Victor Lodato

 3.4 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von Mathilda Savitch, Mathilda Savitch: Roman und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Victor Lodato

Victor Lodato, in Hoboken, New Jersey geboren, studierte an der Rutgers University und ist Mitglied der Dramatist Guild of America. Für seine erfolgreichen Theaterstücke hat er unter anderem Fellowships der Guggenheim Foundation und des National Endowment of Arts erhalten, sowie zahlreiche Preise, unter anderem vom Kennedy Center Fund for New American Plays. Mathilda Savitch ist sein erster Roman. Victor Lodato lebt in Tuscon, Arizona, und in New York.

Alle Bücher von Victor Lodato

Mathilda Savitch: Roman

Mathilda Savitch: Roman

 (5)
Erschienen am 22.11.2010
Mathilda Savitch

Mathilda Savitch

 (49)
Erschienen am 15.09.2011
Motherhouse

Motherhouse

 (0)
Erschienen am 01.03.2010
Mathilda Savitch

Mathilda Savitch

 (0)
Erschienen am 15.09.2009

Neue Rezensionen zu Victor Lodato

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Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato

Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato
VanaVanillevor 7 Jahren

Es gibt so furchtbar viele schreckliche Dinge auf der Welt. Terror, Trauer, Zombies und Leute, die andere vor Züge schubsen. So, wie man es mit Mathildas Schwester Helene gemacht hat, die niemals älter als sechszehn wurde. Aber hinter ihrem Tod verbirgt sich viel mehr, als Mathilda zuerst vermutete und so beginnt für sie eine vergebliche Suche nach den Resten ihrer Schwester, die ihre Eltern so vehement vergraben wollen.

Mathilda Savitch ist eine durch und durch besondere Protagonistin, die der Leser nicht so leicht vergessen soll. Ehrlich und ohne Umschweife versucht sie im gleichnamigen Roman ihre Gefühle und Gedanken so gut wie es eben geht zu beschreiben und behält dabei immer ihren kindlichen Charme. Ziemlich gut gelingt es dem Autor dabei nie zu reif zu wirken und stets eine gewisse Naivität an den Tag zu legen, die das Mädchen, trotz der tiefsinnigen Eingebungen, nie zu erwachsen wirken ließen.

In ihrer Erzählung versucht Mathilda über das Älterwerden zu sprechen, über ihre Eltern, ihre Freunde und ihren Hund Luke, aber wie soll sie sorglos über sie reden, wenn doch täglich der Tod ihrer älteren Schwester an ihr nagt, von der sie sich nie verabschieden durfte. Verzweifelt, traumatisiert und verängstigt taumelt sie durch ihr kompliziertes Leben und findet nirgendwo den Halt, den sie bräuchte. Absichtlich kränkt sie ihre Mitmenschen, um deren Reaktionen zu sehen und geht dabei des Öfteren so weit, dass sie Gefühle und Seele der anderen verletzt, nur um ihr Ziel zu erreichen. Nur sehr langsam scheint sie einen Ausweg aus dieser misslichen Lage zu finden, der sie direkt durch Helenes Vergangenheit führt.

Wer beim (alten) Klappentext des Buches eine Detektivgeschichte erwartete und auf Spannung hofft, der sei hier schon einmal gewarnt. Mathilda Savitch deckt zwar verborgene Geheimnisse auf, die auch Helenes Tod erklären, aber eigentlich erzählt der Roman von einem jungen Mädchen, was versucht mit der verzweifelten Frage Wie kann so viel Liebe und so viel Hass auf ein und derselben Erde existieren? zurecht zu kommen. Dabei analysiert die Protagonistin zwar sich und ihre Umgebung, übernimmt aber niemals die Rolle einer kleinen Kriminalistin, sondern bleibt ein trauerndes Mädchen auf der Suche nach Antworten.

Mein Urteil:

Mathilda ist eine außergewöhnliche Heldin, die den Leser durch eine bewegende Geschichte führt, wie man sie nur selten liest. Dabei reist er durch die erschütternde Psyche eines verstörten Kindes und bleibt auch von den grausamsten Wahrheiten nicht verschont.
Für mich eine Mischung aus Extrem laut und unglaublich nah und Vor meinen Augen.
Achtung: Tränenreich!

