Vincent Cronin

 3,8 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Katharina die Grosse, Ludwig XVI. und Marie-Antoinette und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Vincent Cronin

Vincent Cronin, geboren 1924, studierte Geschichte und Altphilologie in Harvard und Oxford. Er ist Mitglied des Rates der britischen Königlichen Gesellschaft für Literatur und hat sich vor allem als Autor großer Biographien der europäischen Geschichte einen Namen gemacht, der weit über England hinausreicht.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Vincent Cronin

Cover des Buches Katharina die Grosse (ISBN: 9783492248310)

Katharina die Grosse

 (12)
Erschienen am 01.06.2012
Cover des Buches Ludwig XVI. und Marie-Antoinette (ISBN: 9783548605913)

Ludwig XVI. und Marie-Antoinette

 (9)
Erschienen am 11.10.2005
Cover des Buches Napoleon (ISBN: 9783453090477)

Napoleon

 (4)
Erschienen am 01.01.1997
Cover des Buches Vincent Cronin: Der Sonnenkönig (ISBN: B006HIALN0)

Vincent Cronin: Der Sonnenkönig

 (2)
Erschienen am 01.01.1959
Cover des Buches Louis and Antoinette (ISBN: 1860461026)

Louis and Antoinette

 (1)
Erschienen am 01.11.1996
Cover des Buches Säulen des Himmels (ISBN: B00282IUPA)

Säulen des Himmels

 (1)
Erschienen am 01.01.1983

Neue Rezensionen zu Vincent Cronin

Cover des Buches Ludwig XVI. und Marie-Antoinette (ISBN: 9783548605913)A

Rezension zu "Ludwig XVI. und Marie-Antoinette" von Vincent Cronin

Fünf Bücher über Ludwig XVI. von Frankreich. Teil 2: Vincent Cronin
Andreas_Oberendervor 4 Monaten

Ludwig XVI. (1754-1793) war der letzte König Frankreichs, der vor der Revolution den Thron bestieg. Wer sich als Deutscher näher mit diesem Monarchen beschäftigen möchte, der findet nur mit Mühe brauchbare Biographien. Zwei aktuelle Standardwerke, die Biographien des Franzosen Jean-Christian Petitfils (2005) und des Briten John Hardman (2016), wurden nicht ins Deutsche übersetzt und haben hierzulande jenseits von Historikerkreisen sicherlich keine Leser gefunden. In deutscher Übersetzung liegen drei ältere Werke vor. Zwei stammen aus der Feder französischer Historiker. Es handelt sich um die Biographien von Bernard Faÿ (1955) und Evelyne Lever (1985). Eine Sonderstellung nimmt das Werk des britischen Sachbuchautors Vincent Cronin von 1974 ein. Cronins Buch ist eine Doppelbiographie Ludwigs XVI. und seiner Gemahlin Marie-Antoinette (1755-1793). Diese drei Bücher sind in Bibliotheken und Antiquariaten immer noch verfügbar. Doch aufgrund ihres Alters kommen sie für eine ernsthafte Beschäftigung mit Ludwig XVI. heute eigentlich nicht mehr in Betracht. Die Bücher der fünf Autoren – Faÿ, Cronin, Lever, Petitfils und Hardman – werden hier vergleichend rezensiert. Neben Christopher Hibbert und Desmond Seward zählte Vincent Cronin (1924-2011) in Großbritannien über Jahrzehnte hinweg zu den bekanntesten und meistgelesenen Autoren historischer Sachbücher. Etliche seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt, etwa Biographien über Ludwig XIV., Katharina die Große und Napoleon. Cronins Doppelbiographie über Ludwig XVI. und Marie-Antoinette erschien 1975 erstmals auf Deutsch. Das Buch entwickelte sich zu einem erfolgreichen Longseller und wurde mehrfach neu aufgelegt, zuletzt 2005. Allerdings handelte es sich stets um Nachdrucke ohne Überarbeitungen und Ergänzungen. Wer Cronins Buch heute in einer der älteren oder neueren Ausgaben zur Hand nimmt, muss sich darüber klar sein, dass es den Forschungsstand der frühen 1970er Jahre widerspiegelt. Es war wagemutig von Cronin, zu dieser Zeit ein Buch über Ludwig XVI. und Marie-Antoinette in Angriff zu nehmen. Es gab damals kaum seriöse Literatur über das Königspaar. Alle bedeutenden Bücher über Ludwig XVI. und Marie-Antoinette sind nach Cronins Werk entstanden. Im Vorwort hebt Cronin hervor, dass er im Zuge seiner Recherchen in mehreren großen europäischen Archiven gearbeitet hat (Paris, London, Wien, Madrid). Doch wie ein aufmerksamer Blick in die Endnoten zeigt, sind archivalische Quellen nur punktuell in die Darstellung eingeflossen. Es kann keine Rede davon sein, dass das Buch auf einem breiten Fundament archivalischer Quellen beruht.

