Nach einem Angriff der Soldaten des gefürchteten Roten Königs wird die junge Akrobatin von ihrer Zirkusgruppe getrennt. Doch der Gaukler Petie nimmt das Mädchen bei sich auf. Er verspricht ihr Freiheit, wenn sie ihm bei seinen Plänen behilflich ist. Freiheit bedeutet Timkim alles, denn in ihrer Welt ist sie durch ein Halsband an ihren Herrn gefesselt. Doch kann sie Petie, ihrem neuen Herrn trauen? Und ist sein Unterfangen, den Roten König zu stürzen, überhaupt realisierbar?
Denn der Rote König ist ein Herrscher mit eisernen Hand, der keine Gnade kennt und seine Untertanen tyrannisiert. Seine wirksamste Waffe ist eine Krankheit, die er dort verbreitet, wo seine Gesetze nicht befolgt werden...
Gemeinsam mit einem zahmen Bären und einem frechen Affen machen sich Petie und Timkin auf die Reise zum Roten König. Auf ihrer Reise nähern sich die beiden an und entfernen sich wieder. Sie trennen sich und finden sich. Sie lachen und sie weinen. Und schlussendlich bestehen sie das grösste aller Abenteuer. Gemeinsam.
Die Geschichte von Victor Kelleher bleibt nach einem etwas langsamen Einstieg durch und durch spannend. Petie ist ein geheimnisvoller Character, selbst der Leser weiss nicht, was er von ihm halten soll. Ob Petie Timkin nur Gutes tun will, oder ob er sie bloss ausnutzt. Timkin ist hin und her gerissen und verhält sich auch oft so. So wirkt sie manchmal etwas launisch und wie ein kleines Mädchen, doch kann man auch gut mit ihr mitfühlen.
Die beiden tierischen Begleiter der Gruppe frischen die Geschichte, die zum Teil sehr düster ist, auf. Ebenso nehmen sie in der Geschichte eine wichtige Rolle ein. Durch den kleinen Affen herrscht ein gewisses "Pippi-Langstrumpf-Flair".
Die Welt, in der Kelleher den Leser entführt, masst mittelalterlich an. Technische Geräte werden nicht erwähnt und die Gruppe ist mit einem einfachen Wagen unterwegs. Jedoch gibt es verschiedene Aspekte, die leicht ins Fantasygenre abdriften, so z.B. die Krankheit, die der Rote König verbreitet, oder Timkins Halsband.
Das Buch ist ein spannendes Jugendbuch für 10-12-Jährige. Der Schreibstil ist einfach und passt zur Geschichte. Die Geschichte ist sehr speziell und, trotz mancher Stereotype (frecher Affe, starker Bär), weitab von Standardlektüre und somit auch für ältere Leser geeignet, die man ein etwas anderes Buch lesen möchten.





