Veronika Vattrodt

 4 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von Veronika Vattrodt

Cover des Buches So lange bin ich vogelfrei. (ISBN: 9783401065502)

So lange bin ich vogelfrei.

 (15)
Erschienen am 01.07.2010
Cover des Buches Der Tod kriegt mich nicht (ISBN: 9783401068985)

Der Tod kriegt mich nicht

 (6)
Erschienen am 08.08.2013
Cover des Buches Plötzlich war ich im Schatten (ISBN: 9783401065847)

Plötzlich war ich im Schatten

 (4)
Erschienen am 01.01.2012

Neue Rezensionen zu Veronika Vattrodt

Cover des Buches Der Tod kriegt mich nicht (ISBN: 9783401068985)

Rezension zu "Der Tod kriegt mich nicht" von Veronika Vattrodt

Erschreckend ehrlich
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Cover:
Ich finde, dass Lisas Blick sehr viel Stärke ausstrahlt und das passt für mich sehr gut zu dem Titel. 

Meinung:
Seit ich „Gegen die Angst“ gelesen habe und mich selbst dazu entschlossen habe, Stammzellenspender zu sein, interessiere ich mich für Bücher, die von Leukämie handeln. Sie müssen nicht unbedingt immer autobiographisch sein, aber ich bin während meiner Suche über dieses Buch gestolpert und wollte es dann lesen.
Lisa ist 16 und erkrankt an Leukämie. Es beginnt ein Chemo-Marathon, der von vielen Begleiterscheinungen geprägt ist, die alles andere als schön sind. Nebenher erhält man Einblick in die Gedankenwelt von Lisa.
Zu Beginn muss ich sagen, dass ich es sehr seltsam finde, dass Lisa schon von Kindheit an der felsenfesten Meinung war, dass sie definitiv Leukämie bekommen würde, seit sie einen Film darüber gesehen hatte. Damit kann ich schwer umgehen und kann noch immer nicht so recht einordnen, was das eigentlich über sie aussagt.
Letztendlich erkrankt sie dann an dieser Krebsart und da sie Leukämie im fortgeschrittenen Stadium hat, beginnt sofort die Chemo.
Lisa erklärt sehr anschaulich und für Außenstehende nachvollziehbar, wie so eine Chemo abläuft. Sie rattert dabei nicht die medizinischen Fakten herunter, sondern geht darauf ein, was es wirklich heißt, dieses Medikament im Körper zu haben, was es mit deinem Körper macht. Dass die Haare ausfallen, ist dabei das kleinste Übel.
Teilweise zog sich mir beim Lesen der Magen zusammen und ich merkte, dass ich immer mehr Respekt vor diesem Teenager entwickelte, der kein normaler Teenager sein konnte. Wer solche Schmerzen und solche lebensbedrohlichen Situationen überstehen kann, sich in diesem Alter durchkämpfen kann, der hat einfach nur Respekt verdient.
Grausam war, nebenher immer wieder von der Schwangerschaft der Mutter zu lesen. Das Leben der einen Tochter steht auf der Kippe, während ein Neugeborenes auf dem Weg ist, das war ziemlich heftig. Auch für Lisa ist es nicht einfach, damit umzugehen und das wurde auch sehr gut deutlich.
Ein ziemlich großer Raum nimmt die Beziehung zwischen Lisa und ihrem Freund Tim ein, die alles andere als komplikationslos ist. Das fand ich für ihre Entwicklung wichtig, mich hat dieser Aspekt aber nicht so sehr interessiert, wie einige andere Handlungsstränge. Dennoch kam sehr gut zum Ausdruck, wie man in so einer Situation umgehen kann, wie man es besser nicht machen sollte. Kann man von jemandem erwarten, einem in so einer Situation beizustehen und bis an seine eigenen Grenzen zu gehen, so wie Lisas beste Freundin es tut? Oder muss man, auch wenn es wehtut, sich akzeptieren, dass manche Personen, so sehr man sie auch liebt, selber Angst haben und es einfach nicht können? Das sind Fragen, die man nicht mal eben beantworten kann und Einiges zum Nachdenken mit auf den Weg geben.
Am Anfang von jedem Kapitel werden Zitate von Lisas Freundin oder ihrer Psychologin aufgeführt, was ich gut fand. Dadurch, dass Lisa aus ihrer eigenen Perspektive erzählt, war es toll, von außen noch einmal einen Blick auf die Situation zu werfen und ein abgerundetes Bild zu erhalten.
Insgesamt fand ich das Buch aber ziemlich kurz. Man hätte hier und da Einiges besser erklären können, gerade was manche medizinische Dinge angeht. Ich denke, ohne mein Vorwissen hätte ich Einiges nicht verstehen können und das finde ich schade.
In der Mitte des Buches befinden sich einige Bilder und das erhöht noch einmal den autobiographischen Aspekt.