Von vornherein ist klar, dass Cronins Buch heute nicht isoliert gelesen werden sollte, sondern in Verbindung mit neueren Werken. Was das rein Faktische angeht, so vermittelt Cronin ein detailreiches, anschauliches und zuverlässiges Bild vom Leben des Königspaares. Aber gerade im Vergleich mit den Büchern von Lever, Petitfils und Hardman erweist sich, dass er Ludwig XVI. und Marie-Antoinette zu wohlwollend beurteilt, zu nachsichtig. Eine Tendenz zur Idealisierung und Reinwaschung ist nicht zu übersehen. Ähnlich wie Bernard Faÿ zeigt Cronin Ludwig XVI. als gutherzigen, rechtschaffenen und wohlmeinenden Herrscher, dessen Reformvorhaben von übelwollenden reaktionären Kräften vereitelt werden. Cronin arbeitet nicht heraus, dass der König und seine Minister kaum Tuchfühlung mit der Welt jenseits von Versailles besaßen und mit ihrer Politik scheiterten, weil sie nicht den Dialog mit den politischen Eliten und der Gesellschaft suchten. Reformen sollten mit den angestammten Instrumenten absolutistischen Regierens „von oben“ durchgedrückt werden. Offene Debatten über die Umgestaltung der politischen Verhältnisse waren nicht erwünscht. Das eklatante kommunikative Versagen Ludwigs und seiner Minister trug Ende der 1780er Jahre wesentlich zur Verschärfung der politischen Krise bei. Heute gilt es als ausgemacht, dass Ludwig XVI. nach dem Debakel der Notabelnversammlung im Frühjahr 1787 in eine langanhaltende Depression verfiel. Das Scheitern seiner Reformpläne traf ihn hart. Er war zeitweise kaum handlungsfähig. Schon bald nach dem Zusammentritt der Generalstände im Mai 1789 entglitt dem hilflos wirkenden König und seinen gleichermaßen überforderten Ministern die Kontrolle über die Situation. Auch Marie-Antoinette erfährt in Cronins Darstellung eine auffallend schonende Behandlung. Die Unbeliebtheit der Königin lässt sich nicht allein mit dem Verweis auf anti-österreichische Ressentiments in der französischen Gesellschaft erklären. Cronin befasst sich nicht eingehend genug mit Marie-Antoinettes persönlichem Umfeld. Zur Irritation des Hofes und der Hauptstadt legte Marie-Antoinette ein Verhalten an den Tag, das nicht dem tradierten Rollenbild einer Königin von Frankreich entsprach. Cronin unterschätzt, wie sehr Marie-Antoinette ihr Ansehen durch ihre Cliquen- und Günstlingswirtschaft beschädigte. Weitgehend überholt sind die Kapitel über die Revolutionszeit. In den letzten zwanzig Jahren sind etliche wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die das herkömmliche Bild vom politischen Handeln Ludwigs XVI. und Marie-Antoinettes am Vorabend und während der Revolution verändert und um neue Facetten bereichert haben. Die Kluft zwischen Cronins Doppelbiographie und dem aktuellen Forschungsstand ist mittlerweile so groß, dass man als Rezensent keine Leseempfehlung für das Buch aussprechen kann.

FAZIT

Auch wenn sie nicht in deutscher Übersetzung vorliegen, kommen nur die Biographien von Jean-Christian Petitfils und John Hardman für eine nähere Beschäftigung mit Ludwig XVI. in Frage. Gegen die Bücher von Faÿ, Cronin und Lever sprechen das Alter sowie inhaltliche Defizite und Mängel. 

