Victoria Aveyard

 4,1 Sterne bei 6.107 Bewertungen
Autorenbild von Victoria Aveyard (© Stephanie Girard Photography)

Lebenslauf

Starke Heldinnen, ganz viel Action und unerwartete Wendungen: Victoria Aveyard ist in einer kleinen Stadt in Massachusetts aufgewachsen. Sie schloss ihr Drehbuch-Studium an der University of Southern California mit einem Bachelor ab. Heute ist sie freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin, sie lebt in Massachusetts und Los Angeles. In ihren Büchern verbindet Aveyard ihre Vorliebe für Geschichte mit viel Abenteuer und starken Charakteren. Ihre vierbändige Reihe „Die Farben des Blutes“ um die junge Mare Barrow, die 2015 mit Aveyards Debütroman „Die rote Königin“ startete, machte sie zur internationalen Bestsellerautorin. Nachdem 2018 mit „War Storm“ (dt. „Wütender Sturm“) der abschließende Band der Reihe erschien, legte Aveyard für alle Fans 2019 noch eine Kurzgeschichtensammlung nach, die unter dem Titel „Broken Throne“ erschien. Die Karten, die in ihren Büchern abgedruckt sind, zeichnet die Autorin selbst, was eines ihrer Hobbies ist. Aveyard ist zudem großer Fan von den Fantasywelten von George R. R. Martin, J. R. R. Tolkien und J. K. Rowling, sie selbst bezeichnet sich als Hobbit und gehört zum Haus Slytherin. Zudem liebt sie es, zu reisen, auch wenn sie dabei nicht immer ihre Hündin Indy mitnehmen kann.

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Neue Rezensionen zu Victoria Aveyard

Cover des Buches Die rote Königin (ISBN: 9783551317780)
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Rezension zu "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

bibliophilara
Die Farben des Blutes entscheiden

Eine Fantasy-Reihe, die ich 2025 unbedingt noch beginnen wollte, ist Die Farben des Blutes von Victoria Aveyard. Sie ist mit vier Bänden abgeschlossen, der erste mit dem Titel „Die rote Königin“ erschien 2015 auf Deutsch. Obwohl die Saga also schon etwas länger auf meinem SuB liegt, habe ich das Interesse an ihr nie verloren, denn bisher habe ich nur Gutes darüber gehört. Und auch nach dem großen Hype sind die Bücher nicht aus dem Bewusstsein der Leserschaft verschwunden, sondern werden nach wie vor empfohlen. Ich war also sehr gespannt darauf, in was für eine Fantasy-Welt mich diese Lektüre bringt und ob es sich lohnt, sie auch gut zehn Jahre nach ihrer Veröffentlichung zu lesen. 

Die 17-jährige Mare Barrow lebt in einem Dorf namens Stilts mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester Gisa in einer Holzhütte auf Stelzen. Ihre drei älteren Brüder sind bereits in den Krieg eingezogen worden, und auch Mares 18. Geburtstag rückt immer näher. Sollte sie bis dahin keine Arbeit oder Ausbildungsstelle haben, muss auch sie als Soldatin gegen die Lakelands kämpfen. Als dann auch noch ihr bester Freund Kilorn Warren seine Ausbildung verliert, weil sein Meister stirbt, versucht Mare dem Kriegsdienst mithilfe einer Schleuserin zu entkommen. Doch die 2000 Kronen, die sie dafür aufbringen soll, besitzt sie nicht. Also muss sie mit Taschendiebstahl versuchen, an dieses Vermögen zu kommen. Doch sie wird erwischt und am nächsten Tag in das Sonnenschloss in Summerton gebracht, wo sie feststellt, dass sie nicht irgendjemanden bestehlen wollte, sondern den Kronprinz höchstpersönlich. Anstatt jedoch die Todesstrafe zu erhalten, gibt man ihr eine Anstellung als Küchenkraft. Am königlichen Hof voller Intrigen darf Mare jedoch keine Fehler machen, denn sonst könnte sie ihr Leben verlieren. 

