Victor Hugo

 4,2 Sterne bei 932 Bewertungen
Autor von Der Glöckner von Notre Dame, Les Miserables und weiteren Büchern.
Autorenbild von Victor Hugo (©Gemeinfrei)

Lebenslauf

Das soziale Gewissen Frankreichs: Der französische Schriftsteller und Politiker Victor-Marie Hugo wurde am 26. Februar 1802 in Besançon geboren. Er hatte eine schwierige Kindheit zumal sein Vater Joseph Léopold Sigisbert Hugo als Hoher Militär häufig abwesend war und seine Mutter Sophie Trébuchet sich deshalb von ihrem Ehemann entfremdete. Nach der Trennung seiner Eltern lebte er zwar bis zu seinem 13. Lebensjahr mit seinem Bruder Eugène bei seiner Mutter in Paris, aber sein Vater beschloss, nachdem sein älterer Bruder Abel zurückgekehrt war, ihn mit seinen zwei Brüdern in ein Privatinternat zu geben. Bei einem Dichterwettbewerb erkannte Hugo seine Bestimmung, er wollte nach dem Vorbild Chateaubriands Schriftsteller werden, zumal er schon sehr früh das Schreiben für sich entdeckt hatte. Er gründete 1819 mit seinen Brüdern eine literarische Zeitschrift die "Le Conservateur littéraire", die auch einen politischen Zweck hatte. 1820 erschien sein erstes erzählerisches Werk. Zu den bekanntesten Werken Hugo´s zählt das Theaterstück "Les Miserable-Die Elenden" und der Roman "Der Glöckner von Notre Dame". Nach dem Tod seiner Mutter und der Wiederverheiratung seines Vaters, heiratete Hugo 1822 die neunzehnjährige Adèle Foucher, seine heimliche Verlobte und Freundin aus Kindertagen. Sie hatten fünf Kinder, von denen nur die letztgeborene Adele Victor Hugo überlebte. Weil er sich gegen den Staatsstreich aussprach, mit dem sich Bonaparte am 2. Dezember 1851 zum Präsidenten auf Lebenszeit ausrief wurde er ins Exil verbann und lebte mehrere Jahre auf den englischen Kanalinseln. Hugo kehrte erst nach dem Tod Napoleons wieder nach Frankreich zurück und lebte 15 weitere Jahre bis zu seinem Tod am 22.Mai 1885 in Paris.

Neue Bücher

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Der Glöckner von Notre-Dame (Graphic Novel)

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Alle Bücher von Victor Hugo

Cover des Buches Der Glöckner von Notre Dame (ISBN: 9783734729041)

Der Glöckner von Notre Dame

 (309)
Erschienen am 11.05.2015
Cover des Buches Der letzte Tag eines Verurteilten (ISBN: 9783257212341)

Der letzte Tag eines Verurteilten

 (95)
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Les Misérables - Die Elenden

 (46)
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Die Elenden, 3 Bde.

 (29)
Erschienen am 01.01.1983
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Die lachende Maske

 (19)
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Der lachende Mann

 (10)
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Die Arbeiter des Meeres

 (7)
Erschienen am 06.04.2018

Neue Rezensionen zu Victor Hugo

Cover des Buches Der Glöckner von Notre Dame (ISBN: 9783734729041)
Hexe2208s avatar

Rezension zu "Der Glöckner von Notre Dame" von Victor Hugo

Paris im 14. Jahrhundert.
Hexe2208vor 20 Tagen


Quasimodo ist der Glöckner von Notre Dame. Als Kind wurde er auf Grund seines Aussehens weg gegeben und von einem barmherzigen Priester aufgezogen.


Quasimodo ist seit kurzem von einem jungen Mädchen fasziniert. Esmeralda. Eine junge Zigeunerin, die mit ihrer Ziege auf den Plätzen von Paris tanzt.


Aber nicht nur Quasimodo ist von ihr fasziniert sondern auch der Erpriester...



Das das Buch im 18. Jahrhundert geschrieben wurde, merkt man schon. Zwischenzeitlich hatte ich so meine Probleme in den Flow zu kommen. An sich hat die Geschichte um Quasimodo und Esmeralda alles was man braucht. Liebe, Intrigen und Freundschaft.


Ich fand das Buch ganz ok. Hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen aber man konnte es gut lesen.

