Viet Thanh Nguyen Der Sympathisant

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Inhaltsangabe zu „Der Sympathisant“ von Viet Thanh Nguyen

»Meisterhaft. DER SYMPATHISANT ist zum Klassiker bestimmt.« T.C. Boyle

Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität: “Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“
Ein literarischer Polit-Thriller über den Vietnamkrieg und seine Folgen, eine meisterhafte Aufarbeitung über die Missverständnisse zwischen Kapitalismus und Kommunismus, ein schillerndes Werk über das Scheitern von Idealen, ein bravouröser Roman über die universelle Erfahrung von Verlust, Flucht und Vertreibung.

Absolut lesenswert!

— MaternaKuhn

Ein kommunistischer Spion unter Exil-Vietnamesen in den USA: Teilweise fesselnd und überraschend amüsant und satirisch-ironisch.

— Gulan

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  • INSIDER Top-3-Voting-Challenge 2018

    LovelyBooks Spezial

    Insider2199

    Willkommen bei der "INSIDER Top-3-Voting-Challenge, 2018"! Anmeldungen: bis Ende November 2017 (auch ganzjährig möglich!!)Beginn des Voting für 2018: 1. Dezember 2017Beginn der Challenge: 1. Jan. 2018 (endet 31. Dez. 2018)Einstieg: ist ganzjährig möglich! Es müssen lediglich 12 Lose im Jahr erworben werden, um die Challenge zu bestehen und in den Lostopf zu wandern, doch können diese Lose theoretisch auch in einem Monat erworben werden - dazu später mehr.Um was geht es bei dieser Challenge?Jeder Teilnehmer schlägt jeden Monat 3 Bücher (SuB oder Neuheit) vor, die er nächsten Monat lesen will (= Long List). Dann wird 3 Mal abgestimmt und die Bücher mit den meisten Punkten gewinnen (= Short List bzw. Top 10). Gelesen wird eines oder alle Top-3-Gewinner-Bücher und man tauscht sich darüber in kleinen Leserunden oder im Chat aus. Der Fun-Faktor dabei ist hier v.a. die geheime Abstimmung und die Spannung bis zum Monatsende, wenn die Top-3-Gewinner-Bücher bekannt gegeben werden.Was unterscheidet dieses Challenge von anderen?1. Neue Bücher entdecken: Da alle Teilnehmer Bücher vorschlagen und entscheiden, welche Bücher gelesen werden, entdeckt und liest man Bücher, die man sonst nie lesen würde!2. Gemeinsamkeit: Das Feedback der Gruppe und der Austausch untereinander erhöhen den Lesespaß und machen uns zu einer Community innerhalb der LB-Community.3. Neuheiten-Listen: Hier werden jeden Monat die Neuheiten für den Folgemonat veröffentlicht und das sogar nach Genres getrennt. Das gibt es bei LB zurzeit in keiner anderen Challenge!Wie funktioniert die Challenge? (kleiner Überblick)1. Genre-Gruppen: Es gibt 6 verschiedene Gruppen nach Genres sortiert und eine Sonder-Gruppe "Neuheiten" mit gesonderter Verlosung. Man kann in einer oder allen Gruppen teilnehmen, d.h. die 12 benötigten Lose für die Challenge können aus verschiedenen Gruppen stammen.2. Das Voting:Es wird jede Woche abgestimmt und es gibt entsprechende Deadlines, d.h. die Ergebnisse werden immer an den gleichen Tagen im Monat gepostet: am 7., 14., 21. und 28. eines Monats.Es gibt keine Voting-Pflicht, aber regelmäßiges Abstimmen wird mit grünen Zusatz-Losen belohnt.Die Abstimmung läuft in zwei Phasen ab: in der ersten Phase (1. Woche) werden in jeder Gruppe 3 Bücher vorgeschlagen, die nach Priorität sortiert werden (3 Punkte fürs 1., 2 Punkte fürs 2. und 1 Punkt fürs 3. Buch). Diese Liste wird (wie beim dt. Buchpreis) "Long List" genannt.In der zweiten Phase (Woche 2-4) wird nur noch aus der Long List ausgewählt; dabei schrumpft die Liste von Woche zu Woche, weil alle Bücher, die keine weiteren Punkte erhalten, rausfallen. Übrig bleibt die "Short List" bzw. die Top 10.Gelesen wird dann ein Buch (oder alle) der Top-3-Gewinner-Bücher.Außerdem muss ab der 2. Woche immer mind. 1 "fremdes" Buch dabei sein, also ein Buch, das man nicht selbst vorgeschlagen hatte. Sobald ein fremdes Buch in Woche 2 gewählt wurde, ist es in den nächsten Wochen nicht mehr fremd/neu, d.h. es müssen im Monat insg. mind. 3 Mal ein Buch vorgeschlagen werden, das nicht zur eigenen Auswahl der ersten Woche gehörte.3. Lose: Für jedes gelesene und v.a. auch rezensierte Buch gibt es ein Los. Für Bücher mit Überlänge (ab 700 Seiten) gibt es entsprechend mehr Lose. Außerdem gibt es grüne Zusatz-Lose als Anreiz für Vielleser (3 Lose/Monat) oder als Belohnung für regelmäßiges Voten.4. Joker: Er kann eingesetzt werden, wenn die Top 3 nicht zusagen sollte und man ein Buch aus der Top 10 (Short List) lesen möchte. Ein zweiter Joker wird ab 12 Losen erworben.5. Gewinne: Es gibt 3 Verlosungen: Gesamt-Gewinner (15 Euro), Gewinner "Zusatz-Lose" (10 Euro) und Gewinner der Gruppe S "Neuheiten" (5 Euro). Man kann immer nur einen Lostopf knacken.Noch nicht alles verstanden?Das ist nicht schlimm, also BITTE nicht in Panik ausbrechen: die Challenge ist in der Praxis leichter als sie auf den ersten Blick erscheint. Der obige Überblick sollte nur einen kurzen Eindruck vermitteln, um was es geht - wie ein Klappentext bei einem Buch.Wenn du die Idee der Challenge interessant findest und du Lust hast, mitzumachen (Ein- und Ausstieg ist ja jederzeit möglich!), dann melde dich einfach gleich an. Die Details kannst du dann später in Ruhe beim Untermenü "Regeln (im Detail)" als auch bei "Fragen & Antworten" nachschauen bzw. das "FAQ" lesen oder noch offene Fragen posten. Die Fragen werden umgehend beantwortet, entweder von mir oder einem der "alten Hasen" der Challenge. Wir freuen uns immer SEHR über Neuzugänge und werden alles tun, damit sich diese in unserer kleinen Community wohl fühlen!Du möchtest mitmachen? Super! Gehe zum Untermenü "Anmeldungen" oder klicke hier: "Anmeldung" und lies die 3 Schritte dazu! Dort gibt es auch ein Muster "Sammelbeitrag".Also nicht mehr lange überlegen, sondern gleich anmelden!2017 fand die Challenge zum ersten Mal statt. Ich freue mich SEHR, dass sie so viel Anklang fand und viele bisherige Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder dabei sein wollen. Gemeinsam haben wir die Challenge regelmäßig verbessert; dieser Testlauf hat somit alle "Kinderkrankheiten" beseitigt.Im neuen Jahr freue ich mich SEHR darauf, hoffentlich viele neue Leute begrüßen zu können und gemeinsam mit euch eine neue "Insider-Top-3-Voting-Challenge" einzuläuten.HIER GEHT ES LOS ...Seite aktualisiert: 12.12.2017 - 23:45 Uhr(✗) = Anzahl Abstimmungen pro aktuellem (!) Monat ★ = Anzahl Lose 2018;  ★ = Anzahl Zusatz-Lose 2018 ✔ = Anzahl Monatsabstimmungen (für grünes Zusatz-Los)¶  = Joker verwendetLR = Leserunden (Links bei Untermenü 17) TEILNEHMER (Sammelbeiträge):Gruppe A: Romaneban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...black_horse  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...BookfantasyXY  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Caro_Lesemaus  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...hannelore259  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...histeriker  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Insider2199  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...jenvo82  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...LadySamira091062  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...marpije  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...papaverorosso  ✔0  ★0 (0✗)  => ...rainbowly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...stebec  ✔0  ★0 (0✗)  => ...StefanieFreigericht  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Wolly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Yolande  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...YvetteH  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Zalira  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe B: Krimi/Thrillerban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...black_horse  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...BookfantasyXY  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Caro_Lesemaus  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...ChattysBuecherblog  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...hannelore259  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...histeriker  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Insider2199  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...jenvo82  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...Luthien_Tinuviel  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...marpije  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...pinucchia  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...StefanieFreigericht  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Wolly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Yolande  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe C: Fantasy, Jugendbücherban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Bandelo  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...BookfantasyXY  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (00)  => ...Ellethiel  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...hannelore259  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...LadySamira091062  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Luthien_Tinuviel  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...pinucchia  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...rainbowly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...stebec  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Wolly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Zalira  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe D: Historische Romane, Biografienban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...black_horse  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Caro_Lesemaus  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...ChattysBuecherblog  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...hannelore259  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...histeriker  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Insider2199  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...LadySamira091062  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...marpije  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...papaverorosso  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...StefanieFreigericht  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Wolly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Yolande  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...YvetteH  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe E: Liebe, Erotikban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Bandelo  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...BookfantasyXY  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ellethiel  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...LadySamira091062  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...pinucchia  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...rainbowly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...stebec  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...YvetteH  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe F: Klassiker, Sci-Fi, Sachbücherban-aislingeach  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...black_horse  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Caro_Lesemaus  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Finesty22  ✔0  ★0 (✗)  => ...hannelore259  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...histeriker  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Insider2199  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...Luthien_Tinuviel  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (0✗)  => ...papaverorosso  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...StefanieFreigericht  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Wolly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Yolande  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Gruppe S: NeuheitenCaro_Lesemaus  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Elke  ✔0  ★0 (00)  => ...Ellethiel  ✔0  ★0 (0✗)  => ...Insider2199  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...jenvo82  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...killerprincess  ✔0  ★0 (✗)  => ...LadySamira091062  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Luthien_Tinuviel  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...mareike91  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...marpije  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Nelebooks  ✔0  ★0 (00)  => ...once-upon-a-time  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...pinucchia  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...rainbowly  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Ro_Ke  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Sambra92  ✔0  ★0 (0)  => ...StefanieFreigericht  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Yolande  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Zalira  ✔0  ★0 (✗✗)  => ...Summary LOSE inkl. grüne Zusatz-Lose¶1 ✔00 ban-ais A★00 - 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    • 601
  • Ich, ein Schläfer

