Camus arbeitet in diesem Werk sehr viel mit den Erkenntnissen anderer Philosophen (unter anderen Nietzsche und Schestow), was für eine breit gefächerte Meinung zu den verschiedenen "Lösungsansätzen" der "Lebensfrage", wenn man sie denn so nennen möchte, führt. Für mich vermittelt dieses Buch, dass jeder einzelne Mensch eine andere, spezifische Lösung zum Leben in einer "sinnlosen" Welt finden kann, natürlich nur, wenn man nicht eine der anderen beiden Lösungen wählt.
Vincent von Wroblewsky
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Neue Rezensionen zu Vincent von Wroblewsky
Der Mythos des Sisyphos hat mich wirklich bewegt. Camus schreibt über das Leben, den Tod und die Absurdität des Daseins – und trotzdem fühlt sich das Buch nicht schwer an. Es ist klar, direkt und voller Gedanken, die lange nachwirken. (Mehr zu der Mythos des Sisyphos: https://love-books-review.com/de/der-mythos-des-sisyphos-von-albert-camus/)
Besonders stark fand ich die zentrale Frage: Warum leben, wenn das Leben keinen Sinn hat? Camus antwortet nicht mit Pessimismus, sondern mit Mut. Er zeigt, dass wir trotzdem wählen können – zu leben, zu denken, zu handeln.
Die Figur des Sisyphos, der ewig den Stein den Berg hinaufrollt, wird bei Camus zum Symbol für den Menschen, der nicht aufgibt. „Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“ – dieser Satz hat mich nicht mehr losgelassen.
Das Buch ist philosophisch, ja – aber es liest sich überraschend leicht. Es ist voller Klarheit, Schönheit und einer stillen Stärke.
Für alle, die über das Leben nachdenken, ist Der Mythos des Sisyphos ein echter Schatz. Ein kleines Buch mit großer Wirkung.
2084 ist ein utopischer Roman in einer fernen Zeit in einem Land Abistan - zu dem durchaus auch der Name Absurdistan passen würde - das nach dem Heiligen Krieg als einziges Land übrig geblieben ist, zumindest nach den offiziellen Vorgaben der Obrigkeit.
Der Titel des Buches "2084" ist nicht zufällig gewählt, denn der weltberühmte Roman "1984" von George Orwell handelt ebenfalls von konstruktivistischen Systemen der totalen Unfreiheit. Somit reiht sich das Werk von Boualem Sansal als Beispiel einer totalitären religiösen Utopie in eine Reihe von utopischen sozialistischen Romanen von Jewgenij Samjatin (Wir), George Orwell (1984) und Aldous Huxley (Schöne neue Welt).
Der Held des Romans ist Ati, ein junger Mann, der im totalitären Land Abistan ein Leben fristet, eingeknebelt in einem undurchschaubaren, paranoiden und brutalen religiösen System mit Yölah dem Allmächtigen und Ali seinem Gesandten. Der wahre Glaube liegt in der Hingabe und der Unterwerfung, Yölah ist allgewaltig und Abi ist der unfehlbare Hirte der Herde. Es gibt keine Grenzen, das Volk wird im Unwissen gehalten, die Sprache ist durch gezielte Eingriffe ihrer Macht beraubt. Wörter wurden entfernt, Differenzierungen ausradiert, Neusprech kreiert, sodass die Menschen ein stumpfes Werkzeug zum Denken haben, harmlos für die Obrigkeit, damit keiner aufmüpfig wird, damit keine Gedanken gefasst und das System nicht hinterfragt werden kann.
Es gibt keine Geschichte, nur Feinde, innere und äußere. Täglich müssen die Menschen nach einem peniblen Plan beten, Rituale durchführen und sich exakt an die komplizierten Regeln halten, die einen Großteil ihrer Zeit absorbieren. Eine Unmenge von Ministerien, Kommissionen und Spione, Gedankenleser und Verwaltungen sind damit beschäftigt das Volk zu überprüfen, zu bevormunden, Steuern einzutreiben, zu bestrafen. Verstösse werden in brutalster Form geahndet, regelmäßig im Stadion werden Hinrichtungen veranstaltet. Das Volk bekommt ein staatlich verordnetes Essen, einen rosafarbenen Brei, Tag für Tag. Er enthält versteckte Produkte, Brom, Weichmacher, Sedativa, Halluzinogene und andere, die Genügsamkeit fördern. Der Brei, von dem sich das Volk fünf Mal am Tag ernährt, das Hir, ist arm an Nährstoffen, jedoch reich an Geschmack und Aroma. Die Leute sind verrückt danach, das ist die Hauptsache.
Ati kämpft um seinen Verstand, möchte wissen ob es Grenzen gibt und wo sie sind. Es muss Grenzen geben, Hinweise verdichten sich, dass es irgend etwas geben muss außerhalb von Abistan. Mit seinem Freund Koa unternimmt er unter größten Gefahren eine Reise auf der Suche nach den Grenzen, nach Hinweisen auf eine andere Welt. Immer mehr erkennt er, dass es kein Zurück geben kann, kein Entrinnen und dem Tod so nah..... bis er eines Tages Einblicke bekommt in eine irre Realität .....
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