„Ich hasse Erste Freitage.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Kurz und knapp, aber doch inhaltsreich. „Ich“ ist an dieser Stelle die Protagonistin Mare Barrow, die ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. „Hassen“ ist ein starkes Wort, das bereits Mares Abneigung gegen die Welt zeigt, in der sie lebt. Besonders spannend ist aber „Erste Freitage“, da dies auf einen Eigennamen deutet, denn sonst wäre „Erste“ klein geschrieben. Damit wird also direkt eine Frage im Kopf des Lesers erzeugt: Was sind Erste Freitage? Tatsächlich ist es der jeweils erste Freitag im Monat, der in Mares Welt dadurch gekennzeichnet ist, dass fast alle Arbeiter mittags ihre Arbeit niederlegen, um einer Pflichtveranstaltung in der Arena beizuwohnen. Dabei gibt es eine Art Gladiatorenkämpfe, in denen Silberne ihre Macht demonstrieren. Nur Menschen mit silbernem Blut können in Mares Welt magische Fähigkeiten nutzen und so jene mit rotem Blut unterdrücken. Diese Ersten Freitage dienen also dazu, die Roten daran zu erinnern, dass sie immer Menschen zweiter Klasse bleiben werden. Mit fast genau 500 Seiten und 28 Kapiteln plus Epilog ist „Die rote Königin“ für mich gerade so noch ein dicker Schinken.

Die Protagonistin Mare Molly Barrow wird im Jahr 302 nach ihrer Zeitrechnung im Dorf Stilts als Tochter von Ruth und Daniel Barrow geboren. Sie ist das vierte Kind mit drei älteren Brüdern namens Shade, Bree und Tramy sowie der jüngsten Schwester Gisa. Zu Beginn des Buchs sind alle drei Brüder bereits im Kriegsdienst. Durch einen Zufall am königlichen Hof entdeckt Mare, dass sie eine sogenannte Neublüterin ist. Denn sie besitzt elektrometrische Fähigkeiten, kann also Blitze produzieren und schießen, obwohl sie rotes Blut hat. Damit hat sie die Position der Auserwählten, die mit bekannten Gesetzmäßigkeiten bricht und das bisherige Weltgefüge infrage stellt. Mare wird als kleine und zierliche 17-Jährige beschrieben, die braune Augen und Haare sowie eine sonnengebräunte Haut hat. Sie stammt aus armen Verhältnissen und ist dickköpfig, ehrgeizig sowie meistens ernst. Gleichzeitig ist sie aber auch noch leichtgläubig und naiv, weshalb sie die Intrigen am königlichen Hof nicht durchschaut und sich zu leicht manipulieren lässt. Ich denke, es wird Teil ihres Persönlichkeitswandels, die Motive ihrer Mitmenschen zu hinterfragen und sich nicht zur Marionette anderer instrumentalisieren zu lassen. Auch wenn sie für meinen Geschmack manchmal zu überstürzte und unüberlegte Entscheidungen trifft, ist sie im Kern definitiv sympathisch.

Aveyards Schreibstil ist, typisch für ein Jugendbuch, gradlinig und klar. Die Sprache ist modern und gerade durch die Ich-Erzählerin auch emotional. Besonders Metaphern werden hier gezielt eingesetzt, um das Klassensystem zu unterstreichen. So treten die Farben Rot und Silber auf, um die Welt zwischen Adel und Bürgertum bewusst zu kontrastieren. Das Tempo ist moderat, allerdings gibt es gerade im Mittelteil einige Längen. Die Spannung entsteht insbesondere in der zweiten Hälfte durch Enthüllungen, Machtkämpfe und Intrigen. Dabei ist die Atmosphäre trotz prunkvoller höfischer Kulisse oft düster, bedrohlich und geprägt von Ungerechtigkeiten. Die Zweiklassengesellschaft wird dabei eindrucksvoll beschrieben: „Das ist die wahre Trennungslinie zwischen Silbernen und Roten: die Farbe ihres Blutes. Dieser simple Unterschied macht sie aus irgendeinem Grund stärker, schlauer, besser als uns.“ (S. 18). Dabei wendet Aveyard einen geschickten Trick an: In der realen Welt haben alle Menschen rotes Blut und identifizieren sich als Leser dann wie selbstverständlich als Rote, die unter der Unterdrückung und Gewalt durch Silberne leiden. Man will genau wie Mare dieses System stürzen.

In Aveyards Welt gibt es verschiedene Arten von magischen Fähigkeiten: Nicht jeder Silberne kann zaubern und falls doch, immer nur in einem bestimmten Gebiet. So können Kopflenker bspw. Telekinese betreiben, Huscher sind übermenschlich schnelle Läufer oder Starkarme übernatürlich stark. Außerdem gibt es Nymphen, Grünfinger, Versteinerer, Flüsterer, Magnetore, Flammenkämpfer, Blutheiler, Einsinger, Schattengeher und viele mehr. Mare scheint mit ihren Fähigkeiten als Blitzwerferin aber einzigartig zu sein. Mir hat dieses Magiekonzept gut gefallen und ich hoffe, im nächsten Band noch mehr darüber zu lernen, z.B. woher die Energie für die Magie gezogen wird oder was passiert, wenn sie aufgebraucht ist.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das außergewöhnliche Worldbuilding. Trotz Magie als Fantasy-Element lebt Mare in einer technisch weit entwickelten Welt. Es gibt Strom, Kameras, Bewegungsmelder, Kühlschränke, Batterien, Fernseher, Autos, Motorräder, Flugzeuge, asphaltierte Straßen, Schusswaffen, Aufzüge und sogar futuristische Dinge wie einen Schutzschild aus Strom. Diese Mischung aus übernatürlichen Fähigkeiten in einer fortgeschrittenen Welt ist mir noch nie so untergekommen und hat dadurch etwas Neues sowie Erfrischendes. Insgesamt erinnert mich das höfische Setting mit Magie, Technologie und einer sich anbahnenden Rebellion an eine Fusion aus Die Tribute von Panem, Grisha sowie Selection.

Der Plottwist am Ende konnte mich wirklich überraschen, ist aber in sich völlig logisch. Zwischendurch habe ich immer wieder das Hörbuch, gelesen von Britta Steffenhagen genutzt. Es ist spannend gelesen und hat mir gut über die Längen im Mittelteil hinweg geholfen. Als der Verräter offenbart wird und dann die Handlung ihren Höhepunkt erreicht, ist mir wirklich kurz der Mund offen stehen geblieben. Gerade den Abschluss von „Die rote Königin“ finde ich also sehr gelungen.

„Die rote Königin“ von Victoria Aveyard überzeugt vor allem durch ein originelles Worldbuilding, das gelungene Magiekonzept und die durchdachte Zweiklassengesellschaft, die die Leserschaft schnell auf die Seite der Unterdrückten zieht. Hier wird auf erfrischende Weise Fantasy mit Technologie verbunden. Die Protagonistin Mare ist trotz teilweise unüberlegter Entscheidungen insgesamt eine sympathische Figur mit Entwicklungspotenzial. Zwar weist die Handlung im Mittelteil einige Längen auf, aber der klare und gradlinige Schreibstil sowie der überraschende Plottwist am Ende runden das Leseerlebnis gelungen ab. Deswegen erhält der erste Band von Die Farben des Blutes von mir vier von fünf Federn. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Gläsernes Schwert“ und werde es heute noch anfangen.

Cover des Buches Die rote Königin (ISBN: 9783551317780)
Alissilas avatar

Rezension zu "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

Alissila
Toller Auftakt

Also ich habe das Buch vor Jahren schon einmal gelesen und wusste ich mag es.

Die Charaktere sind spannend und wandelbar, bleiben sich treu und sind vielseitig.
Die Story dazu kann man glaube ich nur an dem Punkt angreifen, dass die Silbernen schon arg blind sind, was Manipulation angeht, aber der Rest ist wirklich super.

Es gibt spannende Twists mit denen man vielleicht so nicht rechnen würde (ich wusste es ja schon ^^).

Die Beziehungen untereinander sind wirklich gut geschrieben und auch die Story fand ich sehr ausgewogen. Das Ende lässt auf weitere gute Bücher hoffen.

Eine spannende Fantasy Story mit dem gewissen Knistern.

Cover des Buches Die rote Königin (ISBN: 9783551317780)
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Rezension zu "Die rote Königin" von Victoria Aveyard

marie_d
Ein Fantasy-Abenteuer, das spät aufblüht

Die Geschichte hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn sie mich an vielen Stellen nicht völlig überraschen konnte. Vieles war recht vorausschauend: Schon früh ließ sich erahnen, welche Wendungen die Handlung nehmen würde. Die meisten Charaktere blieben eher gradlinig, ohne größere innere Brüche oder Entwicklungen – man konnte sich emotional noch nicht ganz an sie binden. Vielleicht kommt das in den nächsten Teilen noch, denn das Potenzial ist eindeutig da.

Einige Szenen hätten mehr Tiefe verdient. Manchmal fehlte der Moment, um wirklich emotional einzutauchen; andere Passagen dagegen zogen sich deutlich in die Länge. Trotzdem hatte ich Spaß am Lesen, und vor allem das Ende hat mich richtig gepackt – so sehr, dass ich den zweiten Teil auf jeden Fall lesen möchte.

