Die Majors Victor Montgomery Cornwall und Arthur St. John Trevelyan erzählen im zweiten Band ihrer Memoiren von ihren Bestrebungen in den Jahren 1952 bis 1974, ihren Erzfeind Gruber Hansclapp zu Fall zu bringen. Dieser versucht seit ihren gemeinsamen Collegejahren, das an ihm getane Unrecht durch die Beiden mittels Anschlägen auf ihr Leben und auf den von König George I. gegründeten berüchtigten Gentlemen's Club "Scoundrels" zu rächen. Neben dieser gefährlichen Jagd über mehrere Kontinente hinweg bekommen die beiden Spione noch den Auftrag, nach einer "Ratte" im Gentlemen's Club, hinter welchem sich eine mysteriöse Geheimdienstorganisation verbirgt, zu fahnden. Während einer Stasi-Weihnachtsparty in Ost-Berlin verliebt sich St. John in die Stasi-Agentin Margary Kreutz und ehelicht sie bald darauf... eine lebensgefährliche Entscheidung, in die auch ein raffiniertes kleines türkisches Mädchen namens Anais verwickelt wird. Das verwaiste Mädchen war St. John in Istanbul in die Quere gekommen und aus anfänglicher Abneigung entwickelte sich Respekt und Zuneigung und führte schlußendlich zur Adoption. Cornwall waren Ehe und Kinder während all der Jahre nicht vergönnt und so bringt er von einem Einsatz im Kongo einen Babygorilla mit, den er Titus tauft und der mit den Jahren zu einem gewaltigen Silberrücken heranwächst und die Position eines Sohnes einnimmt... Und so steuern Victor, Arthur, Anais und Titus mit den Jahren einer gewaltigen Konfrontation entgegen, die sich verlustreich entlädt...
Der zweite Band der Trilogie fällt etwas gemäßigter aus als der Erstling, spart aber keineswegs mit aberwitzigen und recht schrägen Ideen und Situationen, die ebenfalls hart an der Grenze zum Geschmacklosen balancieren. Doch gerade diese überbordende Rücksichtslosigkeit machen die abstrusen Abenteuer dieser pensionierten Spione zu einem Lesegenuss für Freunde brachialen Humors im Stile von "Monty Phyton", "Austin Powers" oder auch der originalen "Nackten Kanone". Die Autoren Duncan Crowe und James Peak toben sich hier wieder mit großer Freude aus und vermitteln gekonnt in Form von Briefen und Tagebuchnotizen der beiden Protagonisten eine Hassliebe par excellence... Die Figuren - allen voran das türkische Waisenmädchen Anais - sind schön entwickelt und vielschichtige Charaktere und nach all den haarsträubenden Turbulenzen und skurrilen Situationen schafft es das Autoren-Duo mit der kurzweiligen und straffen Art zu schreiben im Finale, beim Leser die emotionale Saite zum klingen zu bringen... Betrübt schließt man das Buch... nicht nur wegen des Verlusts, sondern weil die 22 Jahre dieses Bandes flugs vorbei waren.