Fazit:
Die Autobiographie von Lisa ist ziemlich beeindruckend. Sie kämpft mit 16 gegen die Leukämie an und gibt nicht auf. Die Chemotherapien werden sehr gut beschrieben, jedoch haben mir hier und da einige medizinische Details gefehlt, die ohne Vorwissen vielleicht zu Verständnisproblemen führen können. Dennoch ist es ein Buch, was man sich, sofern man Interesse an dem Thema hat, zulegen sollte.

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Cover des Buches Plötzlich war ich im Schatten (ISBN: 9783401065847)G

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan
gurkevor 10 Jahren

Eigentlich gefällt es Ela in ihrer Heimat recht gut. Sie liebt ihre Großeltern, ihren Vater und ihre Mutter und natürlich auch ihre manchmal recht anstrengenden Geschwister. Ihr Leistungen in der Schule sind glänzend und sie fühlt sich einfach rundum glücklich und wohl. Doch eines Tages ändert sich alles in ihrem bis dato noch kurzem Leben. Aus irgendeinem Grund ist die Polizei hinter ihrem Papa her und er muss fliehen. Sein einziger Ausweg: Deutschland. Allerdings als Illegaler. Es dauert nicht lang, bis Ela auch gezwungen wird, als illegale in Deutschland zu leben. Mit gerade mal zwölf Jahren besteht ihr Leben nur noch aus einer für sie fremden Welt, einer anderen Kultur, einer neuen Sprache, einem Dasein ohne Freunde und vor allem: immer auf der Hut und auf der Flucht.
Das Schlimme - ihre Geschichte ist nicht einfach nur fiktiv, sondern bittere und traurige Realität.

Ela erzählt von Anfang an ihre eigene Lebensgeschichte. Es geht mit ihren Erinnerungen aus ihrer Kindheit in der Türkei los. Sie beschreibt herzergreifend ihre Gefühle. Dabei lässt sie nichts aus, sondern erzählt schonungslos von ihren Erlebnissen und von ihren Problemen und ihrer Liebe zu ihrem Land und vor allem auch ihre Treue ihrer Familie gegenüber.

Der Leser wird gezwungen über Dinge nachzudenken, die eigentlich ganz weit weg sind. Denn die Probleme mit illegalen Einwanderern ist keine Erfindung, sondern wahr. In "Plötzlich war ich im Schatten" erleben wir das Ganze auch mal von der anderen Seite und beleuchten bekannte Vorurteile ganz anders. Außerdem wird wieder einmal klar, dass viel zu oft Kinder die zu Unrecht Leidtragenden sind, wenn Erwachsene Fehler machen.

Das Buch selbst ist recht kurz und sehr schnell gelesen, haben aber dennoch bei mir sehr viele Gefühle geweckt. Ich konnte mich sehr gut in Ela hineinversetzen und habe meinen vollen Respekt vor ihr und wie sie ihr Leben gemeistert hat.
Ich finde es sehr positiv, dass sie ihre Geschichte veröffentlicht hat. Diese hat mich nicht nur sehr nachdenklich gestimmt, sondern ich möchte an dieser Stelle sagen, dass "Plötzlich war ich im Schatten" definitiv gelesen werden sollte.

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Cover des Buches Plötzlich war ich im Schatten (ISBN: 9783401065847)L

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan

Rezension zu "Plötzlich war ich im Schatten" von Ela Aslan
LenaBovor 10 Jahren

Inhalt: Ela ist 12 Jahre alt, als sie von der Türkei nach Deutschland fliegt. Dort warten bereits ihre Eltern und Geschwister die schon zwei Jahre zuvor aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Fortan sieht sich das Mädchen mit einer anderen Kultur und einer fremden Sprache konfrontiert. Doch das ist nicht das Schlimmste, mit dem sie zu kämpfen hat. Ela und ihre Familie leben als Illegale in Deutschland, ständig auf der Flucht vor deutschen Behörden.

