Vincent Delecroix

 3.1 Sterne bei 64 Bewertungen

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Vincent DelecroixDer Schuh auf dem Dach
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Der Schuh auf dem Dach
Der Schuh auf dem Dach
 (63)
Erschienen am 10.03.2010
Vincent DelecroixLa chaussure sur le toit. Der Schuh auf dem Dach, französische Ausgabe
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La chaussure sur le toit. Der Schuh auf dem Dach, französische Ausgabe

Neue Rezensionen zu Vincent Delecroix

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christinamarias avatar

Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

Spannende Idee, ausbaufähige Umsetzung...
christinamariavor 7 Monaten

Ein Schuh, der rätselhafterweise auf einem Dach in Paris liegt, verschiedene Perspektiven und kleine Geschichten über Glück und das Leben - all das hat mich auf das Buch "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix sehr neugierig gemacht. Diese Neugier wurde allerdings nicht so wirklich befriedigt, oder zumindest wurde meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. 


Das Buch besteht aus zehn Kapiteln, von denen jedes aus der Sicht eines anderen Charakters beschreibt, wie der Schuh auf das Dach gekommen sein könnte. Besonders das erste Kapitel beinhaltet eine sehr schöne Geschichte, die Lust auf mehr ähnliche Beschreibungen macht - diese findet man allerdings nicht mehr wirklich. Die darauffolgenden Kapitel sind nämlich teilweise in einem ganz anderen Stil verfasst und durch lange, philosophische Monologe viel anstrengender zu lesen. Insgesamt fand ich es etwas schade, dass für viele Kapitel die Kenntnis von sehr vielen philosophischen und literarischen Werken vorausgesetzt war, und da ich diese Werke natürlich nicht alle kenne, habe ich die ein oder andere Anspielung leider nur schwer oder gar nicht verstanden. Allerdings waren auch einige Kapitel enthalten, die ich gut umgesetzt fand - zum Beispiel wird einmal ein Hund zum Erzähler, und einmal eine alte Dame, die durch den Schuh eine neue Freundschaft knüpft.

Die Idee, über die Bewohner eines Wohnhauses zu schreiben und sie durch einen Aspekt - den Schuh - zu verbinden, finde ich sehr schön. Sie bildet eine gute Basis, um über den Alltag zu schreiben und Geschichten über das Glück einfließen zu lassen. Was mir außerdem gefällt ist, dass alle Charaktere eine andere Erklärung dafür haben, warum der Schuh auf dem Dach liegt, und dass die Schicksale der einzelnen Charaktere trotzdem alle miteinander verbunden sind. Trotzdem finde ich, dass das Buch nicht alle Erwartungen erfüllt, die es erweckt - vor allem, weil für mich manche Kapitel sehr langatmig waren und ich nur schwer in die Handlung hineingefunden habe.