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Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato

Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Mathilda Savitch, 13 Jahre, nach dem Tod ihrer älteren Schwester Einzelkind, klug, neugierig und mit einer erschreckend nüchteren Sicht auf die Dinge. Mathilda, die sich seit dem Tod von Helene (Schwester) um sich selbst kümmern muss. Ihre Eltern stehen auch ein Jahr nach dem schrecklichen Tag noch unter Schock. Mathilda erzählt uns ihre traurige Geschichte, wir bekommen Einblicke in ihre Vergangenheit, sehen schöne Zeiten, als die Familie noch zusammen war und dann holt uns Mathilda in die erschreckende Gegenwart zurück. Tote Schwester, saufende Mutter, zu viel arbeitender Vater und sie mitten drin, zusätzlich zu dem ganzen Schlamassel kommen noch die ganzen "normalen" Nöte einer pubertierenden Jugendlichen.

Fest davon überzeugt, dass ihre Schwester einst vor einen Zug gestoßen wurde, macht sie sich daran die Wahrheit herauszufinden. Schritt für Schritt kommt sie dem näher und greift oftmals unübliche Methoden auf. Mit jeder neuen Erkenntnis, tritt Mathilda etwas mehr aus dem Schatten ihrer Schwester.

Mathilda Savitch ist ein packender Jugendroman, durch die Erzählweise in Ich-Form fühlt man zwangsweise mit der ungewöhnlichen Protagonistin mit. Sie ist 13, der Übergang von Mädchen zu Frau. An vielen Stellen wird einem das bewusst, manchmal könnte Mathilda eben auch 70 sein, eine Frau vom Leben gezeichnet. Charmant mit der richtigen Würze Zynismus kann man Mathilda nur lieb haben und hoffen, dass die Familie die schweren Zeiten bald hinter sich lässt.

Ich hoffe bald mehr von dem Autor zu lesen.

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Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato

Rezension zu "Mathilda Savitch" von Victor Lodato
vielleichtsagerinvor 8 Jahren

Naseweis wie Flavia de Luce und knallhart wie Wednesday Addams. Darf ich vorstellen: Mathilda Savitch. Im seinem gefeierten Debütroman schickt Lodato die 13-Jährige auf die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester Helene und zeigt berührend auf, "was der Tod mit Menschen macht". Sechs Jahre soll der US-amerikanische Stückeschreiber für dieses kleine Meisterwerk gebraucht haben. Zum Resultat möchte man ihn am liebsten persönlich beglückwünschen und dazu ehrfurchtsvoll ausrufen: Chapeau!

Auf eine Inhaltsangabe werde ich hier verzichten. Die Rezensenten vor mir haben diesbezüglich gute Arbeit geleistet :) Stattdessen ein paar persönliche Anmerkungen und Eindrücke:

Helenes Tod und Mathildas obsessive Suche nach dem vermeintlich Mörder ihrer Schwester stellen im Roman den thematischen Rahmen dar, innerhalb dessen Mathilda weitere schmerzhafte und zugleich notwendige Erfahrungen widerfahren. Dies als kleine Anmerkung, um keine falschen Erwartungen zu wecken. Mathilda Savitch ist mehr als ein Krimi!

Sprachlich und in Sachen Spannungsaufbau hat Lodato wirklich großartige Arbeit geleistet. Diese kleine, von Mathilda erinnerte Szene aus einem Film (oder auch nicht) veranschaulicht recht deutlich, wie der Roman funktioniert:

"Pferde rennen übers Land. Viel Staub und keine Menschen. Ganz wie in der Wüste. Die Pferde rennen dem Horizont entgegen, aber in Wirklichkeit ist es eine Klippe. Das erste Pferd geht über den Rand, und die anderen folgen. Eine Sekunde lang rennen sie in die Luft, eine Sekunde lang glaubt man, die könnten fliegen. Aber dann fallen sie. Sie stürzen ab. Es sind mindestens hundert Pferde, vielleicht tausend."

Die Handlung rast über die gesamte Romanlänge auf einen unsichtbaren Höhepunkt zu. Und wenn man als Leser diesen überschritten hat, hinterlässt der frei Fall ein ziemlich flaues Gefühl im Magen. Aber auch Freude über die Aussicht auf ein bisschen Glück für Mathilda. Und vielleicht ein Quentchen Liebe.

Fazit: Liebe leser, lasst Euch von dem Umschlag nicht täuschen. So leichtfüßig wie das Mädchen auf dem Cover kommt dieser bemerkenswert reife Jugendroman nicht daher. Kunstvoll zelebriert Lodato die Leichtigkeit der Schwere und schafft es, dem Leser widersprüchliche Emotionen auf ein und derselben Seite abzuringen. Unkonventionell und schön.

Ausführlichere Besprechung mit Zitaten und Hintergrundinfos wie immer in meinem Blog :)

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