Victoria Schwartz

 4.6 Sterne bei 15 Bewertungen

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Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde

Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde

 (15)
Erschienen am 19.12.2016

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Rezension zu "Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde" von Victoria Schwartz

Empfehlung für Jung und Alt!
indescribably_vor 2 Jahren

Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde von Victoria Schwartz erschien im Oktober 2015 im Blanvalet Verlag.


Cover:
Das Cover ist zwar schlicht gehalten jedoch sehr aussagekräftig. Es ist auf einen Blick zu erkennen das eine Person (ich würde auf eine männliche Person tippen) zu sehen ist. Jedoch hat diese kein Gesicht. Das hat sofort was anonymes an sich. Die Farbwahl der Haare und des Oberteils finde ich persönlich auch sehr wirkungskräftig. Das sind Farben die einem, vor allem bei dem weißen Hintergrund, sehr in die Augen stechen und eine Präsents verkörpern, die eine starke Person erkennbar machen.


Inhalt:

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert.

Teil 1:

Es wird eine Geschichte aus Victorias Leben erzählt, nämlich wie sie Kai kennengelernt hat und was er für eine Rolle in dieser Geschichte spielt.

Victoria ist eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hat einen tollen Job bei einer Redaktion und zwei Söhne die sie sehr liebt. Sie lebt getrennt von ihrem Mann Felix, jedoch in freundschaftlichen Verhältnissen. Nachdem die Kinder im Bett liegen und alles getan ist, entspannt sie sich gerne auf dem Sofa und surft dabei fast täglich im Internet und vor allem auf Social-Media Seiten. So kam es, dass sie eines Abends Kai durch Twitter kennenlernte. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut und es entwickelte sich schnell eine innige Freundschaft. So blieb es aber nicht, denn die beiden verliebten sich nach einiger Zeit ineinander. Da für Victoria eine echt Beziehung nur dann in Frage kam, wenn sie Kai bald persönlich treffen konnte, setzte sie alles daran, ein Treffen zu organisieren. Dieses wurde von Kai aber ständig nicht wahrgenommen oder verschoben. Nach Monaten geriet er immer wieder in Erklärungsnot und die Tatsache, dass seine Freunde (durch soziale Netzwerke) sich in die Beziehung zwischen Kai und Victoria einmischten, machte die ganze Situation immer verdächtiger. Nachdem eine Freundin Victoria ihre Vermutungen bestätigt hatte, indem sie Recherchearbeiten über Kai angestellt hatte, kam sie zu dem Entschluss, dieser Beziehung keine weiteren Chancen mehr zu geben. Sie stellte Kai in Konfrontation mit ihrem Wissen. Dieser gestand gelogen zu haben und in Wahrheit Daniel zu heißen. Seine Gefühle zu ihr seien jedoch echt gewesen. Zuerst glaubte sie Daniel doch nach eigenen Recherchen wurde Victoria bewusst, dass Daniel sie weiterhin anlog. So konnte es nicht weitergehen. Sie veröffentlichte einen Blogeintrag, indem sie über die Geschichte von ihr und Kai/Daniel schrieb. Sofort waren alle Accounts im Internet verschwunden. Sowohl von Daniel als auch von seinen Freunden und Familienmitgliedern. Außerdem meldeten sich viele Journalisten, die Victorias Geschichte an die Öffentlichkeit bringen wollten, jedoch schaffte es nur einer. Tin wollte unbedingt über Victoria und ihre Geschichte berichten und so kam es zu einer Vereinbarung in der Tin für Victoria in die USA fliegen und die echte Person hinter dem Fake auf die Schliche kommen sollte, im Gegenzug durfte er Victorias Geschichte veröffentlichen. Tin fand die Person. Es war eine Frau. Sie war mittleren Alters und arbeitete als Professorin für Psychologie an einer Universität. Zunächst wollte sie sich nicht zu Tins Unterstellung Kai/Daniel zu sein und Victoria zu kennen äußern. Überlegte es sich aber nochmal und gestand. Sie erklärte nie in böser Absicht gehandelt zu haben und ihre Gefühle zu Victoria seien echt gewesen.


Teil 2:

Im zweiten Teil des Buches, werden unterschiedliche Fake-Typen aufgeführt. Es wird erklärt, was für Motive die dahinter versteckten Personen haben und wieso sie einen Realfake erschaffen. Es werden werden Interviews von der Autorin und einer Psychologin Namens Lydia Benecke und auch mit dem Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Andreas Mayer, geführt. Außerdem werden Fallbeispiele anderer Opfer erzählt mit denen die Autorin in Kontakt kam.