Cover des Buches Der Glöckner von Notre Dame (ISBN: 9783734729041)
RattusExlibricuss avatar

Rezension zu "Der Glöckner von Notre Dame" von Victor Hugo

Zwischen Mitleid, Schrecken und Bauphilosophie - Interessantes, sehr dramatisches Stilkonglomerat, für das man oft einen langen Atem braucht.
RattusExlibricusvor einem Monat

Kategorie: Historischer Roman |Drama |Gesellschaft und Politik |Literarische Tragödie |Menschliche Konflikte |Psychogramm | Essayartiger Roman

Besonderheit: Jedes „Buch“ des Gesamtwerks (teilt sich in 11 Bücher mit weiteren Unterkapiteln) hat einen ganz eigenen Grundton und Schwerpunkt, so dass das Buch laufend zwischen Genres zu wechseln scheint – sehr interessant und abwechslungsreich zu lesen, mitunter aber auch recht anstrengend, wenn das Buch einem kritischen Baugeschichtsessay mit philosophischen Zügen gleicht. Etwas Derartiges habe ich wirklich noch nie erlebt.

Persönliche Notiz: Völlig naiv (kenne keine der modernen Adaptationen und Verfilmungen) bin ich an dieses Buch herangegangen und das war mit Sicherheit gut so! Nach allem, was man hört, sind die Differenzen groß. Ich bin mit alten/ausschweifenden Büchern vertraut und trotzdem fiel es mir manchmal zwischenzeitlich schwer, am Ball zu bleiben. Es gibt zwar moderne Bearbeitungen, in denen die „Architekturkapitel“ gekürzt sind, jedoch würde ich dringend davon abraten! Sie gehören zum Buch dazu und sind – so zäh sie auch sein können – ein Schlüssel für manche Hintergrundströmung im Buch. Man muss bedenken, dass Hugo mit dem Buch der Kirche und der Architektur ein Denkmal setzen wollte und viel Zeit in die Recherche des (schon damals) historischen Romanes gesteckt hat. Da ist man ihm in meinen Augen ein bisschen langen Atem schuldig. Dem Buch wird immer Feindlichkeit gegen einzelne Personengruppen (z.B. Roma oder Frauen) vorgeworfen. Abgesehen von dem Maße, das im historischen Kontext gegeben ist, habe ich das nicht übermäßig wahrgenommen, das Buch hat eher eine generell Misanthropische Haltung, auch Parisern und auch Männern gegenüber.

Worum dreht sich die Handlung?: Vorweg sei gesagt, dass im Buch etliche Kapitel vorkommen, die nicht (oder nur sehr indirekt) zur eigentlichen Haupthandlung beitragen. Ich werde hier nur Bezug auf handlungsstiftende Kapitel werfen.

Die Kirche von Notre-Dame erhebt sich hoch über das Paris des Mittelalters. An ihrer Fassade lässt sich die Geschichte der Menschen ablesen, die sie über die Jahrhunderte hinweg gebaut haben. In ihrem Inneren herrscht ein seltsam zeitloses Reich – sie ist die Zufluchtsstätte Quasimodos, des tauben, verwachsenen Glöckners, der es aufgegeben hat, dazugehören zu wollen, eines Findelkindes des Archdiakons. Doch auch der düstere, geheimnisvolle Archdiakon hat in ihren Gemäuern seine geheimen, alchimistischen Kammern. Paris ist auch die Heimatstadt von Gringoire, dem erfolglosen Tragödiendichter, der durch einen Zufall unter die Vogelfreien gerät, Jehan Frollos, des vorlauten Studenten und kleinen Bruders des Archdiakons, Esmeraldas, der schönen Tänzerin mit der klugen Ziege aus der unteren Gesellschaftsschicht, die ihre unbekannten Eltern sucht, Phoebus, einem Soldaten und Windbeutel und weiterer seltsamer Gestalten, wie der von Gram und Bitternis erfüllten Büßerin, die in einem Kellerloch haust und einen seltsamen Hass auf Kinder zu haben scheint. Die Wege all dieser Gestalten kreuzen und verflechten sich mehrfach und zeigen dabei die Tragik des menschlichen Daseins auf. Stände kreuzen die Klingen, metaphorisch aber auch ganz real. Wahnsinnige Gefühle und Besessenheiten bringen die Menschen zum Äußersten. Und über allem schweben Fragen nach Vergangenheit, Herkunft, Zukunft und Menschlichkeit der Charaktere und eine immer näherkommende politische Umwälzung…

Große Themen im Hintergrund: Besessenheit | Tragische Schicksale | Standesunterschiede im Mittelalter / soziale Ungerechtigkeit | Menschlichkeit und Misanthropie | Bauhistorie und Kultur, Denkmalschutz

Teilbewertung (Legende *= hat mich nicht überzeugt, **= ausbaufähig, ***=solide/gut zu lesen, ****= sehr gut/klare Empfehlung, *****= exzellent/schwer zu erreichen):


