Vincent Hauuy

 3,8 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf

Vincent Hauuys arbeitet als Videospieldesigner und lebt mit seiner Familie in Quebec. Der Dämon von Vermont ist sein erster Roman. Das Buch wurde 2017 mit dem Michel-Bussi- Preis für den besten französischen Thriller ausgezeichnet und avancierte zum Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Vincent Hauuy

Cover des Buches Der Dämon von Vermont (ISBN: 9783608504736)

Der Dämon von Vermont

 (10)
Erschienen am 12.09.2020

Neue Rezensionen zu Vincent Hauuy

Cover des Buches Der Dämon von Vermont (ISBN: 9783608504736)
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Rezension zu "Der Dämon von Vermont" von Vincent Hauuy

Superspannendes Thrillerdebüt vom Kanadier
mapefuevor 3 Jahren

Klett&Cotta mit seinen Lektoren haben sich wieder einmal bei DER DÄMON VON VERMONT mit der Titelgebung selbst übertroffen. Sie konnten dem Originaltitel „Le tricycle rouge“ nichts abgewinnen. DAS ROTE DREIRAD wäre viel zu simpel und nicht verkaufsfördernd gewesen.

Ex-Top-Profiler Noah Wallace ist nur noch ein Schatten seiner selbst, seit seine Frau Maggie vor 5 Jahren entführt wurde und bei einem Unfall im Auto verbrannte - zusammen mit einem Serienkiller, genannt der "Dämon von Vermont". Noah, seelisch und körperlich ein Wrack, leidet unter Amnesie und geht am Stock. Mit dem Job als Berater der Vermont State Police ist nichts mehr, dafür arbeitet er als Sachbearbeiter in einer Versicherungsanstalt mit Rachel, seiner Aphrodite Kallipygos.

Da scheint der totgeglaubte Serienkiller zurückzukehren. Jenseits der Grenze im kanadischen Québec werden drei theatralisch aufgebahrte Leichen entdeckt – mit beiliegender maschingeschriebener Nachricht an Noah. Deshalb werden sein ehemaliger Kollege und Freund Steve Raymond, der für die Major Crime Unit der Vermont State Police arbeitet und Wallace nach Kanada zum Tatort des Verbrechens geholt. Für die Sureté du Québec bearbeitet Inspecteur Bernard Tremblay.

Noah analysiert den Mörder: „Er ging methodisch und akribisch vor, ergötzt sich an der Angst seiner Opfer und hegte einen abgrundtiefen Hass gegen die Kirche. Außerdem ist die Auswahl seiner Opfer bezeichnend: keine jungen Frauen, wie es bei einem psychopathischen Serienmörder häufig der Fall ist. Es handelt sich um einen Einzeltäter und seine Taten sind die Folge eines Traumas, das er in seiner Kindheit erlebte. Um ihm auf die Spur zu kommen, muss man ihn verstehen, ihn entschlüsseln.“ Noah steht regungslos da, hat die Augen geschlossen, hält den Atem an und vernetzt sich mit dem Tatort, um die Schwingungen, den Rhythmus, die einzelnen Töne zu erfassen. Diese Verankerung ist notwendig, um seinen Sinneswahrnehmungen mittels seiner Vorstellungskraft konkrete Formen zu geben.

Im Team von Inspecteur Bernard Tremblay noch seine Nichte Clémence, das kanadische Profiler Pendant zu Noah, kachektisch, klappendürr, aber nicht ohne Charme. Tremblay hält nicht viel von übersinnlichen Erfahrungen, er ist pedantischer Analyst, ein Puzzlefreund, der aktuell mit 32tausend Teilen New York! zusammensetzt. Mit der Stoppuhr werden die Arbeiten am Puzzle akribisch dokumentiert. Für jeden Kanadier eine Herausforderung, für ihn eine besondere. Was hat das mit dem Fall zu tun? Eben dieser besteht aus weit mehr Teilen, eine noch größere Herausforderung.

Unabhängig von den Mordfällen recherchiert die junge Journalistin und Bloggerin Sophie Lavallée im Fall des 1977 verschwundenen Reporters und Privatdetektivs Edgar Trout. Die Aufforderung dazu findet sie im Darknet. Eine Schnitzeljagd beginnt. Ihre Nachforschungen gefallen einigen Leuten nicht und bevor es für sie tödlich endet ergreift sie die Flucht.

Die komplexe Geschichte wird geschickt und spannend erzählt, sowie mit außergewöhnlichen Figuren besetzt und deren diffizile Ausbreitung ihrer Charaktereigenschaften. Allen voran Noah, mit seiner endlosen Liste persönlicher Probleme, einem Tumor in seinem Hirn, seinen übersinnlichen Fähigkeiten und seinem Gedächtnisverlust, der acht Jahre seiner Jugend ausgelöscht hat.

Hauuy sorgt für einiges an Verwirrung mit einer Menge ausgestreuter Puzzleteile, die Spannung zieht stetig an, das Rätsel wird nach und nach in einem hochdramatischen Finale aufgeklärt. 

Hauuy entwirft ein wüstes Komplott irrer Wissenschaftler und Politiker, um einerseits eine Art ‚Killermaschine‘ zu erschaffen, während andererseits niederste Triebe befriedigt werden sollen. Ob ihm auf diesen Spuren alle Leser folgen wollen bleibt ungewiss.

Debüt-Autor Vincent Hauuy hat einen sehr spannenden und niveauvollen Thriller verfasst. Keine Banalitäten, keine Oberflächlichkeit, nur eine kleine Prise Humor, das tut gut. Ein aufreibendes Grundthema, nicht für jedermann, doch für den Leser, der ihm folgt ein Hochgenuss. Dazu ein Hauptprotagonist Noah, eine der schillerndsten Persönlichkeiten im Thriller und überhaupt mit unzähligen Fassetten, dazu zwei weibliche Akteure, Sophie und Clémence, zuerst getrennt voneinander agierend, dann im Finale furioso Seite an Seite. Für mich ein Thriller Highlight des Jahres. Ein Pageturner und ein wahrer Bestseller.

