Victor Pouchet

 2,9 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Victor Pouchet

Victor Pouchet, 1985 in Paris geboren, wuchs in der Region Paris auf. Er studierte an der École Normale Supérieure in Lyon, und promovierte über Stendhal.  Heute lehrt er moderne Literatur; Warum die Vögel sterben ist sein erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Victor Pouchet

Cover des Buches Warum die Vögel sterben (ISBN: 9783827013774)

Warum die Vögel sterben

 (7)
Erschienen am 19.03.2019
Cover des Buches Pourquoi les oiseaux meurent (ISBN: 9782363390851)

Pourquoi les oiseaux meurent

 (0)
Erschienen am 07.09.2017

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Cover des Buches Warum die Vögel sterben (ISBN: 9783827013774)Dajobamas avatar

Rezension zu "Warum die Vögel sterben" von Victor Pouchet

Fahrt auf der Seine
Dajobamavor 2 Jahren

Warum die Vögel sterben – Victor Pouchet

 

Wer hier anhand des Titels und des Klappentextes einen spannenden Abenteuerroman erwartet, wird enttäuscht sein.  Denn es handelt sich vielmehr um die Ansammlung von Abschweifungen und Überlegungen eines Studenten, der des Arbeitens an seiner Diplomarbeit leid ist und sich stattdessen lieber mehr oder weniger halbherzig auf die Suche nach der Ursache für den Regen toter Vögel an den Ufern der Seine macht.

 

Ein seltsamer Roman. Da fährt der Protagonist mir einem Senioren-Ausflugs-Schiff die Seine hinunter, sinniert über vom Himmel gefallene Vögel, sein zerrüttetes Elternhaus und verliert sich immer wieder in allerlei Abschweifungen, wie den biblischen Plagen, bei denen er seine Forschung beginnt. Oder eine Lachswanderung, zurück zur Quelle, mit denen er seine Reise gen Heimat vergleicht. Dies ist mal unterhaltsam, mal weniger. Um immer wieder auf die Vögel zurückzukommen, die in der Nähe seines Heimatortes zu Boden fielen. Dabei ist der Erzähler durchaus selbstkritisch. Ihm ist bewusst, dass er keine Ahnung von Vögeln hat, doch er fühlt sich gerade dadurch bestätigt, dass die Allgemeinheit, die Vogelregen ignoriert. 

 

"Meine ornithologischen Kenntnisse waren dürftig, und mein Instinkt konnte mich trügen. (...) Ich hoffte darauf, dass die Dunstschwaden der Seine mich in eine hellsehende Pythia verwandeln würden, in einen glaubwürdigen Propheten, der die Vorzeichen und Vogelschauen deuten und die himmlischen Fingerzeige erkennen konnte." Seite 51

 

Die Sprache ist teils geradezu unbeholfen, einfach und direkt, dann wieder poetisch bis übertrieben schwülstig. Dieser Wechsel soll wohl die etwas ambivalente Persönlichkeit des Protagonisten ausdrücken, der sich gerade in etwas hineinsteigert.  

 

Insgesamt eine hochinteressante Grundidee, doch in der Umsetzung wurde viel Potential verschenkt, gerade in der zweiten Hälfte gibt es beträchtliche Längen und wenig Fortschritt. Weder in der Sache der Vögel, noch in der Entwicklung des Protagonisten. Dazu ist der Roman etwas mühsam und anspruchsvoll zu lesen.

Eingeschränkte Leseempfehlung. 

 

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Cover des Buches Warum die Vögel sterben (ISBN: 9783827013774)sar89s avatar

Rezension zu "Warum die Vögel sterben" von Victor Pouchet

Die Selbstsuche
sar89vor 2 Jahren

Es war irgendwie ein bisschen belanglos, obwohl schön geschrieben. Herr Pouchet, vermutlich der junge Victor selbst ,erschüttert die Tatsache, dass es plötzlich tote Stare vom Himmel regnet. Ja, mich würde das auch interessieren und erschüttern aber  Pouchet geht dem so extrem ziellos und träge nach. Die Vögel fallen in seiner Heimatregion vom Himmel, dort, wo er schon lange nicht mehr war. Also geht es dann eher um Vergangenheitsbewältigung und die Tatsache, dass er es zu nichts im Leben gebracht hat und ewiger Student ist. Wegen seinem zeillosen Leben verlässt ihn auch seine langjährige Freundin. Er hat ein Stipendium, das er wohl verlieren wird, weil er seine Doktorarbeit nicht schreibt. Dafür schreibt er über Vogelregen in ein Notizheft. Pouchet kommt aus einem zerstrittenen Elternhaus. Von der Mutter erfährt man wenig. Der Vater war ein guter Vorleser aber teilweise auch ein Spieler aber er hat stets die Familie versorgt. Der ältere Bruder zieht möglichst schnell raus. Pouchet geht nach Paris. Dann zieht es ihn wegen der toten Vögel wieder weg aber sein Vater ist auf Reisen. Bald fallen in anderen Weltregionen auch Vögel vom Himmel aber das Buch hört dann auf. Es bleibt alles vage, hat also quasi in einer schönen Sprache ins Nichts oder zu Nichts geführt. Ich fand das einfach nicht befriedigend auch wenn es nur 188 Seiten waren. Ich habe dann schon gern irgendein Ergebnis. Leider entwickelt sich Pouchet in dieser Zeit auch nicht weiter. Er tritt immer noch ziellos an Ort. Ich finde es auch nicht unbedingt philosophisch. Da schreibt ein Christoph Poschenrieder um vieles philosophischer und besser.  Alles in allem war es mir zu wenig, zu vage, zu träge, zu wenig grotesk um mich zu fesseln, zu wenig philosophisch um richtig mitzudenken und zu reflektieren, zu wenig Entwicklung des Protagonisten und zu viel dahingerede. Es gibt 3 Sterne, da es mich jetzt nicht genervt hat und eigentlich nett geschrieben ist aber nicht mehr.

