Vincent Voss 172,3

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Inhaltsangabe zu „172,3“ von Vincent Voss

Vor langer Zeit … lag Unheil über einem kleinen Dorf bei Lübeck. Dunkle Mächte – in Gestalt eines fleischgewordenen Wunsches – bedrohten die Dorfgemeinschaft und trieben sie zu einem grausamen Mord. Heute … wiegt Viktor Vogel 172,3 Kilogramm. Er wagt einen letzten Versuch, endlich abzunehmen und besiegelt diesen Schwur unfreiwillig mit seinem Blute an jenem unheiligen Ort. Erneut erwacht das Böse und nährt sich an Viktors Pfunden. Unheimliche Vorkommnisse begleiten fortan sein Leben und Viktor begreift: Abnehmen kann tödlich sein! Für ihn und alle, die er liebt! (Quelle:'Flexibler Einband/20.06.2012')
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  • Rezension zu "172,3" von Vincent Voss

    172,3
    Fledermaus-Zine

    Fledermaus-Zine

    09. September 2012 um 18:26

    Vincent Voss 172,3 Roman Taschenbuch Originalausgabe: Luzifer-Verlag, Deutschland, 2012 ISBN 978-3-943408-06-5 14,95 Euro Das Ende der Sommerferien naht. Nicht nur die Herausforderungen des neuen Schuljahres lasten auf dem sensiblen Gemüt von Viktor Vogel, auch eine schwerwiegende Gewissheit droht den Berufsschullehrer zu erdrücken: Ein heimlicher Gang auf die Waage hält ihm vor Augen, dass er erneut an Körpergewicht zugelegt hat. Nach Jahren der bewussten Verdrängung trifft es ihn wie ein brutaler Schlag ins Genick, als er mit eigenen Augen sieht, wie viel er mittlerweile wiegt: 172,3 Kilogramm. Beim Anblick dieser Zahl wird ihm der Ernst seiner Lage bewusst. Von den gesundheitlichen Folgen einmal abgesehen, macht seine Fettleibigkeit ihn und seine Familie verletzbar: Seine 14jährige Tochter läuft Gefahr, für ihren übergewichtigen Vater gehänselt und ausgestoßen zu werden. Das möchte er um jeden Preis vermeiden. Ebenso sorgt er sich um seine Frau. Findet sie ihn noch attraktiv? Ekelt sie sich bereits vor seinem Körper? Wird sie aufhören, ihn zu lieben, wenn er weiter zunimmt? Die Zahl 172,3 nistet sich in seinem Bewusstsein ein und nagt an seinem Selbstwertgefühl. Selbst als seine Frau ihm zeigt, dass sie ihn unvermindert begehrt, sein zunehmendes Gefühl, hässlich zu sein, steigert sich bis zur Impotenz. In einem Moment der Verzweiflung und des Selbsthasses wird Viktor klar, dass es für ihn nur eine Lösung gibt: Er muss abnehmen. Um seiner selbst willen. Nicht für jemand anderen, sondern für sich allein. Er begreift, sein sehnlichster Wunsch ist es, dünner zu werden. Er ist bereit für eine Diät. Sein Vorhaben besiegelt er mit einem Schwur, nichtahnend dass er dabei einen uralten Dämon heraufbeschwört. Vincent Voss ist als Autor kein Unbekannter. Bei „172,3“ handelt es sich um seinen Debut-Roman, dennoch machte er in den vergangenen Jahren bereits durch Veröffentlichungen in Horror-Anthologien auf sich aufmerksam. Dabei sammelte er nicht nur schriftstellerische Erfahrungen, sondern gewann durch seine gruseligen Kurzgeschichten auch seine ersten Fans. Mit „172,3“ schuf Vincent Voss einen spannenden Jugendroman, der in der heutigen Zeit spielt. Blutig geht es in dem rund 200seitigen Taschenbuch zu. Begegnungen mit übersinnlichen Geschöpfen und Mächten bilden den passenden Rahmen. Menschen kommen zu Tode. Neben dem rasanten Gewichtsverlust der Hauptperson sowie dem damit verbundenen Erstarken und Wüten des Dämons ziehen die Bewältigungsversuche des Protagonisten, mit persönlichen und zwischenmenschlichen Konflikten fertig zu werden, sich wie ein roter Faden durch das Buch. Glaubt Viktor Vogel zunächst, einen neuen Viktor erschaffen zu müssen – einen besseren, schlankeren, selbstbewussteren –, wird ihm allmählich klar, er ist auf der Suche nach dem wahren Viktor. Nach seinem Ich, inklusive aller guten und bösen Eigenschaften. Dabei steht sein innerer und äußerer Veränderungsprozess in Wechselwirkung mit seiner Umwelt. Seine Verwandlung birgt ungeahnte Auswirkungen auf seine Mitmenschen. Genauso muss er begreifen, dass er nicht die einzige Person ist, der es gerade dreckig geht. Ja, dass es sogar Menschen gibt, die seiner Hilfe bedürfen. Beim Versuch, allen gerecht zu werden, stößt er an seine Grenzen. Der Roman „172,3“ ermöglicht durch seinen unkomplizierten und behutsamen Erzählstil einen sanften, wenn auch nicht harmlosen Einstieg in die Welt der Horrorliteratur. Rezension von Jörg Herbig (Neu-Isenburg)