    Der Sympathisant

    walli007

    01. December 2017 um 18:37

    So ungefähr beginnt der Berichterstatter seine Geschichte. Im Jahr 1975 ist er der Adjutant des Generals. Süd-Vietnam ist im Krieg. Der Schutz, den die Amerikaner bieten sollten, ist brüchig. Der General entschließt sich mit seiner Familie zur Flucht und sein getreuer Helfer darf mit. Nicht bekannt ist allerdings, dass es sich bei eben diesem Helfer um einen kommunistischen Spion handelt. Doch ausgestattet mit den notwendigen Mitteln zur Kontaktaufnahme, ergreift dieser die einmalige Gelegenheit, die den General auch in den USA auszuforschen. In einer dramatischen Aktion, die nicht für alle glücklich endet, werden der General und einige seiner Vertrauten aus dem umkämpften Land ausgeflogen. Dieser Bericht des Spions hat es wirklich in sich. Wie ist das Innenleben eines Menschen, der seine kommunistisch geprägten Werte verbergen muss. Wie schafft er es, in dieser exponierten Stellung nicht aufzufallen. Musste er keine Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen, wie kann er sein wahres ich verbergen. Oder ist er etwa dabei, sein wahres ich zu vergessen. Wird seine westliche Umgebung bestimmend für sein Wesen. Kann er seinen Aufgaben als Spion überhaupt noch gerecht werden. Und wie schnell kann eine hingeworfene Bemerkung ungeahnte Gefahren hervorrufen. Doch ebenso wie in Asien ist er auch in Amerika der Bastard, der mit einem westlichen Vater und einer asiatischen Mutter. Nicht in einem Rutsch zu lesen ist dieser Roman. Manchmal ausgesprochen mitreißend, manchmal etwas befremdlich. Doch häufig das Gedankenkarussell in Bewegung setzend, wie kann ein Mensch durchs Leben kommen, der zwei Seelen in seiner Brust tragen muss, der nach außen so tun muss, als sei er dem kapitalistischen Westen zugeneigt, während er diesem doch nur Verachtung entgegen bringen kann. Je weiter man liest und erkennt, wieso gewisse Formulierungen und Formatierungen gewählt werden, desto häufiger bedarf es einer Pause, um das Gelesene einordnen und gedanklich und gefühlsmäßig auf ein Level zu bringen, das das Gelesene erträglich werden lässt. Es ist schon harter Tobak, den der Autor bietet. Und die Befürchtung, dass der Autor sich relativ nah an wahre Begebenheiten gehalten haben könnte, macht es nicht einfacher. Wenn man selbst eher unbelastet aufgewachsen ist, fällt es schwer die Erlebnisse des Spions einzuordnen, sie verarbeiten zu können, sie zu verstehen. Da möchten einzelne Passagen wirklich genauestens gelesen werden, da blättert man noch einmal zurück, um jede Nuance mitzubekommen.  Es bleibt zurück, eine nachdenkliche Leserin, die nie eine solche Erziehung und Formung genießen möchte, wie der Autor sie seinem Sympathisanten angedeihen ließ. Ein Hoch auf die freiheitlich demokratische Grundordnung und die Möglichkeit, das Spionieren grundsätzlich anderen zu überlassen. 4,5 Sterne

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  • Viet Thanh Nguyen - DER SYMPATHISANT

