Vince Ebert

 3,9 Sterne bei 272 Bewertungen
Autorenbild von Vince Ebert (©)

Lebenslauf

Vince Ebert, Jahrgang 1968, studierte Physik in Würzburg. Nach dem Studium arbeitete er in einer Unternehmensberatung und in der Marktforschung, bevor er 1998 seine Karriere als Kabarettist begann. Er ist bekannt aus TV-Sendungen wie Mitternachtsspitzen, Ottis Schlachthof, dem Quatsch Comedy Club und TV Total. Sein Anliegen: die Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge mit den Gesetzen des Humors. Mit seinem Programm "Physik ist sexy" (2004) machte er sich einen Namen als Wissenschaftskabarettist, der mit Wortwitz und Komik sowohl Laien als auch naturwissenschaftliches Fachpublikum unterhält.

Alle Bücher von Vince Ebert

Cover des Buches Machen Sie sich frei! (ISBN: 9783499626517)

Machen Sie sich frei!

(27)
Erschienen am 01.09.2011
Cover des Buches Lichtblick statt Blackout (ISBN: 9783423263429)

Lichtblick statt Blackout

(14)
Erschienen am 21.09.2022
Cover des Buches Bleiben Sie neugierig! (ISBN: 9783499630439)

Bleiben Sie neugierig!

(10)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Wot Se Fack, Deutschland? (ISBN: 9783423264167)

Wot Se Fack, Deutschland?

(8)
Erschienen am 14.08.2025
Cover des Buches Unberechenbar (ISBN: 9783499631122)

Unberechenbar

(8)
Erschienen am 26.02.2016
Cover des Buches Broadway statt Jakobsweg (ISBN: 9783423349901)

Broadway statt Jakobsweg

(3)
Erschienen am 10.09.2020

Neue Rezensionen zu Vince Ebert

Cover des Buches Lichtblick statt Blackout (ISBN: 9783423263429)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Lichtblick statt Blackout" von Vince Ebert

Hubertus_Feldmann
Eine Aufmunterung zum gelegentlichen Perspektivwechsel

Kann dieses Buch zur Aussöhnung zwischen verhärteten Positionen, beispielsweise in der Klimadebatte, beitragen? Kurze Antwort: ja, auf jeden Fall. Als gelungenes Beispiel wird auf die Imagekampagne des Bierkonzerns Heineken verwiesen, bei der man „jeweils zwei Menschen mit extrem konträren Ansichten zu aktuellen Reizthemen“ zusammenbrachte und sie zunächst bat gemeinsam einen Bartresen aufzubauen. Beim anschließenden Dialog ging es meist gesittet zu, da das gemeinsame Tun, das verbindende Erlebnis zu einer Entemotionalisierung hin zu einer Versachlichung der Argumentation beigetragen hatte.

Dieses Ziel hat auch das vorliegende Buch – und erfüllt es auf vortreffliche Weise: mutig, rational und mit einer gehörigen Portion Optimismus. Und es ist zugleich ein leidenschaftlicher Appell, vorbehaltlos in eine differente Auseinandersetzung zu Fragen dieser Zeit zu treten. Auch wenn die Lage oft verworren scheint oder sogar ist, so ist das menschliche Potential auf wissenschaftlichem, wie auf ökonomischem und technischem Gebiet so groß und vielfältig, dass zumindest dem Autor nicht bange vor der Zukunft ist.

Dieser Optimus trägt das Buch, hebt die polarisierenden Argumente auf ein rationales wie verständliches Niveau, reichert diese mit Fakten an und überlässt es größtenteils dem Leser seine eigenen Gedanken zu entwickeln, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Oft genug allerdings folgt man gerne dem Autor, auch wenn gelegentlich der Confirmation Bias (Bestätigungsfehler, d.h. nur solche Informationen aufzunehmen, die einem passend erscheinen) zuschlägt und die immer mal wieder eingestreuten Seitenhiebe auf die Odenwälder (Stammland des Autors) zwar zur allgemeinen Belustigung beitragen, denn immerhin werden die Themen dieser Zeit nicht nur akademisch ernst behandelt, sondern erfahren auch eine kabarettistische Erweiterung, aber dem „Odenwälder als solchem“ vielleicht sauer aufstoßen könnte: „Ohne elektrischen Strom hätten wir innerhalb kürzester Zeit Zustände, wie sie noch nicht einmal im Odenwald vorkommen.“

Diese Mischung aus physikalischen „Wahrheiten“ (Autor ist von Haus aus Physiker und …) und kabarettistischen Einlagen (… zugleich Kabarettist) sorgen dafür, dass bei allem ernst der Themen, der Humor nicht zu kurz kommt und die Wahrheiten als das genommen werden können, was sie tatsächlich sind: der aktuelle Stand der derzeitigen Erkenntnisse. Und mit diesen und anderen Erkenntnissen aus dem Buch lässt sich etwas entspannter in die Zukunft blicken.