  1. Handlung ***

Die Handlungsstränge sind vielfältig, gut verwoben und gefallen mir gut. So unterschiedlich sie sind, werden sie immer wieder von den gleichen Grundthemen durchzogen (Zugrunde gehen an Emotionen, Besessenheit, Misanthropie v.s. Menschlichkeit, Wankelmut der Masse, soziale Ungerechtigkeit, psychische Abhängigkeit). Die Geschichte verfolgt unterschiedliche Charaktere und erhält jedes Mal eine ganz andere Grundnote / Kernthemen, die zu den jeweiligen Charakteren passen. Gerade am Anfang werden sehr viele Details und Informationen eingestreut, die das Filtern nach später relevanten Bestandteilen etwas schwer machen können. Die Bau- und Architekturkapitel und Essays sind teils sehr interessant (auf jeden Fall mal etwas anderes und man merkt Herrn Hugos Begeisterung) aber teilweise (gerade am Anfang) auch harter Tobak (man kaut lange an so einer Stadtbeschreibung, selbst wenn sie irgendwo interessant ist). Gerade im Handlungsverlauf werden Figuren stark herausgearbeitet und beeindruckende Innenschau unternommen, die dunklen Seiten werden nicht verteidigt, aber sehr gut und fast schon schmerzhaft genau erklärt und reflektiert. Kritikpunkte: Teils sind die Handlungsstränge leider etwas vorhersehbar und vor allem in einem Fall (Esmeralda, die auf der Straße Ahnung vom Leben und von Leuten erworben haben sollte, handelt völlig untypisch blauäugig und unheimlich naiv) ist das Handeln eines Charakters inkongruent mit seinem Hintergrund. Bei einem ausgeklügelten Plan am Ende (doppelte und dreifache Finten) wurde leider viel Potential verschwendet, obwohl ich so etwas normalerweise sehr mag. Irgendwie wurde an den falschen Stellen gerafft, das Ganze blieb etwas undurchsichtig und hätte auch spannender sein können. Dafür war es natürlich wieder sehr tragisch.

Achtung: Die Geschichte strotzt vor Tragik. Ich habe damit kein Problem, aber wer da Empfindlich ist, sollte gewarnt sein. Außerdem möchte ich hier eine Triggerwarnung aussprechen: Ab einem gewissen, recht späten Punkt wird das Buch sehr deutlich in der Schilderung von Gewalt. Ich hatte das nicht erwartet und habe es dann hingenommen, aber es war für mich nahe der Schmerzgrenze, was den inflationären Gehalt und die Sinnlosigkeit im Handlungsrahmen angeht. Es wird rechtzeitig angekündigt, aber man sollte das Buch, wenn man da sensibel ist, mit Vorsicht behandeln.

Das Buch will monumental sehr viel auf einmal unter einen Hut bekommen (menschliche Tragik, Bauphilosophie und politische Kritik) und schafft es überraschend gut. Kann mir aber vorstellen, dass es für so manchen Leser damit vielleicht überladen/sprunghaft wirkt. Die Essays mögen auch nicht jedermanns Sache sein, aber die darin enthaltenden Gedanken sind ungewöhnlich und interessant, wenn auch manchmal etwas moralisierend oder wehleidig.

 

  1. Aufbau ***°

Kleine Abzüge gibt es (neben den zäheren Stellen) auch dafür, dass die (teils etwas vorhersehbaren) Handlungsstränge erst sehr spät zusammenlaufen. Dann aber rasant und mit Knalleffekt. Allerdings war das Ende für mich dann doch etwas zu beschleunigt. Generell beschleunigte sich die Handlung ab der Hälfte des Buches mit jedem Kapitel. Das Ende ist fulminant und eindeutig an das klassische Tragödienschema angelehnt, dabei aber auch (wie viele Stellen des Buches) sehr berührend.

Die Kapitel sind gemixt. Handlungskapitel stehen neben Essays, eher humorvolle Kapitel neben sehr tragischen, leichte neben schweren. Und auch innerhalb der Kapitel schwankt es oft schnell zwischen Misanthropie und Hoffnung. Für mich hat das eindeutig geholfen, die Spannung zu erhalten.

Die „Bauphilosophie“-Kapitel sind eindeutig die Herzensangelegenheit des Autors (der damit auch eine Welle des Denkmalschutzes angestoßen hat). Daher nehmen sie viel Platz ein und machen gerade die erste Hälfte des Buches etwas langatmig. Wobei man die Begeisterung des Autors schon mitbekommt und sie an manchen Stellen fast schon ansteckend ist. Ich kann aber nicht leugnen, dass gerade das dritte „Buch“ sehr anstrengend zu lesen ist.