    Der Sympathisant

    MaternaKuhn

    12. November 2017 um 09:00

    „Einige wenige Tage hatte mein Gewissen vor sich hin geschurrt, der Tod des maßlosen Majors lag scheinbar hinter mir, nur noch ein Fleck auf dem Asphalt meiner Erinnerungen im Rückspiegel meines Gedächtnisses.“  Man könnte unendliche viele Formulierungen dieser Art aus dem Buch zitieren. Diese Formulierungen sind es, die einen zuerst überraschen, wenn man sich für dieses Erstlingswerk eines weitgehend unbekannten Autor entschieden hat. Ein Sprachakrobat, ein linguistischer Ästhet. Ein Autor, der damit genau die Klaviatur perfekt beherrscht, um alles was dann kommt, fesselnd in bunten Bildern zu malen. Bilder, die manchmal Wissen vermitteln, manchmal unterhalten, manchmal zum Lachen bringen, ganz oft aber auch schockieren. Und ganz viel Denkanstösse geben. Zum Inhalt. Der Protagonist ist der Mann mit zwei Gesichtern und zwei Seelen. Ein Mischling aus einer Nordvietnamesin und einem französischen Pfarrer. Immer und überall ein „Bastard“. Geboren in Nordvietnam, lebend in Südvietnam. In Vietnam kein Vietnamese, in den USA kein Ami. Als Nordvietnamese eigentlich Kommunist, nach dem Studium in den USA aber dem Westen zugeneigt. Spion für Nordvietnam, aber gleichzeitig auch engagierter Adjutant eines südvietnamesischen Generals. Mal gelten seine Sympathien dem Vietcong, mal den Südvietnamesen und Amerikanern. Diese Konflikte, diese Dialektik ziehen sich durch die ganze spannende Geschichte, die einem geheimnisvollen Gefangenenlager einsetzt, dann aber so richtig erst kurz vor dem Fall Saigons einsteigt. Überall ist er beliebt, gehört aber nicht dazu und fühlt sich selbst niemals dazu gehörig. Nur im vordergründigen Handlungsstrang geht es um die Ereignisse rund um diese Kriegsstage in Vietnam und danach. Die Story und die Erzählweise ist um einiges vielschichtiger.  Berührender sind andere Ebenen z.B. die tiefen Einblicke in die Emotionen eines Menschen, der immer alles von zwei Seiten sieht und sehen muss. Das Aufräumen mit kommunistischen und kapitalistischen Ideologien bei Blick auf den gelebten, realen Alltag und der Menschen im System, die immer die gleichen Wesenszüge zeigen. Die Schilderungen des vietnamesischen Alltages und des vietnamesischen Naturells („die Italiener Asiens“). Die farbenprächtige Schilderung vietnamesischer Landschaften und Städte. Schon dafür ist das Buch lesenswert. Und vieles mehr. Der letzte Teil mit seinen nicht weniger intensiv geschilderten Torturen im Umerziehungslager ist nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete, aber leider ist auch das aktuelle Realität an vielen Orten auf dieser Welt im 21. Jahrhundert. Fazit: Ein Buch aus der Kategorie absolut lesenswert. Und dieses Urteil fällt man schon, bevor man erfährt, dass Viet Thanh Nguyen für diesen ersten Roman 2016 den Pulitzer-Preis erhalten hat.

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  • Viet Thanh Nguyen | DER SYMPHATISANT

