Leserpreis 2018
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101844

vor 2 Jahren

Auf geht´s nach Paris!

Autor: Victor Hugo
Buch: Der Glöckner von Notre-Dame

Kopf-Kino

vor 2 Jahren

Hallo zusammen, ich freue mich riesig auf die gemeinsame Leserunde; fing heute in aller Frühe bereits an, auf des Glöckners Spuren zu wandeln. :)

Da wir vermutlich mit unterschiedlichen Ausgaben lesen werden, müssten wir noch eine Lösung finden, um die Leseabschnitte zu bestimmen - oder?
Mein Vorschlag wäre (sofern sich Seitenanzahl und/oder Kapitelaufteilung ähneln), im jeweiligen Abschnitt die ersten und letzten Sätze als Anhaltspunkte festzulegen.

Meine (wunderschöne) Ausgabe in Kunstleder mit Goldprägung aus dem Lingen-Verlag umfasst 55 Kapitel auf 430 Seiten.

101844

vor 2 Jahren

"Seht her! Hört her! Heute sind wir alle froh, denn wir lesenvictor Hugo!"

Bonjour! ...^^ konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Heute geht es dann los! Was ist denn so euer Lesetempo? Schaffen wir drei Kapitel die Woche oder möchtet ihr lieber nach Seitenzahlen gehen?

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Kopf-Kino

vor 2 Jahren

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Achtung, Spoiler, da zu Ende gelesen:

Puh, mich nahm das Ende ebenfalls sehr mit, auch ich hätte damit nicht gerechnet. Viele Handlungen bzw. Szenen ließen mich ebenfalls zu Gestiken und Mimiken hinreißen, 101844: Kopfschütteln, Händeringen und so weiter. Emotional konnte mich der Roman - vor allem gen Ende hin - sehr mitreißen, was ich dem Roman anrechne. Ebenso gelungen finde ich, dass mir so gut wie kein Charakter gänzlich sympathisch war; alle hatten ihre Schwächen, nicht sogar Abgründe: Esmeralda, das gütige, aber liebesblind-naive Mädchen, Phöbus, der (sucht euch ein passendes Schimpfwort aus ^^), Quasimodo, eine tragische, aber dennoch gewalttätige Figur, Frollo, der mit sich selbst Ringende, aber von Eifersucht und Macht Geblendete.... ach, es gibt so viele.

Für meinen Geschmack schrammte der Roman ein paar Mal gerade noch so am Kitsch und Pathos vorbei, die eine oder andere Ausschweifung fand ich eher ermüdend. Schade fand ich außerdem, dass Hugo meinte, seine Fliege-Spinne-Netz-Metapher erklären zu müssen. Das hätte er dem Leser getrost zutrauen dürfen. ;)
Positiv fand ich jedoch
> die gut durchdachte Figuren
> die bildhaften Beschreibungen bzw. der Schreibstil allgemein
> das plastische Pariser Sittengemälde des Mittelalters (nun ja, beim kritischen Maiskuchen weiß ich nicht, inwiefern dies der Übersetzung geschuldet ist...)
> die unerwarteten Wendungen
> die Gesellschaftskritik
> Hugos Humor

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen...
Summa summarum gebe ich dem Roman 4 Sterne, was bei mir "gut" bedeutet. Am liebsten hätte ich dem Buch wohl 3,5 Sterne gegeben, aber das geht ja leider nicht. Bin auf eure Bewertung und Begründungen bereits sehr gespannt.

101844

vor 2 Jahren

Frollo ist auch für mich kein Antiheld. Dafür das er so sehr gebildet war, war er für mein Empfinden schrecklich realitätsfremd. Und das spiegelt auch das Mittelalter wieder. Belesene und intelligente Mönche, hinter Klostermauern verschanzt, theoretisch über vieles im Bilde aber fern ab jeder realität. Dazu dann natürlich der religiöse Fanatismus. Auch eine gewisse blinde Leichtgläubigkeit, die mich persönlich sehr abstößt. Sehr egozentrisch und überheblich.

Esmeralda war mir zu naiv. Das grenzte ja schon an Wahnsinn. Oder ich bin einfach schon zu erwachsen^^ Ihr kindliches "Ich will nicht" kurz vor ihrem Tod rührte mich sehr an.

Quasimodo finde ich am gelungensten dargestellt! Genauso stelle ich mir jemanden in seiner Situation und mit seinen Eigenschaften vor.

Gringoire war mir zu seelenlos. Außer der Ziege, sorgte der sich doch um rein gar nichts. Hatte er anfänglich noch Prinzipien was seine Theaterkunst betrifft, so gab er diese völlig auf und fügte sich schlicht und einfach in sein neues Leben. Fand ich wenig glaubwürdig.