 

  1. Charakterzeichnung ****

Die Charakterzeichnung ist wohl die größte Stärke des Buches. Die Charaktere sind unglaublich vielschichtig und vielseitig, es wird Wert auf Details und Vergangenheiten gelegt und ausführliche Innenschau betrieben. Innerhalb des Buches geschehen heftige innere Prozesse und der Autor beweist ein großes Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Charakteren. Sowohl die lichten als auch die düsteren Seiten werden furchtlos und lebendig beschrieben, bösartiges Verhalten aber auch klar als solches eingeordnet. Dabei darf jeder Charakter einmal glänzen und der Stil passt sich ganz natürlich an den „Star“ des Kapitels an. Neben Einzelpersonen werden auch innere Dynamiken von Menschenmassen/gruppen mit viel Scharfsicht erfasst. Standesunterschiede und die Zwänge der vermeintlich glücklichen Reichen aber auch die Not der Armen werden wiederholt dargestellt, anhand von Einzelpersonen wird dieses Lebensgefühl greifbar. Massenhysterie wird glaubhaft geschildert.

Wieder handelt es sich also an einen bunten Mix an Beschreibungen, der anstrengend, aber unglaublich interessant zu lesen ist. Neben dieser starken Charakterzeichnung fallen die Essay- und Philosophiekapitel leider fast ein bisschen ab. Aus den kaputten Charakteren und ihren Dynamiken ergeben sich teilweise fast schon groteske Beziehungsdynamiken, die aber erschreckend real wirken. Nur ein paar mal erscheinen die Handlungen der Charaktere leider zu überspitzt, zu heftige Einstellungswendungen oder Naivität haben mich hier leider etwas enttäuscht. Da diese Stellen aber zeigen sollen, was Gefühle und Besessenheit mit Menschen anstellen können verstehe ich den Sinn, sie einzubauen, auch wenn sie auf mich (im Kontrast zur Elaboriertheit des restlichen Werkes) plump wirkten. Achtung auch hier wieder: Es wird düster.

 

  1. Sprache und Stil ***°

Jedes Kapitel oder Buch hat seinen eigenen Stil. Von Essay über Krimikomödie hin zu Psychogramm, Gesellschaftssatire, Beziehungsgeschichte, „Agententhriller“ und Tragödie – es war absolut beeindruckend! Ebenso die Sprache, die vor allen nach hinten hin immer mehr Finesse gewinnt und einen sehr feinen Zynismus/Humor beinhaltet, der im gesellschaftlichen und politischen Bereich immer wieder doppelte Böden öffnet und der misanthropischen Grundeinstellung Hoffnung beimischt. An jeder Ecke des Buches lauern Spitzfindigkeiten. Vor allem in den Essaykapitel aber auch sonst wird der Leser persönlich adressiert, was vor allem an den moralisierenden Stellen der Bauphilosophie etwas unangenehm war. Das Buch strotzt vor Anspielungen und enthält vor allem am Anfang unglaublich viele Details und Aneinanderreihungen, die es auch Leuten, die mit dieser Art von Büchern vertraut sind, eher schwer machen, gut folgen zu können. Dies steht im starken Kontrast zu so mancher sehr atmopshärischer Szene – dieses Buch ist sehr vielseitig. Mit der Lesererwartung wird ab und an gekonnt gespielt. Die Dramatik wird an anderen Stellen breit ausgetreten, bleibt dabei aber berührend.


  1. Zielgruppe(n)

Man sollte für dieses Buch Zeit, geistige Kapazitäten und einen langen Atem mitbringen (vor allem für die Architekturkapitel !). Es empfiehlt sich auf jeden Fall, auch die anstrengenderen Kapitel aufmerksam zu lesen. Man sollte Tragik mögen oder zumindest akzeptieren und auch auf die Passagen, die Gewalt beinhalten, vorbereitet sein. Definitiv kein Buch, das leicht zu lesen ist! Der Stilmix macht es anstrengend zu lesen, aber auch sehr abwechslungsreich. Diese Abwechslung sollte einem liegen, ebenso, dass die Fäden lange Zeit oft nur sehr lose nebeneinander liegen. Wenn man schon weiß, dass man kein Interesse an den Architekturessays hat, ist das Buch eindeutig nicht geeignet. Gerade nach hinten hin eine Achterbahn der Gefühle und trotz deutlich vorhandener Hoffnung nicht unbedingt Träger eines positiven Menschenbilds – nichts für „Wohlfühlleser“. Achtung: Entgegen verbreiteten Klischees keine Liebesgeschichte. Wer die detaillierte Schilderung auch düsterer Charakterzüge und -entwicklungen mag, kommt vor allem in der zweiten Hälfte deutlich auf seine Kosten.