(11.10.2022)

Cover des Buches Broadway statt Jakobsweg (ISBN: 9783423349901)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Broadway statt Jakobsweg" von Vince Ebert

Hubertus_Feldmann
Erfrischend direkt bis leicht gallig

Es sollte kein Aufguss von Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ werden, der dort, beim Erwandern des Jakobsweges, seinen Selbstfindungsprozess beschreibt. Allerdings waren die Beweggründe des Ausstiegs ähnlich. Zwanzig Jahre ermüdende Bühnenshows mit einer aus dem Lot geratenen „Work-Life-Balance“ fordern ihren Tribut. Zusammen mit der Frage: Kann das alles gewesen sein oder bringt vielleicht ein Neuanfang mit Jennifer, „der achtundzwanzigjährigen Assistentin der Geschäftsleitung“ den gewünschten Umschwung. Nein, denn erstens ist Vince Ebert mit seiner Valerie vollkommen zufrieden und außerdem braucht er offensichtlich dieses Suchen und Finden von eigenen Möglichkeiten und Grenzen. So ist er auch jenseits des „Großen Teichs“ auf zahlreichen Bühnen unterwegs. Auch wenn aus dem geplanten einjährigen Aufenthalt wegen Corona es nur ein dreivierteljähriger wurde. 

Herausgekommen ist eine Art Tagebuch, in dem der Autor seine Sicht der Welt auf der Grundlage einiger naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und seines Erfahrungsschatzes aus der Odenwälder Kindheit zum Besten gibt, mündend in der Frage: „Ist also mein beruflicher Ehrgeiz das Produkt meiner DANN oder entspringt er meiner Angst, im Odenwald versauern zu müssen?“ Oft kann man seinen Gedankengängen zustimmen, gelegentlich biegen sich beim Lesen allerdings auch die Zehennägel nach hinten: „Mich erinnert das [Diskussion über den amerikanischen Rassismus] ein wenig an die Österreicher. Die haben es auch geschafft, ihre Nazivergangenheit kreativ umzudeuten. ‚Ja gut, da war mal was mit Juden. Aber hey, Streit gibt’s in den besten Familien …‘“ 

 Die Sicht auf das Land bleibt bestenfalls die Sicht eines durchaus ernst zu nehmenden Komikers, wer allerdings eine profunde objektive Sicht, eine Zustandsbeschreibung der USA erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Einiges wird stark simplifizierend dargestellt, anderes erweist sich tiefgründig und passt ins eigene (!) Weltbild. Klamauk hilft nur, wenn die dahinterliegende Substanz erkennbar wird: „‘Aber ihr macht euch doch in Amorbach immer total darüber lustig, dass die Kirchzeller [beides Orte im Odenwald] von Geburt aus dämlicher sind. Ist das etwa kein Rassismus?‘ wandte Valerie einmal ein. ‚Natürlich nicht‘, erwiderte ich, ‚denn das entspricht ja schließlich den Tatsachen.‘ Evolutionsbiologen glauben übrigens, dass der Kirchzeller das Missing Link zwischen einem Menschen und einem Odenwälder ist. Der einzige Quastenflosser der sprechen kann.“

Es ist ein schmaler Grat zwischen Wissensvermittlung und Klamauk, der hier beschritten wird. Meist gelingt die Balance, gelegentlich gerät sie allerdings ins Kippeln. 

(18.10.2020)

Cover des Buches Wot Se Fack, Deutschland? (ISBN: 9783423264167)
CCCs avatar

Rezension zu "Wot Se Fack, Deutschland?" von Vince Ebert

CCC
Ein Plädoyer für mehr Verstand

Mit Wot se fack, Deutschland? legt Vince Ebert ein ebenso unterhaltsames wie nachdenkliches Sachbuch vor. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass öffentliche Debatten zunehmend von Emotionen, moralischen Reflexen und Empörung geprägt sind – oft auf Kosten von Fakten, Wissenschaft und nüchterner Abwägung.


Ebert argumentiert pointiert, aber meist nachvollziehbar. Er verbindet gesellschaftliche und politische Beispiele mit einem klaren Bekenntnis zur Aufklärung und zu evidenzbasiertem Denken. Dabei hilft ihm sein humorvoller Stil: Die Zuspitzungen sind scharf, aber selten belehrend, und machen das Buch auch dort gut lesbar, wo es unbequem wird.


Nicht jede These wirkt bis ins Letzte ausbalanciert, manches ist bewusst zugespitzt. Gerade darin liegt aber auch die Stärke des Buches: Es will weniger abschließend erklären als zum Nachdenken und Widerspruch anregen.


Fazit: Wot se fack, Deutschland? ist ein kluges, kurzweiliges Plädoyer für mehr Rationalität in einer aufgeheizten Zeit. Kein Buch, das man in allem teilen muss – aber eines, das eine wichtige Debatte anstößt und dabei angenehm lesbar bleibt.


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Zusätzliche Informationen

Vince Ebert wurde am 23. Mai 1968 in Deutschland geboren.

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