Victor Lodato

 3,7 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor von Mathilda Savitch, Honey und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Victor Lodato, in Hoboken, New Jersey geboren, studierte an der Rutgers University und ist Mitglied der Dramatist Guild of America. Für seine erfolgreichen Theaterstücke hat er unter anderem Fellowships der Guggenheim Foundation und des National Endowment of Arts erhalten, sowie zahlreiche Preise, unter anderem vom Kennedy Center Fund for New American Plays. Mathilda Savitch ist sein erster Roman. Victor Lodato lebt in Tuscon, Arizona, und in New York.

Alle Bücher von Victor Lodato

Cover des Buches Honey (ISBN: 9783406846069)

Honey

(22)
Erschienen am 20.02.2026
Cover des Buches Mathilda Savitch: Roman (ISBN: B004VLHG60)

Mathilda Savitch: Roman

(6)
Erschienen am 22.11.2010
Cover des Buches Mathilda Savitch (ISBN: 9780385669818)

Mathilda Savitch

(49)
Erschienen am 03.08.2010
Cover des Buches Edgar and Lucy (ISBN: 9781786698131)

Edgar and Lucy

(1)
Erschienen am 13.12.2018
Cover des Buches Mathilda Savitch (ISBN: 9783833306549)

Mathilda Savitch

(1)
Erschienen am 15.09.2011

Neue Rezensionen zu Victor Lodato

Cover des Buches Edgar and Lucy (ISBN: 9781786698131)
Federfees avatar

Rezension zu "Edgar and Lucy" von Victor Lodato

Federfee
Heartbreaking novel about love and loss and the power to survive

Ich habe den Titel in Englisch geschrieben, denn leider ist das Buch noch nicht übersetzt, aber es lohnt sich, diese 645 Seiten zu lesen, auch wenn man nicht jede Vokabel versteht. Es ist eine dramatische Familiengeschichte mit einem kleinen Thriller-Element, denn es geht auch um die Entführung eines Kindes. Mehr darf ich aber nicht verraten, denn das Buch lebt u.a. von einer permanenten Spannung, etwas Unheilvollem, das über dem Ganzen liegt und den Leser permanent in Atem hält. Zudem erfahren wir nach und nach durch kurze Rückblenden, die aber flüssig eingearbeitet sind, was mit dieser Familie los war und ist. Also alles in allem eine faszinierende Mischung, die auf keiner Seite Langeweile aufkommen lässt.

Wir gewinnen tiefe Einsichten in die komplexen Charaktere der Personen, wobei vieles ungesagt bleibt und sich für den Leser durch ihr Verhalten erschließt.

Es geht um die Familie Fini, italienischstämmige Amerikaner in New Jersey, die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten und weiter müssen. Wer ‘Honey’ gelesen hat - Honey Fasinga tritt hier übrigens als Nebenfigur auf - kennt Florence, die Großmutter. Pio, ihr Mann, ist schon gestorben und - schlimmer noch - auch ihr einziger Sohn Francesco, auch Frankie genannt, lebt nicht mehr. Er litt an einer psychischen Erkrankung (Schizophrenie? Paranoia?) und hat sich selbst das Leben genommen. Zurück blieben seine Frau Lucy, die allzu jung Mutter geworden war und der Sohn Edgar Allan (nach Poe benannt), jetzt 8 Jahre alt, ein Albino, der sich seines Andersseins bewusst ist und der im Gegensatz zu seiner Mutter sehr erwachsen wirkt. An seinen Vater kann er sich nicht erinnern - er war ein Baby, als es passierte - aber Lucy kämpft noch immer mit dem Trauma des Verlusts und versucht mit One-Night-Stands ihre große Liebe zu Frankie zu vergessen. Sie wirkt verwirrt und verzweifelt, was auch mit ihrer Vergangenheit zu tun hat.

Der feinfühlige, liebenswerte Edgar beobachtete das alles und fühlt sich von seiner Mutter ungeliebt und vernachlässigt. Zum Glück gibt es die Großmutter, die in fast abgöttischer Liebe an dem kleinen Jungen hängt und ihm Sicherheit und Liebe gibt. Doch als sie stirbt, gerät das Leben von Edgar & Lucy aus den Fugen…

Aber es kommt noch schlimmer: ein dramatisches Ereignis lässt den Leser Schlimmstes befürchten. Und das bleibt so bis kurz vor Schluss, eine atemlose Spannung auf hohem literarischen Niveau, atmosphärisch dicht geschildert, ganz nah an den Personen. Dazu trägt auch der ständige Perspektivenwechsel bei, der uns Leser tief in die Personen blicken lässt.