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  • Rezension zu "172,3" von Vincent Voss

    172,3
    delijha

    delijha

    16. July 2012 um 18:38

    Jeder der schon mal Gewichtsprobleme hatte, ob große oder kleine, kennt den Wunsch, das Problem möglichst schnell und ohne großen Aufwand zu erledigen. So langsam man sich die Kilos anfrisst, so langsam bekommt man sie auch wieder weg. Viktor Vogel hat ein bißchen mehr auf den Rippen und proportional dazu ist auch sein Frust gewachsen. Er wiegt 172,3 kg als er sich mal wieder auf die Waage stellt und ist erschrocken, denn durch den typischen Selbstbetrug hatte er an viel weniger gedacht. Die körperlichen Probleme werden jedenfalls immer mehr und auch beim Sex will es nicht mehr klappen und so fasst er einen Entschluss. Einen Entschluss mit ziemlicher Tragweite… Blut fließt, ein Dämon kommt und mit ihm die Fliegen. Mysteriöse Morde geschehen. Charaktere: Viktor als Hauptcharakter ist zwar nicht immer erträglich (er zerfließt immer mal wieder vor Selbstmitleid), aber dennoch sympathisch – hat er doch so viele kleine Probleme am Hals, die zumindest die meisten von uns irgendwann auch schon mal hatten oder zumindest nur allzu gut nachvollziehen können. Er wird als liebender Ehemann und Vater und einigermaßen motivierter, aber auf jeden Fall prinzipientreuer, Lehrer beschrieben. Kommt absolut authentisch rüber. Klar, bisweilen ist er ein richtiger Kotzbrocken, meiner Meinung nach, ausgelöst durch seine Unzufriedenheit mit sich selbst. Die anderen Charaktere bleiben ein wenig blass bzw. stereotyp, aber das macht in diesem Buch auch gar nichts, denn man ist sowieso konzentrierter, wie ich die Sache mit dem Dämon entwickelt, den Viktor ungewollt für die Erfüllung seines Wunsches herbeiruft. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel. Plätschert das Ganze am Anfang noch vor sich, baut sich der Spannungsbogen dabei aber trotzdem immer mehr auf. Viktor nimmt ab, ziemlich schnell sogar, zahlt hierfür aber einen Preis. Immer mehr Menschen gehen dafür drauf und alles sieht danach aus, als wäre Viktor bald das nächste Opfer. Der Autor hat es in diesem Buch geschafft, den Horror greifbar zu machen, indem die Umgebung so real und natürlich gewählt wurde, dass jeder Leser sich hinein versetzen kann. Die Geschichte könnte mir, dir oder jedem anderen der ab morgen versucht abzunehmen, so passieren. Das Zwischenmenschliche, was mich sonst eher langweilt in Horror -oder Phantastikromanen ist hier absolut erträglich und meiner Meinung nach unablässig. Logikfehler, die mich sonst schlaflos machen und mich fluchen lassen, waren nicht vorhanden oder fielen mir einfach nicht auf. Generell waren’s die Kleinigkeiten, die mich fasziniert haben – die Horror -und Gruselelemente, die man zwar teilweise kennt, aber gerade mir schon lange in keinem Buch mehr auffielen, weil einfach zu oft mit dem Vorschlaghammer gearbeitet wird, selbst wenn es kein Splatterbuch an sich ist. Hier bemerkt man sie und die Gänsehaut kriecht einem den Rücken hoch. Zudem wurde das Thema “Mobbing” näher beleuchtet. Kommt nicht hölzern rüber, sondern passt in die Szenerie. Auch wenn es nur ein Nebenstrang ist, hilft es der Geschichte die Charaktere der Nebenrollen aufzuzeigen und wozu sie fähig sind. Allein das Ende lässt für mich etwas zu wünschen übrig. Es kommt zu schnell bzw. es wird auf zu wenigen Seiten abgehandelt. WIE es allerdings endet finde ich groooßartig! Keine Spoiler an dieser Stelle – no way! Fazit: Ein gruseliger, kurzweiliger und flüssig zu lesender Debütroman von Vincent Voss, den ich schon aus meinem heißgeliebten Horror-Forum kannte. Ein guter Start in die Autorenkarriere!

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