    Der Sympathisant

    Bookster_HRO

    10. November 2017 um 07:29

    INHALT: Vietnam 1975. Saigon ist gefallen, der kommunistische Norden hat gesiegt, woraufhin ein Gruppe südvietnamesischer Regierungsmitglieder das Land Richtung Kalifornien verlassen muss. Unter ihnen der namenlose Ich-Erzähler, der im Auftrag seines Vorgesetzten und mit Hilfe des CIA auch nach dem Krieg für die Befreiung seines Landes kämpft. Der Plan ist, eine Gruppe Südvietnamesen zusammenzustellen, die als Untergrundkämpfer in die verlorene Heimat geschleust werden sollen. Doch der Ich-Erzähler hat ein Geheimnis: Er ist Doppelagent und schreibt in chiffrierten Briefen über die Fortschritte des südvietnamesischen Sonderkommandos an einen kommunistischen Kontaktmann in Paris. Als sich die Hinweise häufen, dass sich ein Maulwurf in dem Kommando befindet, muss der Doppelagent handeln, um die Spuren von sich zu lenken. Er streut Beschuldigungen und wird zum mehrfachen Attentäter innerhalb der eigenen Gruppe. Ein anderer Auftrag führt ihn auf die Philippinen, wo er ein aufwändiges Filmprojekt namens Das Dorf begleiten soll. Die Aufgabe des Agenten ist es, den Regisseur bei Fragen um die vietnamesischen Bräuche und Eigenarten zu unterstützen, um die Authentizität des Films zu gewährleisten. Als beim Set eine Ladung Sprengstoff viel zu früh in die Luft geht, kommt der Agent nur knapp mit dem Leben davon. Ein Unfall? Oder ein gezieltes Attentat? Dem Agent schwant, dass er aufgedeckt wurde. Eine Chance, zu seinen eigentlichen Vorgesetzten zurückzukehren, bietet sich, als er die kampfbereite Rebellengruppe nach Thailand begleiten soll. Von dort aus setzen sie sich durch die Grenzwälder nach Vietnam ab, geraten jedoch früh in Gefangenschaft und der Agent lernt die volle Härte seines kommunistischen Regimes kennen. FORM: Was wir hier zu lesen bekommen, ist das fünfhundert Seiten starke Geständnis unseres Haupthelden, des Doppelagenten, dessen Namen wir nicht erfahren. Er schreibt diese Beichte als Teil seiner Umerziehung in dem Lager, in dem er einsitzt. Der Autor Viet Thanh Nguyen (*1971) gibt ihm hierfür eine äußerst eloquente Stimme, die an die Zuckerman-Romane Philip Roths erinnert. Der Titelheld – der, so erfahren wir später, sein Geständnis immer wieder korrigieren muss – schreibt in einer Mischung aus regimegetreuem Antiamerikanismus und hochnäsiger Geschwätzigkeit, eine gwöhnungsbedürftige Mixtour, die aber Tiefe gibt und viele Zwischenebenen zulässt. Das Hauptthema des Romans kreist um die Frage, was mit einem Menschen passiert, der über Jahre hinweg ein Doppelleben führt, dessen Geheimhaltung über Leben und Tod entscheidet. Die beiden Seilenden, zwischen denen der Erzähler seinen gefährlichen Tanz vollführt, könnten mit dem amerikanischen Kapitalismus und dem vietnamesischen Kommunismus der 1970er Jahre unterschiedlicher kaum sein, und auch der Titelheld kommt mehr und mehr ins Schlingern, geblendet und verführt von den profanen Reizen der westlichen Welt. Diese Entwicklung einzufangen, ist Nguyen hervorragend gelungen. DER SYMPATHISANT ist also nicht nur ein Spionagethriller, sondern auch eine Gesellschaftssatire, die mit den gängigen Klischees über Amerika, Vietnam und deren gemeinsamer Geschichte spielt. Doch auch Freunde des klassischen Polit-Thrillers können hier fündig werden, denn der Roman wartet mit jeder Menge Spannung auf. Der Fall Saigons und die knappe Flucht aus dem Land, die nervenaufreibenden Attentate, die Gefangenschaft und das finale Verhör (die letzten hundert Seiten habe ich atemlos verschlungen) – alles Episoden, die genregültig realitätsnah und pathosfrei geschrieben sind. FAZIT: Viet Thanh Nguyen, der selbst nach dem Vietnamkrieg als Flüchtlingskind in die USA kam, hat mit seinem ersten und bislang einzigen Roman auf Anhieb einen Riesenerfolg gelandet, hochgelobt und preisgekrönt, nicht zuletzt mit dem rennomierten Pulitzer Prize for Fiction. Ich schließe mich dem Jubelgeschrei gerne an und bestätige: DER SYMPATHISANT ist ein vielschichtiger Roman über Politik, Geschichte und Gesellschaft – lehrreich, spannend, lesenswert. Fünf Sterne! *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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  • Der Mann mit zwei Gesichtern.

