Vikram Seth

 3.9 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von Zwei Leben, Eine gute Partie und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Vikram Seth

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Vikram SethZwei Leben
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Zwei Leben
Zwei Leben
 (31)
Erschienen am 01.08.2007
Vikram SethEine gute Partie
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Eine gute Partie
Eine gute Partie
 (15)
Erschienen am 01.08.2006
Vikram SethVerwandte Stimmen
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Verwandte Stimmen
Verwandte Stimmen
 (9)
Erschienen am 02.05.2001
Vikram SethTianchi
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Tianchi
Tianchi
 (2)
Erschienen am 01.10.2009
Vikram SethVIKRAM SETH. Eine gute Partie. Roman
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VIKRAM SETH. Eine gute Partie. Roman
VIKRAM SETH. Eine gute Partie. Roman
 (1)
Erschienen am 01.01.1111
Vikram SethEine gute Partie.: 2 Bände.
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Eine gute Partie.: 2 Bände.
Vikram SethA Suitable Boy
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A Suitable Boy
A Suitable Boy
 (5)
Erschienen am 07.11.2013
Vikram SethTwo Lives
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Two Lives
Two Lives
 (4)
Erschienen am 06.07.2006

Neue Rezensionen zu Vikram Seth

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Marjuvins avatar

Rezension zu "Verwandte Stimmen" von Vikram Seth

"Verwandte Stimmen" - Vikram Seth
Marjuvinvor einem Jahr

Klappentext:
Michael Holme ist Geiger in einem Londoner Streichquartett. Eines Abends taucht die Pianistin Julia hinter der Bühne auf, Michaels unvergessene große Liebe. Auch sie liebt ihn noch, hat aber seit Jahren einen Ehemann und einen kleinen Sohn. Nach einigen glücklichen Tagen ahnt Michael, dass er Julia ein zweites Mal verlieren wird.

Rezension:
vorab gesagt, vor diesem Buch war mir der Autor völlig unbekannt und ich habe mich vom Cover leiten lassen beim Kauf des Buches. Es ist ein stilles Buch mit langsamen Erzähltempo - Liebe und Musik sind die beiden Themenschwerpunkte des Buches. Ich denke, dass man klassische Musik mögen muss, um an dem Buch wirklich Genuß zu haben. Denn es werden technische Schwierigkeiten der Tonbandbreiten der Geige, der Viola bzw. des Cellos für manch klassisches Stück doch sehr ausgiebig abgehandelt. Ich selbst spiele Cello, habe dem wohl auch deshalb etwas abgewinnen können. Es beschreibt auch Michaels Liebe zu seinem Instrument, der Musik im Allgemeinen, vor allem aber seiner verlorenen Liebe zu seiner Studentenliebe Julia, die wieder in sein Leben tritt. Ich kann den Unmut der Quartell-Kollegen förmlich greifen, als Michael wegen seiner Liebe seine Musikerpflichten schleifen lässt und die Reaktion Julias, als er zu zudringlich wird kann ich sehr gut nachfühlen. Ich denke, es ist eine große Leistung des Autors ohne Effektheischerei so viele Gefühle beim Leser zu erzeugen - ich spreche eine Leseempfehlung aus!

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StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "Two Lives" von Vikram Seth

„the importance of looking forward as well as remembering the past“ (p. 499)
StefanieFreigerichtvor 2 Jahren

Was für ein phantastisches Buch, diese Mischung aus Briefroman, Geschichtsbuch, Autobiographie, Familiengeschichte, Weltgeschichte und quasi von einem „Ghostwriter“ verfasster Biographie. Dieser „Quasi-Ghostwriter“ ist Vikram Seth, einer der wichtigsten aktuellen indischen Autoren. Die Geschichte ist die seiner Familie ebenso wie die seines Großonkels Shanti (1908-1998) und dessen Frau Henny (1908-1989), die dieser in London nach dem Zweiten Weltkrieg geheirat hatte. Shanti lebte in Deutschland als Untermieter bei Hennys Familie, um dort zwischen den Weltkriegen Zahnmedizin zu studieren, ähnlich wie später der Autor bei Shanti und Henny in London lebte, während er zur Ausbildung in England war. Autor Seth spannt einen weiten Bogen:

wir lesen über die eher gut situierte Familie des Autors in Indien, in der weibliche Erziehung wichtig ist und Familie alles. Familien sind größer, als wir das gewohnt sind, so berichtet der Autor von einer Ferienfahrt: „In Berne, I stayed with an Indian diplomat, who was my mother’s brother’s wife’s brother’s wife’s father, and therefore ‘family‘ in the Indian sense.“ p. 17 Einiges befremdete: So wurde der Autor als Kleinkind problemlos (?) für ein Jahr der Großmutter überlassen, da die Eltern beruflich abwesend sein mussten, wobei man einander durchaus sehr liebevoll zugetan ist. Ebenso haben die Eltern des Autors ein eigenes Kind zur Adoption an Verwandte gegeben, die wegen eines Gendefektes, der schon mehrere von deren Kindern getötet hatte, kein weiteres leibliches Kind riskieren wollten. Faszinierend auch die Darstellung des Lebens im Berlin der Zwanziger Jahre, als Onkel Shanti dort zum Zahnarzt ausgebildet wird bis zu Machtergreifung und Olympischen Spielen 1936 ; später praktiziert er in Großbritannien.

Von der Geschichte Indiens zwischen britischer Herrschaft über Freiheitsbestrebungen bis zum Mord an Indira Gandhi liest man, später viel über den Zweiten Weltkrieg; Shanti Seth hatte sich freiwillig gemeldet und ist als Zahnarzt stationiert vom Sudan bis nach Italien. Ressentiments gerade von britischer Seite scheint ihm selten widerfahren zu sein, ein Vorkommnis pariert er: auf das herablassende Verhalten entgegnet er „In Roman times, people in the army were sent to Britain as a punishment“ p. 121 

Selten hat mich eine derartig detailreiche Darstellung historischer Ereignisse so in den Bann gezogen, wie es der Autor hier vermag. Sein „Trick“ besteht in bestimmten Perspektivwechseln: Mit seinem Onkel führte er lange Interviews, lässt dessen Aussagen als Ich-Erzählung wechseln mit Hintergrundinformationen, seien es Zitate oder Zusammenfassungen aus Sachbüchern, Quellentexte oder eigenen Bemerkungen. Dadurch trifft er für mich perfekt die Balance aus persönlich (berührend und unmittelbar) und sachlich (faktenreich ohne Schulbuchcharakter). Während des Sturm verliert Zahnarzt Shanti seinen rechten Arm, kämpft sich aber über den Umweg eines Vertreters für Dentalprodukte wieder in seinen Beruf zurück; sein Vorbild ist ein ebenfalls amputierter praktizierender Kollege, der ihm schreibt: „Most upper extractions are easy & the difficult ones would still be difficult if you had as many arms as an Octupus.  …Practise on your relations at home“ p 172

Shantis geliebte Frau Henny, Tochter seiner Zimmerwirtin, jedoch war nicht nur gebürtige Deutsche – ihre Familie war jüdisch. Ihre Mutter und Schwester starben in Konzentrationslagern. Als Autor Seth dieses Buchprojekt aufnahm, hatte er nur seinen Onkel als mündlichen Zeugen. Als er von seiner Tante nachgelassene Briefe findet, arbeitet er auch dieses sehr genaue Bild, das sich daraus von seiner Tante und der Situation im Nachkriegseuropa zeichnen lässt, mit ein. Durch ein Verweben der Aussagen von Zeitzeugen, den wenigen Briefen, offiziellen Dokumenten und Sachbuchinformationen beschreibt er sehr bewegend, wie die letzten Tage von Hennys Familie vermutlich abgelaufen sind, etwas, das ich so noch nicht gelesen hatte und das mich sehr berührte. Später setzt sich Henny stark mit ihrem alten Freundeskreis auseinander über Nazi- und Nachkriegsdeutschland, diskutiert über Verantwortung, Unterlassen, Wegsehen und Unterstützung. Auch das Leben in der Nachkriegszeit in Deutschland, England und versprengt an noch weitere Orte kann man mit Lebensmittelrationierung, kalten Wintern und Stromabschaltung beidseits des Ärmelkanals hautnah miterleben. Und so erklärt sich der Titel „Two Lives“, auch wenn Henny und Shanti 38 Jahre (seit 1951) miteinander verheiratet waren und noch viel länger Freunde (56 Jahre); sie bleiben doch zwei Individuen. Zwei Leben.