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Rezension zu "Warum die Vögel sterben" von Victor Pouchet

Die ideale Form
Brivor 2 Jahren

Als in seiner an der Seine gelegenen Heimatstadt Bonsecour ein mysteriöses massenhaftes Vogelsterben verzeichnet wird, erinnert sich der in Paris lebende Ich-Erzähler Victor Pouchet an ähnliche Vorkommnisse aus seiner Jugendzeit. Anders als die Allgemeinheit, die kaum von diesem Massensterben Notiz nimmt, sieht er darin ein Zeichen und macht sich auf den Weg, um die Gründe für das Phänomen zu lüften. Ganz Wissenschaftler der er ist, natürlich auch anhand mitgeführter Literatur, die ihm einen Überblick über ähnliche Szenarien über Jahrhunderte und geographische Bereiche hinweg vermittelt. Sein bereits in der Kindheit entwickeltes ornithologisches Wissen dient ihm als Grundlage. Seine Erkenntnisse hält er im von ihm sogenannten Tote-Vögel-Heft fest. Die Reise, die er auf einem Kreuzfahrtschiff auf der Seine antritt, führt ihn nicht nur zu etwas hin. Sie ist auch ein wenig Flucht vor seiner gescheiterten Beziehung und der im Entstehen begriffenen Doktorarbeit.

Auf seiner Spurensuche trifft er unterschiedlichste Menschen, die mal mehr, mal weniger interessiert an seinem Vorhaben sind. Da er seiner Heimatstadt und damit dem Elternhaus und seinem noch dort lebenden Vater, der seit Tagen nicht erreichbar ist, immer näher kommt, tauchen aus seinem Langzeitgedächtnis immer wieder bruchstückhafte Erinnerungen auf, die alle in irgendeiner Art und Weise mit zwischenmenschlichen Beziehungen verknüpft zu sein scheinen. Wie die Seine die Landschaft in der Normandie in großen Schleifen durch schlängelt, die Reise durch Ausflüge und Sehenswürdigkeiten unterbrochen wird, so mäandern auch Pouchets Gedanken und der Roman selbst scheint ebenso mosaikhaft zusammengesetzt zu sein. Ob sich am Ende ein stimmiges Bild ergibt, lässt sich zu keiner Zeit erahnen.

Victor Pouchets Debüt erinnert in der Konzeption an François-Henri Désérables Roman Ein gewisser Monsieur Piekielny. Während Désérable es hervorragend beherrscht, das Konzept der Vielschichtigkeit der Themen und Ebenen literarisch umzusetzen, gelingt es Pouchet nicht durchgängig, sein ambitioniertes Vorhaben konsequent durch zu ziehen. Ab und an scheint es sogar, als ob er selbst - wie auch der Ich-Erzähler - nicht so genau weiß, wohin die Reise eigentlich führen soll und was sein Thema ist.

" [...] in der Hoffnung einen sinnvollen Zusammenhang herzustellen. Daraus die Logik und Entstehungsgeschichte herauszuarbeiten wurde zur Bewährungsprobe. Warum mache ich das alles? Mir fielen ausschließlich Synonyme für die Wörter Angst und Untätigkeit ein. ich versuchte, ihr von meiner vernachlässigten Doktorarbeit zu erzählen, dann von meinem Vater, und dann stotterte ich richtig drauflos, weil ich ihr das Projekt zu einem Abenteuer darlegen wollte, das ja möglicherweise, weißt du, also ... "

Mal scheint es die ökologische Krise zu sein, die im Mittelpunkt steht, dann wieder das Leben eines in Vergessenheit geratenen autodidaktischen Naturforschers - ein Namensvetter des Ich-Erzählers und des Autors - nur um dann wiederum den Fokus auf die Beziehung Pouchets zu seinem Vater zu verschieben. Verschiedenste Informationen, zufällig auf der Suche nach den Gründen für das Vogelsterben aufgesammelt, die mehr oder minder zur Aufklärung beitragen können, werden mal besser, mal weniger gut in eine etwas undurchschaubare Struktur gebracht. Eine Auflösung der im Titel angesprochenen Frage wird nicht stattfinden, und das hat einen simplen Grund: Im Prinzip ist es gar nicht das Ansinnen des Ich-Erzählers eine Antwort zu finden. Ebenso wenig wie die des Autors. Dennoch sind die beiden Personen natürlich nach wie vor auseinander zuhalten. Pouchet, dem Erzähler, geht es um das, was wir benötigen um eine (persönliche) Weiterentwicklung vollziehen zu können, Pouchet, dem Autor, um die literarische Darstellung genau dessen und somit geht es im Grunde beiden darum, unserem Scheitern eine adäquate Form zu geben.

"Oha, ein positiver Schiffbruch. Danach sollte man vielleicht suchen: nach dem positiven Schiffbruch. Vielleicht geht es vor allem darum, für unseren Schiffbruch die ideale Form zu finden."

Aber wer weiß, vielleicht haben sich die beiden Pouchets auch alles ganz anders gedacht und ihre falschen Fährten haben ihren Sinn vollends erfüllt. Sicher ist jedoch, dass "Warum die Vögel sterben" kein gewöhnlicher Roman ist und es etwas Energie braucht, seinem zwar klugen und teilweise großartigen formulierendem, aber sprunghaften Wesen zu folgen.

"Die meisten Dinge entgehen uns und wir können über unsere schlechten Deutungen nur lachen."

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