    Der Sympathisant

    Gulan

    26. October 2017 um 18:55

    Nein, nein, schluchzte die Agentin. Sie brauchte eine gute Geschichte, aber ihr fiel keine ein, allerdings hätte nichts die Polizisten umstimmen können. Also dann, sagte der mittlere Polizist, öffnete den Gürtel und den Reißverschluss seiner Hose. […]Wir fangen ganz leicht an, sagte der mittlere Polizist und kletterte ungelenk auf den Tisch und zwischen ihre Beine. Wie heißt du? Sie sagte nichts, aber als er die Frage wiederholte, erwachte etwas Animalisches in ihr. Sie öffnete die Augen, schaute den Polizisten an und sagte: Mein Nachname ist Viet, und mein Vorname ist Nam.“ (S.480-481) April 1975: Die revolutionären Truppen Nordvietnams erobern den Süden. Die Amerikaner ziehen sich überhastet zurück und gewähren einer kleinen Zahl privilegierter Einheimischer ebenfalls die Flucht. Mit dabei ist auch der Ich-Erzähler, Adjutant eines südvietnamesisichen Generals, aber in Wahrheit ein kommunistischer Spion. Er war ein wichtiger Informationsträger im Stab des Generals und nun soll er auch in den Vereinigten Staaten Augen und Ohren offen halten. In Kalifornien siedeln sich viele der Vietnamesen an, aber heimisch werden sie nicht. Die Amerikaner haben weitgehend das Interesse an Vietnam verloren, es sei denn, es geht darum, die amerikanische Deutungshoheit über den Krieg in Form des Hollywood-Kinos aufrechtzuerhalten. In der Heimat waren die Geflüchteten die Oberschicht, nun müssen sie sich wieder hinten anstellen, was weiterer Verbitterung führt. Wir seiften uns ein mit Tristesse und wuschen uns duschten uns ab mit Hoffnung, und obwohl wir fast jedem Gerücht glaubten, das uns zu Ohren kam, weigerte sich fast jeder von uns zu glauben, dass unsere Nation untergegangen war. (S.108) Der Ich-Erzähler ist ein Mischling, er ist Sohn einer Vietnamesin und eines amerikanischen Pastors. Schon als Jugendlicher wird er gefördert, erhält ein Stipendium für eine amerikanische Hochschule, macht anschließend Karriere in der südvietnamesischen Armee. Was niemand ahnt: Ein Jugendfreund hat ihn frühzeitig für die kommunistische Seite rekrutiert. Er ist nach der Flucht weiterhin für den General tätig, der nach einiger Zeit beginnt, eine Art militärische Einheit aus Exilanten zu bilden. Der Ich-Erzähler beginnt zusehends mit seinem Doppelleben zu hadern. Dabei wird er beeinflusst von der amerikanischen Kultur, dem schmutzigen Geschäft der Geheimdienste und er gerät in einen Interessenskonflikt zwischen seinem Freund und Führungsagenten Man und einem weiteren Jugendfreund Bon, dem er ebenfalls die Flucht in die USA ermöglichen konnte, der aber nichts von seinen kommunistischen Aktivitäten ahnt. So ist der Ich-Erzähler denn auch hin- und hergerissen, er sagt selbst ganz zu Beginn des Romans: „Ich bin ein Spion, ein Schläfer, ein Maulwurf, ein Mann mit zwei Gesichtern. Da ist es vielleicht kein Wunder, dass ich auch ein Mann mit zwei Seelen bin.“ (S.9) Autor Viet Thanh Nguyen floh als Vierjähriger 1975 mit seinen Eltern aus Südvietnam, die Familie ließ sich schließlich in Kalifornien nieder. Heute arbeitet er als Hochschullehrer an der University of California. „Der Sympathisant“ ist sein Debütroman und räumte nach seinem Erscheinen 2015 jede Menge Preise ab, besonders hervorzuheben sind der Pulitzer-Preis und der Edgar Award. Kurz nach seinem Roman veröffentlichte er auch ein Sachbuch, „Nothing Ever Dies: Vietnam and the Memory of War“, in dem er die Thematik seines Romans wie die Wahrnehmungen und Sichtweisen auf den Vietnamkrieg aufgreift. In zahlreichen Interviews macht der Autor nämlich deutlich, dass im Westen ausschließlich die amerikanische Wahrnehmung des Krieges abgebildet wurde und wird. Mit seinem Roman wollte er explizit eine andere, eine vietnamesische Sichtweise darstellen. Im Roman bringt er dies in einem cleveren Abschnitt zur Geltung, als der Ich-Erzähler als Berater für ein Filmprojekt auf die Philippinen reist. Er nimmt sich vor, bei diesem Film, der unschwer als eine Anspielung auf „Apocalypse Now“ zu verstehen ist, ein wahres Bild von Vietnam zu erreichen, scheitert dabei aber völlig. …, denn das war der erste Krieg, dessen Geschichte die Verlierer und nicht die Sieger schreiben würden – dank des effizientesten Propagandaapparates, der je geschaffen worden war. […] Hollywoods Hohepriester hatten instinktiv die Erkenntnis von Miltons Satan erfasst, wonach es besser sei, in der Hölle zu herrschen, als im Himmel zu dienen, und man besser der Schurke, Verlierer oder Antiheld im grellen Rampenlicht sei als der tugendhafte Komparse. (S.193) „Der Sympathisant“ hat viele Facetten, er ist ein Politthriller, ein Exilantenroman, ein Roman über Freundschaft, über Hollywood, über Gegensätze zwischen Orient und Okzident. Das Überraschende: Es ist an vielen Stellen überraschend amüsant, ironisch und böse satirisch. Besonders Anfang, Ende und die Philippinen-Episode sind sehr überzeugend und fesselnd, dazwischen gab es für mich schon ein paar Durchhänger. Ich habe lange über mein endgültiges Urteil nachgedacht, denn irgendwie war ich nicht völlig zufrieden, musste aber überlegen warum. Zwei Dinge haben mir nicht so gefallen: Die Konstruktion, dass der Ich-Erzähler die Story von Anfang als sein Geständnis formuliert und schon früh klar ist, dass er sich in einer Art politischer Haft befindet, nimmt für mich einiges an Entwicklung vorweg. Außerdem finde ich die „zwei Gesichter“ des Ich-Erzählers zwar in Bezug auf seine kulturelle Identität gut herausgearbeitet, aber warum er kommunistischer Spion ist, bleibt für mich etwas zu dünn erzählt. Aber ich will auch nicht zu viel meckern. Im Grunde ist „Der Sympathisant“ ein scharfsinniges und gleichzeitig auf jeden Fall unterhaltendes Buch.