Wie es weiter geht, wie es endet, muss jeder selbst lesen. Ich kann für mich nur sagen: ein unerwartetes Lese-Highlight zum Jahresende, das trotz der Schwere der Themen und trotz der englischen Sprache leicht und flüssig zu lesen ist udn zudem noch mit lyrisch anmutenden Naturbeschreibungen punktet.

Victor Lodato hat nach eigenen Angaben zehn Jahre an diesem Buch geschrieben. Ich hoffe, dass es bald übersetzt wird und wünsche ihm viele Leser. Wer nicht so lange warten will und einigermaßen Englisch kann, dem kann ich das Buch nur dringend ans Herz legen.

Cover des Buches Mathilda Savitch (ISBN: 9783406590740)
Maza_e_Keqes avatar

Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato

Maza_e_Keqe
Interessante Geschichte, verwirrend und anstrengend erzählt.

Mathilda Savitch und ihre Eltern trauern seit einem Jahr um Helene, Mathildas knapp 17-jährige Schwester. Sie wurde von einem Unbekannten vor den Zug gestoßen.


Es gibt viele schöne und auch treffende Sätze und Zitate, die mir gut gefallen haben. Auch die Geschichte ist inhaltlich interessant und vielseitig. Allerdings fand ich den Stil von Mathilda als Ich-Erzählerin anstrengend zu lesen. Sie springt immer wieder zwischen den Zeitformen und in den Geschehnissen. Ein Zitat von ihr beschreibt es sehr treffend: "Wenn man eine Schwester hat, die gestorben ist, sind alle Zeiten kaputt."


Das Thema Trauern wird behandelt, weil Mathildas (und Helenes) Eltern ganz anders mit dem Verlust umgehen, allerdings nichts wirklich erklärt wird. Auch die seltsame Freundschaft Mathildas ihrem Nachbarsjungen und zu ihrer Klassenkameradin Anna fand ich irgendwie merkwürdig.


Laut Klappentext ist Mathilda 13 Jahre alt. Das kommt ungefähr mit meiner Einschätzung hin. Allerdings macht es sie nicht sympathischer. Sie ging mir größtenteils ziemlich auf die Nerven. Mit einer anderen Erzählerfigur hätte ich die Geschichte sicher mehr genießen können.

Cover des Buches Honey (ISBN: 9783406822421)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Honey" von Victor Lodato

Dr_M
Rache oder Vergebung?

Aus gutem Grund lese ich Klappentexte und andere manipulative Werbung für Bücher erst, wenn ich die Lektüre hinter mir habe. Dass es hier um Rache oder Vergebung geht, wurde mir nicht gleich klar. Vielmehr habe ich ziemlich lange gerätselt, was das eigentlich für eine eigentümliche, aber gleichwohl geradezu hervorragend geschriebene Geschichte ist. Zwar habe ich beim Lesen weder geweint, noch gelacht und schon gar nicht geschrien, wie manch einer das von sich behauptet, aber dieser Roman hat etwas Besonderes.

Es ist Honey Fasinga mit ihrer Lebenshaltung, die diese Faszination ausmacht. Dass man mit 82 noch lustvoll sein und dabei die ganze Bandbreite ausnutzen kann, erschließt sich vielleicht Menschen aus der jüngeren Generation nicht. Aber auch sie werden einmal alt sein. Und hoffen, dass sie einen Partner wie Honey haben.

Es kann in diesem Zusammenhang nicht ausbleiben, dass sich auch dieser Autor dem Zeitgeist beugt. Denn dass man angeblich im falschen Körper geboren wird, scheint offenbar auch an italo-amerikanischen Mafia-Familien nicht vorbeizugehen. Wenn es sich dabei allerdings um einen Sohn des Bosses handelt, droht der Weltuntergang. Honey steckt mitten in diesem Drama, das sie anfangs ebenso wenig versteht wie der Leser. Der Autor baut das mit großer Geschicklichkeit in seine Geschichte ein, wobei man sich am Ende des Eindrucks nicht erwehren kann, dass es eigentlich genau darum ging.

Was bei mir von diesem Roman aber vermutlich hängen bleiben wird, ist nicht dieser Teil der Geschichte, sondern Honey selbst, denn sie wird mit einer Eindringlichkeit geschildert, dass man glaubt sie schon lange zu kennen. Wirklich faszinierende Menschen sind sehr selten. Honey ist eine solche Figur. Man würde sie aber nicht so in Erinnerung behalten, wäre nicht das Resultat eines unglaublichen erzählerischen Vermögens des Autors.

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