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Greedyreaders avatar

Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

Der Schuh oder Schuhe auf dem Dach
Greedyreadervor 3 Jahren

Der Schauplatz des Romans ist ein großes Mietshaus in einem der weniger feinen Viertel von Paris in der Nähe der Gare du Nord. Die Bewohner blicken nicht nur in den Innenhof, sondern auch in die gegenüberliegenden Wohnungen - einige sehen das kleine Mädchen nachts am Fenster - und auf die Gleise, die aus dem Bahnhof hinausführen. Der Bahnhof ist so nah, dass die Bewohner die Vibration in ihren Wohnungen spüren, wenn Züge vorbeifahren. In zehn Episoden erzählt der Autor von Begebenheiten im Leben der Bewohner, die alle irgendwie mit einem Schuh zu tun haben, der in fast allen Geschichten aus unterschiedlichen Gründen auf dem Dach landet. Der Schuh ist jedoch nicht die einzige Verknüpfung der sehr unterschiedlichen Episoden. Die Bewohner kennen einander, wissen von den Lebensumständen der anderen. Es gibt sogar denkende und sprechende Haustiere, die ebenfalls mitbekommen, was passiert und sich darüber unterhalten: die Katze Zerberus hat den nächtlichen Besucher in der Wohnung seiner Exfrau erkannt und erzählt den anderen davon, aber keiner glaubt ihr. Das ist überwiegend witzig und amüsant erzählt - typisch französisch für mich -, aber es lässt sich nicht mühelos konsumieren wie ein Krimi, nicht nur, weil es keine fortlaufende Handlung mit einem überschaubaren kleinen Personenkreis gibt. Witzig finde ich vor allem, dass er Autor so tut, als existiere für die erzählten Begebenheiten eine Realität außerhalb der Fiktion: die Personen der einen Episode sprechen über die Erlebnisse der anderen. Es ist auch ein Roman über das Geschichtenerzählen und Schreiben selbst: In einer Fußnote (!) spricht eine der Personen über den vergeblichen Versuch, einen Roman mit dem Titel "Der Schuh auf dem Dach" zu schreiben. Stattdessen entstand die Abhandlung "Rachsucht" - eine der Geschichten dieses Romans -, die der fiktive Autor leider verlegt hat. Mit einem Augenzwinkern nennt der Autor Vincent Delecroix einige der Personen in seinem Roman "Vincent". Das alles finde ich sehr gelungen, obwohl ich nach der Lektüre des Romans nicht ganz so begeistert bin wie von der Leseprobe. "Quand je pense à tous les livres qu´il me reste à lire, j´ai la certitude d´être encore heureux." Jules Renard

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wunderfitzs avatar

Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

Typisch französische Sommerlektüre
wunderfitzvor 5 Jahren

Paris, unweit des Gare du nord. Die Menschen hier leben ihr Leben. Sie bringen die Kinder zu Bett, richten Feste aus, gehen ihrer Arbeit nach. Sie leiden und lieben, verzweifeln, hoffen, versuchen immer wieder aufs Neue, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Jeder auf seine Art und Weise. Alles scheint normal, so wie in jedem Wohnviertel eigentlich. Wenn da nicht dieser Schuh wäre. Der Schuh auf dem Dach. Für jeden scheint er eine andere Bedeutung zu haben. Manche treibt er in den Wahnsinn, erinnert sie an verlorene Lieben oder bittere Triumphe, andere wiederum können und wollen ihn nicht mehr missen. 

In 10 kleinen Geschichten erzählt Vincent Delecroix mit einer wunderbaren Feinfühligkeit, wie dieser Schuh auf das Dach gelangt sein könnte. 10 Geschichten, die alle ganz verschieden sind, von den unterschiedlichsten Personen handeln und jedes Mal auf eine ganz neue Art und Weise erzählt werden. Und doch schafft es der Autor, diese Geschichten zu einem runden Ganzen zu verbinden. Immer wieder finden sich kleine Andeutungen und Querverweise zu den anderen Geschichten und wenn es auch nur in einem Nebensatz geschieht. So fühlt sich der Leser selbst ein wenig an der Nase herumgeführt und fragt sich neugierig, wie der Schuh denn nun tatsächlich auf das Hausdach gelangt ist. Ich muss gestehen, das Ende hat mich ein wenig - enttäuscht ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn es führte zu einem runden Abschluss, aber irgendwie hätte ich etwas anderes erwartet und war dann mit dem tatsächlichen Ende etwas unzufrieden. Dennoch haben mir die kleinen Geschichten um das Leben der Hausbewohner sehr gefallen. Alle unterschiedlich warten sie doch immer mit einer überraschenden Wendung auf, manche eher heiter, andere melancholisch - aber alle einen gewissen französischen Charme versprühend, der im Detail sitzt.

Ein schönes und verträumtes Buch für den Sommer, das man gemütlich in der Hängematte liegend lesen kann, das aber dennoch mit Tiefgründigkeit und einer subtilen Poetik aufwartet, die man beim Lesen des Klappentextes gar nicht erwartet hätte. Denn der studierte Philosoph, der Delecroix nun mal ist, tritt hier durchaus auch zu Tage.

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