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    • 5
  • Zwischen den Welten

    Der Sympathisant

    michael_lehmann-pape

    01. October 2017 um 12:15

    Zwischen den Welten„In diesem düstersten aller Aprilmonate hatte der General, der auf die Frage, was zu tun sein, sonst immer etwas zu tun fand, keine Antwort mehr“.Außer, dass alle, die in die Transportmaschine (eine der letzten, die Saigon verließ) hineinpassten (und die natürlich genehm und wichtig waren), ausgeflogen werden sollten. Ins „gelobte Land“, nach Amerika.Und auch wenn der Ich-Erzähler kein besonders ranghoher Offizier war und zudem ein „Mischling“, ob seiner beratenden Nähe zum General und ob seiner besten Verbindungen in alle notwendigen Kanäle hinein (Offiziere werden bestochen, Amerikaner mögen den Mann, der General will ihn dabeihaben), reist auch eher nach Amerika.Wobei, das weiß nun keiner der Offiziellen, sondern nur der beste Freund und „die andere Seite“, der Adjutant ist ein Spion. Für den kommunistischen Teil Vietnams. Schon lange. Und das passt ganz gut, dass er nun „an der Quelle“, zumindest inmitten „des Feindes“ lebt.Wobei auch „die andere Seite“ sich der Dienste des Mannes versichert und nun, als Doppelagent, mit einem Fuß dienstlich und praktisch in beiden Welten verankert, ergibt sich eine ganz besondere, „interne“ Sicht der Gemengelage, die Nguyen trefflich ausformuliert.Was nicht ohne Gefahren für die strikte Linie der inneren Haltung sein wird. Denn mit wachen und offenen Augen, einer gehörigen Portion Ironie und einem geschulten Blick für das Wesentliche wird dieser Adjutant zwar die bizarren Auswüchse „dekadenten“ westlichen Lebens genau vermessen, aber auch die andere Seite, die „freie“ und konstruktive Seite eines Lebens ohne Diktatur wird ihren Einfluss auf den Mann nehmen.Mit Rückblicken in die Vergangenheit des Spions, mit einem tiefen Verstehen auf Seiten des Lesers führt Ngyuen den Leser in munterer, hintersinnig-humorvoller und sein „Personal“ lebendig und bestens beschreibend durch die Zeit der späten 70er und der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. In vielen Beobachtungen, spielerisch eingebauten gesellschaftskritischen Analysen und immer wieder absurden Begegnungen und Beobachtungen hält Nguyen damit der Welt (nicht nur der Westlichen, im Übrigen) einen breiten Spiegel vor.Ein Spiel mit Vielfalt, mal plakativ, mal hintergründig angelegt, bei denen der Leser von Beginn an weiß, dass dieses für den Agenten weitgehend beendet ist. In einer Zelle wartet er und nutzt die Zeit, sein Buch zu schreiben und zurückzublicken. Man würde es diesem modernen, wendigen „Alleskönner“ nun gerne wünschen, dass sich auch diese Gefahr in der Zelle noch einmal abwenden lässt, aber bis zum Ende hin ist und bleibt der Tonfall hier eindeutig. Hoffnung treibt den ehemaligen Adjutanten nicht mehr an. Nur Mitteilen, das ist ihm noch wichtig.Und damit dem Leser eine Sicht auf Vietnam, den Krieg und die Folgen zu bieten, die eben nicht „a la Hollywood“ oder von großen amerikanischen Autoren diese eher einseitige Sicht transportiert, sondern aus der anderen Richtung, der des „Siegers“, Gräuel und Absurditäten des Vietnamkrieges und seiner eher eigenwilligen Aufarbeitung in Amerika minutiös „auseinanderbaut“. Und dabei keinen Finger moralisch erhebt oder trocken Fakten begradigt, sondern die Handlungen, Ereignisse, Beobachtungen, Szenen aus sich heraus sprechen lässt.Thema, Ton, Personen und die differenzierten Blickrichtungen samt vielfach bestens geschilderter Szenen bilden eine perfekte Mischung aus Roman, Thriller und Erkenntnis-Buch, was den Menschen und sein Leben in Gesellschaften angeht.Wärmstens zu empfehlen.

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  • Anspruchsvoll aber großes Kino