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Cover des Buches Katharina die Grosse (ISBN: 9783492248310)Y

Rezension zu "Katharina die Grosse" von Vincent Cronin

Wunderbar recherchiert
Yoyomausvor 5 Jahren

Zum Inhalt:
Sie wurde als Tochter eines deutschen Fürsten geboren und mit dreiunddreißig Jahren Herrscherin des russischen Reiches Katharina II. (1729 - 1776). Die Geschichte verlieh ihr den Beinamen die Große . Vincent Cronin porträtiert die schillernde Persönlichkeit der russischen Zarin, ihr ereignisreiches Privatleben und ihre großen Leistungen als Regentin gerade auch bei der Verwirklichung weitreichender Sozialreformen. Und er korrigiert damit ein über lange Zeit verfälschtes Geschichtsbild

Katharina die Große wurde am 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren und verbrachte ihre gesamte Kindheit dort - bis auf ein paar Besuche in deutschen Städten wie Berlin oder Zerbst. Als beschlossen wurde, dass sie den späteren Zaren Peter den III. ehelichen soll, macht sie sich auf eine lange Reise in das russische Reich. Dort lernte sie im Alter von 14 sehr schnell die russsiche Sprache, nahm sich deren Religion an und heiratete wenig später Zar Peter, mit dem sie eine eher unglückliche ehe führte - vor allem weil dieser mehr mit seinen kleinen Spielsoldaten spielte, als sich um seine Frau zu kümmern. Nicht zuletzt, weil Zar Peter ein Kindkopf war und seine spätere Regentschaft in ihren Augen kaum zu ertragen, sammelte Katharina Verbündete um sich, um ihren Mann bei einen Staatsstreich zu stürzen und selbst als Zarin an die Macht zu kommen. Katharina lenkte fortan die Geschicke der russischen Politik und sorgte mit eiserner Hand dafür, dass Russland eine unter anderem  Revolution in Gesundheitswesen sowie Innen- und Außenpolitik erlebte. Neben ihren politischen Geschick machte sich Katharina aber vor allem auch durch ihre vielen Liebhaber einen Namen. Vincent Cronin betrachtet in dieser Biografie die Frau Katharina. Ein Mädchen, das sich anpassen musste. Eine Frau, die für ihr Volk kämpfte. Aber auch eine Frau, die eben einfach nur eine Frau war - mit Höhen und Tiefen. 


Erstmals habe ich diese Biografie vor über zehn Jahren gelesen, als wir für die Schule etwas über Katharina die Große ausarbeiten mussten. Ehrlich gesagt hatte ich damals reichlich wenig Lust und bin eher gelangweilt an die ganze Sache heran gegangen. Je mehr ich dann aber in dem Buch gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte rund um Katharina die Große gefangen genommen. Ich war fasziniert, wie dieses junge Ding mir nichts dir nichts in ein fremdes Land gesandt wurde, dessen Sprache sie nicht einmal beherrschte. Ich war fasziniert, wie sie versucht hat Peter zu gefallen, obwohl der einfach nur ein Ekel war und rumgehurt hat. Ich war fasziniert, wie sie es diplomatisch geschafft hat, ihre Schwiegermutter auf ihre Seite zu ziehen und es hat mich einfach nur baff gemacht, als ich gelesen habe, welches Risiko sie damals eingegangen ist, als sie den Staatstreich vorbereitet und schließlich durchgeführt hat. Das hätte sie Kopf und Kragen kosten können und doch hat sie den Willen gehabt das eiskalt durchzuziehen. Ich was und bin von der Person Katharina vollkommen begeistert. Schließlich hat es mich auch immer wieder fasziniert, wie sie mit den Männern umgegangen ist. Sie war eine Frau die viele Liebhaber hatte und scheinbar hat sie sie auch alle geliebt, aber auch hat sie sie als Schachfiguren benutzt - nicht zuletzt auch, um sich die Polen als Verbündete zu Nutze zu machen. Aber sie hat sich auch für ihr Volk eingesetzt. Durch die Revolution des russischen Gesundheitswesens hat sie unter anderen für Russland einen sehr großen Schritt getan, der ihr heute noch Ruhm einbringt. Katharina ist eine vielschichtige, interessante Frau gewesen, die mich absolut begeistert. Vincent Cronin schafft es ihre Biografie lebendig zu erzählen - es wird einfach nicht langweilig. Besonders, wenn es um Politik geht schafft er es, alles so gut zu umschreiben, dass man der Sache folgen kann und nicht vor Langeweile einschläft. Das schafft auch nicht jeder. 

Wer sich für Geschichte und vor allem für Katharina die Große interessiert ist mit diesem Buch bestens beraten. Die Schreibweise des Autors ist fesselnd und es bleiben keine Fragen offen. Genial gemacht und super recherchiert.

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