Sauglück

von Veronika A. Grager 
4,9 Sterne bei22 Bewertungen
Sauglück
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Ladybella911s avatar

Ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Thema, welches weitgehend verschwiegen wird.

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Ein Krimi der an die Substanz geht. Das Thema mit dem Pflegekindern in Bauernfamilien war mir bis dahin nie so bewusst!

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Inhaltsangabe zu "Sauglück"

Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Als im Keller des Hofes das uralte Skelett eines Kindes entdeckt wird, müssen sie umdenken: Liegt das Motiv für die Tat weit zurück in der Vergangenheit?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783960411949
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:240 Seiten
Verlag:Emons Verlag
Erscheinungsdatum:23.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ladybella911s avatar
    Ladybella911vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Thema, welches weitgehend verschwiegen wird.
    Ein Krimi mit Tiefgang

    Der Autorin Veronika A. Gager ist mit diesem Buch ein beeindruckender Roman gelungen.

    Nicht nur der Kriminalfall an sich fasziniert hier, sondern auch die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Eine eindrucksvolle  Mahnung gegen das Vergessen.
    Eine Geschichte, über die man gerne den Mantel des Schweigens breiten würde, um die Schande zu verstecken, die sich hinter den Ereignissen verbirgt.


    Kurze Inhaltsangabe:

    Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Als im Keller des Hofes das uralte Skelett eines Kindes entdeckt wird, müssen sie umdenken: Liegt das Motiv für die Tat weit zurück in der Vergangenheit?


    Dies ist bereits der 4. Fall für „Dorli“ und Lupo und mein erster. Ich hatte dennoch überhaupt keine Schwierigkeiten, mich in dieses Buch hineinzufinden, denn man bekommt genügend Informationen zu den beidenProtagonisten um mühelos zu folgen. Sandra kommt zurück aus Brüssel, wo sie einen verantwortungsvollen und exzellenten Job hat, um ihre Großmutter zu beerdigen. Am Tag nach dieser Beerdigung ist plötzlich auch der Großvater verschwunden, man findet ihn nach langem Suchen leblos in der Güllegrube. Sie hat den Hof vor vielen Jahren verlassen, um der Tristesse des Lebens auf einem Bauernhof zu entgehen und einer Familie, die sie ablehnt – und sieht sich nun, nach der Testamentseröffnung als Alleinerbin, angefeindet von der ganzen Familie.
    Anscheinend ist sie nach der Meinung des Großvaters die einzige, der er zutraut, den maroden Hof wieder auf Kurs zu bringen und vor allem für ihren jüngeren Bruder zu sorgen.
    Diese beiden Tode setzen Ereignisse in den Gang, die uns tief in die Geschichte der Nachkriegszeit führen, nämlich die Unterbringung und Ausbeutung von Pflegekindern auf Bauernhöfen. Man erfährt viel über die Machenschaften der damaligen Zeit, die traurigen und trostlosen Schicksale machen sehr betroffen und berühren den Leser tief. Es ist wahrlich keine leichte Kost, die uns die Autorin hier vorsetzt, aber von einer unglaublichen Eindringlichkeit geprägt, die den Leser nicht mehr loslässt, ihn aber gleichzeitig auch für die damalige Situation sensibilisiert.
    Die beiden „Ermittler“ Dorli und Lupo sind sehr sympathisch und agieren glaubhaft. Auch ihr Privatleben wird durch die Ereignisse tangiert und gehörig durcheinandergwirbelt, bis hin zur Lebensgefahr.
    Ein Buch das ich mit gemischten Gefühlen gelesen habe, weil es mich zutiefst berührt hat und noch lange nachhallen wird. Man braucht schon sehr starke Nerven wenn das Kopfkino uns die grausamen Szenen vor Augen führt.

    Dennoch ein Buch, das auf jeden Fall gelesen werden sollte, in einer klaren und schnörkellosen Sprache.

    Aus diesem Grund und vor allen Dingen für den Mut, diese Thematik in einem Kriminalroman anzusprechen vergebe ich hier 5 wohlverdiente Sterne und meine ausdrückliche Leseempfehlung.