    Der Sympathisant

    PagesofPaddy

    24. September 2017 um 09:47

    Ein Buch, bei dem es gar nicht mal so einfach ist Worte zu finden? Das ist mir mit dem Pulitzerpreisträger 2016 passiert. Eins vorweg, das Buch hat mir gut gefallen. Aber ich glaube nicht, dass das eines dieser Bücher ist die jeder mag. Ich selbst hatte immer wieder Momente in denen ich nicht so voran kam, wie das eigentlich der Fall sein sollte. Das lag an mehreren Dingen. Zum einen musste ich mich erst mal daran gewöhnen, dass dieses Buch fast komplett in indirekter Rede geschrieben wurde. Ich bin da nicht so der Fan von. Das ist kein gigantischer Kritikpunkt aber es hat wirklich länger gedauert, bis ich so konzentriert gelesen habe, um zu verstehen wer was sagt. Es gibt nämlich schon manchmal Szenen in denen ich das etwas verwirrend fand. Ansonsten ist die Sprache von Viet Thanh Nguyen bzw. die Übersetzung von Wolfgang Müller aber gelungen. Ich mochte seinen Stil. Inhaltlich möchte ich ja nicht so viel erzählen aber es ist eine Geschichte die mir im großen und ganzen gut gefallen hat. Es gab zwar hier und da mal einige Längen aber alles in allem gibt die Geschichte ein guter Einblick in eine Welt, eine historische Perspektive, die ich so noch nicht kannte. Der Plot wird, so mein Eindruck, in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten erzählt. Der Anfang in Vietnam ist wirklich toll, spannend, fesselnd und bemerkenswert treibend. Wenn die Geschichte dann in Amerika spielt nimmt Nguyen Geschwindigkeiten raus um dann zum Ende hin wieder mehr Gas zu geben und seine Story bemerkenswert zu entwickeln. Man darf sich das ganze aber nicht als einen typischen Spionage Thriller vorstellen. Dafür finde ich das Buch zu komplex und vielschichtig. Nicht das ein typischer Spionage Thriller was schlechtes wäre, aber allgemein fühlt es sich halt anders an. Das letzte Drittel des Buches fand ich sehr gelungen, sehr spannend und einfach sehr fesselnd. Für wen ist dieses Buch also eine Empfehlung? Ich denke mal auf jeden Fall für Leute die ein anspruchsvolles, spannendes Buch lesen wollen. Die Perspektive, die Zeit und die Thematik lassen das ganzen zu einem ungewöhnlichen Werk werden. Wer sich also drauf einlassen möchte, darf sich auf ein interessantes Buch freuen!

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  • Geschichte wird gemacht oder Die andere Sichtweise

    Der Sympathisant

    Havers

    20. September 2017 um 16:25

    Üblicherweise werden historische Ereignisse aus der Sicht des Siegers geschildert. Anders verhält es sich mit dem Vietnamkrieg, an dem sich die Vereinigten Staaten aktiv seit Beginn der sechziger Jahre (und der Präsidentschaft JFKs) im großen Stil bis zum bitteren Ende beteiligten. Und entgegen der festen Überzeugung der Amerikaner gingen sie aus diesem Krieg nicht als Sieger sondern als Verlierer hervor. Ein Trauma, das bis heute nicht wirklich verarbeitet wurde. Was die Amerikaner aber nicht davon abhielt, die westliche Welt mit ihre Sichtweise dieses Krieges zu fluten. Man denke nur an die unzähligen Blockbuster, TV-Serien und B-Movies zur Vietnam-Thematik, mit denen Hollywood phasenweise den Markt überschwemmt hat, aber auch die unterschiedlichsten Romane und Sachbücher. Viet Thanh Nguyen, geboren in Vietnam und als Vierjähriger 1975 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten geflohen, hat nun mit „Der Sympathisant“ einen Polit-Thriller geschrieben, in welchem er die Sichtweise umkehrt. Und offenbar hat er damit einen Nerv getroffen, denn für diesen Roman wurde er 2016 sowohl mit dem Pulitzer Preis als auch mit dem Edgar Award ausgezeichnet. Der titelgebende „Sympathisant ist ein namenloser halbvietnamesischer Ich-Erzähler, der nach dem Fall Saigons in die USA eingeschleust wird. Angeheuert wird er nicht nur von den Amerikanern sondern auch von den Vietnamesen. Und so lebt er sein Leben als Undercover-Doppelagent mit zwei Dienstherren und zwei Seelen. Es ist diese Dualität, die die Schilderung seiner Vergangenheit und Gegenwart so interessant macht. Die Reflexionen über den Vietnamkrieg und dessen Folgen für die amerikanische Gesellschaft. Aber auch seine Rolle als Maulwurf in dem Land der Verlierer, das noch immer die Strippen ziehen will. Von daher geht es dem Autor nicht nur um Vietnam, sondern ebenso um all die anderen Kriege, in die sich die Vereinigten Staaten einmischen und eingemischt haben. Um die USA als moralische Instanz, die entscheidet, wer oder was gut oder böse ist.  Vernetzt ist der Namenlose nach allen Seiten und in alle Richtungen, kann aber doch nicht immer unter dem Radar durchschlüpfen. Und so gerät er in ein Umerziehungslager, wo er diese seine Geschichte, sein Geständnis, niederschreibt. Mich hat diese anspruchsvolle Story voller Querverweise sehr gut unterhalten. Viet Thanh Nguyen gibt dem Leser jede Menge Denkanstöße. Sei es die Thematik der medialen Verwertung des Krieges wie in Coppolas „Apocalypse Now“, die Integration, die in der neuen Heimat nicht gelingen will, weil trotz Anpassung die Akzeptanz des Fremden fehlt, die Suche nach der eigenen Identität, die unter einer Vielzahl von Maskierungen verborgen ist. Spannend und ironisch, politisch und dennoch höchst unterhaltsam – eine klare Leseempfehlung!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    29. December 2016 um 13:40

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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