Henny ist in vielem wohl die komplexere Persönlichkeit, ordentlich, kontrolliert – eher eine sehr gute und einfühlsame Freundin für viele als von großer Zärtlichkeit oder Leidenschaft. Vieles scheint sie eher mit selbst auszumachen, ob als genereller Charakterzug oder wegen des Erlebten.

Falls möglich, empfehle ich die Lektüre des englischsprachigen Originals – der Autor hat, wie zuvor sein Onkel, deutsch gelernt für sein Studium. Die Konversation wechselt zwischen den Sprachen, neben vielen Fotos enthält das Buch auch Kopien von Original-Briefen und häufig Mutmaßungen oder Erklärungen zu bestimmten Begriffen für den englischsprachigen Leser, die einfach für einen Deutschen, der das Original liest, so viel aussagekräftiger sind bezüglich der Einschätzungen eines Nicht- Muttersprachlers zu unseren Begriffen wie „Heimat“, „innig“ (unübersetzbar) oder speziell zu deutscher Geschichte.

Als einzige Verunsicherung bleibt nach der Lektüre die Einschätzung des kurzen letzten fünften Kapitels über Irritationen infolge des Testaments von Onkel Shanti und gewisse Widersprüchlichkeiten (Verwirrtheit?) seiner letzten Monate. Der Autor scheint für sich Ruhe gefunden zu haben mit der schriftlichen Niederlegung. „Behind every door on every ordinary street, in every hut in every ordinary village on this middling plant of a trival star, such riches are to be found. The strange journey we undertake on our earthly pilgrimage, the joy and suffering we taste or confer, the chance events that cleave us together or apart, what a complex trace they leave: so personal as to be almost incommunicable, so fugitive as to be almost irrecoverable.“ p 498

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tina317852s avatar

Rezension zu "Eine gute Partie" von Vikram Seth

2000 Seiten die niemals langweilig werden!
tina317852vor 2 Jahren

Der Roman "Eine gute Partie" von Vikram Seth dreht sich hauptsächlich darum, eine gute Partie für Lata zu finden. Die ganze Geschichte spielt sich in Indien ab, und wird umrahmt von den Geschehnissen die vier Familien miteinander verbindet, sowohl in Freundschaft, Liebe und Ehe als auch in Haß, Neid und Missgunst. 

Neben der Frage einer guten Partie, stehen die historischen Ereignisse, ein paar Jahre nach erlangen der Unabhängigkeit Indiens, mit im Vordergrund.

Zuerst ein mal ist zu sagen, dass das Buch durch seine 2000 Seiten eine riesige Hemmschwelle mit sich bringt, die es erst mal zu überwinden gilt, was mir anfangs nicht leicht viel, aber nun wo ich es gelesen habe, muss ich sagen, dass keine einzige Seite langweilig ist, oder es sich ewig in die Länge zieht. Man muss sich auf das Buch einlassen und sich Zeit dafür nehmen, aber ich bin Stolz es geschafft zu haben.

Über die Geschichte an sich kann man nur so viel sagen, das sie unglaublich viele Facetten aufgreift. Der Rote Faden, die gute Partie, wird zwar immer wieder aufgegriffen, aber unterwegs bekommt man Einblicke in Religion, Politik, Recht, Freundschaft, Liebe, Ehre, Respekt, Lyrik und noch viel mehr.

Wer sich für Indische Kultur und für eine etwas andere Liebesgeschichte interessiert, dem wird das Buch ebenso gefallen wie mir.

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