Beim Untertitel "Eine Märchenreise vom Amur bis zur Wolga" hatte ich mir eine Rahmengeschichte mit einer Reise vorgestellt, die von Bildern begleitet wird, aus denen ersichtlich ist, woher die Märchen stammen. Stattdessen erwarten den Leser ausschweifende und für das Verständnis der Märchen wenig hilfreiche Sachtexte eines sowjetischen Universitätsprofessors, der hier wohl eine komplette Vorlesung wiedergab. Ein paar wenige gezielte Infos wären mehr gewesen.
Die Märchen selbst muten manches Mal seltsam an. Einige weisen inhaltliche Parallelen zu bei uns bekannten Märchen auf. Was mir auffiel, war das fordernde Macho-Gehabe starker Helden und die Rolle der meisten weiblichen Gestalten, die stets unsagbar schön sind, sich automatisch in denjenigen verlieben, der sie begehrt und ohne männliche Begleitung töricht handeln. Die Märchen sind plump erzählt, den Texten hätte ein Hauch Poesie gut getan.
Einige wenige Kunstdrucke wurden durchgehend an falscher Stelle eingefügt - alles in allem keine verlegerische Glanzleistung von mvs.


