Der Schuh auf dem Dach

von Vincent Delecroix 
3,1 Sterne bei63 Bewertungen
Der Schuh auf dem Dach
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Ein unscheinbar wirkendes Buch, das mit feinfühlig erzählten und philosophisch angehauchten Geschichten über das Leben aufwartet. Lesenswert

Alle 63 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Schuh auf dem Dach"

Ein Schuh liegt einsam und allein auf einem Dach in Paris. Die Bewohner des Hauses gegenüber inspiriert er auf jeweils ganz verschiedene Weise. Dieser philosophische Roman, der in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste stand, erzählt voller Poesie vom Zauber des Erzählens und davon, dass es im Leben stets viele Blickwinkel gibt.
Ein kleines Mädchen, das nicht schlafen kann und seinem müden Vater von einem Engel auf dem Dach gegenüber erzählt; ein melancholischer Hund, der sich plötzlich vor seinem Herrchen fürchten muss; ein verliebter Einbrecher, der sich rächen will; eine unglückliche junge Frau, die von einem illegalen Einwanderer verlassen wurde - wir treffen sie in einem Pariser Mietshaus an, und jeder von ihnen ist irgendwie einsam. Sie alle betrachten, jeweils aus einer anderen Wohnung heraus, einen Schuh, der in der Dachrinne gegenüber liegt und von dem niemand weiß, wie er dort hingekommen ist. Die Geschichte jedes einzelnen kreist um diesen ganz profanen Gegenstand, der zum Sinnbild wird für das, was einem im Leben manchmal fehlt. Vincent Delecroix erzählt mit betörend französischem Charme und einer großen Liebe zum Menschen. Seit Erscheinen in Frankreich begeistert Der Schuh auf dem Dach Buchhändler und Leser, und im Herbst 2007 war er für alle wichtigen Literaturpreise nominiert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548609621
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:10.03.2010

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    christinamarias avatar
    christinamariavor 6 Monaten
    Spannende Idee, ausbaufähige Umsetzung...

    Ein Schuh, der rätselhafterweise auf einem Dach in Paris liegt, verschiedene Perspektiven und kleine Geschichten über Glück und das Leben - all das hat mich auf das Buch "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix sehr neugierig gemacht. Diese Neugier wurde allerdings nicht so wirklich befriedigt, oder zumindest wurde meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. 


    Das Buch besteht aus zehn Kapiteln, von denen jedes aus der Sicht eines anderen Charakters beschreibt, wie der Schuh auf das Dach gekommen sein könnte. Besonders das erste Kapitel beinhaltet eine sehr schöne Geschichte, die Lust auf mehr ähnliche Beschreibungen macht - diese findet man allerdings nicht mehr wirklich. Die darauffolgenden Kapitel sind nämlich teilweise in einem ganz anderen Stil verfasst und durch lange, philosophische Monologe viel anstrengender zu lesen. Insgesamt fand ich es etwas schade, dass für viele Kapitel die Kenntnis von sehr vielen philosophischen und literarischen Werken vorausgesetzt war, und da ich diese Werke natürlich nicht alle kenne, habe ich die ein oder andere Anspielung leider nur schwer oder gar nicht verstanden. Allerdings waren auch einige Kapitel enthalten, die ich gut umgesetzt fand - zum Beispiel wird einmal ein Hund zum Erzähler, und einmal eine alte Dame, die durch den Schuh eine neue Freundschaft knüpft.

    Die Idee, über die Bewohner eines Wohnhauses zu schreiben und sie durch einen Aspekt - den Schuh - zu verbinden, finde ich sehr schön. Sie bildet eine gute Basis, um über den Alltag zu schreiben und Geschichten über das Glück einfließen zu lassen. Was mir außerdem gefällt ist, dass alle Charaktere eine andere Erklärung dafür haben, warum der Schuh auf dem Dach liegt, und dass die Schicksale der einzelnen Charaktere trotzdem alle miteinander verbunden sind. Trotzdem finde ich, dass das Buch nicht alle Erwartungen erfüllt, die es erweckt - vor allem, weil für mich manche Kapitel sehr langatmig waren und ich nur schwer in die Handlung hineingefunden habe.

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    Greedyreaders avatar
    Greedyreadervor 3 Jahren
    Der Schuh oder Schuhe auf dem Dach

    Der Schauplatz des Romans ist ein großes Mietshaus in einem der weniger feinen Viertel von Paris in der Nähe der Gare du Nord. Die Bewohner blicken nicht nur in den Innenhof, sondern auch in die gegenüberliegenden Wohnungen - einige sehen das kleine Mädchen nachts am Fenster - und auf die Gleise, die aus dem Bahnhof hinausführen. Der Bahnhof ist so nah, dass die Bewohner die Vibration in ihren Wohnungen spüren, wenn Züge vorbeifahren. In zehn Episoden erzählt der Autor von Begebenheiten im Leben der Bewohner, die alle irgendwie mit einem Schuh zu tun haben, der in fast allen Geschichten aus unterschiedlichen Gründen auf dem Dach landet. Der Schuh ist jedoch nicht die einzige Verknüpfung der sehr unterschiedlichen Episoden. Die Bewohner kennen einander, wissen von den Lebensumständen der anderen. Es gibt sogar denkende und sprechende Haustiere, die ebenfalls mitbekommen, was passiert und sich darüber unterhalten: die Katze Zerberus hat den nächtlichen Besucher in der Wohnung seiner Exfrau erkannt und erzählt den anderen davon, aber keiner glaubt ihr. Das ist überwiegend witzig und amüsant erzählt - typisch französisch für mich -, aber es lässt sich nicht mühelos konsumieren wie ein Krimi, nicht nur, weil es keine fortlaufende Handlung mit einem überschaubaren kleinen Personenkreis gibt. Witzig finde ich vor allem, dass er Autor so tut, als existiere für die erzählten Begebenheiten eine Realität außerhalb der Fiktion: die Personen der einen Episode sprechen über die Erlebnisse der anderen. Es ist auch ein Roman über das Geschichtenerzählen und Schreiben selbst: In einer Fußnote (!) spricht eine der Personen über den vergeblichen Versuch, einen Roman mit dem Titel "Der Schuh auf dem Dach" zu schreiben. Stattdessen entstand die Abhandlung "Rachsucht" - eine der Geschichten dieses Romans -, die der fiktive Autor leider verlegt hat. Mit einem Augenzwinkern nennt der Autor Vincent Delecroix einige der Personen in seinem Roman "Vincent". Das alles finde ich sehr gelungen, obwohl ich nach der Lektüre des Romans nicht ganz so begeistert bin wie von der Leseprobe. "Quand je pense à tous les livres qu´il me reste à lire, j´ai la certitude d´être encore heureux." Jules Renard

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    wunderfitzs avatar
    wunderfitzvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein unscheinbar wirkendes Buch, das mit feinfühlig erzählten und philosophisch angehauchten Geschichten über das Leben aufwartet. Lesenswert
    Typisch französische Sommerlektüre

    Paris, unweit des Gare du nord. Die Menschen hier leben ihr Leben. Sie bringen die Kinder zu Bett, richten Feste aus, gehen ihrer Arbeit nach. Sie leiden und lieben, verzweifeln, hoffen, versuchen immer wieder aufs Neue, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Jeder auf seine Art und Weise. Alles scheint normal, so wie in jedem Wohnviertel eigentlich. Wenn da nicht dieser Schuh wäre. Der Schuh auf dem Dach. Für jeden scheint er eine andere Bedeutung zu haben. Manche treibt er in den Wahnsinn, erinnert sie an verlorene Lieben oder bittere Triumphe, andere wiederum können und wollen ihn nicht mehr missen. 

    In 10 kleinen Geschichten erzählt Vincent Delecroix mit einer wunderbaren Feinfühligkeit, wie dieser Schuh auf das Dach gelangt sein könnte. 10 Geschichten, die alle ganz verschieden sind, von den unterschiedlichsten Personen handeln und jedes Mal auf eine ganz neue Art und Weise erzählt werden. Und doch schafft es der Autor, diese Geschichten zu einem runden Ganzen zu verbinden. Immer wieder finden sich kleine Andeutungen und Querverweise zu den anderen Geschichten und wenn es auch nur in einem Nebensatz geschieht. So fühlt sich der Leser selbst ein wenig an der Nase herumgeführt und fragt sich neugierig, wie der Schuh denn nun tatsächlich auf das Hausdach gelangt ist. Ich muss gestehen, das Ende hat mich ein wenig - enttäuscht ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn es führte zu einem runden Abschluss, aber irgendwie hätte ich etwas anderes erwartet und war dann mit dem tatsächlichen Ende etwas unzufrieden. Dennoch haben mir die kleinen Geschichten um das Leben der Hausbewohner sehr gefallen. Alle unterschiedlich warten sie doch immer mit einer überraschenden Wendung auf, manche eher heiter, andere melancholisch - aber alle einen gewissen französischen Charme versprühend, der im Detail sitzt.

    Ein schönes und verträumtes Buch für den Sommer, das man gemütlich in der Hängematte liegend lesen kann, das aber dennoch mit Tiefgründigkeit und einer subtilen Poetik aufwartet, die man beim Lesen des Klappentextes gar nicht erwartet hätte. Denn der studierte Philosoph, der Delecroix nun mal ist, tritt hier durchaus auch zu Tage.

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    Mikkivor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Ich habe das Buch letztes Jahr im Urlaub gelesen und deswegen mit großen Unterbrechungen, was nicht besonders hilfreich aber dadurch dass es mehrere Kurzgeschichten sind gut zu machen war.
    Ich finde die Idee, ein kleines Ereignis wie ein Schuh auf einem Dach, aus mehreren Perspektiven zu beschreiben sehr schön und habe an jeder Geschichte irgendwie gefallen gefunden, auch wenn sie sehr unterschiedlich waren. Während man liest wird einem dank geschickter Wortwahl bewusst, dass die Geschichten zwar irgendwie zusammenhängen und doch so anders.
    Sprachlich finde ich das Buch wunderbar, denn es ist nicht einfach schnöde heruntererzählt sondern zeigt schöne Sätze und eine angenehme Sprache :)

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    bookgirls avatar
    bookgirlvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Nach dem ich die Leseprobe gelesen habe, hatte ich mich sehr über das Buch gefreut. Leider war die Freude nach der ersten Geschichte verflogen. Das Buch ist sehr anstrengend und langatmig geschrieben, was den Lesegenuss leider überhaupt nicht fördert. Ich habe mich praktisch von Geschichte zu Geschichte gequält und war froh, als ich endlich das Buch aus der Hand legen konnte. Ich denke, dass man schon sehr Philosophie-begeistert sein muss, um an dem Thema Spaß zu haben.

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    Toschi3vor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Feine Philosophie
    Aus 10 verschiedenen Perspektiven erzählt Delecroix, warum ein Schuh auf dem Dach eines Pariser Wohnhauses liegt. Mit einem eleganten, flüssigen Schreibstil verbindet der Autor die Geschichten, die von verschiedenen Perosnen erzählt werden.Der Autor schlüpft in die Rollen, geht in ihnen auf und transportiert die Individualität der Personen glaubhaft und überzeugend. Die Geschichten sind feinfühlig und zum Teil melancholisch, aber nicht wirklich traurig.
    Wer philosophisch versiert ist, wird sich in diesem Buch sicher noch besser wiederfinden, als Laien wie ich. Aber trotzdem begeistert das Buch.
    Alles in allem ein fantastisches Buch, vielleicht nicht für jeden, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich (nicht) streiten.

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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Typisch französisch
    Das Buch besteht aus 10 Kurzgeschichten, von denen jede eine andere Version erzählt, wie ein einzelner Schuh auf das Dach eines gegenüber stehenden Hauses gelangt ist. Irgendwie hängen sie aber auch alle zusammen. Erzähler sind die Bewohner eines Hauses in Paris bzw. Menschen, die sich dort aus irgendwelchen Gründen aufhalten.
    Es handelt sich um ganz unterschiedliche Charaktere (und nicht nur menschliche) und damit stark unterschiedliche Sichtweisen, aber sie sind alle mehr oder weniger philosophisch angehaucht. Nebenbei erfährt der Leser von allen möglichen Problemen der Akteure, was einen schon nachdenklich macht. Amüsant fand ich, wie in den einzelnen Geschichten immer wieder auf die Entstehung genau dieses Buches eingegangen wird.
    Vom Stil her empfand ich das Buch als typisch französisch. Das muss man mögen, wenn einem das Buch gefallen soll.

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    Amelie Windschuhs avatar
    Amelie Windschuhvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Ein meisterwerk der philosphie.. ein mann bricht in die wohnung seiner ehemaligen geliebten ein um in der dunkelheit in erinnerungen zu schwelgen.. Ein schuh auf dem dach eines hauses regt die bewohner zu gedanken über sich und das leben an und berührt einen. Es ist tiefgreifend, fesselnd und genau richtig von der länge. auch für den lesemuffel ein muss... und natürlich für alle kleine träumer und möchtegern philosophen :) ich hab es in der weihnachtszeit gelesen bei einer heißen tasse tee und kerzenlicht und mich in das buch verliebt.

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    anywaysvor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Ein schmuddeliger Hinterhof in einem ärmlichen Wohngebiet irgendwo in Paris.
    Hier leben Menschen der verschiedensten Hautfarben, Gesinnungen und beruflichen Ambitionen. Man trifft eine frischgebackenen Philosophen, ein kleines schlafloses Mädchen , einen Insektenforscher und seinen Freund den erfolglosen Schriftsteller, ein Gaunertrio und noch einige andere .Sie alle lässt der Autor auf unterschiedlichste weise die Geschichte des "Schuhs auf dem Dach" erzählen.
    Vincent Delecroix gelingt es ausgezeichnet, die so unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten klar darzustellen. Die Geschichten sind liebevoll konstruiert und zart miteinander verwoben, so dass aus 10 Kurzgeschichten eine größere Erzählung wird. Alle Personen stehen miteinander in einer sozialen Verbindung, sei es als Mitbewohner, Nachbarn oder Freunde.
    Dieses Buch erinnert mich sehr an den "Französischen Film" - sehr melancholisch und sehr philosophisch, deswegen für mich auch nur als Ausnahmelektüre geeignet.

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    melli.die.zahnfees avatar
    melli.die.zahnfeevor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Schuh auf dem Dach" von Vincent Delecroix

    Der Schuh auf dem Dach.

    Ein Schuh liegt einsam und verlassen auf einem Dach in Paris.

    Und um diesen Schuh ranken sich zehn kleine Geschichten.Ganz unterschiedliche Menschen verknüpfen ihre Schicksale mit diesem Schuh, scheitern oder finden das große Glück, alles ist denkbar und möglich im Leben.

    Spannend fand ich, in den meisten Geschichten Verknüpfungen zu anderen Episoden zu finden, mal ist die eine Person Hauptdarsteller, in der nächsten Geschichte nur Randfigur, aber alles spielt sich in diesem Mikrokosmos des Wohnblocks ab.
    Die Übersetzung aus dem Französischen ist sehr gelungen und der Stil flüssig , wenn auch manchmal etwas zu poetisch. Gut herausgearbeitet fand ich die Gefühle der Protagonisten, so dass ich mich mit der einen oder anderen Geschichte durchaus identifizieren konnte. Außerdem behandelt dieses Buch alle Facetten der Liebe: Glückliche, unerfüllte, platonische....
    Witzig fand ich die Idee mit dem denkenden Hund,andere Geschichten fand ich eher unglaubwürdig oder langweilig.

    Außerdem weiss ich auch jetzt noch nicht, ob es tatsächlich nur ein Schuh, also der Schuh war, oder viele verschiedene, die im Blickwinkel unterschiedlicher Menschen zu einem Schuh ( der Liebe) verschmelzen ? Schade dass der Autor keine Erklärung oder echte Auflösung bietet. ( Ist aber bestimmt Absicht ;)
    Ein perfektes Buch für zwischendurch, eine Fahrt in der Straßenbahn z.B. mit ähnlich vielen Stationen des Lebens, wie dieses Buch sie bietet.
    Ich habe es in einem Rutsch gelesen und fand es wundervoll.

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