sein müssten. Es gab also eh schon ein diverses Inventar an Protagonisten, aber dazu kommen dann noch sehr viele unterschiedliche Frauenfiguren und sogar Enby-Schnecken. 

Besonders gefällt mir die Aussage, dass Empörung eben nicht zu sozialem Wandel führt. Wir müssen etwas tun, damit sich die Welt zum Besseren ändert. „Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne" wird so gleichzeitig zu einer Parabel auf unser modernes (Social-)Mediensystem. Denn auch die Medien können Opium fürs Volk sein.

Ganz zu Anfang hatte ich kurz die Befürchtung, dass ein in vieler Hinsicht etwas rückständiger Käfer wie Schnettelbeck vielleicht zu viele Vorurteile einfach reproduzieren könnte (es gab da einen Begriff, der mich auch gestört hat) und man einen „netten Rassisten“ vorgesetzt bekommen könnte. Die Autorin hat aber einen sehr erstaunlichen Kniff eingebaut, so dass man Schnettelbeck immer durch die Augen seiner Begleitung Tinea sieht und man als Lesende zu seinen „-ismen“ immer ihre ganz klare Haltung vor Augen hat. Trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – gelingt Verena Reinhardt das Kunststück, dass wir Schnettelbeck trotz allem von Anfang an mochten. Und seinen Weg schildert sie so toll, dass man Schnettelbecks tiefen Wandel nachvollziehen kann.

Die Unterdrückungsmechanimsmen in der Welt sind schon kindgerecht, stellenweise aber düster. Beim Vorlesen hat es sogar für meinen knapp 8jährigen gepasst, der allerdings so komplexe Geschichten auch sehr gerne mag. Viele 9jährige sind damit sicherlich noch überfordert, wie der Verlag als Altersempfehlung aufgedruckt hat, erst recht, weil der Satzbau zwar wunderschön, aber auch recht komplex ist. Zum Selberlesen denke ich, dass so ab 11 besser ist. Beim Vorlesen hängt es, wie schon geschrieben, sehr vom Kind ab.

Und optisch ist das Buch übrigens auch ein Kleinod: Die farbigen Seiten mit den grafischen Mustern zwischen den Kapiteln sind eine Augenweide!

Fazit

In dieser Welt ist eigentlich alles möglich. Wir freuen uns auf mehr Geschichten aus Verena Reinhardts Welten, so komplex und wunderschön, und sprechen eine absolute Leseempfehlung aus. 5 von 5 Sternen, die durch Herrn Schnettelbecks Einsatz nun wieder zu sehen sind.

Kommentieren0
52
Teilen

Rezension zu "Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne" von Verena Reinhardt

Fantastisches Abenteuer mit skurrilen Insekten und ein paar Wirbeltieren
Manuela_Kraemervor 7 Monaten

Von der ersten Zeile hat mich „Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne“ von Verena Reinhardt gepackt. Das Buch war so spannend, fantasievoll und echt mal anders witzig geschrieben, dass ich es kaum mehr weglegen wollte.

Laut Autorin spielt die Handlung vor ihrem bekannten Werk „Hummelreiter“. Der Mistkäfer Herr Schnettelbeck grantelt sich wunderbar durch ein Abenteuer, das seinesgleichen sucht: Es gibt eine exklusive Oberstadt, in der nur Insekten leben dürfen. Wirbeltiere sind Wesen 2. Klasse, eine forschende Segel-Crew namens „Vertigonauten“ schippern durch ein vertikales Meer ... unglaublich, welche Welten die Autorin entstehen lässt. Ich glaube zuletzt reiste ich so fantastisch in „Jim Knopf und die Wilde 13“ (da erfährt man ja auch, dass magnetische Klippen für das Meeresleuchten verantwortlich sind...).

Die skurrile Handlung, die Welt und ihre Bewohner sind schon klasse gemacht. Doch es gibt mehr: Die Helden haben (fast) alle kleine Fehler und genau das macht sie so liebenswert. Der Mistkäfer ist unhöflich und schlecht gelaunt, das Mädchen Tinea ist frech und unberechenbar, einige Bewohner der Unterstadt diskutieren nur und kommen einfach nicht in die Pötte ... und eine wunderschöne Käferdame sorgt für Gefühlsausbrüche.

Dann noch die Sprache: Es werden schwierige Begriffe ganz einfach eingeflochten, so dass auch kleine Leser (oder Zuhörer) es ganz normal finden, dass Schnettelbeck mit seinen „Mandibeln“ wackelt usw. Ich finde, fremde Wörter können kleine Leser einfach erfragen oder – wie ich früher – manchmal einfach überlesen und selbst darauf kommen, dass es die Mundwerkzeuge sind, die im Text manchmal wie Arme funktionieren. Ich musste übrigens Mandibeln auch nachschlagen. In „Jim Knopf“ von Michael Ende gibt es z.B. auch Begriffe, wie „kalfatern“ (dort ist es halt viel Technisches), was ich mir ab da dann gemerkt habe. Ich finde es schön, wenn man neue Begriffe aus der Erwachsenenwelt nicht ausspart, sondern sie einfach spielerisch einflechtet. Sprache überfordert nicht, Sprache hat nichts mit Schule und Lernen zu tun ... Sprache lebt und ist einfach um uns herum! Man erkennt ja ein Buch (im Gegensatz zu einem Film), dass einem nicht nur die Handlung, sondern auch die einzigartige Sprache im Gedächtnis bleiben. In diesem Buch wird die Lust am Fabulieren und Formulieren auf jeden Fall geweckt, finde ich.

Fast war ich traurig, als die Geschichte zu Ende ging und das passiert mir nur noch äußerst selten.