Meine Meinung:

Zu aller Erst muss ich ein großes Lob an die Autorin aussprechen. Ihre Offenheit, die dieses Buch erforderte, ist mit großem Respekt zu behandeln. Der Schreibstil ist auch sehr einfach gehalten und liest sich optimal. Man wird sofort in den Bann dieser Geschichte gezogen und kann das Buch auch nicht mehr weglegen. Ich selbst habe mich wirklich betroffen gefühlt sobald ich Kai und Victoria kennengelernt habe. Ich konnte mich quasi in Victoria hineinversetzen. Nachts musste ich wirklich daran denken wie es ihr damit gegangen ist und wollte unbedingt wissen wer hinter diesem Fake steckt. Die Autorin konnte die wichtigen Fakten wirklich gut von den Überflüssigen unterscheiden und es kamen, für mich persönlich, überhaupt keine Stelle vor, die sie sich hätte sparen können. Die Spannung wurde permanent aufrechterhalten und vor allem am Ende, war ich doch ziemlich geschockt. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass eine alleinstehende Frau und vor allem noch in den USA lebend, dahinter steckt. Auf jeden Fall hat das Buch denen, die nicht an wirkliche Internet-Fakes glauben, die Augen geöffnet. Es holt einen in die heutige Zeit, in die Realität und Gegenwart zurück und zeigt uns ganz genau womit wir uns auseinander setzen müssen. Erst recht weil wir jeden Tag das Internet nutzen. Interessant war auch, den psychologischen Hintergrund der Menschen zu erfahren, die sich solch eine Fake-Familie in sozialen Netzwerken zusammenstellt. Und mich persönlich hat das Fallbeispiel von Frank und Ilona sehr mitgenommen. Ich würde wirklich jedem ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Die Menschen, die überhaupt nichts mit sozialen Netzwerken zutun haben, aber ihren Kindern erlauben, diese zu nutzen, diese sollten sich erst recht, einen Einblick durch dieses Buch, in die Internet-Welt verschaffen.


Bewertung:

5 von 5 Sternen!

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Rezension zu "Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde" von Victoria Schwartz

Victoria Schwartz - Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Kurzbeschreibung: 
Alles begann mit einer Twitternachricht. Und als es endete, wusste Victoria, dass sie nach allen Regeln der Internet-Kunst betrogen worden war. Von einem Fremden, der sich in ihr Leben geschlichen hatte. Dem sie alles über sich erzählte hatte. Für den sie Gefühle empfand. Und der ihr über Monate eine komplexe virtuelle Täuschung vorgespielt hatte. Denn dieser Mann erschuf nicht nur eine falsche Internet-Identität, sondern Dutzende. Die von Familienmitgliedern. Freunden. Arbeitskollegen. Ausschließlich zu dem Zweck, Victorias Herz zu erobern. Wie es ihr gelang, aus eigener Kraft den massiven Betrug ihres Realfakes zu enttarnen, liest sich spannend wie ein Thriller und gilt als neuer Leitfaden unserer digitalen Gesellschaft. Victorias Botschaft: »Das Netz ist voll von tollen Leuten. Überlassen wir es nicht den Anderen!« *Quelle*

Zur Autorin: 
Victoria Schwartz lebt in Hamburg und ist freie Kommunikationsdesignerin und Texterin. Neben ihrer Tätigkeit für verschiedene Hamburger Verlage arbeitete sie als Autorenfilmerin und ließ sich zur Familien- und Wirtschaftsmediatorin ausbilden. Seit 2013 berät sie nebenberuflich Menschen, die Opfer von Fakes im Internet wurden, recherchiert für sie und hilft ihnen bei der Einschätzung und Verarbeitung des Erlebten.

Meinung: 
Victoria Schwartz lernt auf Twitter den attraktiven Kai Cruz kennen. Die beiden schreiben miteinander, später auch auf Facebook, und es wird schließlich mehr daraus. Sie verlieben sich, doch schon bald merkt Victoria, dass Kai immer wieder Ausreden erfindet, wenn es um ein reales Treffen geht.

Immer mehr Zweifel überkommen Victoria, ob Kai überhaupt eine echte Person ist. Irgendwann ist es soweit, dass sie seine Bilder, die er hochlädt, genauestens überprüft und bald ist sie sicher, einem Fake aufgesessen zu sein. Wer sich aber wirklich hinter Kai verbirgt, bringt eine echte Überraschung zutage.

Ich bin durch ein Radiointerview der Autorin auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe es mir danach sofort gekauft. Die Geschichte, die Victoria erleben musste, wiederholt sich wohl sehr oft im Internet. Einem Realfake aufgesessen zu sein, bedeutet keine Schande! Man könnte zwar meinen, dass solch ein Erlebnis nur unbedarften Menschen, die das Internet selten nutzen und sich um das Drumherum nicht viele Gedanken machen, passiert, doch belehrt uns die Autorin eines Besseren.

