Vince Vawter

 4.3 Sterne bei 35 Bewertungen

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Wörter auf Papier

Wörter auf Papier

 (35)
Erschienen am 21.10.2014
Paperboy

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 (0)
Erschienen am 10.04.2014

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CorniHolmess avatar

Rezension zu "Wörter auf Papier" von Vince Vawter

Ein ganz wundervolles Buch mit einem ganz besonderen Protagonisten!
CorniHolmesvor einem Jahr

Dieses Buch durfte auf keinen Fall in meiner Königskinder Sammlung fehlen. Der Klappentext konnte mich sofort ansprechen, ich wusste einfach gleich beim ersten Mal, als ich mir „Wörter auf Papier“ genauer angeschaut habe, dass dieses schöne Buch genau das Richtige für mich sein wird!


Memphis, 1959: Der elfjährige Victor übernimmt diesen Sommer für seinen besten Freund dessen Job als Zeitungsjunge. Jeden Tag bekommt er einen großen Stapel Zeitungen, mit welchen er sich auf den Weg macht, um sie auf die Veranden der Häuser zu werfen. Werfen kann Victor gut, er ist schließlich in seinem Baseball Team dafür bekannt, ein exzellenter Werfer zu sein. Etwas anderes beherrscht er aber leider weniger gut: Das Sprechen. Victor stottert und es gelingt ihm so gut wie nie, mal ein paar Wörter fehlerfrei hintereinander zu sagen. Daher graut es ihm auch während seiner Zeit als Zeitungsjunge vor den Freitagen. An diesen Tagen muss er nämlich von allen Abonnenten das Geld einsammeln. Allerdings lernt er dabei neue und sehr interessante Menschen kennen, wie zum Beispiel Mr Spiro, der eine ganz eigene Art zu sprechen hat und der genau zu wissen scheint, wie man mit jemanden, der stottert, umzugehen hat. Für Victor beginnt eine spannende Zeit, die kleine und große Veränderungen mit sich bringen wird und so manche Überraschungen...


Ich lag mit meiner Vermutung goldrichtig! „Wörter auf Papier“ ist ein großartiges Buch und zählt mit zu den schönsten Königskindern, die ich bisher gelesen habe. Die Liste meiner Lieblingskönigskinder wird wirklich immer länger. Wenn man mich fragen würde, welches Buch aus diesem tollen Verlag denn nun mein allerliebstes ist, würde man von mir vermutlich nicht nur einen Titel zu hören bekommen, da ich mich einfach nur zu schwer entscheiden kann.


Aber zurück diesem schönen Buch. Ich war bereits nach den ersten Seiten hellauf begeistert von Victors Geschichte. Wir erfahren alles aus seiner Sicht. Er kann gut mit Wörtern auf Papier umgehen und hat sich daher entschlossen, seine Geschichte aufzuschreiben. Doch so gut er sich im Schreiben versteht, so schlecht sieht es leider mit seinen Sprechkünsten aus. Victor stottert, daher spricht er nur wenig, weil er weiß, wie merkwürdig er sich oft anhört. Wenn er mit Fremden zu tun hat und nicht um das Sprechen herumkommt, weiß er sich mittlerweile mit kleinen Tricks zu helfen. So gibt es Buchstaben, die ihm leichter fallen, wie das S oder das W. Ganz schwierig dagegen sind das P, das B oder das T. Victor überlegt daher immer ganz genau, welche Wörter er sagen möchte. Andere Hilfen sind, etwas in die Luft zu werfen, während er spricht oder die Sätze laut herauszuschreien.


Ich habe Victor sofort ganz fest in mein Herz geschlossen! Er ist clever, liebenswert und sehr hilfsbereit und man merkt beim Lesen sehr, wie sehr ihm sein Stottern zu schaffen macht. Das Buch spielt in den Fünzigerjahren und damals steckte die Sprachtherapie noch in den Kinderschuhen. Dies erfahren wir in einem Nachwort von dem Autor. In diesem Roman steckt nämlich sehr viel Autobiografisches. Vince Vawter litt und leidet selbst am Stottern und hat viele seiner eigenen Erlebnisse in Victors Geschichte einfließen lassen.


