Victor Hugo 1793

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Inhaltsangabe zu „1793“ von Victor Hugo

Victor Hugo zählt zu den bedeutendsten Autoren der europäischen Literatur. Er gilt als Mitbegründer der französischen Romantik und schuf mit Der Glöckner von Notre Dame (1831) und Les Misérables (1862) zwei der berühmtesten Historienromane. In seinen Erzählungen verarbeite er häufig die Kritik an den herrschenden Verhältnissen in Frankreich. So schrieb er in Les Misérables: \"Eine Gesellschaft, die das Elend, eine Religion, die die Hölle, eine Humanität, die den Krieg zulässt, erscheinen mir als minderwertige Gesellschaft, Religion und Humanität\".§Auch als politischer Autor und Aktivist fand Hugo großen Zuspruch, wenngleich sich seine Position im Laufe der Jahre stark veränderte: Unterstütze er zunächst noch royalistische Gruppierungen, machte er später durch sozial engagierte und linksliberale Ideen auf sich aufmerksam und wurde aufgrund seiner Kritik an Napoleon III. 1851 sogar ins Exil gezwungen.§Ungeachtet seiner streitbaren Positionen und den zum Teil sehr experimentellen und grotesken Elementen in seinen Werken, schaffte Hugo es schon zu Lebzeiten, die Massen für sich zu begeistern. Er übte großen Einfluss auf nachfolgende Generationen von Schriftstellern aus, und seine literarische Bedeutung reicht weit über das 19. Jahrhundert hinaus. Mit Ausnahme der bekannten Werke wird er heute jedoch nur noch wenig gelesen, und viele seiner Texte sind leider nahezu in Vergessenheit geraten. §Der Roman 1793 schildert einen der Höhepunkte der Französischen Revolution: die Terrorherrschaft im Schreckensjahr 1793. In seiner letzten großen Erzählung zeigt Hugo, welche Auswirkungen die politischen Umwälzungen dieser Zeit auf das Leben der betroffenen Menschen hatten und hinterfragt die Motive und Errungenschaften der französischen Revolutionäre. (Quelle:'Flexibler Einband/23.05.2014')
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  • Rezension zu Victor Hugo, 1793

    1793

    DiagramLajard

    30. December 2014 um 20:01

    Es gibt bösen Kitsch und es gibt guten Kitsch, und das hier ist guter Kitsch. Wie auf hoher See die losgerissene Kanone  im Bauch des Schiffes hin- und herrollt und ein Loch in die Bordwand zu brechen droht, wie alle Bauern sich um ihren steckbrieflich gesuchten Grafen scharen, nicht, um ihn zu verraten, sondern weil sie ihn zu ihrem General machen wollen, wie die Kinder im brennenden Schloss eingesperrt sind, und als klar ist, dass niemand sie mehr retten kann, die Mutter die Szene betritt - man glaubt, das wäre nicht mehr zu steigern, doch dann kommt der Bösewicht, der den einzigen Schlüssel hat, gewissensgepeinigt doch noch zurück, auch wenn er weiß, dass er hingerichtet werden wird ... Dicker geht es eigentlich nicht mehr. Man liest das zumeist als guilty pleasure, amüsiert sich unter seinem Niveau. Mit der Französischen Revolution hat das alles gar nichts zu tun, das sind Seefahrerabenteuer, Sehnsucht einer Mutter, die Belagerung einer Burg, usw.: So lasen sich also Historicals vor 140 Jahren ... aber, GROSSES aber: Dann gibt es da noch die lange Passage über Paris zur Zeit der Revolution: Kaum Handlung, eher Reportage, Schilderung, Wortgemälde - wenn man das gelesen hat, kann man sich manches Sachbuch zum Thema sparen. Und es kommt noch besser: Eine Aufzählung aller namhaften Abgeordneten des Konvents, immer mit einer kleinen Anekdote, einem Zitat, einer treffsicheren Charakterisieung: Das geht, mordsgescheit, über Seiten und Seiten. Nur ein Abgeordneter bekommt keine Erläuterung, denn den kennt man: "Und dann war da Robespierre". Dieser mittlere Teil hat enorm viel mit der Französischen Revolution zu tun, und das, sowie die Tatsache, dass Hugo letztlich doch auf der Seite der Revolutionäre steht, obwohl die eigentlichen Helden zumeist Königstreue sind, gibt dem großen Kitsch am Anfang und am Ende dann doch noch eine Verankerung in echter literarischer Qualität.  

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  • 1793 oder die Verschwörung in der Provinz Vendée

    1793

    Justitia93

    11. May 2014 um 00:46

    Dies ist mein dritter Roman von Hugo (zuvor habe ich "Les Misérables" - nebenbei genauso großartig wie dieser hier - und "Der Glöckner von Notre-Dame" gelesen) und ich muss sagen: Schon nach zwanzig Seiten war ich so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Durch viele Beschreibungen gelingt es Hugo, Atmosphäre und Dichte zu schaffen. Seine Charaktere sind vielschichtig und handeln nicht einmal entgegen ihrer angelegten Persönlichkeit (was bei vielen Romanen leider der Fall ist). Die Spannung bleibt bis zum Ende bestehen und das Ende hat mich, zugegebenermaßen, aufgewühlt. Nebenbei bringt Hugo seine politischen Meinungen zum Ausdruck, die ich für absolut nachvollziehbar halte und mit denen ich konform gehe. Für heutige Leser ist es naturgemäß schwerer als für damalige, seitenlange Ausführungen über bestimmte Gebäude oder Gebiete zu lesen, die mich persönlich nicht gestört haben - im Gegenteil, die ich auch als Bereicherung für das sogenannten "Lokalkoleriert" empfand. Eine klare Kaufempfehlung für anspruchsvolle Leser, die spannende, dichte, historische Romane mögen. (Ich habe eine ältere Ausgabe gelesen als die hier angegebene, ISBN: 3-404-13744-2, für diejenigen, die nicht bewandert sind, was die Französische Revolution angeht, dürfte es dieser Ausgabe wohl an hilfreichen Anmerkungen fehlen, jemand, der sich gut bis sehr gut damit auskennt, wird wie ich keine Probleme haben, zu folgen. Die Übersetzung war solide.)

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