Victoria Schwartz ist eine Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und trotzdem auf diesen Realfake hereingefallen ist, der sie auf extreme Weise manipulativ einwickelt. Er ist sehr ausgekocht in seinem Verhalten, denn er hat ein komplettes Lügengerüst um seine Kunstfigur Kai gebaut, das nicht nur auf Twitter existiert, sondern auch auf Facebook, Instagram und Blogs aktiv ist. Vermeintliche Verwandte und Freunde und ihre Geschichte sind genauso frei erfunden, es besteht ein regelrechtes Netzwerk, das es schwermacht, das ganze Konstrukt schnell zu durchschauen.

Daher ist es mehr als nachvollziehbar, dass die Autorin sich über Monate hat täuschen lassen, zumal der Fake ihr sogar Geschenke hat zukommen lassen und nie um Geld gebeten hat, wie es bei anderen Fakes oft der Fall ist. Die Geschichte von Victoria und Kai liest sich ungemein spannend, vor allem der Teil, in dem Victoria anfängt, seine Fotos und Aussagen näher zu prüfen, was ihr ungemein viel Zeit und Energie abverlangt, was aber am Ende von Erfolg gekrönt ist.

Im Anhang des Buches finden sich unzählige nützliche Informationen rund um das Thema Realfakes, die für Betroffene sicherlich sehr hilfreich sind. Ein wichtiges Buch, das dieses Internet-Phänomen näher erklärt und beleuchtet und aufzeigt, dass davor niemand gefeit ist.

Fazit: 
Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde klärt über die Gefahren von Realfakes im Internet auf und zeigt, wie schnell man in die Spirale eines solchen Fakes gelangen kann. Für interessierte Leser, die sich oft auf Social-Media-Plattformen und Dating-Seiten aufhalten, unbedingt lesenswert.

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Karin_Kehrers avatar

Rezension zu "Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde" von Victoria Schwartz

Wer bist du wirklich?
Karin_Kehrervor 2 Jahren


Via Twitter lernt die alleinerziehende Mutter und Journalistin Victoria Kai kennen. Er scheint der absolute Traummann zu sein: aufmerksam, sensibel und noch dazu gut aussehend. Kein Wunder, dass sich Victoria in ihn verliebt. Kai scheint es ähnlich zu gehen. Er überhäuft sie mit Geschenken, doch ein Treffen zwischen den beiden kommt nicht zustande. Auf ihre Vorhaltungen reagiert er aggressiv oder straft sie mit Schweigen. Victoria wird misstrauisch, beginnt zu recherchieren. Und muss feststellen, dass Kai gar nicht existiert. Zumindest nicht so, wie er sich ihr gegenüber präsentiert hat. 

Die wahre Geschichte von Victoria und ihrer Internetbeziehung zu „Kai“ widmet sich dem Phänomen „Realfakes“, also Personen, die bewusst falsche Profile in den Social Medias erstellen, um so virtuelle Beziehungen einzugehen und ihre „Opfer“ emotional unter Druck zu setzen. Die meisten von ihnen gehen dabei sehr raffiniert vor, sodass es schwierig ist, ihnen auf die Schliche zu kommen.  Dabei fehlt ihnen jedes Unrechtsbewusstsein.

Der erste Teil des Buches widmet sich der Geschichte, wie Victoria „Kai“ kennen lernt und wie sie den Betrug aufdeckt. Was sich tatsächlich beinahe wie ein Thriller liest. Natürlich ist die Autorin keine Schriftstellerin in dem Sinn, sie nimmt manches vorweg, wo man mehr Spannung aufbauen hätte können. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Sie möchte mit diesem Buch Denkanstöße für einen sorgfältigeren Umgang mit Social Medias geben, aufzeigen, wie man Fakes erkennen und was man dagegen tun kann.
Sie hat eine Plattform eingerichtet, auf der sich Betroffene austauschen können. 

Im zweiten Teil, der eher sachbuchartig verfasst ist, lernt man über die verschiedenen Fake-Typen, eine Psychologin und ein Polizist kommen zu Wort. Fallbeispiele - manche von ihnen sind tragisch ausgegangen – zeigen auf, dass entgegen möglicher Meinungen durchaus intelligente, selbstbewusste, mit dem Internet vertraute Menschen zu Opfern werden können.

Fazit: Ein spannender Tatsachenbericht über Auswüchse der digitalen Gesellschaft!


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