 

  1. Fazit ***°

Bunt stilgemixtes und daher spannendes aber oft langatmiges Buch, das eine Vielzahl von Genres und Schwerpunkten in sich vereint, daher schwer zu bewerten. Manche Kapitel fand ich phantastisch, einige durchschnittlich und manche sogar schwach. Ausschweifende „Bauphilosophie“ und detaillierte Beschreibungen von Städten und Gebäuden finden sich neben aufwühlenden, düsteren Charakterinteraktionen, politischen Spitzfindigkeiten und der humorvollen Beschäftigung mit Standesunterschieden. Die Fäden laufen spät zusammen. Am Anfang sehr langsam, am Ende sehr rasant. Schlägt einen weiten Bogen und lebt von der (meist) sehr authentischen und immer sehr gut ausgearbeiteten Zeichnung vieler verschiedener und sehr vielschichtiger Charaktere. Tolle Sprache, interessante Hintergrundgedanken und ein sehr feiner zynischer Humor. Die direkte oft moralisierende Adressierung des Lesers in den „Baukapiteln“ sowie die ausschweifende Art dort sind gewöhnungsbedürftig. Buch insgesamt bemerkenswert, aber bestimmt nicht einfach zu lesen und die Eignung für den entsprechenden Leser / die entsprechende Leserin hängt stark vom jeweiligen Kapitel ab.

Cover des Buches Der Glöckner von Notre Dame (ISBN: 9783734729041)
S

Rezension zu "Der Glöckner von Notre Dame" von Victor Hugo

Notre Dame de Paris und Glöckner von Notre Dame
sKnaerzlevor 2 Monaten

Der französische und der englisch/deutsche Titel sind widersprechen sich, aber beide beschreiben die beiden Seiten einer Medaille. Der Glöckner von Notre Dame bezieht sich auf die tragische Geschichte von  Quasimodo, Esmeralda und dem düsteren Mönch Frollo und hier erweist sich Hugo als genauer Schildere von sehr unterschiedlichen Charakteren, die vom Schicksal verfolgt werden und die sich unwillentlich gegenseitig in den Untergang treiben.

Notre Dame ist der Titel eines Gesellschaftsromans des Mittelalters, eine Fülle von Massenszenen, Satire auf die Justiz (und man ist sich ziemlich sicher, Hugo meint seine Gegenwart), und ein Plädoyer die Schönheit der Gotik zu entdecken und die Kathedralen als Baudenkmäler zu erhalten.

Diese Fülle macht den Roman selbst zu einer Art gotischen Gebäudes, es gibt viel zu Entdecken, viele Themen werden angeschlagen, man kann lachen und weinen, man kann sich über einige Längen auch ziemlich langweilen aber am Ende ist es ein großer Roman.

Gespräche aus der Community

Kleine Leserunde zu "Der Glöckner von Notre-Dame", keine Verlosung und kein Versand, Start 01.März

86 Beiträge
S
Letzter Beitrag von  sKnaerzlevor 2 Monaten

Das überzeugt mich nicht ganz, aber so halbwegs, besonders dass Jehann eine Schelmenhafte Figur ist.

Auf geht´s nach Paris!
41 Beiträge
Kopf-Kinos avatar
Letzter Beitrag von  Kopf-Kinovor 8 Jahren
"Der Glöckner von Notre Dame" - im September wollen wir in der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" uns diesem Werk von Victor Hugo von 1831 zuwenden. Eine klassische Geschichte, die Grundlage für zahlreiche filmische Adaptionen war. Nun lasst uns ergründen, was das Original zu sagen hat - über das schöne Mädchen und das bucklige Biest...

Die Leserunde startet wie immer am 1.9. - macht Euch vorher schon mal in der Plauderecke warm ;)

Bitte in Kategorien posten und die Beiträge in den Leseabschnitten mit Spoilerhaken versehen!
375 Beiträge
disadelis avatar
Letzter Beitrag von  disadelivor 9 Jahren
Spät aber besser als nie nun auch meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Victor-Hugo/Der-Gl%C3%B6ckner-von-Notre-Dame-1185646440-w/rezension/1204419976/ Herzlichen Dank nochmal für die Leserunde, die mir wieder sehr gut gefallen hat.

Zusätzliche Informationen

Victor Hugo wurde am 25. Februar 1802 in Besançon (Frankreich) geboren.

Community-Statistik

in 1.657 Bibliotheken

auf 201 Merkzettel

von 67 Leser*innen aktuell gelesen

von 18 Leser*innen gefolgt

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