Noah Wallace 2 wartet bereits (auf die Übersetzung).

Cover des Buches Der Dämon von Vermont (ISBN: 9783608504736)
M

Rezension zu "Der Dämon von Vermont" von Vincent Hauuy

Hervorragender Thriller
M.Lehmann-Papevor 4 Jahren

Hervorragender Thriller

 

Mitgenommen. Das ist das richtige Adjektiv für Noah Wallace.

 

Vor einigen Jahren die Entführung seiner Frau durch einen Serienkiller. Die Verfolgung durch Noah. Der tödliche Unfall, dem die geliebte Partnerin und der Killer zum Opfer fallen und im Rahmen dessen Noah schwer verletzt wird.


 Seitdem beherrscht ihn eine Amnesie, was all diese Ereignisse angeht. Aber auch schwer greifbare Möglichkeiten, vor seinem inneren Auge in Kontakt zu treten mit Opfern, mit Toten, mit Situationen.

 

Was er nun gut gebrauchen kann, denn eine neue Mordserie greift um sich. Brutale Morde, arrangierte Opfer, eine Handschrift, die Noah und sein Kontakt bei der Polizei, Steve Raymond. Neue Opfer mit scheinbar alter Geschichte, denn bei den Opfern finden sich Briefe des Mörders. An Noah adressiert. Dunkle Andeutungen, ihn zur Wahrheit zu führen.

 

Aber welche Wahrheit? Und woher könnte der Mörder solche Informationen haben? Je mehr Noah in das Geflecht des Wahnsinns und der brutalen, schändenden (und sehr intensiv geschilderten) Morde eindringt je mehr er sich verzweifelt fragt, was dieses rote Dreirad bedeuten könnte, dass er in einer Vision an einem der Schauplätze der Morde vor Augen hatte und je mehr die Fälle Noah in die eigene Vergangenheit führen, auch mit Hilfe der ebenso wie er extrem begabten Profilerin Clemence aus Kanada, desto atemberaubender wird es auch für den Leser.

 

Denn die eigentlichen Wurzeln all dessen, was geschieht und was die hervorragend gestalteten Protagonisten im Thriller Schritt für Schritt offenlegen, liegen weit in der Vergangenheit zurück, in der Noah als Kind schon eine bestimmte Aufgabe zugewiesen bekam und Schritt für Schritt in diese Richtung „gedrillt“ wurde. In einer Art und Weise, die beim Lesen dann dem Leser mehr und mehr gute Nerven abverlangt, denn nicht nur überaus spannend und mit Tempo erzählt Hauuy in seinem Debüt, sondern auch drastisch-plastisch sprachlich geschildert. Wobei der Autor genau das rechte Maß an „nackten“ Tatsachen bildkräftig dem Leser vor Augen stellt, und daneben genau die wichtigen Feinheiten der Fantasie des Lesers dann überlässt, die er bestens anregt.

 

Dass die Grenzen zwischen Freund und Feind sehr misstrauisch betrachtet werden sollten und nicht nur eine überaus überraschende Wendung neue Impulse je zu setzen verstehen, dies ist ebenso bestens gelungen.

 

So entfaltet Hauuy Seite für Seite mehr ein Spinnengeflecht von Interessen und verdeckten Operationen, die Noah Wallace immer mehr in die Enge treiben und ihm auch in der Gegenwart mehr und mehr von dem nehmen, was er für die tragfähige Grundlage seines Lebens erachtet.

 

Von der ersten bis zur letzten Seite hervorragende Spannungslektüre. Aber nichts für schwache Nerven.

Cover des Buches Der Dämon von Vermont (ISBN: 9783608504736)
Gulans avatar

Rezension zu "Der Dämon von Vermont" von Vincent Hauuy

Spannend, aber reichlich abstrus.
Gulanvor 4 Jahren

Vor einigen Jahren verlor Profiler Noah Wallace bei der Jagd auf einen Serienmörder seine Frau bei einem Autounfall und wurde selbst schwer verletzt. Nun fristet er mit großen körperlichen und psychischen Problemen ein zurückgezogenes Leben. Da holt ihn sein ehemaliger Partner überraschend ab und fährt mit ihm zu einem Mordschauplatz im benachbarten Kanada. Der Täter hat eine Nachricht an Noah hinterlassen. Die gesamte Vorgehensweise deutet wieder auf den „Dämon von Vermont“ hin. Doch der ist doch damals beim Unfall ebenfalls verstorben. Oder etwa nicht?

Serienmörder-Thriller sind so eine Sache. Eigentlich nicht mehr mein bevorzugtes Subgenre, gibt es da doch viel Schund. Aber es gibt auch Ausnahmen. Leider zählt dieser hier nicht dazu. Was man zumindest noch positiv sagen kann: Es ist halbwegs spannend. Und der Hintergrund der Story, das MKULRA-Programm der CIA zu Bewusstseinskontrolle, ist nicht uninteressant. Die Umsetzung ist aber nur mäßig, der Plot ist für meinen Geschmack zunehmend abstrus. Auch was die handwerklichen Dinge betrifft, reißt mich das Ganze nicht vom Hocker. Maue Dialoge und vom personalen Erzähler zäh vorgetragene Gedanken der Figuren machen die Lektüre nicht besser. Der Kanadier Vincent Hauuy gewann mit diesem Debütroman einen vom französischen Bestsellerautor Michel Bussi gestifteten Literaturpreis. Warum auch immer.   

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