Besonders positiv fand ich, dass die Liebesgeschichten zwar vorhanden sind, aber nie die eigentliche Handlung überlagern. Die weibliche Protagonistin bleibt im Zentrum, mit ihrer Mission und ihren eigenen Entscheidungen. Das hebt die Geschichte angenehm von vielen anderen Fantasy-Erzählungen ab, in denen Romantik oft die weiblichen Figuren vereinnahmt.

Insgesamt also kein perfekter, aber ein vielversprechender Auftakt – mit einem Finale, das Lust auf mehr macht.

Gespräche aus der Community

Was haltet ihr von Zusatzbänden, die zu abgeschlossenen Reihen erscheinen?

Sie enthalten oft Episoden aus der Vergangenheit oder einen Einblick in die Zukunft (Die Gabel, die Hexe und der Wurm). Manchmal lernen wir auch die Geschichte einer wichtigen Nebenfigur kennen, die ein anderes Licht auf ihre Taten der Hauptreihe wirft (Die Tribute von Panem X).

Es erscheinen auch dieselben Reihen nochmal erzählt aus einer anderen Sichtweise (Biss zur Mittagssonne, Oblivion).

Mir ist bisher nur ein Zusatzband untergekommen, der von der Spannung mit der Hauptreihe mithalten konnte und wirklich relevante Informationen für die Hauptreihe enthielt (Celaenas Geschichte).

Zum Thema
8 Beiträge
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzer

Meiner Meinung nach sind Zusatzbände meistens klasse. Ich fand Revenge (Spin-Off von Obsidian) zum Beispiel richtig gut und noch besser als die eigentliche Reihe.

Bei Izara ist Belial auch schön, um die Hintergrundgeschichte von Bel und Cassia mitzuerleben.

Bei Throne of Glass habe ich den nachfolgenden Band noch immer noch gelesen. Ich vermute es liegt daran, dass ich ToG erst vor ein paar Monaten gelesen habe und ich mich noch ziemlich gut erinner.

Bis jetzt habe ich sie also meistens mit wenig Abstand zu der eigentlichen Reihe gelesen.
Wenn man also mehrere Jahre warten würde, würde ich es vermutlich schwierig finden, da man vielleicht schon ganz andere Interessen entwickelt hat, man eventuell mit der Geschichte schon abgeschlossen hat oder man sich einfach kaum noch erinnert

Interessante Frage !

"Das Reich der Asche" ist der Auftakt zu Victoria Aveyards epischer »Realm Breaker«-Saga! In ihrem neuen Buch nimmt uns die Nr.1-Bestseller-Autorin mit auf ein gefährliches Abenteuer, in dem Coraynes und ihre 6 Gefährten eine Armee aus Aschekriegern bekämpfen und die Dunkelheit besiegen müssen. Wird ihnen das gelingen, was zuvor selbst wahre Helden nicht schafften? Seid ihr bereit für packende Fantasy-Spannung?

748 BeiträgeVerlosung beendet
Nancy90s avatar
Letzter Beitrag von  Nancy90

Vielen Dank für den Gewinn, meine Rezi habe ich ebenfalls auf Amazon gepostet:

https://www.lovelybooks.de/autor/Victoria-Aveyard/Das-Reich-der-Asche-2929529937-w/rezension/3812445878/

Was haltet ihr von Zusatzbänden, die zu abgeschlossenen Reihen erscheinen?

Sie enthalten oft Episoden aus der Vergangenheit oder einen Einblick in die Zukunft (Die Gabel, die Hexe und der Wurm). Manchmal lernen wir auch die Geschichte einer wichtigen Nebenfigur kennen, die ein anderes Licht auf ihre Taten der Hauptreihe wirft (Die Tribute von Panem X).

Es erscheinen auch dieselben Reihen nochmal erzählt aus einer anderen Sichtweise (Biss zur Mittagssonne, Oblivion).

Mir ist bisher nur ein Zusatzband untergekommen, der von der Spannung mit der Hauptreihe mithalten konnte und wirklich relevante Informationen für die Hauptreihe enthielt (Celaenas Geschichte).

Zum Thema
8 Beiträge
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzer

So in etwa ging es mir mit Magnus Bane :)

Zusätzliche Informationen

Victoria Aveyard wurde am 27. Juli 1990 in Massachusetts (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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