Mich hat das Buch sehr berührt. Ich habe großes Mitleid mit Victor empfunden, da sein Leben durch das Stottern alles andere als leicht ist. Ich habe ihn aber auch sehr bewundert, denn Victor zeigt immer wieder in diesem Sommer, wie stark und tapfer er ist und dass er für seine elf Jahre verflixt clever und sehr reif ist. Auch ist er sehr neugierig und hinterfragt vieles. Victor ist ein Protagonist, den man einfach vom ersten Moment an lieben muss und der einem auch nach dem Beenden des Buches noch sehr lange gut in Erinnerung bleiben wird.


Neben Victor wurden auch die Nebenfiguren wunderbar ausgearbeitet. So hat mir Mr Spiro sehr gut gefallen, welchen Victor während des Zeitungsaustragens kennenlernt.

Auch Victors Nanny Mam war mir auf Anhieb sympathisch. Mein Eindruck beim Lesen war, dass sie mehr eine Mutter für Victor ist als dessen richtige. Mam ist dunkelhäutig und im Jahr 1959 war die Rassentrennung in den Südstaaten ein heikles Thema. Neben dem Stottern beinhaltet „Wörter auf Papier“ also noch andere wichtige Themen, die sehr gut und kindgerecht in die Handlung eingebaut wurden. Das Buch ist wirklich ein kleines Meisterwerk und obwohl es sich hier eher um ein Kinder- als um ein Jugendbuch handelt, kann ich auch Erwachsenen Victors Geschichte sehr ans Herz legen!


Ein letztes, was noch unbedingt erwähnt werden muss, ist die besondere Art, wie Victor alles aufschreibt. Er macht uns schon gleich am Anfang klar, dass er Kommas nicht so gerne mag. Auch mit anderen Satzzeichen spart er gerne. So wird die wörtliche Rede nie mit Anführungsstrichen deutlich gemacht, sondern mit Absätzen. Victors Sätze stechen immer sofort aus dem Text heraus, dass er zwischen den schwierigen Worten die sogenannte „sanfte Luft“ verwendet, sodass s-s-s-s die Sätze s-s-s-s von ihm -s-s-s-s immer so s-s-s-s aussehen. Ihr seht, „Wörter auf Papier“ ist wirklich einzigartig und es ist ein Buch, welches man meiner Meinung nach auf jeden Fall gelesen haben sollte.


Fazit: Ein großartiges Werk! „Wörter auf Papier“ ist ein sehr berührendes und wunderschönes Buch, welches viele wichtige Themen anspricht und welches durch seine einzigartige Erzählweise und einem unheimlich liebenswerten Protagonisten wahrlich etwas ganz Besonderes ist. Nun habe ich ein weiteres Buch aus dem Königskinder Verlag, welches zu meinen absoluten Lieblingen gehört. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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-nicole-s avatar

Rezension zu "Wörter auf Papier" von Vince Vawter

Ein wundervolles Buch mit einer sympathischen Haupfigur
-nicole-vor einem Jahr

Ein elfjähriger Junge und seine beeindruckenden "Wörter auf Papier"...

Memphis, im Jahr 1959: Der elfjährige Victor übernimmt in diesem Sommer für einige Zeit den Job seines Freundes und trägt Zeitungen aus. Da er ein hervorragender Werfer beim Baseball ist (wenn nicht sogar der beste), landet auch jede Zeitung perfekt auf der Veranda. Doch dann kommt der Freitag, vor dem Victor jedes Mal ein mulmiges Gefühl beschleicht - dann ist Zahltag und er muss von jedem Abonnenten das Geld einsammeln. Das bedeutet auch mit den Leuten zu sprechen. Für Victor jedes Mal eine Überwindung, da er stottert und es ihm schwerfällt, mehrere Wörter hintereinander fehlerfrei auszusprechen. Auch wenn alles andere als leicht ist - Victor stellt sich jeder Situation. Doch der Sommer hält noch einige Überraschungen bereit und vieles wird anders als erwartet...