Ich schließe mich dir an, Kopf-Kino, dass mir keine der Figuren sympathisch wurde. Vielleicht am ehesten noch die Ziege^^

Kopf-Kino

vor 2 Jahren

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@101844

Frollo fand ich als Charakter - aufgrund der inneren Zerissenheit - sehr interessant, ebenso das Verhältnis zwischen ihm und Quasimodo. Der Vergleich mag hinken, aber irgendwie fühlte ich mich hierbei an 'Frankenstein' erinnert.

Oh weh, die Szene von Esmeraldas Ende ließ mich ebenfalls schwer schlucken, ebenso die Schildung von der Reaktion ihrer Mutter. Harter Tobak.

Ja, Quasimodo war eine tolle Figur! Ebenso die Darstellung, wie sehr doch die Pariser Bevölkerung sein Glockenspiel, quasi seine Stimme, liebt und ihn gleichzeitig aufgrund seines Aussehens verabscheut. Klassische Tragik vom Feinsten - meiner Meinung nach.

Nun ja, Gringoire sorgte sich in erste Linie nur um sich, würde ich sagen. Seine Darstellung fand ich deshalb glaubhaft, da er in meinen Augen der Prototyp eines Opportunisten ist (mit einem merkwürdigen Hang zu einer Ziege^^).

Haha, deine Aussage bzgl. Djali finde ich sehr treffend. Unterschreibe ich so. :'D

Claudia_Poesie

vor 2 Jahren

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Habe das Buch nun heute auch beendet und kann euch nur zustimmen.
Ich finde der Autor hat die Charaktere sehr detailliert ausgearbeitet, auch wenn am Ende mir keine sympatisch (ich schließe mich an und favorisiere die Ziege :D)
Am sympathischsten und von dem ich immer gerne mehr gelesen habe war Quasimodo (trotz seiner Brutalität).
Am Anfang war ich fasziniert von Esmeralda und fand sie sogar sehr erwachsen und stark... doch ihre Liebe zu dem Hauptmann fand ich auch zu naiv und konnte sie am Ende gar nicht nachvollziehen. Ich finde es schade, dass sie die Verlogenheit und Falschheit nicht mal am Ende eingesehen hat.
Die extreme Liebe von Gringoire zur Ziege und dass er sie anstatt Esmeralda gerettet hat, habe ich nicht ganz verstanden (obwohl die Ziege auch am besten fand).
Insgesamt muss ich aber sagen, dass den Roman sehr spannend fand und gerne gelesen habe, auch wenn ich zunächst erst schwierig rein kam und am Anfang mich nicht richtig ins Gesehen einfühlen konnte.

Kopf-Kino

vor 2 Jahren

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@Claudia_Poesie

An und für sich fand ich es ganz gut, dass Hugo Esmeralda eine Schwäche zuschrieb, da ich ihre "strahlende Erscheinung" (im Roman ist, glaube ich, von "Licht" die Rede oder so) ansonsten zu kitschig gefunden hätte. Gleichzeitig ging mir aber diese Naivität irgendwann auf den Senkel. ^^ Gerade in Punkto Liebe ähneln sich Esmeralda und Quasimodo sehr: sie ist bei beiden sowohl aussichts- als auch selbstlos. Zieht man noch Frollo (bei dem letzterer Punkt definitiv nicht zutrifft) hinzu, bedeutet die Liebe für alle drei Verderben bzw. den Tod. Noch weiß ich nicht, inwiefern ich es amüsant finden soll (fällt mir angesichts der Tragik der letzten Seiten etwas schwer), dass Phoebus quasi mit der Ehe "bestraft" wird.

Hm, das mit Gringoire und der Ziege las ich einerseits als weitere humorvolle bzw. bizarre Einlage und andererseits als einen weiteren Hinweis darauf, dass Gringoire sich nicht um andere Menschen schert und ein eiskalter Charakter ist - schließlich verrät er sogar seine Lebensretterin und hat mehr Mitleid mit der Ziege. Was für ein Typ!

101844

vor 2 Jahren

@Kopf-Kino

Die Ehe zwischen den beiden oberflächlichen Menschen als Strafe fand ich mega witzig! *ggg

Kopf-Kino

vor 2 Jahren

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@101844

Ja, nachdem ich die ganze Tragik etwas verdaute, kann ich darüber mittlerweile auch lachen. Wenn ich da an die neu gewonnene Schwiegermutter denke... weia. :'D

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