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    Wildponys avatar
    Wildponyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Krimi der an die Substanz geht. Das Thema mit dem Pflegekindern in Bauernfamilien war mir bis dahin nie so bewusst!
    Spannender Krimi mit einer realen schlimmen Vergangenheit

    Sauglück   -     Veronika A. Grager

    Kurzbeschreibung Amazon:

    Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Kurz darauf wird im Keller des Guthauses das Skelett eines Kindes entdeckt, und eine weiterer Mord geschieht: Welches schreckliche Geheimnis birgt der abgelegene Hof?

    Mein Leseeindruck:

    Durch die Vorgängerbände der Autorin wie z.B. Schlossteichleich und Saupech kannte ich die Protagonisten-Ermittler-Paar schon recht gut und habe mich auch auf diesen neuen Krimi gefreut.

    Und mit diesem Buch durfte ich nicht nur einige Mordfälle mit  erleben, sondern auch in die Vergangenheit und Fremdunterbringung in Pflegefamilien nach dem Krieg eintauchen. Dieses Thema war mir bisher noch nie so bewusst gewesen und ich war zutiefst schockiert, was diese Kinder in diesen Jahren alles an Gewalt und Missbrauch über sich ergehen lassen mussten.

    Daher ist dieser Krimi auch ein Rückblick in die Vergangenheit und ein wichtiger Aspekt in der Ermittlungsarbeit von Doro und Lupo. Selbst ihre Hochzeit in diesem Band muss wegen der allgemeinen Situation und weiteren Ermittlungen von Lupo leiden.

    Wie auch in den anderen Bänden versteht es die Autorin meisterhaft eine Riesenspannung aufzubauen und durch verwobenen Stränge dem Leser das Gefühl zu geben man tappe im Dunkeln. Klar hat man Vermutungen was z.B. die Protagonistin und Erbin Sandra betrifft, aber man bleibt bis zum spannenden Finale und Ende doch im Unklaren.

    Fazit:

    Wieder ein genialer - aber dieses mal sehr nachdenklich machender - Krimi aus der Feder von Veronika A. Grager. Man braucht schon ein wenig starke Nerven zum lesen.

    Ich mag dieses Ermittler-Duo und freue mich auf einen neuen Fall, den der Emons Verlag bestimmt wieder passend verlegen wird.

    5 Sterne für Veronika, Doro und Lupo und für ein Buch das noch lange nachwirkt. *****

     

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tragische Schicksale berühren, spannende Ermittlung begeistert und damit hat dieser Krimi volle 5 Sterne verdient.
    Traumata oder Racheakt

    Der vierte Band der Krimireihe von Veronika A. Grager trägt den Titel "Sauglück". Der Krimi erscheint 2017 im Emons Verlag.

    Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz werden als detektivische
    Ermittler im Mord eines alten Bauernehepaares in einem Dorf in Niederösterreich angefordert. In einem zugemauerten Raum des Hofes wird das Skelett eines Babys gefunden. Es muss über 50 Jahre dort gelegen haben. Immer mehr führen die Spuren in die Vergangenheit, bei der es in der Nachkriegszeit um die Aufnahme von Pflegekindern geht. Fremdunterbringung wurde das damals genannt und der Staat zahlte gutes Geld, das leider nicht immer für die Kinder eingesetzt wurde.

    Obwohl der vierte Band mein erstes Werk dieser Reihe von Veronika A. Grager ist, bin ich gut in die Handlung hineingekommen und habe die Protagonisten schnell kennengelernt.

    Dieser Krimi hat es wahrlich in sich. Erst endet Opa Adametz in der Güllegrube und sein Testament bringt Unfrieden in die Familie und dann findet man auch noch eine Babyleiche. Dadurch kommen richtig tragische Schicksale ans Licht, deren Hintergrund in der Nachkriegszeit zu finden ist. Pflegschaften bringen gutes Geld für die Betreuer und eigentlich sollte dieses Geld für die Ausbildung der Pflegekinder eingesetzt werden. Was in Wahrheit mit diesen Kindern geschehen ist, davon bekommt man bei den gezeigten Beispielen das kalte Grausen. Sie wurden als billige Arbeitskräfte auf den Bauernhöfen eingesetzt und ausgenutzt und teilweise sogar misshandelt.

    Veronika Grager füllt hier ihren Plot mit tragischen Schicksalen, die sich an der Realität orientieren. Ihr Nachwort dazu erklärt die traurige Missbrauchswahrheit am Beispiel Österreichs näher.