"Ich komme wahrscheinlich schneller als andere Kinder über Sachen weg, die wehtun. Ich habe auch keine andere Wahl, weil mein Stottern mir schließlich an jedem Tag so oft wehtut." Seite 121

Wörter auf Papier ist ein besonderer Roman - es gehört zu jenen Büchern, bei denen einem die Hauptfigur sofort ans Herz wächst. Hier ist es der elfjährige Victor, ein schlauer und hilfsbereiter Junge, dem aber eine Sache in seinem Leben zu schaffen macht: Das Stottern. Und so fällt es ihm leichter, Wörter auf Papier zu bringen, als die auszusprechen. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben - Victor erzählt seine Geschichte selbst und berichtet über die vielen Geschehnisse im Sommer 1958, in dem Einiges passiert ist.
Bemerkenswert ist, wie er sich immer wieder kleine Hilfen zurecht legt um seine Sprachbarriere zu überwinden, er kennt jeden noch so kleinen Trick. Auch wenn es nicht immer funktioniert, bleibt Victor tapfer. Er beweist hier, wie er alles schaffen kann. Am besten haben mir hier seine Gespräche mit Mr. Spiro gefallen - schön geschrieben und sehr interessant zu verfolgen. Zudem gibt es noch einige Überraschungen, die leider nicht immer positiv für den Jungen ausfallen...
Dieses Buch hat sogar leicht biographische Züge, wie der der Autor am Ende des Romans erzählt. Hier berichtet er zudem noch kurz, wie es ihm in seinem Leben mit dem Stottern ergangen ist.
Das Cover ist einfach schön - Buchtitel und Autorenname werden schlicht mit Schreibmaschinentasten vor schwarzem Hintergrund dargestellt. Es passt perfekt zur Geschichte.

"Hätte mich jemand stotternder Junge oder stotternder Sechstklässler oder stotternder Pitcher genannt, hätte ich mir wahrscheinlich irgendwas geschnappt und demjenigen über den Schädel gehauen. Aber in Verbindung mit Dichter klang Stottern zum ersten Mal in meinem Leben gut."
- Seite 146

Mein Fazit: Wörter auf Papier ist genau das, was ich erwartet habe - ein besonderes Buch, das eine berührende Geschichte erzählt. Schön geschrieben mit einer sympathischen Hauptfigur, die einige Hürden in seinem noch so jungen Leben meistern muss. Die Handlung birgt einige Überraschungen - mal schön und mal traurig. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen - ein wirkliches Lesehighlight.

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buecher_ueber_buechers avatar

Rezension zu "Wörter auf Papier" von Vince Vawter

Eine sehr bewegende Geschichte ...
buecher_ueber_buechervor 2 Jahren

Victor stottert. Für ihn mit seinen 11 Jahren ist es eine unüberwindbare Hürde.

In diesem Sommer übernimmt er die Zeitungstour seines besten Freundes. Jedoch graust es ihm vor den Freitagen - den Tagen, an denen er das Zeitungsgeld einfordern muss. Dabei lernt er Mr Spiro kennen. Und nicht nur dieser Erwachsene wird ihn zum Nachdenken anregen... Eine interessante Zeit beginnt für Victor.

Kann man das Stottern überhaupt überwinden ? Oder wie kann er sich so viel Wissen, wie es Mr Spiro besitzt, aneignen?

Die Geschichte von Victor fasziniert mich. Mit seinen 11 Jahren denkt er schon ziemlich viel über das Leben nach. Außerdem ist er auf eine emotionale Weiße sehr stark. Im Verlauf der Geschichte erlebt er so einige "Schocks". Aber er bleibt stark. Egal ob es ihn selbst betrifft oder andere ... Er würde so gerne mehr helfen können.

Das Buch spielt in Memphis um 1959. Eine starke Trennung zwischen den verschiedenen Hautfarben ist zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Viktor fragt sich warum. Er kann einfach nicht verstehen, was sich die Erwachsenen da ausgedacht haben. Das hat mich total berührt.

Gleich zu Anfang des Buches stellt Viktor klar, dass er von Kommas nichts hält. Im Verlauf des Buches verzichtet er deshalb auf einige Kommas und Anführungsstriche aber das ist mir nicht aufgefallen, weil Kommasetzung nicht gerade zu meinen Stärken gehört.

Zum Schluss ein Zitat des Autors aus der Anmerkung : "Wörter auf Papier ist meine Geschichte, sicher mehr Autobiografie als Fiktion."

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