Meine Meinung: Mit ‘Plötzlich war ich im Schatten – Mein Leben als Illegale in Deutschland’ ist diesen Monat der sechste und neuste Band der ‘Mein Leben…’ Bücher erschienen. Während ich von allen bisherigen Teilen bereits sehr ergriffen war, so übertrifft dieses Buch die bisherigen Bände in puncto Emotionalität um Längen.

‘Plötzlich war ich im Schatten’ ist chronologisch aufgebaut. Während Ela zunächst von ihrer sorgenfreien Zeit in der Türkei erzählt, wendet sich das Blatt recht schnell und sowohl Ela als auch der Leser sehen sich mit einer gefährlichen Zukunft voller Angst konfrontiert. Von einen Tag auf den anderen wird Ela von ihren Eltern in der Türkei zurückgelassen, wo sie fortan bei ihren Großeltern leben soll. Erst einige Zeit später soll sie ihrer Familie nach Deutschland folgen. Über die wahren Gründe für die Flucht ihrer Eltern nach Deutschland tappt der Leser genau wie Ela zunächst im Dunkeln und kann daher unheimlich gut mit der Protagonistin mitfühlen und eine Beziehung zu ihr aufbauen. Ela lässt von Beginn an einen tiefen Einblick in ihre Seele zu, was die emotionale Ebene noch weiter verstärkt.

Angekommen in Deutschland ist die Geschichte geprägt durch drei verschiedene Komponenten; Angst, Wut und Hoffnung.
Als illegale Einwanderer bestehen die ersten Jahre für die Familie Aslan aus purer Furcht. Immer wieder müssen sie von einem Ort zum anderen flüchten, sodass sie sich niemals wirklich zu Hause fühlen und richtig ankommen können. Besonders ergreifend ist dabei die Erzählweise Elas. Ihre Angst besteht nicht nur davor, von den deutschen Behörden aufgegriffen zu werden, sondern vielmehr darin, dass sich ihre gesamte Familie und vor allem ihr eigenes Leben so schlagartig geändert haben. Was für unsereins völlig selbstverständlich ist, ist für Ela pure Ungewissheit. Keiner kann ihr sagen, was die Zukunft ihr bringen mag oder ob sie jemals Freunde in Deutschland finden wird. Ela muss viel zu früh erwachsen werden, als ältestes Kind verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und ihre eigenen Wünsche und Ziele hinten an stellen. Ein solches Schicksal zu lesen, wenn man selbst eine wohlbehütete Kindheit hatte, hat mich persönlich sehr mitgenommen. Aufgrund der dramatischen Geschichte lernt man Kleinigkeiten im Leben wieder richtig zu schätzen.
Auch die Gefühle Wut und Zorn spielen in diesem Buch eine immer wiederkehrende Rolle. Ela fühlt sich zu Recht von ihren Eltern nicht ernst genommen. Einerseits ist sie alt genug, um Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister zu übernehmen, nicht selten sogar den Haushalt komplett allein zu schmeißen oder aber in Deutschland Behördengänge zu unternehmen. Andererseits wollen ihre Eltern Ela zunächst aber nicht erklären, wieso sie ihrer Heimat den Rücken kehren mussten. Aufgrund nicht ausgesprochener Differenzen lebt sich die Familie immer weiter auseinander. Jedes Familienmitglied verändert sich emotional, was die unterschiedlichsten Gründe hat.
Ela betont in ihrer Geschichte nicht nur die negativ prägenden Momente in Deutschland. Es gibt Menschen, die Ela und ihrer Familie unterstützend zur Seite standen und jahrelang für ihr Aufenthaltsrecht gekämpft haben. Familienmitglieder, die Kirche, Sozialpädagogen und neu gefundene Freunde sorgen für glückliche Zeiten in Elas Leben.

Durch ‚Plötzlich war ich im Schatten‘ wird einem deutlich gemacht, was es für Flüchtlinge bedeutet, ein neues Leben in einem fremden Land zu beginnen. Ela erzählt ihre Geschichte so detailliert, emotional und auf erschütternde Art und Weise, dass man als Leser nicht umhin kommt, tiefes Mitgefühl für die Protagonistin zu empfinden. Mir fehlen die Worte, um auch nur ansatzweise auszudrücken, als wie imponierend und stark ich die Protagonistin Ela während des Lesens empfunden habe.

Fazit: ‘Plötzlich war ich im Schatten’ geht unter die Haut, macht wütend, traurig, aber auch glücklich. Es ist unvorstellbar, dass ein junges Mädchen wie Ela in ihren jungen Jahren schon so viel härter kämpfen musste, als manch anderer Erwachsener in seinem gesamten Leben.

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