    Ihre Krimihandlung basiert auf grausamen Kinderschicksalen, absolut verständlich, dass die Betroffenen unter Traumata leiden. Die Autorin zeichnet ihre Charaktere sehr eindeutig, besonders die schlechten und tragischen Charakteristika stellt sie deutlich hervor. Die Bauernfamilie scheint ziemlich verrückt zu sein, jeder ist missgünstig und hasserfüllt, nur die Enkelin Sandra scheint aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein.

    Dorli und Lupo finden die bitteren Geheimnissen der Vergangenheit heraus und klären damit letztendlich auch die Mordfälle auf. Dabei gibt es einige Verwicklungen, die man als Leser nicht vorhersehen kann. Ihr Privatleben kommt ebenfalls zur Sprache, doch das wird von den eifrigen Ermittlern eher dem Fall untergeordnet. Auch Sandras Geschichte spielt eine entscheidende Rolle im Buch, sie hatte ebenfalls eine schwere Jugend, die sich als Gegenpart zur Tragik der Pflegekinder zeigt.

    Mich hat dieser Krimi mit den gezeigten Kinderschicksalen sehr bewegt und betroffen gemacht. Wie dieses Verhalten Rache heraufbeschwört, kann man gut nachvollziehen.

    Bei diesem Krimi wird geschichtliches Hintergrundwissen geschickt mit einer spannenden Krimihandlung verknüpft. Von der Autorin möchte ich noch mehr lesen.

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    LiberteToujourss avatar
    LiberteToujoursvor einem Jahr
    Harte Kost.

    Der viere Fall von Dorli und Lupo führt das Ermittlerduo diesmal zu einer alteingesessenen Bauersfamilie. Die Familienmitglieder sterben neuerdings wie die Fliegen und niemand weiß so recht warum - angeblich. Als dann auch noch das Skelett eines Babys in dem alten Gemäuer gefunden wird offenbart sich eine schreckliche Vergangenheit, deren Ausläufer bis in die Gegenwart reichen..


    Die Überschrift darf man hier sogar doppelt wörtlich nehmen - "Sauglück" ist definitiv keine leichte Kost.
    Erstens behandelt Grager hier ein Thema der österreichischen Geschichte, an das wohl niemand gerne zurückdenkt. Leid und Kummer sind allgegenwärtig, wenn es allerdings Kinder betrifft nimmt das den Leser immer noch ein bisschen mehr mit.
    Und zweitens ist der Krimi einfach nichts für nebenbei. Die Autorin verspinnt im Laufe ihrer Geschichte so einige Fäden miteinander. Durchaus geschickt und immer schlüssig, aber als Leser muss man höllisch aufpassen um nicht mal eben etwas wichtiges zu verpassen.


    Ganz im Gegensatz dazu war das Kennenlernen von Lupo und Dorli eine extrem lockere Sache. Ich bin ja Erstleser und kenne die beiden nicht - es hat mich aber kaum 20 Seiten gekostet um zu entscheiden, dass ich die beiden mag. Viel Vorinfo gibt's nicht, die braucht man aber auch eigentlich nicht. Die Zwei erklären sich eigentlich von selbst. Einzig eine Beschreibung ihres Aussehens hätte ich mir - zumindest beiläufig - gewünscht.


    Irgendwie hat dieser Krimi einfach etwas ungemein faszinierendes. Die übliche Behaglichkeit, der leichte Humor und die Wohlfühlatmosphäre eines klassischen Regionalkrimis trifft hier auf die Härte der Nachkriegszeit und das bittere Leid von Kindern. Geht nicht, möchte man meinen. Grager schafft das. Und spaltet damit irgendwie den Leser mittendrin auf. Wie soll man sich denn beim Lesen fühlen? Kuschelig warm - oder entsetzt? Letztendlich ist es dann ein bisschen was von beidem


    "Sauglück" war für mich ein tolles Leseerlebnis, das meinen inneren Hobby - Sherlock ordentlich herausgefordert - und erfolgreich auf's Glatteis geführt - hat. 

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    glanzentes avatar
    glanzentevor einem Jahr
    Rezension - Sauglück

    Im vierten Fall müssen Dorli und Lupo auf einem abgelegenen Bauernhof ermitteln. Nach dem Mord an dem Bauer stellt sich heraus, dass auch die Frau des Bauers ermordert wurde.

    Es stellt sich die Frage ob die Morde etwas mit den Pflegekindern, die auf dem Bauernhof in der Nachkriegszeit lebten, etwas damit zu tun haben.

    Dieser Teil ist kein typisch leichter Regionalkrimi.

    Die Geschichte der Pflegekinder in der Nachkriegszeit fand ich sehr interessant und spannend. An manchen Stellen passierte mir schon fast zu viel. Das Buch hat mich sehr gefesselt und deshalb eine klare Leseempfehlung von mir.

    Ich warte schon gespannt auf den nächsten Band der Serie Dorli und Lupo.

     

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    dorlis avatar
    dorlivor einem Jahr
    Rezension zu "Sauglück" von Veronika A. Grager

    Niederösterreich. Sandra Adametz ist zum Begräbnis ihrer Großmutter in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Als am Tag nach der Beerdigung plötzlich ihr Opa verschwunden ist, bittet Sandra Dorli und Lupo, den Vermissten zu suchen. Dieser ist ruckzuck gefunden, er schwimmt tot in der Güllegrube. Schnell steht fest, dass Siegfried Adametz ermordet wurde…

    „Sauglück“ ist bereits der vierte Fall für Gemeindesekretärin Dorli Wiltzing und Privatdetektiv Lupo Schatz, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

    Veronika A. Grager versteht es mit ihrem lockeren und angenehm zügig zu lesenden Schreibstil ausgezeichnet, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Ich habe mich von der ersten Seite an in das Geschehen hineinkatapultiert gefühlt, wurde mitgerissen von einem Strudel aus gegenwärtigen und vergangenen Ereignissen, habe amüsiert das Miteinander und das Gegeneinander der Akteure verfolgt und konnte zudem prima über Hintergründe und Zusammenhänge mitgrübeln und miträtseln.

    Die Autorin wartet in „Sauglück“ mit einem sehr aufwühlenden Thema auf. Es geht um die Fremdunterbringung von Kindern in der Nachkriegszeit; um Kriegswaisen und um Kinder, die ihren Familien bzw. ihren ledigen Müttern entrissen und in bäuerlichen Großfamilien untergebracht wurden, weil man aus behördlicher Sicht der Meinung war, den Kindern so ein besseres Leben zu ermöglichen. Wie falsch diese Annahme war, weiß man erst viele Jahre später. Die Kinder wurden als Arbeitskräfte ausgenutzt. Misshandlungen, Demütigungen und oftmals auch sexueller Missbrauch waren an der Tagesordnung.

    Veronika A. Grager gelingt in diesem Krimi ein beeindruckender Spagat zwischen Sachlichkeit und Humor. Die Autorin schildert die Ereignisse in den 1950er Jahren sehr bewegend und behandelt das Thema mit dem erforderlichen Ernst. Die erlittenen Qualen und Entbehrungen, die bei den betroffenen Pflegekindern meist ein Leben lang nachwirken, werden genauso beleuchtet, wie die mangelnde Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse und die fehlende Entschädigung.
    Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichte - wie man es in den Krimis mit Dorli und Lupo gewohnt ist - zahlreiche komische Passagen und witzige, in Mundart geschriebene Dialoge, die eine Menge Schwung in die Handlung bringen und für gute Unterhaltung sorgen.

    „Sauglück“ hat mich durchweg begeistert. Ein fesselnder Krimi, der den Leser nicht nur an einer spannenden Spurensuche teilhaben lässt, sondern durch das betroffen machende Thema besonders mitzureißen weiß. Absolut empfehlenswert!

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    utaechls avatar
    utaechlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein schwieriges Kapitel in der österreichischen Geschichte ist Mittelpunkt dieses fesselnden und zum Nachdenken anregenden Krimis.
    Eingeholt von der Geschichte


    Ein schwieriges Kapitel in der österreichischen Geschichte ist Mittelpunkt dieses fesselnden und zum Nachdenken anregenden Krimis. Dorli und Lupos vierter Fall ist ein emotional mitreißender Ausflug in die Nachkriegszeit, deren Nachwirkungen nicht nur ein Bauernpaar das Leben kosten könnte.


    Inhalt:
    In einem niederösterreichischen Dorf wurde ein Bauernpaar ermordet. Verdächtige gibt es genug und Sandra, die Enkelin der Ermordeten, beauftragt Detektiv Lupo Schatz und Dorli Wiltzing der lieben Verwandschaft auf die Finger zu schauen. Es geht um Erpressung, Fremdunterbringung in den 50er Jahren und ein geheimnisvolles Russenkind.
    Als schließlich das Skelett eines Babys im Keller entdeckt wird, verdichten sich die Hinweise auf ein lang zurückliegendes Tatmotiv. Allerdings gibt es kaum noch jemand, der sich an die Zeit erinnern kann.


    Setting und Stil:
    Es könnte doch so idyllisch sein in einem Dorf in Niederösterreich. Doch wie so oft versteckt sich unter der schönen Fassade einiges, das besser nie zu Tage gefördert wird. Doch genau dies ist die Aufgabe unserer Detektive. Veronika A. Grager beschreibt hervorragend das Leben auf dem Gutshof und glänzt besonders in den Passagen, in denen es um die Vergangenheit der Familie geht. Die Fremdunterbringung von Kindern in der Nachkriegszeit war keine Seltenheit und die sich daraus ergebenden Probleme und Qualen für die Kinder leider auch nicht. All dies wurde stimmig und bewegend in die Handlung eingebaut und dürfte beim Leser doch für einiges Nachdenken sorgen.
    Kurze Unterabschnitte, wechselnde Sichtweisen und Handlungszeiten sorgen dafür, dass die Spannung hoch gehalten wird und der Leser sich immer mitten im Geschehen aufhält.


    Charaktere:
    Dorli Witzing und Lupo Schatz sind ein erfahrenes und eingespieltes Ermittlerteam. Sie werden zwar von den Ausmaßen des Falls ziemlich überrascht, ermitteln trotzdem souverän und erfolgreich, um ihrer Klientin das Erbe zu sichern. Es bringt einfach Spaß, ihr Zusammenspiel zu beobachten.
    Sie treffen auf eine ziemlich verkorkste Bauernfamilie, die ihnen die Ermittlungen nicht wirklich erleichtern. Jeder scheint ein Motiv zu haben, bis auf ihre Klientin.
    Als schließlich noch die Geschehnisse aus den 50er Jahren hinzukommen, beginnt die Suche nach Zeugen aus dieser Zeit, was zu der einen oder anderen spannenden Begegnung führt.
    Natürlich gibt es wie in jedem Krimi auch einen Täter, dessen Motivation gut nachvollziehbar ist.


    Geschichte:
    Wie im Nachwort nachzulesen hat sich die Autorin ausführlich mit dem Thema der Fremdunterbringung in Pflegefamilien beschäftigt. Dieses unrühmliche Kapitel der neueren österreichichen Geschichte wurde erst sehr spät aufgearbeitet und so passt es, dass in diesem Krimi die Bauernfamilie erst Jahre später von ihren Missetaten eingeholt wird. Dieser Bereich der Handlung macht den Krimi zu etwas Besonderem und hebt ihn weit über den Durchschnitt hinaus. Dies geschieht allerdings so, dass man eher nebenher mehr über die Zeitgeschichte erfährt.


    Fazit:
    Dieser spannende und ein ernstes Thema behandelnde Regionalkrimi dürfte nicht nur mich bewegt und nachdenklich zurücklassen. Es ist schon ein Wahnsinn, was Menschen immer wieder einfällt, und wie leicht doch Fehler auf allen Ebenen begangen werden können. Der Autorin gelingt es meiner Meinung nach hervorragend, diese unrühmliche Thematik in ihren Krimi einzubinden und ihren Ermittlern eine neue Herausforderung zu stellen. Ich habe mich sowohl gerne mit den historischen Realitäten befasst, als auch bei den Ermittlungen des Falles mitgefiebert. Sauglück ist ein hervorragendes Beispiel, wie man Wissen perfekt in spannende Handlung verpackt. Ein Buch für Krimifans, die weit mehr als den 08/15 Fall bevorzugen.

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    dreamlady66s avatar
    dreamlady66vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfach nur wunderbar: Spannend & nachdenklich zugleich...ich hab's genossen!!!
    Einfach nur wunderbar: Spannend & nachdenklich zugleich...ich hab's genossen!!!

    Zum Inhalt (übernommen):
    Dorothea (Dorli) Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi.
    Als im Keller des Hofes das uralte Skelett eines Kindes entdeckt wird, müssen sie umdenken: Liegt das Motiv für die Tat weit zurück in der Vergangenheit? Auch Idefix, der eigene Hund des Ermittlerteams ist mit dabei...

    Zur (genialen) Autorin:
    Geboren: Ja, im Nachkriegs-Wien, aufgewachsen auf einem Bauernhof in Wien, danach zigeunerte sie durch Niederösterreich - von Baden bei Wien, über Mayerling, Berndorf bis Mödling.
    Mit dem Schreiben begann sie mit dreizehn Jahren. Erste Gehversuche in der Öffentlichkeit: zehn Jahre Herausgeberin einer periodisch erscheinenden Firmenzeitung. Seit 2005 versucht sie, nicht nur mit dem Kopf in den Wolken zu schweben sondern gelegentlich auch mit beiden Beinen am Boden einen ernsthaften Roman zu Papier zu bringen. Entsprechend der frühkindlichen kriminellen Prägung mit dem Schwerpunkt Krimi und Thriller.

    Zum Inhalt:
    DANKE an Veronika A. Grager für mein Jokerbuch an dieser exquisiten Leserunde, ich freute mich!

    Dies war mein alleiniges Erstlingswerk von Dir & auf keinen Fall das Letzte, denn Deine wachsamen Zeilen, voller Elan & Esprit im nötigen Lokalkolorit machten süchtig & flogen nur so dahin.
    Wunderbar detailliert aber auch anrührend (motivierend) schreibst Du Dich hier in eine Story, die an Authentizität & Perfektionismus doch ihresgleichen sucht & auch findet, top.

    Ich hatte, dank recht kurzknapper Kapitel mit einer wunderbaren Leseschrift sehr fesselnde, oft auch emotionalberührende Lesemomente, die mich einfach immer tiefer in diese doch sehr traurige Geschichte eintauchen liessen.
    Bitte mehr davon, auch vom sympathischen Ermittlerteam...das Glossar im Anhang war Gold wert & liess mich auch des Öfteren gar Schmunzeln!

    Fazit:
    Absolute Leseempfehlung für alle Grager-Fans bzw. Neueinsteiger, die einfach neuGierig sind auf atmosphärischdüstere Ösi-Kost vom Feinsten gepaart mit viel Liebe zum Detail - spannende Lesestunden inklusive.
    Ich hab's definitiv genossen, Chapeau!

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    echs avatar
    echvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend und berührend zugleich, ein Klasse-Krimi, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte
    Spannend und berührend zugleich, ein Klasse-Krimi, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte

    Sandra Adametz kommt anläßlich des Todes ihrer Großmutter nach vielen Jahren zurück in ihr niederösterreichisches Heimatdorf und will eigentlich auch direkt nach der Beerdigung zurück nach Brüssel, wo sie sich nach ihrer Flucht vor der Familie ein neues Leben aufgebaut hat. Das plötzliche Verschwinden ihrer Großvaters macht ihr da aber einen Strich durch die Rechnung. Über ihre alte Schulfreundin Dorli Wiltzing beauftragt sie deren Freund, den Privatdetektiv Lupo Schatz, mit der Suche nach dem Verschwundenen. Lupo und Dorli kommen auf ihrer Suche schnell auf die Spur eines alten, lange verdrängten Geheimnisses der Familie Adametz.

    Im inzwischen schon vierten Fall von Dorli und Lupo, der aber auch für einen Neueinsteiger wie mich problemlos zu lesen war, verbindet Veronika A. Grager eine alte Familientragödie mit einem düsteren und wenig schmeichelhaften Kapitel der österreichischen Geschichte: dem Umgang mit Pflegekindern in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. 

    Neben einer gut konstruierten Geschichte, die den Leser immer wieder geschickt auf falsche Fährten lockt, und einem packenden Schreibstil, bei dem der bei der Autorin sonst übliche humorvolle Unterton aufgrund der Thematik diesmal etwas stärker zurücktreten muss, überzeugt der Krimi vor allem durch seine überzeugend gezeichneten Charaktere, die beim Lesen reichlich positive und auch negative Emotionen wecken.
    Ein Buch, das während der Lektüre niemanden kaltlässt und einen auch noch lange über das Ende hinaus beschäftigt.

    Spannend und berührend zugleich, ein Klasse-Krimi, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

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    esposa1969s avatar
    esposa1969vor einem Jahr
    Familiendrama in Niederösterreich


    Klappentext:

    Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Als im Keller des Hofes das uralte Skelett eines Kindes entdeckt wird, müssen sie umdenken: Liegt das Motiv für die Tat weit zurück in der Vergangenheit?


    Leseeindruck:

    Mit "Sauglück" von Autorin A. Grager liegt dem Krimileser nach "Saupech", "Sautanz" und "Schlossteichleich" ein weiterer spannender Fall vor, in welchem Dorli Wiltzing und ihr Verlobter der Detektiv Freund Lupo Schatz ermitteln. Da ich sämtliche Vorgängerbände kenne, war es für mich einfach in den Schreibstil der Autorin einzutauchen und die Protagonisten wiederzuerkennen. Wie man dem Klappentext bereits entnehmen kann sollen die beiden den Mord an einem betagten Bauernehepaar aufklären. Irgendwie scheinen alle auf diesem Hof sowohl ein Motiv, als aber auch ein Alibi zu haben. Und dann wird auch noch ein Kinderskelett entdeckt. Welches schreckliche Geheimnis birgt der abgelegene Hof?

    Der Schreibstil liest sich absolut flüssig und leicht. Man taucht sofort ein in die Handlung, die einem - einmal begonnen - kaum mehr loslässt. Jeder der Figuren wird sehr detailliert und gut vorstellbar beschrieben. Unterhaltsame Dialoge mit östereichischem Dialekt bereichern die Geschehnisse und machen das Gesagte lebendig. Ein Glossar im Anhang erklärt die wichtigsten Begriffe.

    Von Anfang an beginnt man als Leser selbst zu kombinieren und zu recherchieren, hat Ahnungen und Vermutungen, aber dennoch bleibt die Handlung spannend bis zum Schluss. Die knapp 250 Seiten lassen sich fesselnd und kurzweilig.

    Das Cover ist passend zum Handlungsort gewählt. Ein Kriminalroman mit höchstem Spannungswert!


    @ esposa1969

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    VeroGs avatar

    Dorli Wiltzing und Lupo Schatz, das gegensätzlichste Ermittlerpaar Niederösterreichs, soll in seinem vierten Fall den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Doch obwohl Erpresserbriefe gefunden werden, hat weder die Polizei Erfolg bei den Nachforschungen, noch finden Dorli und Lupo irgendwelche Hinweise auf den Täter.

    Nicht gerade hilfreich ist, dass die Bewohner des Gutes selbst miteinander mehr schlecht als recht auskommen. Als dann feststeht, wer der Erbe ist, gehen die Wogen hoch und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch dieser seines Lebens jetzt nicht mehr sicher sein kann. Dorli und Lupo nehmen vorübergehend Quartier im angeschlossenen alten Gasthof.
     
    Doch es gibt einen weiteren Toten aus dem Kreis der Familie und in einem bislang zugemauerten Teil des Kellers wird ein Jahrzehnte altes Babyskelett gefunden. Die Ermittler müssen sich die Frage stellen, ob sie nicht in eine ganz falsche Richtung ermittelt haben. Welches schreckliche Geheimnis aus der Vergangenheit verbirgt sich hinter der Fassade des abgelegenen Hofes? Welche Verbindung gibt es zu den aktuellen Morden? Und welche Rolle spielen die einstigen Pflegekinder, die in der Nachkriegszeit hier untergebracht waren?

    Doch die Nachforschungen erweisen sich als schwierig. Mögliche Zeugen sind bereits verstorben, andere können oder wollen sich nicht erinnern. Selbst die Aufzeichnungen der staatlichen Stellen sind mangelhaft und es gibt nur wenige Insider, die sich in den alten Archiven noch zurecht finden.
    Der bisher härteste Fall für Dorli und Lupo.

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