Gin Boom ist ein eindrucksvoller und nachdenklich stimmender Roman der sich mit den Themen Sucht, Selbstfindung und gesellschaftlichem Druck auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Helena, die nach einer Reha versucht, in ihren Alltag zurückzufinden und dabei immer wieder mit alten Mustern und Versuchungen konfrontiert wird.
Besonders gut gefallen hat mir die ehrliche und authentische Darstellung. Helena wirkt sehr menschlich, mit all ihren Stärken, Schwächen und inneren Konflikten. Die Autorin schreibt klar und direkt, ohne die schwierigen Themen zu beschönigen. Dadurch wirkt die Geschichte glaubwürdig und berührend echt.
Auch die Themen Alkoholabhängigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Erwartungen werden sensibel und realistisch behandelt. Der Roman regt zum Nachdenken an und zeigt, wie komplex persönliche Krisen sein können.
Einen Stern ziehe ich ab, weil die Erzählweise mit ihren fragmentartigen Szenen stellenweise etwas sprunghaft wirkt. Dadurch fiel es mir manchmal schwer, der Handlung durchgehend zu folgen oder eine tiefere Verbindung zu einigen Nebenfiguren aufzubauen.
Insgesamt ist Gin Boom ein mutiger und emotionaler Roman, der wichtige Themen anspricht und lange nachwirkt. Wer Geschichten mit tiefe und starken Charakteren mag, wird dieses Buch sicherlich gerne lesen.