Fazit: „Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne“ ist eine spannendes, witziges und skurriles Abenteuergeschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Helden zum Liebgewinnen. Leseempfehlung nur für Leute, die einen Sinn für Fantastisches und sprechende Tiere haben. Für Selbstleser würde ich als Lesealter „ab 12 Jahre“ empfehlen, wer es vorgelesen kriegt, freut sich sicher ab 9 darüber. In diesem Alter beginnen aufgeweckte Kinder sich spätestens über die großen Themen, wie Freundschaft, Politik und Regierung (Meinungsmaschinen in der Oberstadt, hihi!) oder den Sinn des Lebens austauschen zu wollen. Bei meinem Sohn war das so. Und was gibt es Schöneres als sich über solch großen Fragen mit der vorlesenden Oma, Opa, Mama oder Papa auszutauschen...

Ich vergebe 5 volle Punkte, weil das Buch nicht nur eine wunderschöne Tierfantasy ist, sondern so witzig und skurril ist, eine fantasievolle Sprache benutzt ... und damit auch Erwachsene, wie mich, fasziniert.

Kommentieren0
1
Teilen

Herr Schnettelbeck vermisst die Sterne und macht sich auf die Suche. Dabei begegnet er einigen Kreaturen, die für sich jeweils eigene Typen sind und gewinnt dabei neue Freunde und neuen Lebensmut.

Den ewig nölenden und maulenden Mistkäfer habe ich sofort ins Herz geschlossen, merkt man doch gleich, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Auch seine Reise ist spannend und man verfolgt sie mit Begeisterung. Absolut genial und kreativ finde ich die fantastischen Ideen. Das Buch sprüht gerade zu von kleinen, manchmal total fantastischen Bildern und Figuren. Durch die Erzählweise der Autorin werden diese lebendig und gut vorstellbar - auch wenn ich mich manchmal gefragt habe wie man auf solche Ideen kommt. Das Buch ist gut geeignet für Kinder, die sich gerne auf solche Welten einlassen und sich auch über einige Fachbegriffe informieren. Ich fand z.B. eine Szene im Bezug zum Thema Homöopathie sehr lustig, allerdings muss man dazu wissen, was das ist. Mich hat das Buch jedenfalls begeistert und bei jüngeren Kindern sollten die Erwachsenen mitlesen, denn auch einige nicht ganz so einfache Themen werden hier auch angeschnitten.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Herr Schnettelbeck und das Geheimnis der verschwundenen Sterne
Die Sterne sind weg. Das passt Herrn Schnettelbeck (einem miesgelaunten alten Mistkäfer) überhaupt nicht. Aber einer muss die Dinge ja wieder in Ordnung bringen. Hilfe bekommt er von dem frechen Menschenmädchen Tinea (ob er will oder nicht). Und er findet nicht nur die Sterne - sondern auch eine Menge Sachen, die er sich nie hätte träumen lassen.

Wollt ihr dabeisein?


Für Kinder ab 9 oder Erwachsene.




Hallo an alle, die keine Angst vor Krabbelviechern haben!

In meinem neuen Buch gibt's eine hängende Stadt, intrigante Libellen, dramatische Fledermäuse, Meinungsmaschinen, Wettermagie, einen Mann mit einem Käfig auf dem Kopf und einen vertikalen Ozean. Ach ja, und einen griesgrämigen Mistkäfer, der die Sterne sucht. Und natürlich ein freches Menschenmädchen, das ihm dabei hilft. 

Da ich es immer äußerst spannend finde, wie ein Buch während des Lesens auf den Leser wirkt und was dabei im Kopf für Bilder entstehen, mache ich wieder eine Leserunde. Dazu gibt es 10 signierte Exemplare zu gewinnen (jedes mit einem einmaligen, schlecht gezeichneten kleinen Tier dabei, ähem).

Bewerben könnt ihr euch noch bis zum 1. Oktober. Die Leserunde startet am 21. Oktober - also direkt nach der Frankfurter Buchmesse. 


Egal ob ihr das Buch als Erwachsene lest oder mit Kindern zusammen, ich freue mich sehr auf eure Bewerbungen!

181 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger

Mögt ihr Akrobaten? Seiltänzer, Messerwerfer, Clowns und Wahrsager?

Und mögt ihr Krimis? Safeknacker, exotische Gifte und obskure Verbrechergenies?

Und würdet ihr gerne einem neunmalklugen Nagetier beim Überführen eines skrupellosen Täters zuschauen?

Dann meldet euch für diese Leserunde! Mein zweiter Roman ist im August bei Beltz & Gelberg erschienen, und ich suche 10 furchtlose Leser, die mit Nelli und Trude eine wilde Reise im Nachtflieger mitmachen wollen.

Kurz zu den Eckdaten: Das Buch hat 190 Seiten und ist für Leser zwischen 9 und 99 Jahren. Die Protagonisten sind sprechende Tiere und sehr kleine Menschen, es handelt sich also um einen Tierfantasy-Krimi.

 

Die Leserunde geht über 3 Wochen. Jede Woche beginnt ein neuer Abschnitt.

Besonders spannend ist es natürlich für mich, von euch zu erfahren, wie das Buch wirkt, während ihr mittendrin steckt und den Schluss noch nicht kennt.

Ihr müsst schon mindestens eine sinnvolle Rezension geschrieben haben, sonst könnt ihr nicht teilnehmen (siehe Richtlinien: https://www.lovelybooks.de/info/richtlinien-lr-bv).


Es gibt 10 Print-Exemplare mit Autogramm (und auf Wunsch male ich noch einen Ameisenbär vorne rein). Also meldet euch!

Ich freue mich auf euer Feedback. Und vor allem darauf, „in Echtzeit“ an eurem Leseerlebnis teilzuhaben!

131 BeiträgeVerlosung beendet

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks